Kapitel 16

Ich werde zu Boden geworfen. Matt steht in seiner Wolfsform über mir und fletscht spielerisch die Zähne. Ich halte mich an seinen vorderen Beinen fest und rolle mich zur Seite, sodass Matt von mir fällt und dann greife ich nach dem Messer, was neben mir liegt und halte es Matt an den Hals. Er knurrt bedrohlich und in diesem Moment kommt Jackson herbei und reißt mich von Matt herunter. Er zieht mich an seine Brust und legt seine Vampirzähne an meinen Hals. Ich hole tief Luft. Wird er mich beißen? Er streicht mit einem seiner Finger über meinen Hals und bitte mich still um Erlaubnis mich zu beißen. Will ich das denn? Will ich von einem Vampir in den Hals gebissen werden? Ich trete Jackson auf den Fuß und stoße ihm meinen Ellenbogen in den Bauch. Er schnappt nach Luft und lässt mich los. Ich lachte:"Haha. So leicht könnt ihr mich nicht besiegen." Matt stürzt sich wieder auf mich und drückt mich gegen den Gartenzaun. Mein Kopf stößt gegen den Zaun und Matt fragt in seiner Werwolfsgestalt:"Alles gut?" Ich nicke und kicke ihm die Hinterpfoten weg. Er fällt zu Boden und ich renne weg von ihm. Das Training macht überraschend viel Spaß und ich finde es gut, dass Matt zu uns dazu gestoßen ist.

Plötzlich kommt Kaya in den Garten gerannt und meckert Jackson an, weil er fast in ihr Beet getreten wäre:"Hey Jackson, pass auf. Ich habe lange gebraucht das Beet so hin zu bekommen. Wenn du es kaputt machst, gibt es Ärger. Hast du das verstanden?" Jackson macht schnell einige Schritt vom Beet weg und antwortet dann schnell:"Ja, hab ich verstanden. Tut mir leid." Kaya beruhigt sich wieder und kommt zu uns geschritten. Matt hat sich in der Zeit wieder aufgerichtet und ist in der Zeit zu uns her getrottet. Kaya streichelt Matt. Sein Fell ist hellbraun und seine Augen sind ebenfalls braun. Er hat spitze Zähne und einen wilden Ausdruck in den Augen.

Er ist für mich das perfekte Abbild eines Werwolfes. Wuscheliges Fell, wilde Wolfsaugen und scharfe Zähne. Wahrscheinlich habe ich noch nicht mal die ganzen Ausmaße seiner Kraft gesehen, aber so ist es vermutlich bei jedem magischen Wesen. Es gibt so viele von ihnen mit so vielen verschiedenen Eigenschaften, Kräften und Fähigkeiten. Es gibt Oros, Vampire, Feen, Werwölfe, Dämonen, Depriver, Hunter, Gargoyles und Hexen. Jeder von ihnen ist einzigartig und kann etwas, was ein anderer der Art nicht kann. Doch was bin ich? Ein Vampir wie meine Mutter? Oder vielleicht ein Werwolf? Matt hat gesagt, dass das Werwolfgen manchmal eine Generation überspringt. Vielleicht habe ich das Gen ja. Wieso habe ich dann nicht die gleichen Fähigkeiten, wie die anderen Vampir oder Werwölfe? Oder bin ich nur ein vollkommen normaler Mensch ohne Kräfte? Die anderen sind so besonders und ich bin so normal.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als jemand plötzlich an der Tür klingelt. Matt rennt in seiner Wolfsform los und ich sehe durchs Fenster, wie er sich kurz vor der Tür wieder in einen Menschen zurück verwandelt. Jackson öffnet den Mund auf und seine Vampirschneidezähne fahren wieder hinter seine normalen Zähne und gleiten zurück in eine Lücke seines Kiefers. Ich schaue wieder durchs Fenster und sehe, wie Matt gerade die Tür öffnet. Er umarmt die Person und ruft, nachdem er sich von der Person gelöst hat:"Beth! Kaya! Jackson! Kommt her." Wir reagieren auf seine Rufe und kommen ins Haus zurück gerannt.

Dort angekommen sehen wir wer uns besucht. Es ist Luke. Kaya und Jackson rennen auf Luke zu und schließen ihn in die Arme:"Luke!" Wow, sie scheinen sich echt darüber zu freuen Luke zu sehen. Luke schließt sie in die Arme und drückt sie an sich. Auch er scheint sich darüber zu freuen. Dann lässt er sie wieder los und Luke wird wieder ganz ernst. Matt bemerkt seine Blicke:"Was ist? Wieso bist du hier?" "Ich habe die Ergebnisse von Beths Bluttest, den die Oros gemacht haben", sagt er ernst. Ich sehe ihn überrascht an und mache dann eine neugierige Miene:"Und?" Er deutet in Richtung Sofa:"Setz dich lieber." Langsam bekomme ich ein bisschen Angst, setzte mich aber trotzdem aufs Sofa. Luke setzt sich neben mich und Jackson lässt sich auf die Lehne sinken. Er legt seine Hände auf meine Schultern und beginnt meinen Nacken sanft zu massieren. Es ist schön, doch ich kann mich momentan nicht darauf konzentrieren. Dafür bin ich einfach zu angespannt. Was ist los mit? Wieso ist er so ernst? Luke beginnt zu sprechen:"Die Oros haben dein Blut endlich untersucht und haben mir dein Blut und die Ergebnisse der Untersuchung geschickt..." Er wedelt mit einem Röhrchen mit Blut und einem Papier vor meiner Nase herum. Dann reicht er mir das Blatt Papier:"Ließ selbst." Ich nehme das Blatt in die Hand und beginne laut vor zu lesen:"Bluttest von Bethany Andrews. Ihre Untersuchung ergab, dass sie zu fünfzig Prozent das Vampirgen und zu fünfzig Prozent das Werwolfgen in sich trägt", ich schlucke kurz, lese dann aber weiter:"Die Bezeichnung für so ein Wesen ist Hybrid. Bis sie entweder in einen Wolf oder in einen Vampir verwandelt wird, behält sie jedoch ihre normale menschliche Form und sie zeigt so gut wie keine Unterschiede zu einem normalen Menschen." Ich höre auf zu lesen. Unter dem von mir vorgelesenen Text sieht man eine Tabelle, die ich jedoch nicht verstehe. Es ist gerade einfach zu viel für mich. Auch die Anderen sind ziemlich überrascht, was ich daran merke, dass keiner ein Wort sagt. Jackson hat aufgehört zu massieren und ich blicke mich um. Gerade erst bemerke ich, dass alle mich anstarre:"Was ist?" "Was tust du jetzt? Wirst du ein Vampir?", fragt Jackson. Matt fügt schnell etwas hinzu:"Oder ein Werwolf?" Ich zucke mit den Schultern:"Das weiß ich noch nicht. Eigentlich will ich lieber ein Mensch bleiben." Kaya nickt:"Gute Entscheidung. Ich wäre manchmal auch gerne ein Mensch." "Heul nicht rum. Von uns bist du am nächsten an der Menschlichkeit dran", sagt Jackson.

Nach einer halben Stunde in der Jackson, Matt und Kaya über ihre Menschlichkeit diskutiert haben, geht Luke wieder und ich gehe ins Bett, da es schon spät ist. Die anderen Drei diskutieren einfach weiter.

Ich gehe die Treppe hoch und schließe die Tür nachdem ich ins Zimmer gehuscht bin. Dann ziehe ich mir einen Schlafanzug an und lege mich ins Bett. Nach wenigen Minuten bin ich eingeschlafen. Der Tag war, wie jeder seit meinem neuen Leben in New York City, anstrengend und voll mit neuen Informationen und Erkenntnissen.

Meine Träume werden heute Nacht von Werwölfen, Vampiren und Menschen geplagt. Ich will mich nicht entscheiden. Jedenfalls nicht fürs Erste. Eines Tages werde ich wissen, was das Richtige ist. Wenn der Moment gekommen ist, werde ich mich entscheiden können und mit der Entscheidung leben müssen.

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