Kapitel 18

                                                                   18

„Wach auf. Komm schon Anna. Bitte öffne einfach deine Augen.“

Die Worte dringend leise und am Anfang zu undeutlich zu meinem Verstand. Zu sehr bin ich noch immer mit dieser mir so fremden Umgebung beschäftigt. Doch immer wieder stört mich diese Stimme und langsam aber doch wird mein Verstand von diesem Nebel geklärt. Noch mehr, als ich eine Hand auf meiner Wange spüre.
Es kostet mich Kraft meine Lider zu öffnen, damit ich gleich darauf die besorgten Gesichter von Nathan und Salivana in meinem Blick habe.
Ich liege auf dem weichen Gras, beide knien verwirrt vor mir. Ich verstehe nicht was gerade passiert ist. Es hat sich so real angefühlt. Zuerst der kaum auszuhaltende Schmerz und dann dieser Traum, den ich mir mit all meiner Phantasie nicht erklären kann. Mein Hals fühlt sich an als hätte ich Tagelang nichts getrunken und trotz allem muss ich wissen, was dass hier soeben war. Also bringe ich gerade so, leise und mit rauer Stimme die Frage über meine Lippen.

„Was ist passiert?“

Nathan möchte mir antworten doch Salivana unterbricht ihn. Sie kniet vor mir und hält meine Hand. Scheinbar scheint sie zu überlegen, bevor sie mir mit traurigem und zugleich freundlichem Gesicht begegnet. In ihrer Stimme ist etwas zaghaftes zu hören.

„Daria, also deine Mutter. Ich kannte sie sehr gut. Und dass hier.“

Mit ihrer Hand deutet sie auf mich.

„Dass was gerade mit dir passiert ist, gehört zu dir. Es sind deine Kräfte die du lernen musst zu kontrollieren.“

Der Schock der sich über mich legt, als sie die Worte über ihre Lippen bringt, lähmt mich. Lässt mich unbewusst die Luft anhalten. Was hat meine Mutter mit Salivana zu tun? Meine Mutter hatte nie etwas für dieses Zeug übrig. Das hätte sie mir erzählt. Oder etwa doch nicht? Salivana scheint meine panische Reaktion zu bemerken und spricht weiter.

„Sie war auch eine Hexe. So wie ich. Ich weiß für dich hört sich dass Ganze jetzt sehr unglaubwürdig an. Wobei du ja auch schon andere Übernatürliche Wesen kennengelernt hast. Also deine Mutter war eine sehr mächtige Hexe. Und wenn eine Hexe stirbt, dann gibt sie ihre Kräfte weiter, an ihre Nachfolger. Hat sie keine, nimmt sie diese Energie mit in das nächste Leben und wird immer stärker und stärker. Nur musst du dich diesen Kräften offenbaren und jemand muss dir diese Kräfte vorstellen, so wie wir es nennen. Es ist eine Art Ritual, dass was wir eben hier gemacht haben. Du besitzt jetzt die Kraft die dir zusteht. Das Einzige was du jetzt noch tun musst, ist zu lernen wie du diese Kraft einsetzt.“

Ich bin entsetzt, verwirrt und gleichzeitig verwundert und nervös. Ich habe unendlich viele Fragen, die in meinem Kopf herumschwirren. Aber ich habe eine besonders wichtige Frage die ich Salivana stellen muss.

„Woher kanntest du meine Mutter? Ich kann nicht glauben dass sie irgendetwas mit dem Übernatürlichen zu tun hatte.“

Ein leichtes Lächeln legt sich auf ihre Züge und plötzlich spielt sich etwas vor meinen Augen ab, dass ich nicht verstehen kann und mich ein weiteres Mal in eine Schockstarre verstetzt.

Einige Sekunden vergehen, bevor ich meinen Körper vor Schreck zum aufstehen zwinge. Ich muss Abstand zu diesem Irrsinn bekommen. Es kann nicht wahr sein. Es ist nicht real. Torkelnd gehe ich einige Schritte zurück. Ich muss weg. Es ist Unmöglich.
Salivana streicht sich mit der Hand über das Gesicht und was mich erwartet ist einfach unglaublich und der Anblick lässt mein Herz aussetzen.
Sie verändert ihre Gestalt, ihr Aussehen. Ich laufe wie wild hin und her und muss sie immer wieder ansehen. Ich reibe meine Augen, vielleicht bilde ich mir dass alles wieder nur ein.
Denn der Anblick von meiner Mutter, lässt mich keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Ist es meine Mutter? Ich weiß es nicht. Sogar Nathan scheint verwirrt zu sein und nicht zu verstehen, wieso ich so aufgebracht bin. Doch Salivana oder meine Mutter, sie fängt an auf mich einzureden. Ich weiß nicht was ich noch glauben kann und was noch real ist.

„Anna, Liebes. Ich bin nicht deine Mutter. Aber dies ist trotz allem meine wahre Gestalt. Kein Zauber- Keine Hexerei. Kein Traum. Dies ist real Anna.“

Ich bin wütend. Irgendwie ist es, als hätte man zu große Erwartungen und wird dann doch enttäuscht. Ich weiß nicht, aber ich denke, dass wenn Salivana doch meine Mutter gewesen wäre, ich unendliche Freude empfunden hätte. Die Wut die sich plötzlich in mir sammelt, lässt auch die Worte lauter über meine Lippen kommen.

„Wer zum Teufel bist du dann? Du siehst aus wie meine Mutter. Wie ist das möglich? Wenn dass ein kranker Scherz sein soll, dann kann ich gerne darauf verzichten.“

Sie wirkt jetzt auch traurig und ich denke sie sieht und versteht, was sie mir damit angetan hat. Ich empfinde den gleichen Schmerz, den ich bei dem Tod meiner Mutter empfunden habe.

„Ich bin Daria’s Schwester, ihre Zwillingsschwester.“

Es ist eine reine Katastrophe. Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll. Ich will und kann nicht glauben, dass mir meine Mutter davon nichts erzählt hat. Ich habe immer geglaubt, meine Mutter hatte keine Geschwister.
Soll ich erfreut sein oder doch eher verletzt? Ich kann meine Gefühle kaum zuordnen. Dass Alles. Diese ganze Kranke Situation ist einfach zuviel für meinen menschlichen Verstand.

„Ich weiß Anna, es ist schwer zu verstehen. Aber mit der Zeit wird es dir möglich sein. Dies alles hier hat einen Grund. Es ist dein Schicksal, dass du heute vor meiner Tür gelandet bist. Aber wenn du Marius aufhalten willst, musst du deine Kräfte einsetzen. Und du wirst schnell lernen müssen.“

Ich kann mir nicht einmal vorstellen wie es ist, diese Kräfte zu haben. Ich weiß nicht einmal wie diese Kräfte aussehen noch wie ich sie einsetzen kann. Ich weiß einfach nichts über dieses Leben, das meine Mutter anscheinend neben ihrem Familienleben, gelebt hat. Was soll ich nur denken? Was soll ich nur tun? So viele Fragen. Doch ich habe das Gefühl, dass ich keine Einzige Frage heraus bekomme. Ich bin so erschöpft. Mein Geist ist erschöpft so wie mein Körper. Der Schmerz der Flammen, die sich so echt angefühlt haben, hat mich vollkommen ausgelaugt. Und Salivana scheint es zu merken.

„Anna. Ich weiß nur zu gut, dass du müde bist und es anstrengend ist. Es ist jedes Mal anstrengend und es wird dir jedes einzige Mal etwas von deiner Kraft rauben. Doch je schneller du lernst, deine Kräft zu kontrollieren, desto leichter wird es dir fallen. Ich weiß du hast Fragen und brauchst deine Antworten. Die wirst du auch bekommen. Nur nicht heute. Marius kann das Ritual nicht vor dem nächsten Vollmond vollziehen. Das heißt, wir haben noch einundzwanzig Tage um dich vorzubereiten und Marius aufzuhalten. Du musst dich ausruhen. Du wirst in den nächsten Tagen noch genug von deiner Kraft brauchen.“

Auch wenn ich ihren Worten folgen kann, winden sich die Fragen in meinem Kopf und brennen auf Antworten. Aber ich spüre auch die Müdigkeit die sich um meine Knochen legt. Letztendlich ist es Nathan`s Arm der sich über meine Schulter legt, der meine Fragen verstummen lässt und ich stattdessen seine Nähe genieße. Dass Gefühl dass ich jetzt sofort in seinen Armen einschlafen möchte, überzeugt mich.

„Es ist in Ordnung Anna. Ich verspreche dir, dass du deine Antworten bekommst. Aber jetzt musst du dich erst einmal ausruhen.“

Ich versuche Worte über meine Lippen zu bringen, doch sie bleiben in meiner trockenen Kehle stecken. Also folge ich, wenn auch etwas wiederwillig, den beiden zur Tür, durch die wir gekommen sind.
Bevor wir jedoch aus der Tür treten, spüre ich Salivana`s Hand in meiner. Ich drehe mich um und blicke in ihre Augen, die auf mich so vertraut wirken und sich dennoch dabei ein bitterer Geschmack dabei ausbreitet.

„Wenn du Angst hast oder nicht mehr weiter weißt, dann rufe nach mir. Ich kann dich jetzt spüren. Und werde so schnell ich kann bei dir sein wie ich kann.“

Irgendwie beruhigen mich diese Worte aus Salivanas Mund. Es hört sich aber alles noch etwas unglaubwürdig an. Aber die letzten Tage haben bewiesen, dass Glaube nicht gleich Glaube ist. Nathan und ich verabschieden uns von Salivana und gehen durch das kleine Waldstück zu seiner Maschine. Vor ihr hält Nathan an und dreht mich so, dass ich nun vor ihm stehe und er mit traurigen Augen auf mich herab blickt.

„Ich wusste nicht, dass Salivana deine Tante ist. Sie verändert ständig ihre Gestalt um nicht gefunden zu werden und den Schein zu waren. Wenn ich gewusst hätte, dass du solche Trauer empfindest, hätte ich dich vorgewarnt.“

Ich kann spüren dass es ihm Leid tut. Doch ich habe nicht das Gefühl, dass es ihm Leid tun müsste.

„Nathan, dich trifft keine Schuld und ich bin auch nicht böse auf dich. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es Richtig war hierher zu kommen. Ich habe zwar noch viele Fragen, aber ich weiß ihr werdet mir diese Fragen beantworten wenn ich soweit bin.“

Gelassenheit breitet sich in meinem Körper aus und überrascht mich. Wie kann ich nach so etwas so gelassen sein? Vielleicht bin ich aber auch nur geschafft von dieser Sache mit meiner Mutter und mit meinen Kräften. Wenn ich wirklich Kräfte habe. Denn bis jetzt fühle ich mich nicht anders als zuvor. Ich bin einfach nur sehr müde. Nathan`s blick wirkt dunkler als sonst und die Nähe zu ihm, lässt mich trotz der Müdigkeit Hitze empfinden. Ebenfalls als er seine Handfläche auf meine Hüfte legt und mich mit einem Ruck näher an seinen Körper zieht. Mein Herz klopft wie wild und meine Müdigkeit scheint wie weggeflogen zu sein. Seine Lippen kommen näher an meine, ich kann seinen Atem auf meiner Wange spüren.
Sein Kopf senkt sich und seine rechte Hand gleitet meinen Rücken entlang zu meinen Haaren. Schiebt seine langen Finger in meine Haare und hält damit meinen Kopf in Position. Ich fühle mich, als hätte ich Ewigkeiten gewartet auf diesen Moment. Es fühlt sich so richtig an .So echt. Nathan ist real.
In seinen Augen scheint ein Feuer zu brennen und er scheint daßselbe zu fühlen wie ich in diesem Moment. Nathan kommt noch näher und unsere Lippen berühren sich.
Mit dem, was im nächsten Moment passiert habe ich jedoch nicht gerechnet. Ich spüre diese Energie in mir und ich weiß nicht wie, aber Nathan wird einige Meter zurückgeschleudert. Ich verstehe mit keinem Gedanken was hier gerade passiert. Was ist mit mir los? Was ist mit Nathan los?
Als Nathan am Boden landet stehe ich wie versteinert da und spüre die plötzliche Schwäche die sich um meinen Körper legt. Als würde der Rest meiner Energie aus mir gesaugt worden sein. Und schon spüre ich, wie meine Beine unter mir nachgeben und dass Bild vor meinen Augen verschwimmt. Bevor mein Körper jedoch am Boden aufkommt, umfassen mich zwei kräftige Hände und helfen mir, mich wieder auf die Beine zu stellen. Als sich meine Schwäche wieder etwas legt, blicke ich in ein überraschtes Gesicht. Ich denke, dass Nathan auch keinen blassen Schimmer davon hat, was hier gerade passiert ist.

„Was war das?“

„Ich habe keine Ahnung Nathan. Ich habe einfach diese Energie gespürt. Aber ich weiß ja nicht einmal wie ich meine Kräfte einsetze. Und wieso sollte ich sie gegen dich einsetzen?“

Panik steigt in mir auf. Darüber dass ich ihn verletzten hätte können.

„Mach dir keine Sorgen. Du weißt nicht wie du deine Kräfte kontrollierst. Somit löst du sie jetzt einfach mit deinen Gefühlen aus. Ich hoffe dies war ein gutes Gefühl.“

Ein verschmitztes Lächeln legt sich auf seine Züge, während er seinen Blick über mein Gesicht gleiten lässt. Er denkt an den nicht dagewesenen Kuss. Jetzt wo ich daran denke, wünschte ich, meine Kräfte hätten mir nicht diesen Kuss versaut. Im Gegensatz zu Nathan, ist mir nicht zu Lachen zumute.

„Mach dir keine Sorgen. Du bekommst das in den Griff und lernst damit umzugehen und dann werden wir sehen was auf uns wartet.“

Er lächelt mich an und seine Worte zaubern sogar mir ein kleines Lächeln auf die Lippen, aber auch eine leichte Röte in mein Gesicht.

„Komm schon. Steig auf. Ich bring dich nach Hause.“

Ohne Worte steige ich auf das Motorrad, hinter Nathan, der bereits auf dem Sitz platz genommen hat. Er reicht mir den Helm und ich nehme ihn dankend an. Seine starken Hände fassen an meine Oberschenkel und mit einem Ruck zieht er mich näher an sich. So dass er sicherlich meinen aufgeregten Herzschlag an seinem Rücken spüren kann. Seine Hände greifen nach meinen und er zieht mich mit meinen Oberkörper noch enger an sich. Meine Hände umschlingen Nathan. Und dieses mal hoffe ich, dass ich meine Kräfte nicht wieder versehentlich einsetze.
Er startet die Maschine und wir fahren los und währenddessen frage ich mich, was wohl die Zukunft für mich bringt. Ob ich dass vielleicht alles träume. Und auch die Angst schleicht sich in meine Gedanken. Angst davor, dass ich meine Kräfte nicht unter Kontrolle bekomme. Angst davor, dass ich alleine bin und etwas passiert, dass ich nicht kontrollieren kann.
Wir fahren wieder einige Zeit über die Landstraße bevor wir Nathan’s Haus erreichen. Zu aller Überraschung spüre ich wie sich mein Herzschlag bei dem Gedanken beschleunigt, die restliche Nacht mit ihm verbringen zu können. Doch die logische Schlußfolgerung ist die, dass ich meinen Wagen hier habe und ich ihn natürlich nicht einfach hier lassen kann.
Obwohl ich es nicht sollte, macht sich ein klein wenig Enttäuschung in mir breit, als ich von der Maschine absteige. Irgendwo in meinen Innersten wollte ich, nach dieser Nacht nicht alleine sein. Vor allem nicht von Nathan getrennt.
Ich reiche Nathan den Helm den er auf dem schwarzen Ledersitz der Ducati ablegt. Er dreht sich um und bewegt sich mit langsamen Schritten auf die Eingangstür seines Hauses zu. Irgendwie versetzt mir dass einen kleinen Schlag in die Magengrube. Ich dachte wir würden uns angemessener verabschieden. Doch ich verstehe auch, dass er nicht gerade scharf darauf ist, sich nochmals durch die Lüfte wirbeln zu lassen. Trotzdem schaffe ich es nicht so kühl wie Nathan, auch wenn ich die Enttäuschung in meiner Stimme nicht zur Gänze verbergen kann.

„Danke für Heute.“

Dass Geräusch seines Lachens erschreckt mich ein klein wenig, da ich auf keinen Fall mit dieser Reaktion gerechnet habe. Sein Blick liegt jetzt auf mir und seine Miene wirkt so sorglos und ehrlich glücklich. Diesen Ausdruck habe ich an ihn noch nie gesehen. Nicht in diesem Leben. Aber in meiner Vision hatte er diesen Ausdruck auf seinem Gesicht und schon alleine bei diesem Lächeln wandern meine Mundwinkel ebenfalls nach oben. Ich versuche mir, diesen Nathan einzuprägen, bevor ich mich zum gehen wende und währrenddessen nach meinen Autoschlüsseln in meiner Jacketasche fische.
Nathan hingegen geht weiter und ich bin enttäuscht. Ich hätte mir irgendwie eine andere Verabschiedung gewünscht. Jedoch verstehe ich ihn, dass er mir nicht gerade nahe kommen möchte. Wer weiß was ich dann wieder mit ihm mache. Ich rufe ihm noch ein kleines „Bye“ zu, bevor ich den Wagen aufsperren will.

„Wo willst du hin?“

Wieder einmal hüpft mein Herz vor Schreck, als ich seine Stimme direkt neben meinem Ohr höre. Meine Augen erblicken sein Gesicht direkt neben meinem und ich kann mich noch immer nicht daran gewöhnen, dass er diese Vampir-Geschwindigkeit einsetzt.

„Ähm. Nach Hause.“

Etwas verunsichert versuche ich in seinen Augen zu lesen, was er nun vor hat.

„Nicht mal daran denken solltest du. Du bist vollkommen müde und ausgelaugt. Denkst du wirklich, ich würde dich so nach Hause fahren lassen?“

Zuerst wirkt sein Ausdruck ernst und fürsorglich. Doch dann weicht er einem verschmitztem Grinsen.

„Ist doch mal etwas anderes, wenn man in der Gegend herumgeschleudert wird.“

Sein Grinsen zieht sich über sein ganzes Gesicht. Und auch ich muss lächeln, jedoch versuche ich gerade nicht Luftsprünge zu machen. In meinen Gedanken hüpfe ich aber schon auf und ab. Ich versuche noch kurz zu zögern, er soll ja nicht gleich merken, wie sehr ich mich freue. Ich gehe einen Schritt auf ihn zu und sehe zu ihm auf.

„Ich weiß aber nicht, ob du beim nächsten Mal herumgeschleudert werden, wieder so schnell aufstehst, wie vorhin.“

Er muss lachen und ich auch. So ehrlich gelacht habe ich schon lange nicht mehr und Nathan habe ich auch noch nie so gesehen. Aber ich muss sagen, es gefällt mir. Seine Augen strahlen mich an und ich fühle mich plötzlich so leicht und unbeschwert. Ein Gefühl, von dem ich dachte ich würde es nicht mehr fühlen.
Er streckt mir seine Hand entgegen. Ich lege meine Hand ohne zu zögern in seine, bevor ich ihm ins Haus folge. Durch den Gang und die darauffolgende Küche. Erst als wir dort angekommen sind, gehen wir in einen Teil des Hauses, den ich noch nie gesehen habe. Ich folge Nathan die Treppen hinab zu einem weiteren offenen Raum, an dessen Wände sich weitere Türen befinden. Als Nathan auf eine Tür zusteuert, bleibt mein Blick auf einem Gemälde hängen, dass sich an einer der Wände befindet. Es zeigt einen Baum auf einem Hügel. Mit der Reaktion meines Körpers darauf habe ich jedoch nicht gerechnet, als sich alles in mir anspannt und ich wie angewurzelt stehen bleibe. Ich spüre eine Hitze von meinem Inneren ausgehen, bevor dass Bild vor meinen Augen wieder verschwimmt und es sich durch einen undurchdringbaren schwarzen Nebel erstetzt. Irgendwo in meinem Kopf höre ich noch dumpf Nathan`s Stimme, die meinen Namen ruft. Doch ich bin schon zu weit abgedriftet in meiner Gedankenwelt.
Und dann lichtet sich dieser Nebel und vor mir sehe ich ein Bild, dass mich vollkommen überwältigt.

Die Haselnussbraunen Haare, die zu einem geflochtenem Zopf verbunden sind, legen sich um dass schöne Gesicht, dessen Augen mit Tränen gefüllt sind. Dass weiße Kleid, dass aussieht als würde es einer alten Zeit entsprungen sein, schmiegt sich an ihren schlanken Körper.
Melina sitzt an dem Rand eines Brunnens und lässt langsam ihre Fingerspitzen durch das kristalklare Wasser gleiten. Sogar ich spüre, wie die Sonnenstrahlen meine Haut wärmen. Bei diesem Gedanken muss ich daran denken, dass Melina kein Vampir sein kann. Denn sie würde in Flammen aufgehen. Würde sich vor Schmerzen winden.
Noch immer verstehe ich nichts von dem, was mir hier vor Augen geführt wird. Wieso sehe ich es. Was hat es zu bedeuten.
Und dann trifft mich Melina`s Blick eiskalt. Die Trauer in ihren Augen, lässt meine Kehle trocken werden. Ich kenne diesen Ausdruck. Ich selbst habe ihn Monatelang in den Augen meines Spiegelbildes gesehen.
Gerade als ich glaube, sie würde mich sehen, spüre ich etwas, dass sich anfühlt als würde jemand durch meinen Körper laufen. Was sich auch wenige Sekunden später als wahr herausstellt, als sich eine männliche Gestalt einfach durch mich hindurch bewegt. So als würde ich nur aus Luft bestehen. Der Mann bewegt sich auf Melina zu und reicht ihr seine Hand, die Melina mit einem Schluchzen ergreift und sich in die Arme des Mannes wirft.
Doch bevor ich die Szene weiter beobachten kann, taucht vor meinen Augen ein anderes Bild auf. Es ist ein geackertes Feld. Hinter mir kann ich ein altes griechisch, aussehendes Gebäude erkennen und als ich mich wieder nach vorne drehe, sehe ich Melina und den Mann vor mir, der sie vorhin in den Armen gehalten hat.
Vor den Beiden geben die Flammen des Feuers eine sengende Hitze ab. Ein Feuer, dass sich um gestapelte Äste legt und als mein Blick weiter hinauf wandert, meinen Herzschlag für einen Moment aussetzen lässt. Eine kleine Gestalt, eingewickelt in weißen Leinentüchern wird förmlich von den Flammen umhüllt und verzehrt. Melina`s Hände sind um den Oberarm des Mannes geschlungen und schon höre ich den Markerschütternden Schrei, der selbst mir bis tief in mein Innersten geht. Der Schrei einer Mutter, die gerade ihr Kind betrauert.
Kaum habe ich mich von diesem Erlebniss etwas erholt, als vor meinen Augen ein Neues Bild auftaucht. Wieder ist es Melina. Ein wunderschönes, von sattem grün und bunten Blumen bedecktes Feld erstreckt sich vor meinen Augen. Die Konturen eines Baumes heben sich auf einer Anhöhe von dem hellen Blau des Himmels ab. Erst jetzt erkenne ich einen kleinen Jungen neben ihr. Seine dunkelbraunen Augen leuchten vor Freude, ebenso wie Melina`s. Der Junge, dessen schwarzen Haare sich in der leichten Brise bewegen, läuft auf dass Feld hinaus und Melina folgt ihm aus einiger Entfernung schweigsam. Beobachtet ihn voller Stolz und Freude.
Und gerade als dieser Augenblick von purer Liebe und Vertrautheit, mich zu einem Lächeln bringt, verdunkelt sich die Umgebung. Als würde der schlimmste Sturm in diesem Moment über uns hinwegziehen. Die Aufschläge von Hufen auf dem satten Gras sind deutlich hinter mir zu hören. Mein Blick wandert hinter mich und sofort kriecht Angst in meinen Körper. Sieben riesige Pferde auf denen dunkle, in Uniform gehüllte Gestalten sitzen, kommen im Galopp auf uns zu. Nicht auf uns. Auf den kleinen Jungen.
Melina hat es ebenfalls bemerkt und in ihrem Gesicht ist pures Entsetzen zu erkennen. Sie beginnt zu laufen. Sie versucht den Jungen zu erreichen. Doch die Reiter sind schneller. Einer von ihnen greift nach dem Jungen. Dieser ruft verzweifelt nach seiner Mutter. Die Schreie von dem kleinen Jungen und auch von Melina brennen in meinem Herz.
Melina versucht den Männern nachzulaufen, doch sie stürzt immer wieder. Ich kann ihre Angst und die Verzweiflung spüren. Sie hört nicht auf. Steht immer wieder auf und läuft zu dem Baum auf der Anhöhe. Doch zu Fuß ist sie zu langsam und als sie völlig außer Atem den Baum erreicht, erwartet sie ein schreckliches Bild.
Ich kann nicht beschreiben was mir bei diesem Anblick alles durch den Kopf geht. Aber ich weiß nur, dass es der grauenvollste Anblick ist, den ich je gesehen habe. Der kleine Junge, Melina’s Junge, hängt an einem Strick um den Hals auf diesen Baum. Tiefe Wunden übersähen seinen Körper.
Dann bricht alles auf mich herein wie eine Sturzflut. Melina´s Gefühle treffen mich unerwartet. Unendliche Wut. Trauer. Schmerz. Alles was man in so einem Moment fühlen kann, fühle ich nun. Ich verstehe nicht wie Jemand so etwas tun kann. Ein kleines unschuldiges Kind. Melina bricht auf den Knien zusammen. Tränen laufen über meine und Melina´s Wangen und das erste Mal denke ich darüber nach, dass Melina nicht böse ist. Sie war eine gute Mutter und sie hat dass Wertvollste verloren. Ich will mir nicht vorstellen wie es ist, dass eigene Kind zu verlieren.

„Anna, komm zu dir.“

Ich höre Nathan’s Stimme und ich spüre wie ich langsam wieder in meinen Körper zurückfinde. Ich öffne meine Augen und spüre wie Tränen über meine Wangen fließen. Verzweiflung spiegelt sich in seinem Blick uns seine Arme halten mich fest, als würde er mich nie wieder loslassen wollen.

„Geht es dir gut?“

Ich brauche einen Moment um ihm Antworten zu können, denn meine Kehle ist wie ausgetrocknet und mein Verstan noch immer ein wenig benebelt von dem Gesehenen, dass mich nicht unberührt gelassen hat.

„Mir geht`s gut. Ich denke, dass war eine Vision. Oder ein Traum. Ich habe keine Ahnung. Bei Salivana war es daßselbe.“
Die Besorgnis in seinen Augen scheint sich etwas zu legen.

„Es sind Visionen. Dies ist ein Teil von deinen Kräften. Du musst nur lernen sie kontrolliert auszulösen. Mach dir keine Sorgen es wird besser werden. Was war es für eine Vision?“

„Dieses Mal, war es eine Version von Melina. Sie war ein Mensch und ich konnte ihre Angst spüren. Alles was sie erlebt hat. Ich konnte alles spüren. Aber ist das die Wahrheit was ich sehe oder sind es nur Fantasien, die ich mir selbst irgendwie in meinem kranken Kopf zusammen reime?“

Er lächelt und hilft mir aufzustehen.

„Diese Visionen sind echt. Entweder handeln sie vom Vergangenen oder von Dingen die im Verborgenen liegen. Eine mächtige Hexe kann auch in die Zukunft sehen. Komm jetzt du musst dich ausruhen.“

Nathan nimmt mich an meiner Schulter und versucht mich ein wenig zu stützen. Irgendwie sind diese Visionen, wie Nathan sie nennt, ganz schön anstrengend. Ich fühle mich danach immer, als wenn ich gerade eine Runde gelaufen wäre. Völlig fertig und außer Atem. Ich bin froh, dass ich mich an Nathan abstützen kann.
Er geht mir mir auf eine dunkle Mahagoni-farbene Tür zu, in deren Mitte sich ein geschwungenes Symbol befindet. Es scheint sorgfältig in dass Holz eingearbeitet zu sein und für einen kurzen Moment fühlt es sich wieder so an, als würde es mir bekannt vor kommen.
Nathan scheint meinen fragenden Blick zu erkennen und bevor er die Tür öffnet, bekomme ich eine Antwort auf meine nicht ausgesprochene Frage.

„Ein Familienwappen.“

Ein Lächeln legt sich erneut auf seine Züge und schon wird mein Blick von diesem Wappen losgerissen und richet sich auf das Zimmer vor mir. Eines, dass ich in dieser Form nicht erwartet hätte.
Eigentlich habe ich Etwas Altmodischeres erwartet. Doch das Zimmer ist sehr modern eingerichtet. Ich bin überrascht.
Nathan legt seine Jacke auf einem beigen Sofa ab, dass an einer Wand des großen Zimmer steht. Am anderen Ende des Zimmer befindet sich ein riesiges Bett, dass ebenfalls in einem Cremeton gehalten ist. Ungefähr mittig, in der Wand links von mir, befindet sich eine weitere Tür.
Ich versuche noch immer die Eindrücke in diesem Zimmer auzunehmen, als sich plötzlich Stille ausbreitet und ich Nathan´s Blick auf mir spüre. Schon wandert mein Blick zu seinem und die Stimmung um uns herum scheint sich vollkommen aufgeladen zu haben. Mit wenigen schnellen Schritten hat er den halben Raum durchquert und steht nun so dicht vor mir, dass ich seinen Atem auf meinen Lippen spüren kann. Seine langen Finger greifen nach einer losen Strähne die sich in mein Gesicht verirrt hat. Zärtlich streicht er sie hinter mein Ohr.
Sein Blick wirkt verschlagen und dunkel, doch mit einem kleinen verschmitzten Grinsen auf seinen Lippen. Ich weiß nicht wieso, aber irgendetwas an diesem Blick macht mich nervös. Macht meinen Körper nervös. Lässt all meine Nervenenden kribbeln.
Er kommt näher und seine Hand berührt sanft meinen Nacken bevor er seine andere Hand auf meine Hüfte legt. Seine Lippen sind kurz vor meinen und mein Herz schlägt wie wahnsinnig. Ich kann es kaum erwarten, ihn endlich zu küssen. Dann endlich spüre ich es. Seine weichen Lippen legen sich sanft auf meine. Es ist als würden mich unendlich viele Blitze durchdringen und ich fühle mich so leicht, so frei.
Genauso dass Gegenteil zu dem, wie sich Nathan fühlen muss, als ich ihn wieder durch den halben Raum schleudere. Mein Körper fühlt sich an, als würde ich meine Finger in eine Steckdose stecken und der Strom einfach durch meinen Körper fließen. Als ich die ganze Situation wieder klarer sehe, richtet sich Nathan wieder auf und kommt ein kleines Stück auf mich zu. Ich bin besorgt. Ich hoffe ich habe ihm nicht wehgetan.

„Nathan, es tut mir leid. Ich..ich wollte das nicht. Ich kann es einfach nicht abstellen.“

Ich gehe auf Nathan zu und er lächelt mich nur an, während er sein Shirt von dem Staub der Mauer befreit. Der Mauer, die jetzt einen kleinen Schaden hat. Wegen mir. Ich fühle mich wirklich schlecht.

„Ich weiß. Mach dir keine Sorgen. Ich gebe nicht auf.“

Ich kann mich nicht mehr zurückhalten und muss lachen, genauso wie Nathan. Ich liebe es wenn er versucht etwas Humor zu zeigen. Aber was macht er jetzt? Er kann sich nicht einfach ausziehen. Ich weiß nicht mehr wo ich hinsehen soll und werde noch nervöser. Ich stottere mit verlegener Stimme ein „Was hast du jetzt vor?“

„Du möchtest doch hier bleiben, genauso wie ich möchte dass du hier bleibst. Aber angezogen zu bleiben, während meiner Ruhephase, finde ich unbequem.“

Und schon steht er in seiner schwarzen Short vor mir. Die Muskeln die ich durch sein Shirt, beim Motorradfahren gespürt habe, existieren definitiv. Und wie diese existieren. Ich drehe mich um. Ich kann mich sonst nicht konzentrieren und stottere wieder nervös vor mich hin.

„Okey, aber könntest du bitte das Licht ausmachen, wenn ich mich ausziehe. Ich bin nicht so freizügig wie du.“

Er lacht und ich höre wie er auf mich zukommt.

„Ich verspreche ich werde wegsehen, wenn ich kann.“

Ich muss grinsen. Er ist einfach ganz als ich mir ihn immer vorgestellt habe. Irgendwie ist er einfach nicht mehr so ernst wie sonst immer. Ich spüre seinen Atem in meinem Nacken. Seine Hände umschlingen mich vorsichtig und er steht hinter mir. Er schmiegt seinen Oberkörper dicht an meinen und die Umarmung gibt mir das Gefühl von Sicherheit. Mit meinen Händen berühre ich die seinen. Sein Kopf ruht in meinem Nacken. Ich könnte stundenlang so stehenbleiben. Ich genieße diese Nähe zu ihm.
Aber nun lässt er mich los und ich höre, wie er sich von mir entfernt und dann erlischt dass Licht. Langsam entledige ich mich meiner Schuhe und meiner Hose. Nur noch bekleidet mit meinem weißen Stirt und meiner schwarzen Panzy, versuche ich das Bett in der Dunkelheit zu finden. Doch schon spüre ich seine Finger die sich in meine Hand legen und er mich nach sich zieht, bis ich mit der Rückseite meiner Beine an ein Hinderniss stoße, dass sich als Nathan`s Bett herausstellt. Langsam lasse ich mich auf die weiche Matratze zurücksinken. Etwas zurückhaltend bleibe ich am Rand der Matratze liegen. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Will er dass ich mich an ihn schmiege? Will er überhaupt Nähe? Erst als ich auf der anderen Seite des Bettes spüre wie sich die Matratze unter mir bewegt, beginne ich mich ein wenig zu beruhigen. Ich werde einfach so liegen bleiben. Er will sicherlich nicht, dass ich ihn wieder von mir wegschleudere.
Doch es dauert nicht lange, bis ich seine Hand spüre, wie sie sanft über meinen Rücken streicht und mich dann bei der Hüfte packt. Er zieht mich langsam zu sich, bis mein Rücken seinen Oberkörper berührt. Seine Finger lässt er sanft über meinen Bauch streichen und dann immer weiter nach oben. Ich werde nervös und mein Herz schlägt mir bis zu meinem Hals. Und ich bin mir sicher er kann hören wie mein Herz schlägt, so laut wie es ist. Seine Finger sind fast schon bei dem Ansatz meiner Brüste, als sie wieder zu meinem Bauch wandern und an dem Bund meiner Panty stoppen. Ich kann mich kaum noch halten. Alles in mir und zwischen meinen Beinen schreit förmlich nach seiner Berührung.
Doch er legt seine Hand einfach auf meinem Bauch ab und hört auf. Und ich kann definitiv so etwas wie ein Grinsen in meinem Nacken wahrnehmen, in dem sein Kopf ruht. Er macht mich verrückt. Es macht mich verrückt, ihn nicht küssen zu können.
Ich brauche einige Sekunden um mein Herz und mein Verlangen nach ihm wieder etwas zu beruhigen. Und ich merke erst jetzt nach dieser Aufregung, wie geschafft und müde ich von diesem Tag bin. Ich kann eigentlich kaum noch meine Augen offen halten. Doch bevor ich einschlafe habe ich noch eine Frage an Nathan.

„Was soll ich unter einer Ruhephase verstehen Nathan? Schläfst du genauso wie ich, oder bist du wach?“

Ich spüre wie sein Kopf näher an meinen rückt und er mir in mein Ohr flüstert.

„Sagen wir mal so, ich versuche meinen Gedanken eine kleine Auszeit zu gönnen. Also ich schlafe nicht so wie du, bin aber auch nicht wirklich wach. Es ist etwas wie ein meditativer Zustand.“

„Ich verstehe. Aber ich werde schlafen. Ich bin einfach schon zu müde. Wecke mich einfach wenn ich gehen soll.“

Ich höre eine leises Lachen von Nathan.

„Dann werde ich dich niemals wecken. Denn so siehst du noch besser aus, als angezogen.“

Ich verstehe nicht. Er weiß doch nicht einmal wie ich jetzt aussehe. Es war stockdunkel. Ich drehe mich zu ihm um und spür, trotz der Dunkelheit, seinen Blick auf mir

„Was habe ich dir über meine Kräfte erzählt? Alle Sinne um das tausendfache verstärkt. Auch das Sehen.“

Er lacht wieder und ich gebe ihm einen spielerischen Klaps auf die Brust. Wie kann er nur? Ich schüttle meinen Kopf und lege ihn auf seine nackte Brust. Er ist einfach so unverschämt, und genau dass mag ich an ihm. Sein Arm umschlingt mich und ich lege meine Hand auf seinen straffen Bauch. Und so gerne ich es noch länger genießen möchte, ihn so berühren zu können und hier mit ihm zu sein, kann ich meine Augen nicht mehr offen halten und sinke in einen tiefen Schlaf.

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