Kapitel 19: Erste Pläne

"Na schön", sagte Michaja, "aber wie sollen wir das anstellen? Vergiss nicht, Eden ist gleich zweimal geschützt. Und die Wächter dürfen wir auch nicht außer Acht lassen."
Luzifer dachte nach. 
"Lassen wir die Wächter mal erst beiseite, darum kümmern wir uns später. Wir müssen einen Weg finden, das magische Feuer zu löschen und das Licht zu zerstören. Fragt sich, wie.
Hmmm, also mit normalem Wasser lässt sich das Himmelsfeuer wohl nicht löschen, aber wie wäre es mit Weihwasser? Meint ihr, das könnte klappen?"
Gelächter war die Antwort.
"Weihwasser? Komm mal in der Realität an. Im ganzen Himmel wirst du keinen Tropfen Weihwasser finden. Höchstens in den Tempeln der Sterblichen. Und glaubst du wirklich, GOTT lässt sich von Wasser, über das ein lumpiger sterblicher Priester ein Kreuz gemacht hat, auch nur ansatzweise beeindrucken? Genauso gut könntest du versuchen, IHR Feuer auszupinkeln, das hätte die gleiche Wirkung, nämlich gar keine."
Gamaliel schüttelte den Kopf über Luzifers Naivität. Dieser seufzte. Das würde wohl schwieriger werden, als er gedacht hatte. Aber dann hatte Jordan plötzlich eine Idee.
"Wie wäre es denn, wenn wir Feuer mit Feuer bekämpfen würden?"
Fragende Blicke trafen ihn.
"Und wie genau stellst du dir das vor? Sollen wir vielleicht Olivenbäume fällen, rings um Eden verteilen und anzünden?  Junge, das würde überhaupt nicht auffallen! Und was sagen wir den Wächtern, wenn sie das bemerken? Hey Leute, alles okay, wir wollten nur ein kleines Lagerfeuer machen und Würstchen grillen?"
Der Sarkasmus in Gamaliels Stimme war nicht zu überhören.
"Dann mach du doch mal nen Vorschlag. Die ganze Zeit meckerst du nur, aber was Produktives beigetragen hast du bisher nicht!", giftete Jordan in seine Richtung.
"Frieden, Leute", ließ Satan sich vernehmen, "vor uns liegen schwierige Aufgaben, Streit zwischen uns können wir da nicht gebrauchen. Im übrigen finde ich Jordans Idee gar nicht mal so schlecht. Gewöhnliches Feuer taugt dafür natürlich nicht, aber mit Höllenfeuer müsste es eigentlich funktionieren."
"Toll, und wie, bitte schön, kriegen wir etwas von dem Höllenfeuer in den Himmel?"
Gamaliel konnte es doch nicht lassen! Aber in Mahalas Augen blitzte plötzlich etwas auf.
"Und wenn wir das Höllenfeuer in ein heiliges Gefäß füllen?"
Luzifer hatte da so seine Zweifel. 
"Wird dann nicht das heilige Gefäß durch die Berührung mit dem Höllenfeuer unheilig? Oder umgekehrt, das Höllenfeuer könnte durch den Kontakt mit etwas Heiligem auch heilig werden."
Aber Satan schüttelte den Kopf.
"Nein, das kriegen wir schon hin, ein kleiner Zauber, mehr ist dazu nicht nötig. Aber wie kommen wir an heilige Gefäße?"
Mahala grinste.
"Wir müssen IHR eben welche klauen!"
Die anderen starrten sie an.
"Du willst IHRE heiligen Gefäße klauen? Wie willst du das denn bitte machen?"
Das war ausnahmsweise nicht Gamaliel, sondern Debora.
"Zwei Worte: Myrrhe und Olivenöl!"
Als Debora das hörte, fing auch sie an zu grinsen.
"Das ist genial, Mahala."
Auch die anderen Engel und Dämonen mussten schmunzeln. Nur Luzifer hatte keine Ahnung, worum es ging. Mahala erklärte es ihm.
"Aus Myrrhe und Olivenöl wird Chrisam hergestellt. Das ist ein heiliges Öl, das SIE benutzt, also, naja, ursprünglich war dieses Öl eigentlich für die Glockenweihe gedacht. SIE benutzt es allerdings meistens als Körperlotion. Heilig ist es dennoch und die Gefäße, in denen das Öl aufbewahrt wird, auch."
"Ja, und?", fragte Luzifer.
Debora und Mahala sahen sich an, feixten und sagten dann gleichzeitig, an Luzifer gewandt:
"Wir beide stellen das Chrisam her!"
"Ja, und wir stellen es nicht nur her, wir füllen es auch ab. Es dürfte also kein Problem sein, ein paar von den Gefäßen zur Seite zu schaffen", ergänzte Debora.
Jetzt musste auch Luzifer grinsen.
"Also gut, worauf warten wir dann noch?! Satan, ihr besorgt das Höllenfeuer, und ihr zwei kümmert euch um die Gefäße. Bis wann könnt ihr das schaffen?"
Eleazar bremste ihn.
"So schnell geht das nicht. Vergiss nicht, dass SIE GOTT ist. SIE weiß alles. Zumindest dann, wenn es direkt vor IHRER Nase passiert. Wir müssen warten, bis SIE das nächste Mal in Eden ist, also, so etwa drei Wochen."
Luzifer seufzte. Drei Wochen! Das erschien ihm wie eine Ewigkeit...




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    Die drei Wochen gehen schnell vorbei! Und dann erlebt SIE ihr blaues Wunder!

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