Kapitel 2

"Ich freue mich, dass Sie zu uns gestoßen sind. Sie müssen wissen, wir bekommen nur
selten Zuwachs von Außerhalb. Viele der Schüler sind schon länger hier,
als ihre eigentliche Schulzeit andauern würde. Aber was Rede ich denn da? Ich
habe mich ja noch gar nicht vorgestellt." Sie sah mich entschuldigend an.
"Ich bin die Direktorin Frau Shermansky!"

Ich nickte geistesabwesend vor mich hin, während der Wortschwall aus ihrem Mund immer weiter blubberte.

"Sicher hatten Sie eine lange Reise, daher haben wir uns die Freiheit genommen, Ihr Gepäck bereits auf ihr Zimmer bringen zu lassen und..."

Ich blieb wie angewurzelt stehen: "Moment! Mein Gepäck? Was soll das heißen?"

Als Frau Shermansky merkte, dass ich ihr nicht mehr folgte, blieb sie ebenfalls stehen und sah zu mir zurück. "Ihr Gepäck eben! Klamotten, persönliche
Gegenstände und was Sie sonst noch so brauen. Hat Ihre Tanten ihnen denn nicht
gesagt, dass Sie hier wohnen werden?"

Ich sank in mich zusammen und gab ein leises keuchen von mir: "Nein..."

Die kleine Frau legte eine Hand auf meine Schulter: "Das Sweet Amoris ist ein
Internat! Sie werden ihr wohnen, können aber am Wochenende und in den Ferien
natürlich das Gelände verlassen. Darüber hinaus ist es untersagt! Ich bin mir
sicher Sie werden sich bei uns wohlfühlen!"

Ich schüttelte den Kopf. Ich war davon ausgegangen, dass ich jeden Nachmittag
wieder nach Hause gehen konnte. So wie es an jeder anderen normalen Schule auch
gehalten wurde. Aber im Nachhinein hätte ich mir denken können, dass das
passieren würde, denn meine Tante hatte sich furchtbar überschwänglich von mir
verabschiedet. Wenn ich sie das nächste Mal sehen würde, dann würde ich ihr
erst mal meine Meinung geigen. Ich liebte sie wirklich abgöttisch und würde ihr
auch nie etwas böses wollen, aber sie wusste, dass ich hier wohnen sollte und
hatte mir mit voller Absicht nichts gesagt. Da war ich mir sicher, denn ich
hatte mich mein ganzes Leben immer über Internate aufgeregt und gesagt, dass
mich keine 100 Pferde in ein Solches hineinbekommen würden... Hinterhältig!

Die Direktorin räusperte sich leise. Ich hatte ganz vergessen, dass sie ja noch neben mir stand.

"Sie werden sich leider mit dem Gedanken anfreunden müssen!" Sie lächelte mich
freundlich an und in ihren Augen blitzte ein Hauch Mitleid auf.

"Kommen Sie, ich zeigen Ihnen nun ihr Zimmer!"

Kommentare

  • Author Portrait

    Die Mischung aus Sweet Amoris und Harry Potter gefällt mir richtig gut! <3

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Feenstaub

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