Kapitel 2

Eine Woche später
Nachdem uns der Brief vor einer Woche gebracht wurde, habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich mich entscheiden soll und habe auch oft nachts wach gelegen. Das ist eine der Nebenwirkung meiner Kräfte. Wenn ich mir Sorgen mache oder ein Problem habe, liege ich oft nachts wach und kann nicht schlafen. Das ist ziemlich nervig, doch man kann nichts dagegen tun und selbst meine Eltern können sich dieses Phänomen nicht erklären. Am gestrigen Tage habe ich mich jedoch entschieden, schließlich beginnt das neue Schuljahr in zwei Tagen und ich habe nicht mehr so viel Zeit mich auf die neue Schule vorzubereiten.

“Hast du schon einen Schlafanzug eingepackt?“, fragt meine Mutter mich und reist mich somit aus der Erinnerung an den letzten Tag. Ich blinzele kurz ein paar Mal und nicke dann:“Ja, ich denke schon.“ “Und einen Zahnbürste mit Zahnpasta?“, fragt sie einfach weiter. Ich verdrehe die Augen:“Ja Mom und wenn ich etwas vergessen habe, kannst du es mir doch einfach nach schicken.“ “Natürlich kann ich, aber das kostet auch Geld, Schatz“, erklärt sie. Ich nicke verständnisvoll und setze mich auf den großen Koffer, welcher schon rappelvoll ist, um ihn überhaupt schließen zu können.

Nach ein wenig ziehen und zerren kann ich ihn schließen und mich wieder aufs Bett setzen. Valentina sitzt auf meinem Schreibtischstuhl und knabbert an einer Schokoladentafel. Sie hat genau wie ich einen sehr guten Stoffwechsel, weshalb sie nicht viel zunimmt. Ich nehme ihr die Schokolade weg und beiße selbst ein Stück ab. Mhm, das schmeckt gut! Sofort beginnt sie zu protestieren:“Was soll das? Gib mir meine Schokolade zurück!“ Ich gebe sie ihr wieder. Sofort hält sie die Klappe und isst weiter. Das ist typisch für sie. “Kann du mir kurz helfen?“, fragt meine Mutter, die mit dem Koffer in der Hand an der Treppe steht. Ich laufe schnell zu ihr und helfe ihr dabei den Koffer die Treppe hinunter zu tragen. Der ist echt schwerer als er aussieht. Das liegt wohl daran, dass Mom einen Zauber darüber gelegt hat, der dafür sorgt, dass alle meine Sachen in den Koffer passen ohne dass man es ihm ansieht. Dank dieses Zaubers haben alle meine Sachen in einen einzigen Koffer gepasst, was meine Reise auf jeden Fall erheblich erleichtern wird.

Im Flur angekommen, schlüpfe ich in meine Schuhe und ziehe meine Jacke an. Ich habe nicht mehr viel Zeit. Der Zug fährt in zehn Stunden und ich muss noch die Bücher, die auf einer Liste, die bei der Einladung beilag, kaufen. Zum Glück wissen meine Eltern ganz genau, wo man diese Bücher bekommen kann. Die anderen Mitglieder meiner Familie haben sich ebenfalls bereits angezogen. Valentina tut dies aber eher widerwillig.

Ich schnalle mich an und lasse mich in den Sitz sinken. Valentina sitzt neben mir und schaut auf dem Fenster. Dad lenkt unterdessen das Auto aus der Einfahrt. Ich bin aufgeregt und habe Angst zugleich. Das ist alles eine ganz neue Welt für mich. Zwar weiß ich schon seit meiner Geburt, was ich bin und welche Kräfte ich habe, doch dank des Zauberverbotes habe ich nie wirklich einen richtigen Eindruck bekommen. Ich habe zwar oft gesehen wie meine Eltern ihre Kräfte nutzen, doch mit einer anderen Hexe in meinem Alter habe ich weder gesprochen noch Magie praktiziert. Ich hatte auch noch nie ein richtiges Zauberbuch in der Hand. Diese Dinge werde ich alle bald entdecken und das macht mir eine riesen Angst. 

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