Kapitel 3

"Elena Carter", der Lehrer hat mich aufgerufen und ich hebe meinen Blick von der Aufgabe, die ich gerade bearbeitet habe. Karina stößt mir ihren Ellenbogen in die Seite:"Du bist dran, Elena." Ich stehe langsam auf und gehe nach vorn. Micky Cooper, das Mädchen welches vor mir an der Reihe war, kommt wieder in die Klasse. Ihr Gesicht ist aschfahl und ihre Augen sind erschrocken aufgerissen. Was haben die bloß mit ihr gemacht? Ich schlucke. Plötzlich würde ich mich lieber wieder auf meinen Platz zurück setzen. Unser Lehrer fordert mich auf mit den Männern, die mit dem Jungen in das Klassenzimmer zurück gekommen sind, mit zu gehen. Ich folge ihnen langsam und schlurfe hinter ihnen den Gang entlang.

Die Männer führen mich in einen mir unbekannten Raum. Ich sehe mich um. Es riecht nach Desinfektionszeug. Man hört keine Geräusche und im Raum ist es kalt. Die Wände sind weiß gestrichen und wirken kühl. In der Mitte des Raumes steht eine sterile Liege. Mit einer Handbewegung bedeutet mir der größere der beiden Männer, dass ich mich auf die Liege setzen soll. Ich tue, was sie sagen und setze mich. Der Kleinere setzt sich auf einen Hocker neben mich, während der Andere etwas aus einer schwarzen Aktentasche kramt. Ich habe Angst und zittere leicht. Obwohl ich versuche es zu unterdrücken, sieht man mir meine Angst an. Der kleinere Mann, der neben mir sitzt, nimmt beruhigend meine Hand:"Keine Angst. Es tut nicht weh. Du wirst es nicht einmal merken." Was merken? Sein Versuch mich zu beruhigen schlägt fehl. Nun zieht der größere Mann etwas aus der Tasche. Es sind zwei Gegenstände, zwei Pillen. Die Farbe der einen erinnert mich an eine Grapefruit, während die andere eher die Farbe eines Pfirsichs hat. Der schwarzgekleidete Mann hält mir beide Pillen hin:"Wähle!" Erst verstehe ich nicht, was er meint, doch dann wird es mir klar. Ich soll eine der beiden Pillen auswählen und dann wahrscheinlich schlucken, doch was haben sie für Wirkungen. Werde ich dann etwa plötzlich zu einem Tier oder beginne ich von der einen auf die andere Sekunde zu bluten und muss mir selbst das Leben retten? Ich schlucke. Für welche soll ich mich nur entscheiden? Ich schließe die Augen und strecke meine Hand aus. Dann ziehe ich blind eine der beiden Pillen. Der Zufall war schon immer auf meiner Seite. Ich greife nach einer der Pillen. Sie hat eine ovale Form und ich kann sie leicht zusammen drücken. Ich öffne meine Augen. Zwischen den Finger halte ich die pfirsichfarbene Pille. Das Schicksal steht also mehr Pfirsiche als auf Grapefruits. Gut zu wissen. Ich schaue die Männer an. "Du wirst diese Pille gleich schlucken, sobald wir es dir sagen, verstanden?", fragt einer der beiden. Ich nicke nur wortlos und lehne mich auf Bitte des Größeren auf der Lehne zurück. Der Kleinere schnallt meine Hände fest und der Andere legt mir die Pille in meinen Mund, verbietet mir jedoch zu schlucken. "Wenn wir es dir gleich sagen, beißt du bitte so fest du kannst auf die Pille und schluckst dann die Flüssigkeit, die sich im Inneren befindet", erklärt einer von ihnen. Ich nicke erneut und warte darauf, was als nächstes geschieht. Sie befestigen noch einige Sonden an meinem Kopf, meinem Herz und meiner Lunge, bevor ich dann angewiesen werde die Pille zu schlucken. Ich beiße darauf und lege den Kopf in den Nacken, um die Flüssigkeit besser schlucken zu müssen. Es schmeckt überraschend geht und ist sehr sauer. Als die Flüssigkeit meine Speiseröhre hinunter läuft, verschwimmt meine Umgebung kurz vor meinen Augen, wird dann aber wieder scharf. Als das Gemisch das Ende meiner Speiseröhre erreicht, verschwimmt wieder alles vor meinen Augen. Dieses Mal wird es jedoch nicht wieder klar. Mein Kopf kippt auf die Seite und mir wird schwarz vor Augen...

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