Kapitel 3

Heute Nacht hätte Borg am liebsten mitten zwischen Breedloves vor Entsetzen aufgerissene Augen geschossen und vielleicht sollte er das auch jetzt mit Sylvie tun. Das wäre ein sauberer Abschluss dieser Geschichte, die in doppelter Hinsicht hässlich war, gewesen.
Breedlove und seine Schwester waren zwischen die Fronten eines Konzernkrieges geraten. Die Leute von South African Oil and Diamonds hatten damals Olaf Wielander entführt, um ihn auszuquetschen und seinen Vater, den Firmenboss Hakonsen, zu erpressen. Mikkelsen hatte verhandeln wollen, doch die Zeit hatte gedrängt und so hatte Borg die Initiative ergriffen und zusammen mit einem zweiten Team Wielander herausgeholt.
Der hatte mit schweren physischen und vor allem psychischen Schäden überlebt und Mikkelsen hatte getobt vor Wut über Borgs Eigenmächtigkeit. Doch er hatte eine Scharte auszuwetzen gehabt, weil jeder der Haie in dem Becken namens „NordicSF“ glaubte, dass er mit Absicht so lange gezögert hatte. Immerhin war Wielander sein aufstrebender Stellvertreter und würde irgendwann seinen Platz einnehmen. So hatte Mikkelsen einen hirnrissigen Gegenschlag geplant und in der Hoffnung, dass er dabei draufginge, wieder Borg und sein Team eingesetzt.
Nicht nur, dass alles in Blut und Tränen geendet hatte – weder hatte Wielander je vergessen, dass Mikkelsen nicht schnell genug gewesen war, noch Mikkelsen, dass Borg ihn hintergangen und dann auch noch die Frechheit besessen hatte, zu überleben. Borg wusste, dass der Tag kommen würde, an dem Mikkelsen nicht nur mit Worten auf ihn losging.
Er wechselte den Code des Identicat-Schlosses und löschte die Freigabe für Sylvies Daumenabdruck. Es war das Erste, was er tat, als er kurz vor Sonnenaufgang die Tür zu seiner luxuriösen Firmenvilla öffnete. Danach zerrte er die eleganten Schuhe von seinen schmerzenden Füßen, feuerte sie in die Ecke und warf einen missmutigen Blick auf seine Kampfstiefel. Viel zu lange standen sie schon unbenutzt im Flur. Auf Socken schlich er die Treppe zum Schlafzimmer hinauf, öffnete lautlos die Tür und schaute nach Sylvie.
Sie schlief auf dem Bauch und trug noch immer das schwarze Negligé von ihrem Foto. Eine Hand hatte sie unter die Wange gelegt, die andere hing über die Bettkante und ihre Atemzüge waren tief und gleichmäßig. Die halb zu Boden gerutschte schwarze Seidenbettdecke gab ein perfekt geformtes, alabasterweißes Bein frei und die verwuschelten brünetten Haare verliehen ihr zusammen mit der Entspanntheit ihres schmalen Gesichts den unschuldigen Liebreiz eines kleinen Mädchens.
Es nahm ihm fast den Atem. Immer hatte sie sich ihm nur perfekt gestylt präsentiert, im Gesicht nichts anderes als eisern unter Kontrolle gehaltene Emotionen. Selbst wenn sie mit ihm geschlafen hatte, war jede Bewegung, jedes Stöhnen kalkuliert gewesen und keine Sekunde dabei, in der er nicht ihren prüfenden Blick gespürt hätte. Trotzdem hatte er es genossen. Weil es nicht nur ihre perfekte Schönheit war, die sie so begehrenswert machte, sondern dieses Signal, das sie aussendete: Niemand kann mich besitzen! Das trieb die Männer und auch Frauen, die sich mit ihrem Geld alles leisten konnten, nur eben diese Schönheit nicht, zum Wahnsinn.
Jetzt sah er zum ersten Mal, dass es tief in ihr noch eine andere Frau gab. Eine, die einmal ein kleines Mädchen gewesen war, das nichts hatte als geliebt werden wollen und es ließ ihn die Finger um den Aluminiumrahmen der Tür krampfen.
Ein erster Sonnenstrahl stahl sich durch die Vorhänge und sie bewegte sich im Schlaf. Er hielt den Atem an, doch sie zog nur die Decke über ihr nacktes Bein und drehte sich auf die andere Seite. Einen Moment schaute er sie noch an, dann schloss er die Tür hinter sich und ging nach unten. Er sah nicht mehr, wie sie die Lider hob, ihre Augenbrauen zusammenzog, sich das Negligé vom Leib riss und es ihm hinterherschleuderte.
Die Sonne hatte sich schon längst über den zugefrorenen Oslofjord erhoben, da saß er noch immer auf einem der Barhocker in der Wohnküche. Nicht einmal seinen Abendanzug hatte er ausgezogen und erst das Rauschen des Wassers in der Dusche über ihm riss ihn aus seiner Erstarrung. Er massierte kurz die Muskelstränge in seinem Nacken und straffte sich. Er wusste, dass er noch mindestens zwanzig Minuten hatte, bis Sylvie in dem roten Seidenmorgenmantel, den er ihr geschenkt hatte, aus dem Bad kommen würde. Jedes Haar millimetergenau an seinem Platz und der schwere Duft blühender Kamelien, gemischt mit ein wenig salzigem Meer, würde ihr vorauseilen. Sie würde mit ihrer Kleinmädchenstimme „Guten Morgen“ flöten, ihm einen Kuss auf die Wange hauchen, dann an ihm vorbeischweben und sich einen Obstsalat machen.
Er ging zum Waschbecken, warf sich zwei Hände voll kalten Wassers ins Gesicht und tauschte seine Pistole gegen eine Teasertron M-31 aus dem Waffenschrank. Zurück in der Küche, prüfte er die Richtung der hereinfallenden Sonnenstrahlen und wählte einen Sitzplatz, an dem ihn das Licht nicht blendete. Die Elektroschockwaffe legte er so auf die schwarze Acrylplatte des Küchentisches, dass er in Sekundenschnelle feuern konnte, entsicherte sie und warf sein Dinnerjacket darüber. Dann griff er nach seinem Smartphone und las die News, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt in diesem Moment für ihn.
Der Text einer Headline sprang ihn förmlich an: „Johannes Hakonsen, der Mäzen und Besitzer von NordicSF, zeigt einmal mehr, dass er ein Herz für die Armen besitzt. Mit großzügigen zwanzig Millionen Euro finanziert er die Ausbildung von einhundert Straßenkindern und gibt ihnen eine gesicherte Zukunft.“
Borg schüttelte den Kopf, ohne es zu bemerken. Was sich so gut als Schlagzeile machte, war in Wirklichkeit eine Überlebensstrategie der Firma. Kinder, die die öffentlichen Schulen besuchten, lernten dort alles Mögliche, aber garantiert nicht selbständiges Denken. Für anspruchsvolle Jobs waren sie nicht mehr zu gebrauchen. In einem staatlichen Schulwesen, das kein mehr Geld hatte, lernten sie in verrotteten Klassenzimmern nur, wie man Sexspielzeug für pädophile Umweltverschlimmbesserer möglichst lustspendend bediente und wie man sich einer Gang anschloss, um zu überleben und die zu verprügeln, die das nicht getan hatten.
Hakonsen schuf sich mit seinen Privatschulen einen Pool von hervorragend ausgebildeten Fachidioten, die auch noch auf die Ideologie von NordicSF eingeschworen wurden, und sicherte der Firma ihren Wettbewerbsvorsprung. Es hätte Borg nicht überrascht, wenn die Marketingabteilung der Firma selbst den Artikel in Auftrag gegeben hätte.
Über ihm klappte eine Tür und er warf noch einen prüfenden Blick auf den Tisch. Sein Dinnerjacket verbarg gut genug die geladene und entsicherte Waffe. Er hob das Smartphone wieder vor seine Augen und tat so, als würde ihn das, was er da las, tatsächlich interessieren.
Kein Duft eilte ihr voraus. Ohne Gruß tapste sie auf nackten Füßen in seinem alten Bademantel an ihm vorbei. Sie drückte auf den Knopf der Kaffeemaschine, stützte ihre Hände auf die Marmorplatte unter dem Panoramafenster und reckte sich der Morgensonne entgegen. Mit hinter dem Kopf verschränkten Armen genoss sie mit vorgereckten Brüsten die Wärme auf ihrem Körper. Einen Moment verharrte sie so, dann drehte sie sich um und krampfte ihre schlanken Finger fest um die Arbeitsplatte. „Welchen Teil meiner Nachricht gestern hattest du nicht verstanden, Schatz?“
Er schlug die Beine übereinander und antwortete: „Ich fühlte mich ein wenig indisponiert.“
„Ein ehemaliges Computergenie und das Wort ‚indisponiert‘? Aus welcher Schmonzette hast du das denn? Oder war es ein Comic?“ In ihren Augenwinkeln bildeten sich Wutfalten.
„Streich das Attribut ‚ehemalig‘!“
„Oh, du weißt, was ein Attribut ist? Du machst mich glücklich, Schatz! Lieber wäre mir gewesen, du hättest das heute Nacht gemacht. Oder denkst du, dass ich nur deswegen jedes Wochenende von Schwerin nach Oslo fliege, weil mein Luxusbett zu Hause ein wenig hart ist? Ich bin eine Frau mit Gefühlen!“
„Und welche wären das? Für mich zum Beispiel?“
„Liebe, was denn sonst!“
„Erstaunlich.“
„Was?“
„Wie glatt dir das Wort über die Lippen geht, Susan.“
Ihre Augen weiteten sich eine Winzigkeit, doch das blieb die einzige Reaktion, die er bekam. Sie stieß sich mit den Händen von der Arbeitsplatte ab, ging in die Knie und nahm die Milch aus dem Kühlschrank. Sie stellte sie neben die Ananas, griff mit einer langsamen, wie abgezirkelt wirkenden Bewegung nach einer Kiwi und nahm ein Obstmesser aus dem Ständer auf der Anrichte vor ihr. Ruhig fragte sie: „Ihr habt die E-Mail abgefangen?“
Er log, ohne mit der Wimper zu zucken. „Ja.“
„Ich wusste, dass sie ein Fehler war. Schade.“
Als sei nichts geschehen, begann sie, die Kiwi zu schälen und trennte die Schale so geschickt von dem Fruchtfleisch, als sei das Obstmesser in ihrer Hand ein zusätzlicher Finger. Ihr Bruder hatte nicht gelogen, sie konnte wirklich gut mit einem Messer umgehen.
Borg bewunderte wider Willen ihre Selbstbeherrschung. „Wenn du alles weißt - warum hast du mich nicht umgebracht? Du hattest hundertmal die Gelegenheit dazu!“
„Vielleicht liebe ich dich tatsächlich? Vielleicht habe ich dir zugetraut, dass du mich nicht nur für dein Ego haben willst? Du bist ein starker Mann und außerdem einer, der Mikkelsen mit Mikkelsen eine Rechnung offen hat.“
Sie teilte die geschälte Kiwi mit zwei schnellen Schnitten in vier Teile.
Etwas in ihm hätte ihr gerne geglaubt. Etwas, dass von dem jungen Informatikstudenten übriggeblieben war, der sich noch immer an den Erdbeergeschmack des ersten Kusses seiner großen Liebe erinnerte. Doch am nächsten Tag hatte er sich umsonst den Hintern auf dem Hamburger Kiez beim Warten auf den zweiten Kuss abgefroren. Sie war an ihm vorbeigegangen, achtlos und mit ihrer Hand in der Hand eines reichen Schnösels. Er riss sich aus seinen Erinnerungen. „Falsche Antwort. Versuchs nochmal!“
Sie blickte auf das Obstmesser in ihrer Hand. „Haben wir nichts Vernünftiges? Auf dem hier kann ich bis nach Jerusalem reiten.“
„Ich warte!“
„Worauf?“ Sie hatte ein besseres Messer gefunden. Spielerisch fuhr sie mit dem Daumen über die Schneide. „Das ist besser.“
Er schob seinen Stuhl ein wenig vom Tisch zurück. „Auf eine Antwort. Sonst prügel ich sie auf dem Küchentisch hier aus dir heraus!“
Gerade noch rechtzeitig riss er seinen Oberkörper zur Seite. Ihr Messer traf ihn nur deshalb nicht in den Hals, weil er gewarnt war. Das dumpfe Schmettern, mit dem es in den Türrahmen krachte, hallte noch durch die Küche, da schwang sie schon ihren Arm mit einem Zweiten in der Hand nach hinten. Er riss die M-31 unter seinem Dinnerjacket hervor, ließ sich zur Seite kippen und jagte ihr noch im Fallen fünfzigtausend Volt in den Bauch.
Der Stromschlag riss ihr den Schrei von den Lippen. Sie krachte zu Boden, zuckte noch ein paar Mal, dann erlosch das Licht in ihren Augen und sie lag still. Ein Treffer von einer Teasertron M-31 richtete keinen großen Schaden an, es sei denn, man hatte ein schwaches Herz oder trug einen Schrittmacher. Doch er tat höllisch weh und wer einmal eine Ladung abbekommen hatte, würde den Teufel tun, sich noch eine Zweite einzufangen.
Er rappelte sich wieder auf, stellte den umgekippten Küchenstuhl direkt neben ihren reglosen Körper, setzte sich umgekehrt darauf und betrachtete sie.
Sylvie war tatsächlich verdammt gut. Hätte er nicht geahnt, was sie tun würde, hätte er keine Chance gehabt. Kein Zucken in ihrem Gesicht, kein weit ausholender Armschwung hatten ihn gewarnt. Sie hatte nur den linken Ellenbogen eine Winzigkeit nach außen gedreht und dann das Messer wie eine Frisbeescheibe an ihrer Hüfte vorbei geschleudert. Es hätte ihn mit meisterhafter Präzision in den Hals getroffen. Sie musste einen wirklich guten Lehrer gehabt haben.
Die Kaffeemaschine meldete sich mit einem sanften „Ding-Dong“. Er schob seinen Stuhl zurück, stieg über Sylvie hinweg und füllte sich eine Tasse fast bis zum Rand mit dem schwarzen Gebräu. Dann warf er noch drei Zuckerstücke hinein und hob sie von der Arbeitsplatte bis in seine Augenhöhe. Die Oberfläche der Flüssigkeit zitterte kaum, er nahm einen Schluck und ging zurück zu seinem Platz.
Sylvies Blick klärte sich und sie versuchte, sich vom Fußboden hochzustemmen. Er fesselte ihre Hände mit dem Gürtel des Bademantels auf den Rücken, das Kleidungsstück klaffte auf und gab ihren nackten Körper seinem Blick preis. Aber ihr Zauber war verflogen und sie war nichts weiter als eine schöne Frau, die ihn hatte umbringen wollen. Und doch - heftiger als nötig riss er sie vom Fußboden hoch, schubste sie auf den Stuhl, der seinem gegenüberstand, schlug ihr zweimal ins Gesicht und schnipste mit den Fingern vor ihren Augen. „Na, wieder ansprechbar?“
Sie stöhnte und blitzende Wut verdrängte die Trübheit in ihrem Blick. „Du Drecksau!“
„Also ja. Ich warte noch immer auf eine Antwort“
„Leck mich!“
Sein trockenes Lachen klang nicht lustig. „Ich habe es schon immer gemocht, wenn dein schöner Mund schmutzige Worte sagt. Jetzt ist wenigstens mal ein bisschen Leidenschaft drin. Also?“
„Mach mir die Hände los und gibt mir ein Glas Wasser!“
Er stand auf, füllte aus der Leitung ein Glas und hielt es ihr an den Mund. „Die Hände bleiben gefesselt. Wenn du wieder dein Gehirn benutzt, mache ich dich los.“
Sie spuckte ihm das Wasser ins Gesicht.
Mit der flachen Hand schlug er sie hart auf den Mund. Der Hieb riss ihr den Kopf zur Seite, ihre Unterlippe platzte auf, doch sie gab keinen Ton von sich. Einen Moment überlegte er, dann ballte er die Faust und ließ sie präzise auf ihr linkes Auge krachen. Noch immer blieb sie stumm, starrte ihn nur mit brennendem Blick an.
Er nickte ihr zu, nahm ein Küchenhandtuch, wischte ihr das Blut ab und betrachtete dabei aufmerksam ihr Gesicht. Dann ließ er sich wieder auf dem Stuhl ihr gegenüber nieder.
„Gut. Eine aufgeplatzte Unterlippe und ein fettes Hämatom am Auge. Jeder kann sehen, wie mies ich dich behandelt habe. Und jetzt will ich, dass du mitdenkst, also bekomm deine Hormone in den Griff und beantworte endlich meine Frage!“
„Was willst du?“ Sie fuhr sich mit der Zunge über die blutende Lippe.
„Wenn du wusstest, dass es meine Leute waren, die deine Familie umgebracht haben, warum lebe ich dann noch?“
„Du bist nichts weiter als eine dumme Waffe. Leute wie dich gibts an jeder Ecke im Dutzend.“
Langsam machte sie ihn wirklich wütend. Er griff nach der Teasertron. „Ich habe eine anstrengende Nacht hinter mir und jetzt drei Möglichkeiten. Ich kann dich mit diesem Ding hier leuchten lassen wie eine Magnesiumfackel, bis du mir sagst, was ich wissen will. Ich kann dich Wielander übergeben, der wird sich freuen, wieder jemanden für sein Spielzimmer zu haben. Oder ich kann dich erschießen. Einfach so.“
Er schrie: „Rede, verdammt noch mal!“
„Warum, Ragnar? Warum ist das so wichtig für dich? Es ist doch sowieso zu spät. Oder ...“ Sie neigte ihren Kopf ein wenig zur Seite, kniff die Augen zusammen und betrachtete sehr aufmerksam sein Gesicht. „Oder suchst du nach einer vierten Möglichkeit?“
Er stand auf und machte ihr die Hände los „Jetzt fängst du an mit Denken. Mach weiter damit!“ Er setzte sich wieder ihr gegenüber, nahm einen Schluck Kaffee, aber ließ sie keine Sekunde aus den Augen dabei.
Sie rieb sich die schmerzenden Handgelenke. „Es ist ganz einfach. Es gibt drei Arten von Menschen. Nicht Moslems und Christen, Schwarze, Weiße und Gelbe und was nicht noch alles. In Wirklichkeit gibt es nur die, die bluten, immer und immer wieder. Dann gibt es Leute wie dich, die das Blut dieser armen Schweine vergießen und dann die, die dir das Blutvergießen befehlen. Solche Leute in Anzügen und mit saubersten Händen der Welt wie Mikkelsen und Hakonsen. Das sind die wahren Mörder. Ich alleine komme nicht an Mikkelsen heran, aber ich will ihn um alles in der Welt tot sehen, und wenn ich dich dahin bekommen hätte, dass du ihm den Hals umdrehst und vielleicht dann auch noch über die Klinge springst - das wäre meine Rache für Micky gewesen.“
Er dachte über ihre Worte nach. Dann fragte er: „Du hast mit mir geschlafen, obwohl du mich hasst?“
„Dich hassen?“ Sie zog die Mundwinkel nach unten. „Dafür bist du nicht wichtig genug. Mein Körper ist nicht so wertvoll, das ich ihn nicht verwenden würde für das, was ich will.“
Auch das schluckte er, schließlich war es nicht neu für ihn. „Dann pack jetzt deine Koffer und verschwinde!“
Sie lachte ihm ins Gesicht. „Und wohin? Wielander wird mich überall finden!“
„Nur wenn ich rede.“
Wieder blickte sie ihn aufmerksam an und er hielt ihrem Blick stand. Lange schauten sie sich so an, dann nickte Sylvie schließlich und sagte: „Es gibt also doch eine vierte Möglichkeit.“
Er sagte nur ein Wort: „Ja.“

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