Kapitel 5

„Auf der Rückbank liegen saubere Kleider.", sagte Max ohne seinen Blick von der Straße abzuwenden. „Tücher, damit du dich säubern kannst, liegen dahinten auch. Ich verspreche dir, das ich nicht schauen werde. Du musst nur versuchen dahinter zu kommen."
„Okay. Danke, dass du an das alles gedacht hast.", bedankte ich mich bei Max, schnallte mich ab und kletterte auf den Rücksitz.
Dort lagen Kleidung, Tücher und eine leere Plastiktüte auf einem sauberen Stapel.
„Das, was du jetzt noch an hast, tust du dann bitte in die Plastiktüte, denn das müssen wir noch vernichten.", erklärte mein Fahrer und wand seinen Kopf immer noch nicht zu mir um.
„Okay, mache ich.", sagte ich, zog mich aus und wusch mich oberflächlich mit den Tüchern. Gerade, als ich mir das neue Oberteil anziehen wollte, bemerkte ich, dass Max mich durch den Rückspiegel beobachtete.
„Ich dachte, dass du mich nicht beobachtest.", sagte ich und tat so, als würde es mich nicht stören.
Max entschuldigte sich und richtete seinen Blick wieder auf die Straße. Ich könnte schwören, dass Max in diesem Moment errötete!
Als ich mich fertig umgezogen hatte, entdeckte ich hinter dem Fahrersitz ein paar Schuhe.
„Woher wissen sie eigentlich meine Größen?", fragte ich ihn während ich die Schuhe anzog.
„Wie schon gesagt, sie dürfen mich ruhig duzen und das mit den Größen weiß ich von meinen Nachforschungen.", erklärte er.
Schnell packte ich alles in die Plastiktüte und verknotete diese.
„Und was darf man sich unter ihren Nachforschungen vorstellen?", fragte ich und kletterte auf den Vordersitz zurück und schnallte mich an.
„Nachforschungen eben.", wich der Herr zu meiner Linken mir aus.
„Max, erzähl es mir schon, oder ich nerve sie so lange, bis du es tust! Ich sage es auch niemanden.", beschwichtigte ich ihn.
„Ich habe mal nachgesehen.", gab er zu.
„Interessant. Und wann war das?"
„Nachdem sie bei uns waren."

„Daran kann ich mich aber nicht erinnern.", sagte ich und sah ihn an.

Sein Profil wirkte, als hätte es ein Künstler es in mühevoller Arbeit auf eine Leinwand gezaubert, sein markantes Kinn, die leicht buschigen Augenbrauen, seine Augen, die wie Diamanten funkelten, die Nase, welche einen an einen Inuit erinnerte und seine Lippen... Bestimmt war er ein guter Küsser.

„Alles in Ordnung, Miss Clark?", fragte Max sah mir kurz in die Augen und danach sofort wieder auf die Straße. Ich merkte, wie ich rot wurde. 

„Äh. Ja, es ist alles in Ordnung. Und bitte nenn´mich Victoria und nicht Miss Clark.", antwortete ich ihm. Die Hitze wollte meine Wangen kaum noch verlassen.

„Ich nenne dich liebend gerne bei deinem Vornamen, Victoria.", mit diesen Worten wand er sein Gesicht noch einmal kurz mir zu und lächelte mich an.

Von diesem Lächeln bekam ich Gänsehaut. Bei diesem Lächeln konnte man einfach nur dahin schmelzen! Und Max hörte einfach nicht mehr

„Du siehst müde aus. Wie wäre es: Du etwas schläfst und ich wecke dich dann, wenn wir da sind. Und? Wie klingt das?", fragte er mich und sah mich zum Ende hin an.

„Das klingt gut. Wenn es dir nichts ausmacht,", erwiderte ich und machte es mir auf meinem Sitz bequem. Ich legte mich so hin, dass ich meinen Fahrer ansehen konnte. Seit unserem ersten Treffen musste ich das eine oder andere Mal an ihn denken.

Mit einem letzten Blick auf Max schlief ich dann ein.

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