Kapitel 9

Ein stechender Schmerz zieht sich durch meinen ganzen Körper. Jede Bewegung schmerzt höllisch. Ich drehe mich auf die Seite, schaffe es aber nicht wieder ein zu schlafen. Deshalb öffne ich langsam meine Augen. Ich bin nicht in meinem Zimmer. Die Wände sind dunkel gestrichen und auch der Boden ist dunkel. Es gibt nur ein Fenster, das mit Gardinen verhängt ist. Der Raum wirkt trist und leer. Es gibt nur ein Bett und einen dunklen Schrank. Ich versuche mich auf zu setzen, doch mein Körper schmerzt so sehr, dass ich wieder in meine Kissen sinke. Ich starre an die Decke. Wo bin ich? Ich versuche mich daran zu erinnern, was geschehen ist, doch meine Erinnerung ist wie ausgelöscht. Als sich einige Sekunden später die Tür öffnet, blicke ich auf. Eine Gestalt mit einer schwarzen Kapuze kommt herein und stellt ein Tablett neben mein Bett. Ich öffne meinen Mund um etwas zu fragen, aber bevor ich etwas sagen kann, hat die Gestalt den Raum schon wieder verlassen. Ich sinke wieder in meine Kissen. Ich habe so viele Fragen. Dann entscheide ich mich dazu mir etwas zu essen zu nehmen. Ich versuche erneut aufzustehen und dieses Mal gelingt mein Versuch. Ich stehe langsam und setze mich auf den Boden neben das Tablett. Als ich gerade in ein Schinken-Käse-Sandwich beißen will klopft es an der Tür. Ich lasse das Sandwich wieder auf den Teller fallen und drehe meinen Kopf in Richtung Tür. Dieses Mal ist es mein Nachbar Jackson, der das Zimmer betritt. Ich weiche zurück. Was tut Jackson hier? "Jack-", versuche ich zu sagen, doch er hält mir den Mund zu und bedeutet ihr Still zu sein. Als ich nicke nimmt er die Hand von meinem Mund und ich flüstere:"Wo bin ich, Jackson?" Er setzt sich neben mich und lehnt sich ans Bett."Das ist schwer zu erklären-", beginnt er:"Wie soll ich anfangen? Erinnerst du dich daran was passiert ist?" Ich blicke ihn fragend an und schüttele letztendlich den Kopf. Die Erinnerungen sind komplett verschwunden. "Das Letzte woran ich mich erinnere ist die Party", murmele ich. Er schluckt:"Ist das wirklich das Letzte? Der ganze gestrige Tage ist weg?" Ich nicke wieder:"Ja, habe ich doch schon gesagt, aber du hast meine Frage nicht beantwortet. Wo bin ich?" Er hält mir wieder den Mund zu:"Du musst flüstern, verstanden?" Ich nicke und er nimmt seine Hand wieder runter. Ich beiße in das Schinken-Käse-Sandwich und frage dann schmatzend:"Warum muss ich flüstern?" "Weil ich eigentlich jetzt nicht hier sein darf", erklärt er. Ich sehe ihn fragend an:"Wieso? Was läuft hier?" Das alles hier verwirrt mich und macht mir angst. Er lehnt sich gegen das Bett:"Ok, ich erklär dir alles, aber du musst versprechen nicht weg zu laufen." Ich starre ihn erst misstrauisch an, nicke dann aber wortlos. Er blickt mir tief in die Augen:"Ich bin ein Vampir." Ich starre fassungslos an:"Ein was?" "Ein Vampir", sagt er leise und hebt wieder den Zeigefinger an die Lippen. Ich rede etwas leiser:"Es gibt keine Vampire." "Doch gibt es. Habe ich doch gerade gesagt." Ich schüttelte den Kopf:"Ich werde es nicht glauben, bis du mir das Gegenteil beweist." "Ich soll dir also beweisen, dass ich ein Vampir bin?", fragt er nochmal, um ganz sicher sein, dass ich das gerade wirklich gesagt habe. Ich werfe ihm einen Hab-Ich-Doch-Gesagt-Blick zu und er schnaubt genervt. Er erhebt sich und blickt zu mir runter. Ich werfe ihm einen fragenden Blick zu:"Was machst du?" "Ich beweise", sagt er und schließt dann die Augen. Er hebt die Arme und als ich gerade laut zu lachen anfangen will, heben sich seine Füße mehrere Zentimeter in die Höhe. Ich muss zwei Mal hinschauen, um mir sicher zu sein, dass das hier gerade wirklich passiert. Er schwebt gerade wirklich in der Luft. Ich springe auf, stelle mich auf die Zehenspitzen und springe in die Luft und wedele über seinem Kopf herum, um sicher zu gehen, dass er nicht von Fäden gehalten wird, sondern wirklich schwebt, doch da sind keine Fäden. Er schwebt wirklich. Ich stolpere in Richtung Bett und sehe zu wie Jackson wieder auf dem Boden landet. Er kommt auf mich zu, doch ich weiche vor ihm zurück:"Hey Beth! Raste jetzt nicht aus. Ich tue dir nichts. Vertrau mir." Ich weiche immer weiter zurück und er kommt immer weiter auf mich zu bis mein Rücken gegen die Wand stößt. Er setzt sich mir gegenüber und streicht sanft über meinen Hals. "Was tust du jetzt? Beißt du mich?", frage ich sarkastisch. Meine Angst wandelt sich in Erstaunen um. Mein Nachbar ist ein Vampir. Das ist schon irgendwie beeindruckend. Er lacht und seine tiefe Stimme jagt mir einen wohligen Schauer über den Rücken:"Natürlich nicht. Ich bin zwar ein Vampir, aber das macht mich noch lange nicht zu einem Monster. Ich bin immer noch derselbe Jackson." "Und was ist daran positiv?", sage ich lachend. Er lacht ebenfalls. Jetzt wo ich weiß was er ist, ist er viel netter und offener. "Wo bin ich denn nun eigentlich?", frage ich. "Du bist in einer verlassenen Villa am Rande Manhattans. Das hier ist sozusagen das Hauptquartier des New Yorker Vampirclans, zu dem ich Übriges auch gehöre", erklärt er. Ich nicke verstehend und frage dann:"Ist Matthew auch ein Vampir?" Er schüttelt den Kopf:"Nein, er ist kein Vampir, aber ich denke das solltest du ihn selbst fragen." Matt ist also kein Vampir, aber er irgendwie bin ich mir ziemlich sicher, dass er genau so wenige menschlich ist. Das ist alles ziemlich viel auf einmal. Ich sehe ihn an:"Was ist gestern passiert?"

Kommentare

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media