Lästige Verwandte, lästige Fragen

Sobald ich alt genug war, diese Frage zu verstehen und zu beantworten, sagte ich, wenn man mich fragte „Und, was willst Du mal werden, wenn Du groß bist?“ – wir kennen das alle, kommt gleich nach „Du bist aber groß geworden!“, begleitet von Wuscheln im Haar – „Schriftstellerin“, denn das war mein einziger Wunsch ans Groß-Sein, ans ominöse „Berufsleben“, an „Du mußt ja mal auf eigenen Füßen stehen“.

Ich begann früh mit meiner Vorbereitung zur Realisierung dieses meines einzigen Wunsches. Mit vier konnte ich lesen und schreiben, mit sieben schrieb ich meine erste – grauenhafte! – Kurzgeschichte. Ich habe sie noch und schaue mit wehmütigem Stolz auf mein Erstlingswerk.

 Als ich Jugendliche war, fragte mein Vater: „Und, was willst Du werden nach dem Abitur?“ Ich sagte: „Schriftstellerin, das will ich, seit ich ein Kind war.“ „Ja“ , sagte er „und das ist es auch, ein Kindertraum.“ Mit diesen schlichten Worten zerschlug er meinen Traum. Da ich schonmal das Abitur hatte, sollte ich auch studieren, aber Volksschullehrerin – damals hieß es noch so – reichte, denn „Du heiratest ja doch.“

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