Letztes Treffen der DA in diesem Jahr

Letztes Treffen der DA in diesem Jahr

Die folgenden Tage waren wie im Zeitraffer vergangen. Ich wandelte in Handschuhen und in einen dicken Wollschal gewickelt durch den Säulengang, mit der hohen Gewölbedecke und den gotischen Spitzbogenfenstern, die keine Glaseinsätze hatten und so den kalten und frischen Wind des Dezembertages einließen. Wo sich die Kerker feucht, dunkel und kalt zeigten, waren die oberen Stockwerke zugig, hell aber auch saukalt! Trotz allem genoss ich den Ausblick in den verschneiten Innenhof, der von seinen steinernen Gargoyles, die von den Dächern hingen, flankiert wurde und die mit ihren hässlichen, dämonischen Fratzen dem Wetter trotzten und den Innenhof bewachten.

Weiter hinten am Horizont konnte ich tiefhängende Wolken ausmachen, die den Highlands neuen Schnee bringen würden. Diese Winterlandschaft, in der alles so gedämpft und so still war, lud dazu ein, die letzten anstrengenden Tage Revue passieren zu lassen und sich die zukünftigen Schritte wohl zu überlegen. Ich lehnte an einem steinernen Fensterpfeiler und der Wind pfiff mir scharf ins Gesicht, rötete meine Wangen und trieb mir die Tränen in die Augen, aber ich genoss es so reine, klare Luft in meine Lungen einatmen zu können.

Dank des Raums konnte ich nun den Unsichtbarkeitszauber! Es war schön zu sehen, dass man mit harter Arbeit alles erreichen konnte, auch die Twins hatten sich in den Raum immer mehr verliebt und konnten diesen schwer anzuwendenden Spruch nun auch! Unglaublich aber wahr, sie hatten mit mir ernsthaft an der Umsetzung gearbeitet und waren voll konzentriert bei der Sache, kein Lachen kein Unsinn oder Unfug. Es war nicht einfach gewesen, da es genau wie beim Verwandeln in „Abraxina“, manchmal hatte Draco echt absurde Einfälle, große Konzentration brauchte, die Unsichtbarkeit aufrecht zu erhalten und auch wirklich komplett nicht sichtbar zu sein. Es war cool, vor einem Spiegel zu stehen und zu sehen, wie sich das Bild langsam verzerrte und dann von einem Augenblick zum Anderen nichts mehr zu sehen war, obgleich man wusste, dass man immer noch an derselben Stelle stand. Ja, ich liebte die Magie, mit all ihren Facetten.

Fred hatte auch noch immer damit Probleme es zu bleiben, dafür schweiften seine Gedanken dann doch viel zu oft in Sphären, in die ich ihm mit Sicherheit nicht folgen konnte. Als ich zurückdachte, wie auf einmal rote Haare und sonst nichts sichtbar geworden waren, lachte ich laut auf, was in dem Durchgang, in dem ich stand, dazu führte, dass es laut ein Echo gab. Seit vergangenem Sonntag hatte ich leider keine Möglichkeit mehr gehabt mit Draco zu reden. Und so hatte ich die Sache mit Snape und ihm unter erledigt gespeichert. Von mir aus, war die ganze Hogsmeade-Geschichte Vergangenheit, da, seien wir mal ehrlich, alles nicht so heiß gegessen wurde wie es gekocht wurde!

Wenn ich ein Drama daraus machen würde, würde es eines werden und wenn nicht, dann halt nicht! Also war es mir egal, dachte ich sehr kalt und sehr beherrscht. Das Einzige was mich noch immer fesselte, war die Einsicht, dass wir Gryffindors nicht so unschuldig an der Anfeindung zwischen den Häusern waren, wie wir uns immer darstellten. Ist schon erstaunlich zu sehen, wie sich die Sichtweisen ändern, wenn man auf der anderen Seite steht. Aber es war zu lustig, wie listig sich die Schlangen aus einer solchen Lage wanden, hingegen die Löwen mit ihren hitzköpfigen Temperament voll in die Falle des Jägers preschten, was sie manchmal etwas ungeschickt erscheinen ließ. Harry und Ron waren so aggressiv und verbohrt in ihrer Art, was sie leider wirklich nicht nett erscheinen ließ. Aber ich denke, da sprach auch sehr Rons Antipathie Malfoy gegenüber aus Harry!

Zumindest hoffte ich das für mich, denn wenn sich Ron in etwas verbohrte, konnte man sich seine Spucke sparen ihn vom Gegenteil zu überzeugen, aber bei Harry machte ich mir Hoffnungen, man erinnere sich an Harrys drittes Jahr, in dem er auch Sirius und Remus eine Möglichkeit zur Erklärung geboten hatte. Aber dies war Zukunftsmusik, so fern wie der Mond oder Jupiter? Ich wandte mich Wichtigerem zu, heute würde das letzte DA-Training in diesem Jahr stattfinden und morgen ging es in die Ferien. Ich hoffte Draco noch im Zug zu erwischen, da ich ihm nach seiner Offenbarung, dass er zum Weihnachtsball des Ministeriums ging noch was sagen wollte, oder eher musste. Ich drehte mich achselzuckend um und ging nun langsam weiter, nachdem ich die wunderschöne, verträumte Aussicht verinnerlicht hatte. Heute verspürte ich einen leicht melancholischen Anklang in mir.

Harry und die Weasleys würden am Grimmauld Place die Festtage verbringen und da schoss mir doch unweigerlich Sirius in den Sinn.

Sirius, wir hatten seit Monaten nicht mehr gesprochen, da es nach Umbridges Hand im Kamin zu keinem weiteren Gespräch mehr gekommen war, wollte ich überhaupt mit ihm reden? So in Gedanken hörte ich das Klacken meiner Schuhe auf den fast tausendjährigen, ausgetretenen Steinplatten laut widerhallen. Ach, was machte ich mir um Sirius Gedanken. Ich hatte andere Sorgen. Ich nährte mich dem Raum der Wünsche, heute würde eine Wiederholung aller Zauber stattfinden. Expelliarmus, Stupor, Protego und die Ersten würden zeigen wie, oder ob sie den Patronus hinbekamen. Da Harry den Mitgliedern Futter für die Feiertage mitgeben wollte, um ihrer Neugierde zu erhalten. Dies würde lustig werden, aber da war auch so eine Sache, die mir Sorge bereitete, mein Patronus. Wenn Harry, Ron und Ginny nicht an plötzlich auftretenden, schwerem Gedächtnisverlust litten, würden sie meine Elster erkennen als die, die damals in der Küche der Blacks aufgetaucht war und das würde wiederum zu unangenehmen Fragen führen und so plante ich, so gut wie unsichtbar zu werden, sollte wir zu dieser Aufgabe schreiten.

„Hermione, du kommst spät!“, sagte Harry aufgeregt und drehte sich zu mir. Trotz seiner Schuluniform konnte man erkennen, dass er erwachsen wurde und die Schlaksigkeit der kleinen Jungen verlor.

„Sorry, ich, die Bücher, sind schon alle da?“ und legte Schal, Handschuhe und Mantel sorgsam ab.

„Ja, ich denke schon, aber gut, dass ich dich so erwische. Ich will mit dir den Patronus vorführen!“, meinte er und ich fiel aus meiner glückseligen Wolke, die bisher meine Stimmung gewesen war.
Halt!

So war das nicht geplant gewesen, wenn Harry zu diesem Stoff kommen wollte, sollte ich doch nicht in der ersten Reihe stehen, sondern ganz weit hinten, oder halt irgendwo anders nur halt nicht da, wo die Blicke aller auf mir waren! Also, ich fang gar nicht mehr mit dem Glück an, da könnte ich seit den Sommerferien wohl eine Abhandlung schreiben und würde darüber nicht glücklich werden, seid euch da mal sicher!

„Na, komm schon, die anderen können es gar nicht abwarten!“, rief Harry total aufgedreht und fischte nun nach meiner klammen Hand und zog mich unbarmherzig in die Mitte der Trainingshalle. Um uns bildete die DA einen Kreis und ich durfte die erwartungsfrohen Mienen unserer Mitglieder sehen, in denen sich Vorfreude und Aufgeregtheit vermischte, nur Fred und George warfen mir leicht besorgte Blicke mit ihren braunen Augen zu. Ich hielt nun den braunen Stab in meiner Hand und atmete tief durch. Ich würde es tun, mal gucken und dann würde ich mich dem Geschrei stellen, nahm ich mir fest vor. Hey, ich konnte dem Tod ins Antlitz blicken, dann sollte ich es auch mit wild gewordenen Weasleys und einem aufgebrachten Harry aufnehmen können, sprach ich mir Mut zu.

„So, meine Lieben, der Patronus ruft einen Schutzherrn in Form eines Tieres hervor, der euch vor Dementoren oder Lethifolds, aber die sind zu vernachlässigen, schützt! Es ist die große Kunst einen gestaltlichen Patronus hervorzubringen, da bei vielen nur ein weißer, leuchtender Nebel erscheint, der auch kurzzeitig schützt, aber nicht ausreichend!“, erklärte Harry ausführlich und drehte sich einmal im Kreis, um die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu testen. Ich fühlte mich in dem geschlossenen Kreis leicht, aber wirklich nur minimal, bedrängt.

„Jetzt kommt das Schwerste! Wie erschaffe, ich den Zauber „Expecto Patronum“! Dafür braucht ihr die Kraft einer wirklich tiefgehenden, sehr starken, sehr glücklichen Erinnerung. Und da kommt das Problem, ihr müsst dieses Glücksgefühl auch schaffen in einer furchterregenden Gefahrensituation aufrecht zu erhalten, und das ist sehr, sehr schwer!“, blickte er nun ernst in die Runde und wurde von erregten Gesichtern angestarrt. Ich starrte auch, aber aus anderen Gründen!

„So ist, wie gesagt, nur der gestaltliche Patronus in der Lage, ein oder mehrere bedrohliche Wesen zu verjagen. Und nun hab ich genug gesagt, ich kann sehen wie ungeduldig ihr darauf seid, zu erfahren wie euer Tier aussieht, aber bitte, seid nicht enttäuscht, auch ich habe lange gebraucht, bis ich diesen Zauber beherrscht habe und um den Patronus zu erzeugen und zu erhalten, braucht ihr viel Konzentration!“ Er trat nun zurück und auf mich zu.

„Auf drei, Hermione!“, sagte er auch da schon entschlossen.

„Aber Harry, wie kommst du darauf, dass ich diesen Zauber auf, ad hoc könnte?“, raunte ich ihm abwehrend zu.

„Ich bitte dich, Hermione! Denkst du ich bin beschränkt, sag mir nicht, dass du nicht oft hier in diesem Raum bist und übst, wie verrückt…“, murmelte er zu mir gebeugt und zeigte seine Zähne. „Dafür kenn ich dich zu gut, ich platze fast vor Neugier, welches Tier du hast!“, sagte er verschworen. Bei seiner Aussage schluckte ich etwas sehr Saures meine Kehle hinunter und schenkte ihm ein unechtes Grinsen.

„So, auf geht’s“, meinte er jetzt nur und zog seinen Phönixstab und rief laut und deutlich „Expecto Patronum“ und wir alle konnten dabei zusehen, wie sich ein riesiger, weißer Hirsch mit einem beeindruckenden Geweih aus der Spitze von Harrys Zauberstab materialisierte und daraus hervorbrach, wunderschön anzusehen und in dem Raum herum galoppierte.

„Wow“, „Toll“, „Kann ich auch so was“, „Ist der schön“, „Wie wohl mein Tier aussieht?“, dies waren die Ausrufe, die im ganzen Raum erschallten, als Harry seinen Zauber erfolgreich vorgeführt hatte.

„So Hermione, du bist dran!“, sagte er gespannt und drehte sich mit einem fröhlichen Gesichtsausdruck zu mir um. Ich gab mich mal wieder geschlagen und ergab mich in mein Schicksal, konzentrierte mich und griff nach meinem glücklichen Gefühl. Ich sah mich, als ich erfuhr, dass ich eine Hexe war, ich sah mich, wie ich meinen ersten und zweiten Zauberstab fand und ich sah, wie ich die ersten Zauber sprach und schon erfüllte und durchflutete mich ein unglaubliches Gefühl der Glückseligkeit, dass es für mich eine Leichtigkeit war, mir meinen Schutzpatron zu rufen.

„Expecto Patronum“, rief ich inbrünstig und konnte sehen, wie sich ein leuchtend helles Tier aus meinem Stab brach und aufgeregt durch den Raum tauchte. Alle blickten ehrfurchtsvoll zu meinem Tier. Ich und die Twins nicht weniger, da wir uns nachdem wir mein Tier angestarrt hatten, verständnislose Blicke zuwarfen. Hier vor uns glitt ein großer, silbriger Otter durch die Luft, der sich kringelte und verspielt seinen großen, dicken Schwanz jagte. Wie bitte, ich mein, was hatte ich mit einem Otter am Hut? Wo zur Hölle, war meine geliebte Elster? Mit der hatte ich mich identifizieren können, ich mein, seid bitte ehrlich, dieses Tier passte zu mir, aber ein Otter? Ich fühlte mich beleidigt, ein Otter!

Ich mein, das Tier an sich war putzig und süß, aber doch nicht mit mir zu vereinen! Bei meinem Glück, hatte ich jetzt auch meine Elster verloren, aber wie sollte das gehen? Ich kannte alles was in den Büchern über den Patronus stand und da wurde erklärt, dass große erschütternde Beweggründe gegeben sein müssen, dass ein Patronus die Gestalt wechselt. Und bei mir war nichts dergleichen passiert, abgesehen von Bole, Snape und Draco aber hey, ich mein Draco war eine Viper und kein Otter! Und ich mochte bezweifeln, dass Snape einen Otter als Patronus hatte, oder ich ihn mit so einem Tier in Verbindung bringen würde. Fledermaus, irgendeine Schlange, Kellerassel, Raubkatze oder was anderes Großes aber kein Otter und sonst hatte mich in letzter Zeit, keines meine Gefühle auch nur annähernd erschüttert und selbst die beiden Erwähnten, hatten mich nun nicht so aus dem Ruder gerissen, dass die Grundlage für eine Änderung vorlag.

„Boah, gut gemacht Hermione!“, „Gratulation“, „Du bist echt gut!“, „So ein süüüüßes Tier“, das waren die Kommentare zu dem gelungenen Zauber, aber die prallten an mir ab, da mich dieses Phänomen vor Fragen stellte, unbeantworteten Fragen und so was konnte ich ja gar nicht haben. In mir ratterte es, da war ein Computerlaufwerk ein Dreck dagegen. Auf der anderen Seite sollte ich froh sein, denn meine Elster hätte wie gesagt zu Fragen geführt. So lächelte ich dankend in die Runde, machte nach außen ein fröhliches Gesicht und ließ mir meine innere Zerrissenheit nicht anmerken.

Nun begann Harry den Unterricht und alsbald füllte sich die Halle mit einem leuchtenden Nebel der misslungenen Versuche der Mitglieder und die gerufenen Zauber erfüllten den Raum. Ich zog mich immer weiter zu den Twins zurück.

„Schönste, was ist mit der Elster?“, meinte da auch schon Fred und betrachtete seinen weißen Rauch etwas nüchtern.

„Wenn ich das wüsste, Leute, ich hab nicht damit gerechnet!“, meinte ich und schaute sie mit großen Augen an und auf einmal, packte mich einer rechts und der andere links am Oberarm und zogen mich in eine Nische, diese umschloss uns. Das alles ging so schnell, dass ich nicht mal blinzeln konnte und schon standen wir zu dritt in einem separaten, kleinen Raum.

„Was… was ist hier passiert?“, fragte ich. Beide ließen mich los und schlugen sich freudestrahlend ab.

„Schön, wenn wir dich auch mal überrumpeln können!“, kam es auch schon aufgedreht aber auch verschlagen von Fred.

„Wir haben nur zusätzlich zur Halle einen separaten Raum für uns erschaffen, wir haben mit dem Raum der Wünsche geübt und viel in der letzten Zeit über ihn herausgefunden, das ist so ein cooles Teil!“, erklärte George in einer verzückten Art, breitete die Hände aus und zeigte glücklich um sich. „Und wir haben uns gedacht, du könntest hier mal deine und auch unsere Neugierde stillen, was mit der armen Elster passiert ist?“, grinste er mich nun hinterlistig an. Und ich erwiderte es, da drüben so ein durcheinander herrschte mit dem ganzen Nebel, dass uns für die kurze Zeit niemand vermissen würde. Was sollte ich ohne die Twins machen, da wurde man doch richtig sentimental.

„Ich hab mir gedacht, ich mein… ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet, aber liegt's vielleicht am Stab?“, fragte nun Fred und rieb sich überlegend am Kopf und brachte mich dazu ihn ruckartig anzusehen! Genau, war das die Erklärung, ich war bisher über diesen, diesen unsäglichen Otter so entsetzt gewesen, dass ich noch nicht die Möglichkeit gehabt hatte nachzudenken, könnte das die Erklärung sein?

„Die Überlegung könnte gar nicht so verkehrt sein!“, beschied ich ihm und zog nun meinen weißen Stab aus meinem unsichtbaren Halfter am linken Arm. Ich zielte und rief „Expecto Patronum“ und schon schoss aus meinem weißen Zauberstab mein gestaltlicher, leuchtender Patronus und flog in dem Séparée aufgeregt durch die Lüfte.

„Na, bitte! Ich finde die ja viel schöner als den Otter!“, kam es von beiden. „Sieht viel filigraner aus, aber warum, kannst du uns das erklären, Hermione, hast du zwei und ich krieg nicht mal einen hin!“, meinte nun Fred leicht sauer und starrte auf den Boden. Ich kicherte derweil erst mal erleichtert, war das ein schönes Gefühl, diesen kleinen Begleiter nicht auf dem Weg verloren zu haben. Sie passte so gut zu mir und nun dachte ich mal in Ruhe was ich von Ottern wusste und wofür sie standen, knabberte sinnierend auf der Lippe. Ja genau, sie waren erfinderisch, dynamisch, exzentrisch mehr fiel mir gerade beim besten Willen nicht ein.

„Oh äh, entschuldigt, war kurz in Gedanken. Ich freu mich nur so, ich mag meine Elster auch lieber. Ich denke mal, es hat mit den zwei Stäben zu tun. Der eine ist ein rein weißer Stab, hab ihn auch nie für die schwarze Magie hergenommen, aber mein richtiger Stab, dem ich mich richtig verbunden fühle, ist so ganz anders als der Braune, ich denke somit, dass sich die zwei Patroni erklären lassen!“, führte ich aus und überlegte weiter.

„Die meisten, die sich einen zweiten Zauberstab holen, haben immer einen ähnlichen zum Ersten, aber mein zweiter hat nichts mit meinem ersten zu tun, gar nichts. Ihr versteht und deswegen, werde ich wohl für jeden Stab einen Patronus haben, lustig aber ich denke die Elster ist stärker?“, und sah auf den weißen Stab in meiner Hand.

„Kann gut sein, sie war kräftiger, silbriger als der Otter, meinst du wirklich, es erklärt sich so einfach? Müsste dann nicht jeder, bei jedem Stab einen anderen Patronus haben?“, holte George erregt aus.
„Mhm, leider bin ich kein Zauberstabmacher und die halten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse immer sehr geheim, aber ich glaube schon, wenn jemand bei seinem ersten Stab z.B. Buche und Einhornhaar hat und beim Zweiten Zeder und Einhornhaar, dürfte sich beim Patronus nicht viel ändern!“, und strich mir einige lose Strähnen in meinen Zopf.

„Das hört sich logisch an!“, stimmte mir George überlegend zu.

„Und nun schaut, der hier…“, und hielt meinen Brauen Zauberstab hoch „Weinrebenholz mit Drachenherzfaser, ein weißmagischer Zauberstab…“, steckte ihn weg und hob den Weißen hoch „…Weißdornbirke mit Thestralschweif, sehr schwarz, bei dem selbst der Hersteller geschaut hat, dass ein solch mächtiger und vor allem durch und durch schwarzer Stab mich gewählt hat. Ich denke bei so großen Unterschieden ist das nur natürlich.“ Und wog beide überlegend und abwägend in meiner Hand.

„Was ist an dem hellen Holz denn so besonders?“, meinte Fred und kroch nun fast in meine Stäbe.
„Es verträgt sich nicht mit hellen Materialien, weshalb es in die schwarze Magie gehört. Draco ist auf seinen Weißdornzauberstab auch total stolz, da sich weißes magisches Holz nur sehr mächtige Magier sucht“, erklärte nun auch ich sichtlich stolz.

„Cool, ich will auch einen zweiten!“, rief Fred da auch schon entschieden. „Ich will wirklich auch einen zweiten“, blickte er nun seinen Bruder bettelnd an, welcher gerade zu einer Antwort ansetzen wollte und so wie er schaute, keine positive, als ich auch schon unterbrach.

„Dann besorgen wir euch einen in den Ferien, wann kommt ihr eigentlich zu mir?“, fragte ich nach, wenn Fred einen wollte, dann sollten beide einen bekommen, Schluss und Aus, hatte ich entschieden.
„Am Tag nach Weihnachten, eher will Mum uns nicht zu Lee lassen, da dies das Fest der Familie ist!“, verdrehte George genervt die Augen.

„Gut, freu mich aber ich denke, wir sollten zurück, nicht dass unsere Abwesenheit auffällt“, kam es von mir besorgt. So nahmen mich die Twins wieder in ihre Mitte und Sekunden später waren wir wieder in der lauten Kulisse der schwer Übenden. Ich stand Fred und George nun mit Rat und Tat zur Seite aber es schaffte keiner nach dieser Stunde einen gestaltlichen Patronus zu Stande zu bringen. Als wir uns lautstark auf den Weg machten, in Grüppchen in unsere Gemeinschaftsräume zu kommen, lachten wir uns schlapp. Da wir sahen, dass Cho und Harry trödelten, die Twins machten schlüpfrige Scherze auf Harrys Kosten und Ginny schaute aus der Wäsche, als hätte man ihr Zitronendrops zu essen aufgezwungen. Wenn sie weiter so eine Grimasse zog, würde sie schon in jungen Jahren Falten bekommen. Nachts vor dem Kamin, der den Gemeinschaftsraum in ein warmes, gemütliches Nest verwandelte, kuschelten wir in unseren Sesseln und auf der Couch, und ich ergriff meine Chance Harry auszuhorchen.

„Na, erzähl Harry, was musstest du noch mit Cho besprechen?“, dabei strahlte ich ihn spöttisch an, wenn er mich zwingen konnte meinen gestaltlichen Patronus vor allen zu zeigen, konnte ich ihn mit seiner Liebelei aufziehen.

„Äh, äh, nun nichts…?“, kam es überzeugend von einem knallrot angelaufenen Jungen, der seine Augen verschämt nach unten richtete und sich unsicher durch die Haare strich, ja sicher Harry, ich glaube dir jedes Wort. Vielleicht sollte ich ihm Schauspielunterricht anbieten.

„Nun sag schon Kumpel, hast du sie geknackt?“, meinte Ron extrem sensibel, was Harry erst recht noch mehr verschüchterte, ich schickte einen finsteren Blick zu Ron.

„Ron! Nur ein Klotz wie du kann so sensibel sein, wie gut, dass bisher kein Mädchen die Ehre hatte von dir geknackt zu werden!“, giftete ich ihn an, also mal echt, geknackt, ich knacke gleich seine Birne.

„Wo denkst du hin Ron“, konnte man auch schon Harry leise vernehmen. „Ich und sie, wir haben uns noch unterhalten und sie… sie… ach, ich weiß auch nicht, sie hat auf einmal von Cedric angefangen und hat dann angefangen zu weinen…“, nahm er nun seine Brille frustriert ab und fuhr sich ernüchtert über die müden Augen und stöhnte auf: „Ich hab versucht sie zu trösten und da, da haben wir uns geküsst…“, brach er ab, dafür, dass es sein erster Kuss gewesen war, wie ich wusste, sah er aus wie ein Trauerkloß, nicht wie ein verliebter, junger Mann, der darüber glücklich war, dass ihn seine Erwählte küsste. Ich mochte dieses Mädchen nicht, nein, das stimmt nicht, sie war mir gleichgültig traf es schon eher, ich mochte ihre Art nicht mit Harry umzugehen bzw. ich mochte ihre gefühlsbetonte Art nicht. Ich mein, sie war schön, eine exotische Schönheit mit dem langen, schwarzen, seidigen Haar und ihrer zarten, asiatischen Figur, aber wenn der Charakter schwierig ist, dann hilft die ganze äußere Pracht nicht.

Ich mochte es nicht, wenn man so leidet, sich seiner Trauer so ergab, brachte eh nichts, war da meine Einstellung, ich war hier pragmatisch und ich meine Cedric war mir weder fremd noch unbekannt. Mich hatte es auch getroffen, aber ich weinte halt nicht und tat nichts bis wenig, so wie die gute Cho, ich tat mehr, aber Tränen brachten nichts… absolut nichts, außer, dass Harry traurig war für nichts und wieder nichts. Sah ich das Ganze zu hart? Weil ich ein Gefühlskrüppel war und zu solch leidenden Gefühlen nicht wirklich fähig war und schon gar nicht über so lange Zeit, stellte man sich mal vor, das Mädel müsste die Sachen alle erleben, die ich erlebte, die würde zusammenbrechen… oder schlimmeres. Ich wünschte Harry einen liebe, aber eine starke Persönlichkeit an die Seite, die brauchte er auch bei der Stellung, die er früher oder später würde einnehmen müssen und nicht so ein empfindsames Pflänzchen. Ja, da kamen die Pflanzen wieder ins Spiel, man sieht schon was für innige Gefühle ich für Cho hegte, unter Anbetracht wie gut ich meine Pflanzen hegen und pflegen konnte.

„Mann Alter, das ist echt nicht gut, oder?“, schaute Ron nur tröstend zu Harry.

„Ach, Harry! Mach dir nichts daraus, du bist nicht schuld, sie heult nicht wegen dir!“, erklärte ich aufstöhnend. Die blöde Kuh brachte es noch zu Stande, dass sich Harry Schuldgefühle einredete, in so was war er nämlich fulminant gut.

„Echt!“, schaute er hoffnungsvoll auf. „Meinst du wirklich, Hermione, oder sagst du das nur…?“, zweifelte er gleich wieder.

„Echt Harry! Cho ist ein sensibles, empfindsames junges Mädchen, das total überfordert ist und ich denke, selbst noch viel zu unreif für eine neue Beziehung ist. Sie mag dich, aber sie weiß, du brauchst starke Personen um dich und so ein Mensch ist sie nicht. Und darüber ist sie dann traurig und dann kommt ihr der Verlust von Cedric doppelt zu Bewusstsein!“, kam es sehr berechnend von mir, ich musste Harry die Augen öffnen, dieses Mädchen war nichts für ihn.

„Krass! Wenn das so ist, meinst du, sie ist über den Tod von Cedric immer noch nicht weg, ich mein nicht, dass es nicht schlimm ist… aber sie kann doch nicht ewig um ihn trauern, oder?“, sagte Ron mal etwas Gescheites und brachte Harry dazu aufzublicken.

„Richtig erkannt Ron, ich denke sie trauert immer noch um Cedric und natürlich würde sie den Reaktionen der anderen Schüler auch nicht standhalten, so gefühlsbetont wie sie ist.“

„Was meinst du?“, fragte Ron. Oh Mann!

„Was würden alle sagen wenn sie mit Harry zusammenkommt, der dabei war als ihr fester Freund umkam, hat einen schalen Beigeschmack, da bedarf es einer gefestigten starken Frau, die weiß was sie will und ich schätze Cho nicht so ein, tut mir leid, Harry!“, sah ich ihn traurig an und er schenkte mir ein schwermütiges Lächeln.

„Ach, Hermione. Ich denke, dass du Recht hast, mit allem auch wenn's weh tut, aber ich denke du hast Recht. Ich mein schon in der Vierten lief alles schief was schief laufen konnte und jetzt hat es wirklich einen, wie sagtest du? Schalen Geschmack! Es ist aber so schwer es zu akzeptieren, dass daraus nie was wird.“

„Tut mir leid, Harry“, klopfte ihm Ron mitfühlend auf die Schulter. Ich begann zu kichern, da ich die bedrückte Stimmung heben wollte, was mir erstaunte Blicke der beiden einbrachte.

„Was… ich bin mir sicher Harry, dass du den perfekten Deckel findest, hier gibt es viele schöne Mädchen und auch du siehst gut aus und hast gut Chancen, rede in den Ferien mit Sirius, was das weibliche Geschlecht angeht kann er dir bestimmt helfen!“, und ich wusste doch, dass das erwähnen von seinem Patenonkel Harrys Stimmung immer zu heben im Stande war. Und so begann er verhalten zu lachen: „Das ist ein hervorragender Vorschlag, danke euch beiden“, und umarmte uns innig. So gingen wir schlafen, aber es würde keine ruhige Nacht werden.

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