Man tauscht sich aus

Tatsächlich hatte sich durch Peters Unfall alles um ein paar Tage verzögert. Nicht zuletzt aber auch deshalb, weil Ricarda es verdrängte. Irgendwie verständlich, dass sie nicht scharf darauf war, Niemayr wiederzusehen, aber es waren mehrere Dinge, die kaum mehr Aufschub duldeten. Die Frage, ob und wann sie ihren Golf zurück bekäme stand im Raum und es stellte sich die Frage, an wen man sich überhaupt wenden sollte. Peter beschloss, einmal den Salzburger Polizisten zu kontaktieren, der bei der Beschlagnahme des Golf dabei gewesen war. 
Und dann war da noch was: Was war es wirklich gewesen, das Ricardas Golf und alle in unmittelbarer Nähe befindlichen Fahrzeuge lahmgelegt hatte. Es hatte bisher nichts Vergleichbares gegeben, außer jenem zweiten Fall in Bayern. Ob es möglich war, mit dem oder der Betroffenen Kontakt aufzunehmen? Konrad Leitner musste dessen Personalien kennen... Sowohl Peter, als auch Ricarda waren nicht gewillt, in dieser Beziehung unwissend zu bleiben. Allerdings waren sie auch nicht scharf darauf, zwischen die Räder der Geheimdienste zu kommen. Am vielversprechendsten war wohl immer noch ein Anruf bei Leitner. Er war gespannt, ob er den KFZ-Meister noch erwischte. Es läutete ein paar Mal und er hob ab. "Hallo Herr Leitner, Handl hier! Ich wollte fragen, ob es bei ihnen was Neues gibt?" - "Kann man so sehen. Ich darf über die Sache nicht mehr sprechen! Es geht angeblich um die nationale Sicherheit. Ich glaube, dass es der amerikanische Geheimdienst war, der da mit Hilfe seiner deutschen Amtskollegen da war. Jedenfalls wurde mir eingeschärft, dass ich kein Interview mehr geben darf, weil der Fall wegen der nationalen Sicherheit unter Geheimhaltung steht!" - "Wissen sie, was ich glaube, Herr Leitner? Ich habe das Gefühl, dass denen ein gewagtes Experiment aus dem Ruder gelaufen ist, und die Geheimdienstler der Sache entweder nachgehen, oder aber Bescheid wissen und nun die Beweise aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit räumen!" Konrad ließ keinen Zweifel daran, dass er ähnlich darüber dachte. "Herr Leitner, ich hätte eine Bitte. Und zwar hätte ich gerne, dass sie dem Fahrer oder der Fahrerin des zweiten Vorfalles meine Telefonnummer zukommen lassen, mit der Bitte, mit mir Kontakt aufzunehmen." - "Das kann ich gerne tun, Herr Handl, aber die Dame wirkte nach der Amtshandlung sehr eingeschüchtert. Ich weiß nicht, ob sie darauf eingehen wird. Wie gesagt, ich werde es versuchen. Ich habe aber auch eine Bitte. Wenn sie noch irgendwas in Erfahrung bringen, lassen sie es mich bitte wissen!" - "Selbstverständlich, Herr Leitner! Wir bleiben in Verbindung. Auf Wiederhören!" 
Ricarda räumte das Geschirr in den Spüler. Sie hatte ihn während der letzten Tage nicht verwendet, da sich das für sie alleine gar nicht ausgezahlt hätte. Jetzt wo Peter wieder da war, hatte sie feine Steaks gemacht und ein paar Salate, da kam schon ein Wenig Geschirr zusammen. Sie hatte Peters Gespräch mitgehört. "Und? Glaubst du, dass sich der Andere meldet?" - "Keine Ahnung, Schatz. Es war übrigens ebenfalls eine Dame. Sie wurde scheinbar eingeschüchtert. Es ist also gut möglich, dass sie sich nicht traut, mit uns Verbindung auf zu nehmen. Kommst du hernach zu mir ins Wohnzimmer?" fragte Peter, der mit seinen Krücken aufgestanden war und zur Tür humpelte. "Armer Peter! Du hast Schmerzen, stimmts?" - "Ja, Hase. Aber ich lege mich jetzt ein Wenig auf die Couch und warte dort auf dich. Dann ist es sicher bald gut." Kaum hatte Peter es sich gemütlich gemacht, läutete sein Handy. Als er dran ging, hörte er nur ein Klick. Es war offenbar eine deutsche Handynummer. "Vielleicht traust du dich ja nächstes Mal." murmelte Peter.               

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