Letzten Herbst das brachte mir mein Sohn eine Raupe nach Hause voller Freude und rief: «Mami du wolltest doch mal so eine Räuplein fein, du weisst, es wird ein Schwalbenschwanz sein!» Ja er hatte Recht, schon immer hatte ich mir gewünscht so eine Raupe aufzuziehn, so richtete ich selbigem ein Quartier ein, mit ehrlichen Mühn.
Futterpflanzen eingestellt in Gläsern mit Wasser, etwas Erde, Gras und Stecken hinein, dass beim Verpuppen alles zum Wohle des Räupleins würde sein.

Ich beobachtete es gerne jeden Tag mit seinen Farben wunderschön, es war gar lieblich anzusehn.
Doch dann eines Tages geschah eine Tragödie, das Räuplein fiel ins Wasserglas hinein, sollte es schon am Ende seines kurzen Lebens sein?
Ich nahm es heraus, legte es auf etwas Haushaltpapier, ich war recht traurig, machte Vorwürfe mir.
Ich glaubte wirklich nicht mehr daran, dass es sein Leben weiterleben kann.
Doch dann geschah das unglaubliche Wunder, das Räuplein begann sich wieder zu regen, welch wundervoller, unerwarteter Segen! Ich glaubte es kaum, voller Freude ich war, es erholte sich tatsächlich ganz und gar!
Wer hätte da jemals gedacht, mein Herz hat voller Freude gelacht.

Nicht lange dauerte es und das Räuplein sah seine Zeit gekommen, er hängte sich an ein Stecklein, dann schlief es ein, es sollte nun bis zum Frühling eine Puppe sein.
Ich wusste, dass es bei Schwalbenschwänzen üblich ist, mehrere Generationen zu gründen, die eine sollte den Winter überwinden um ihre Art weiter bestehen zu lassen, während die andern ihre Puppe früher verlassen.
Mein Schwalbenschwanz gehörte zur letzten Herbstgeneration und blieb tatsächlich eine Puppe sehr lange Zeit. Alle Unwetter überstehend in seinem geschützten Raum, zuerst nur schwebend durch seinen Traum.

Doch dann heute war es so weit. Er hielt für gekommen seine Zeit!
Ganz leise geschah es, ich konnte es leider nicht beobachten, wie es seine Hülle sprengte nun zu einem wundervollen Schwalbenschwanz geworden, dabei hatte ich mir gemacht, schon Sorgen.
Doch als ich heute ging in den Garten hinaus, da sah ich ihn, er flog aus seinem Quartier hinaus. Das ich für ihn hatte eingerichtet vor langer Zeit, welch wundervolle Glückseligkeit! in den blauen Himmel schwang er sich empor, ohne jegliche Mühn, ich konnte mein Herz heftig klopfen spürn. So schön so fein, gesund und voller Leben sah ich ihn vor mir entschweben. Weg war er, meinem Blick entschwunden, neues Leben er gefunden.

Flieg mein Schwalbenschwanz, ich freu mich so sehr, dass du es hast geschafft trotz Mühsal und schweren Zeiten, mögest du ins dein neues Leben gleiten!
Ich werde dich vermissen ich denke an dich, vielleicht wirst du wiedermal antreffen mich!

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