Meine Box in die Unendlichkeit


Ich sitze in meiner kleinen Box und träume von einer größeren.
Ich habe sie größtenteils rot angemalt und voll gestellt mit Dingen.
Dinge die ich mag und Dinge die ich zu brauchen glaube.

Die meiste Zeit in meiner Box,

verbringe ich in einem Kasten in dem sich noch Träumen lässt.
In meinem Bett, um mich zu erholen,

von der Zeit die ich direkt daneben verbringe.

Dort sitze ich auf meinem Stuhl.
Er ist mir zu groß und auf Dauer unbequem.
Trotzdem sitze ich darauf, oft Stunden lang.
Weil davor der Kasten steht,

der mich ins World Wide Web bringt.
Meine Boxvergrößerung fast ins Unendliche!

Doch wenn ich am Abend den Computer abschalte,
bin ich wieder alleine.
Alleine.
In meiner kleinen roten Box.
Natürlich mit LED.
Damit die Box nicht immer nur rot ist.
Alleine.
Mit all dem was ich mag und dass sich angesammelt hat.

Hier ist niemand der mir sagt, wie meine Box auszusehen hat.
Aber trotzdem ist sie mir zu klein.
Es könnte ruhig ein bisschen mehr Platz sein.

Mehr Platz zum Chillen.
Mehr Platz für Freunde.
Mehr Platz zum Frei sein
und entfalten.

Hier passt ja nichts mehr rein.
Bin ich deshalb so oft allein?
Weil kein Platz für mehr ist.
Und mit mehr?

Wäre ich dann etwas Besonderereres?
Säße ich dann nicht so oft alleine, vor der vermeintlichen Unendlichkeit?
Ich meine dem Bildschirm.
Dem Schirm, der mich abschirmt
und der mein allein sein erst ertragbar werden lässt.


Dort kann ich ja auch Menschen treffen, sehen und hören.

Menschen! Mit ihren eigenen Boxen.
Manche Gefallen mir.
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In manchen Boxen wär ich gern zu Besuch.

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Andere Boxen sind mir gänzlich unerklärlich.
Dislike! Und wenns ganz schlimm war, lass ich noch ein comment da!

Dann fühl ich mich in meiner Box doch eigentlich wieder wohl.
Etwas zu klein.
Und so manches Fehlt.
Ich schau mich um in meiner Box
und sehe noch einen anderen Kasten.
Und auch der verspricht,
Unendlichkeit!

Dieser Kasten ist ganz anderes.
Er Schirmt mich nicht ab.
So viel Platz um frei zu sein.
Dort kann ich auch Menschen treffen, sehen und hören.
Doch da ist mehr.
Da kann ich fühlen!
Riechen, schmecken, ausprobieren.

Da merk ich schnell, dass meine Box,
noch kleiner ist als je gedacht.

Also beschließe ich raus zu gehen.
Raus aus den roten vier Wänden.
Jetzt erinnern sie an Grenzen.
Und draußen finde ich...

Mehr Platz zum Chillen.
Mehr Platz für Freunde.
Mehr Platz zum frei sein
und entfalten.

Und jetzt wo ich die Grenzen verlassen habe,
die wie ich merke nur in meinem Kopf waren,
finde ich noch so viel mehr...

Platz für Neues.
Platz für unbekanntes.
Platz zum ausprobieren.
Platz um wirklich frei zu sein.

Also grenze ich mich nicht ein!
Bin lieber frei.
Und baue mir eine neue Box,
in die Unendlichkeit.

  21.01.2017 © N.B.

Kommentare

  • Author Portrait

    Herzlich Willkommen, hier bei Belle. Dein Text gefällt mir sehr gut und beschreibt ein sehr aktuelles Thema. Ich mag die Entwicklungsschritte, die du beschreibst. Von einer geglaubten Freiheit im Netz bis zum RL. 5/5

  • Author Portrait

    Willkommen auf Belletristica! Dein Gedicht gefällt mir gut und ich finde mich selbst in vielem beschriebenen wieder. Neben dem inhaltlichen gefällt mir auch die Wortwahl sehr gut. Ich freue mich schon auf mehr Lesestoff von dir. ;-) 5/5

beta
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