Mal wieder fehlen mir die Worte um zu beschreiben, was ich so gerne in ausdrücken würde. Und sie ist der Grund dafür.
Denn das Wissen, dass sie alles lesen wird, was ich schreibe, löst bei mir ein ungutes Gefühl aus, auch wenn es wahrscheinlich ihr gutes Recht ist. Schließlich hat sie das meiste, was meine Texte ausmacht, auch durchgemacht. Sie sagt ja selbst, dass ihr meine Worte helfen alles zu verarbeiten. Und doch stört mich der Gedanke, dass ich jeden Tag mit jemandem zu tun habe, der meine Texte kennt. So lernt sie mein Innerstes kennen und das gibt ihr Macht über mich. Ich weiß zwar, dass sie das wohl niemals gegen mich verwenden würde, aber so etwas habe ich ja schonmal über eine andere Person gedacht.
Wieso musste sie mir nur sagen, dass  sie alles gelesen hat? Ich habe lange Zeit ja nicht mal damit gerechnet, dass jemand überhaupt ahnt, dass ich schreibe und das war auch gut so. Sie weiß nicht, welche Überwindung es war, ihr auch nur einen einzigen Text zu lesen zu geben. Und auch, obwohl er ihr so gut gefallen hat, dass sie zu Tränen gerührt war, habe ich mir geschworen, meine Texte in Zukunft vor ihr geheim zu halten. Sie kann sich nicht vorstellen, wie sehr mich der Gedanke stört, dass sie jetzt alles wieder und wieder lesen könnte und sie weiß nicht, welche Panik ich bekomme, wenn ich mir überlege, dass sie alles jemand anderem zeigen könnte, der mich kennt. Was, wenn das irgendwas an der Art, wie andere mit mir umgehen oder über mich denken ändert? 
Ich liebe die Menschen in meinem Leben und ich mag es zu schreiben, aber das sind zwei unterschiedliche Welten, die nicht aufeinanderprallen sollten. Und zu wissen, dass genau das gerade passiert stört nicht nur mein Wohlbefinden, sondern auch meine Kreativität. Bei jedem Wort, dass aufs Papier fließt, muss ich unweigerlich daran denken, dass sie es wohl oder übel lesen wird, obwohl ich sie gebeten habe, dass nicht zu tun und das lässt mich meine Worte plötzlich anders, irgendwie vorsichtiger wählen. Ich kann nicht mehr ausdrücken was ich sagen will, das Papier wird plötzlich zum Feind und ich habe keinen Spaß mehr an den Worten. Und das alles wegen ihr. Ich kann auch nicht erklären, was genau das Problem ist, wieso ich meine Worte nur mit Menschen teilen will, die ich nicht persönlich kenne, aber es ist nunmal so und sie versteht das einfach nicht. Aber ich kann ihr das alles auch nicht einfach sagen, weil ich sie nicht verletzen oder ihr ein schlechtes Gewissen machen will. Deshalb schreibe ich all das. Sie wird wissen, dass ich sie anspreche. Ich hab sie wirklich, wirklich lieb, aber sie ist wie eine Schreibblockade für mich und ich wünschte, sie hätte mir nie gesagt, dass sie all das liest.
Was ist bloß mit mir los? Ich kann es ja doch nicht mehr ändern und vielleicht ist es ja garnicht so schlimm, wie ich es jetzt noch finde. Vielleicht werde ich ja bald anders darüber denken... Hoffentlich.

Kommentare

  • Author Portrait

    ich kenn das auch. oft wenn ich schreibe, frage ich mich, was wohl bestimmte personen, die ich kenne, sich dazu denken. am besten ist es natürlich, das total auszublenden. aber natürlich kann man das nicht immer. ich rate dir deshalb, dir ein pseudonym zuzulegen ;) da kannst du dann schreiben, was du möchtest, und bleibst anonym

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media