Mel und Sel

"Papi, Papi, du hast ja gar nicht geschaut! Schläfst du? Warum schläfst du? Es ist ja noch gar nicht finster!"

Eine sanfte Brise kam vom Meer herauf und hatte mich trotz der Hitze einschlafen lassen, an meinem Lieblingsplatz unter der Pinie am Strand von Miras Anwesen. "Aber Melina! Jetzt lass doch Papi mal ein wenig ausruhen! Er ist die halbe Nacht gefahren! Ist doch klar, dass er müde ist!" Vorsichtig blinzelte ich ein Wenig gegen das brutale Sonnenlicht, Ich nahm nur dunkel die Umrisse Selinas wahr, die ebenfalls aus dem Wasser gekommen war und auf mich zukam. "Dacht ich mir, dass du dich tot stellst, wenn ich dich eincreme, du alter Schwerenöter!" Sie hatte sich über mich gebeugt und begonnen, mich mit Sonnenschutz einzucremen. Ich gab ihr mit dem Knie einen kleinen Schubs auf den Hintern, so dass sie das Gleichgewicht verlor und auf mir landete. Noch bevor sie protestieren konnte, umschloss ich sie mit meinen Armen und küsste sie zährtlich. "Siehst du, Mami, der schläft gar nicht, der hat dich nur angelockt, um dich zu küssen!" maulte Mel, während Selina sich vorsichtig aus meiner Umarmung befreite und auf mich herab sah. "Ich liebe dich, mein verrückter Erfinder! Weißt du das?" - "Ich antwortete mit einem weiteren Kuss. Melina setzte sich nun auf Sels Rücken. Die beiden waren mein ganzes Glück.  Ein Glück von dem ich glaube, dass ich es mir redlich verdient habe und das ich hüte, wie meinen Augapfel. Was diese Frau an meiner Seite durchgemacht hatte, machte sie zu meiner Göttin, ganz abgesehen davon, dass sie unheimlich attraktiv war. Vor gut drei Jahren hatte sie mir dann auch noch eine Tochter geschenkt. Melina hatte die selbe rote Mähne und die gleichen grünen Augen. Selbst die frechen Sommersprossen hatte sie von ihrer Mutter geerbt, sowie je eine ordentliche Portion Selbstvertrauen und Temprament! Mein ganzes Leben lang, hatte ich mich nach einer richtigen Familie gesehnt. Es hatte nicht mehr so ausgesehen, als erfülle sich mein Wunsch, doch jetzt war ich überglücklich und wusste mein Glück auch sehr zu schätzen!

Ich hatte die beiden damit überrascht, mit ihnen wieder mal eine Woche nach Kroatien zu fahren. Zu meiner "Ersatz-Mama". In der Stiftung lief alles nach Plan, Selinas Ärzteteam hatten wir etwas aufgestockt und wir hatten uns wirklich mal eine, wenn auch kurze, Auszeit verdient. Außerdem hatte ich kürzlich mit Mira telefoniert und ihr versprochen, wieder einmal eine Woche zu kommen. Das letzte Mal, als ich da war, hatte ich Mirko und Mira ein eigenes Hauskraftwerk installiert und davor eine fast 200 kW starke E-Maschine in Mirkos Motorboot gebaut, damit er nicht mehr tanken musste. Ich verdanke diesen Leuten alles und ich bleibe nie etwas schuldig! Im Guten, wie im Bösen...

"Papi, ich hab Hunger!" - "Ich auch mein Engel. Lass uns zu Mira gehn! Die lässt uns nicht verhungern." - "Ihr beide seid richtig verfressen! Das hat sie übrigens von dir, Michael! Ich hatte das nie!" - "Deshalb hast du auch eine Figur wie ein Teenager, Liebling! Wenn ich so hinter dir her gehe, komm ich auf ganz lustige Gedanken..." Selina wackelte aufreizend mit ihrem knackigen Po, was Melina sofort zu kopieren versuchte. "Ich fürchte, du wirst heute Nacht wenig Schlaf erwischen, Liebes. Das sieht ganz nach "körperlicher Ertüchtigung, aus, heute!" Selina sah mich über die Schulter an und lächelte. "Mal sehen, wer zuerst müde wird, Schatz!" - "Ich nehme die Herausforderung an, Kleines!" - "Ich freu mich drauf!" Melina gab mir die zweite Hand, so das sie zwischen ihrer Mami und mir ein paar "Engelein flieg" an unseren Händen hüpfen konnte. Immer wenn ich hier war, blieb die Zeit für mich eine Weile stehn und ich genoss in vollen Zügen, doch noch ein glücklicher Familienvater geworden zu sein...

 

Kommentare

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    Du, Herr Seegraf! Geht die Geschichte weiter? Da wär ich sehr dafür. Spannend von vorne bis hinten, aber es fühlt sich irgendwie noch nicht fertig erzählt an.

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    Du greifst voraus und schaust zurück, das erhöht die Spannung, genau wie der Titel, der für mich noch nicht mit Inhalt gefüllt ist. Der Text ist manchmal so dicht, daß ich aufpassen muß, den Faden nicht zu verlieren, das hält meine Aufmerksamkeit wach. An manchen Stellen frage ich mich, ob es einen Roman davor gibt mit Informationen, die in diesem als bekannt vorausgesetzt werden - gibt es? Was den Spannungsbogen manchmal zerfasern läßt, ist, daß Du manches in ähnlichen Worten mehrfach wiederholst, zum Beispiel, daß die Tochter das Tüpfelchen auf dem i ist. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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    Respekt! Gerade erst ein großartiges Werk abgeschlossen und schon fesselst du mich mit dem Nächsten - und das bereits nach nur einem Kapitel. Klasse! Ich freu mich drauf :)

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