"Met macht blet!"

Nachdem ich mit einer meiner liebsten Leserinnen nach ihrem letzten Review ein virtuelles Methorn geteilt hatte, kam mir die Idee, euch auch kulinarisch ein bisschen auf dem Laufenden zu halten.

Und wirklich guten Met verstanden die Alten zu machen!

Dazu habe ich ein Originalrezept gefunden - also spitzt die Ohren und stellt Honig bereit:

"Wilt du gu:oten met machen.

Der gu:oten mete machen wil, der werme reinen brunnen, daz er die hant dor inne liden ku:enne,

vnd neme zwei maz wazzers vnd eine honiges.

daz ru:ere man mit eime stecken vnd laz ez ein wile hangen vnd sihe ez denne durch ein rein tu:och oder durch ein harsip in ein rein vaz.

vnd siede denne die selben wirtz gein eime acker lanc hin vnd wider vnd schume die wirtz mit einer vensterehten schu:ezzeln,

da der schume inne blibe vnd niht die wirtz.

dor noch gu:ez den mete in ein rein vaz vnd bedecke in, daz der bradem iht vz mu:ege, als lange daz man die hant dor inne geliden mu:ege.

So nim denne ein halp mezzigen hafen vnd tu:o in halp vol hopphen vnd ein hant vol salbey vnd siede daz mit der wirtz gein einer halben mile.

vnd gu:ez ez denne in die wirtz vnd nim frischer heven ein halb no:ezzelin vnd gu:ez ez dor in.

vnd gu:ez ez vnder ein ander, daz es gesschende werde. so decke zv:o, daz der bradem iht vz mu:ege, einen tac vnd eine naht.

So seige denne den mete durch ein reyn tu:och oder durch ein harsip vnd vazze in in ein reyn vaz

vnd lazze in iern drie tac vnd drie naht vnd fu:elle in alle abende.

Dar nach lazze man in aber abe vnde hu:ete, daz iht hefen dor in kume,

vnd laz in aht tage ligen, daz er valle, vnd fu:elle in alle abende.

dar nach loz in abe in ein gehertztez vaz vnd laz in ligen aht tage vol.

vnd trinke in denne erst sechs wu:ochen oder ehte, so ist er aller beste."

 

Das Rezept stammt aus dem Würzburger "Buch von guter Spise" von 1350. Man nimmt an, dass es das älteste Kochbuch in mitteldeutscher Sprache ist.

 

Eine gute Übersetzung dazu liefert uns diese Quelle:

http://www.die-dunkle-dimension.de/i-mime.htm

 

"Willst Du guten Met machen. Wer guten Met machen will, erwärme sauberes Wasser so weit, so daß er noch die Hand hinein halten kann. Man nehme jeweils zwei Maß Wasser und ein Maß Honig. Mit einem Stab umrühren und (es) sich eine Weile setzen lassen. Dann seihe man es durch ein sauberes Tuch oder ein Haarsieb in ein sauberes Faß ab. Sodann siede man es gegen eine Ackerlänge hin und zurück (so lange man zu Fuß für die Strecke eines Morgens Ackers und wieder zurück benötigt; Uhren gab es schließlich nicht) und entferne den Schaum mit einer durchlöcherten Schale (Durchschlag, Sieb, Schöpfkelle etc.). Der Schaum bleibt in der Schale zurück, aber nicht die Flüssigkeit. Danach gibt man den Met in ein sauberes Faß und decke es ab, damit der Dampf nicht hinaus kann, solange, bis man seine Hand hinein halten kann. So nimm dann einen Meßbecher und fülle ihn halb voll Hopfen und mit einer Handvoll Salbei und siede das gleichzeitig mit dem Met gegen eine halbe Meile (so lange man benötigt, um diese Strecke zu gehen). Und gib es dann in den Met und nimm eine halbe Nuß (soviel, wie in eine halbe Nußschale paßt) frischer (lebender) Hefe und gib es ebenfalls hinein. Und misch es durch, daß es vergären werde. So decke es zu, so daß der Dampf hinaus kann, einen Tag und eine Nacht. So filtere dann den Met durch ein sauberes Tuch oder durch ein Haarsieb. Und fülle ihn in ein sauberes Faß und lasse es drei Tage und drei Nächte gären und fülle es jeden Abend um (wieder filtern), danach lasse man es abermals in Ruhe und schütze es vor dem Eindringen von Hefe (gut abdecken) und lasse es acht Tage liegen (ruhen) daß es sich setzt (die Hefe sinkt nach unten) und fülle es allabendlich um (vorsichtig abgießen, um den Bodensatz nicht mit umzufüllen). Danach füllt man es in ein geharztes (abgedichtetes, beziehungsweise für Aroma und Desinfektion mit Harz ausgeräuchertes) Faß und läßt es acht Tage voll liegen (ruhen, ohne es anzurühren oder etwas herauszunehmen) und trinke es innerhalb der nächsten sechs oder acht Wochen. Dann ist er am allerbesten."


Also hoch die Hörner - Skol!

 

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