Mexwell

Nach wenigen weiteren Minuten des dahinstaunen, kamen wir endlich im Schloss an. Dies lag mitten in einer wunderschönen Parkanlage, voller Blumen. Es bestand ebenfalls aus weißem Stein und war mindestens 15 Stockwerke hoch, bis es in einer Turmspitze endete. Im Gegensatz zu den anderen Wohnanlagen, war es kahl und leer. Aber es strahlte eine Art von Glanz aus, der sich nicht beschreiben lässt. Oberhalb des Schlosses, klaffte ein großes Loch in den Mauern, wo hier und da Vögel hinaus oder hinein folgen. Und genau auf dieses Loch steuerten Atos und die anderen beiden zu.

Dort angekommen rutschte ich von Atos Rücken, nickte ihm zu und wandte mich dem Tor zu, was von der Halle in das Schloss führte. Komisch war nur das alles Menschenleer war. Zwar war in der Halle noch der wenige Betrieb der Boten vorhanden, aber ansonsten war die gesamte Umgebung wie ausgestorben. Hinter mir tauchten Dustin und Wes auf, stellten sich links und rechts neben mich und wechselten einen kurzen Blick. Ein lautes Donnern zog von der rechten Flurhälfte in unsere Richtung. "Was war das?" fragte sich Dustin. "Wie sie seh'n, seh'n sie nix!" murmelte Wes vor sich hin und grinste breit. Ich lauschte... irgendwo in nicht
allzu weiter ferne, hörte ich es trommeln, Diesmal leiser als eben. "Was ist?" Beide Jungs sahen mich fragend an. "Ich schätze, hier wird gerade etwas gefeiert... Oder aber eine Zeremonie." Wes schlug sich vor die Stirn. Wie immer sehr theatralisch. "Natürlich, heute ist der 35 Jahrestag der Herrschaft meiner Eltern. Sie müssen im Festsaal sein. Kommt!" Er ging an uns vorbei und folgte dem Gang. "Das erklärt auch warum keine Wächter in der Großen Halle stehen." knurrte Dustin. Jeder wusste, dass er alles hasste was mit großen Maßen an Lebewesen zu tun hatte. Es sei den er musste kämpfen, dann konnten es nie genug sein. Der Gang, war wie üblich nur von Fackeln erleuchtet, was dem ganzen einen gruseligen Tatsch gab, aber in Kentonia gibt es nur selten Gefahren zu fürchten. Wir blieben letztendlich vor einer großen Flügeltür stehen die aus dickem Stein zu bestehen schien. Auch wenn das Schloss aus Stein bestand, waren die Wände immer warm und leuchteten aus dem inneren irgendwie. Die Tür schwang auf als wir gerade hinein gehen wollten. Eine große Gruppe Menschen kamen uns entgegen. Offenbar war die Feier zu Ende und die Leute mussten wieder ihrer Arbeit nachgehen. "Na Super. Menschenauflauf. Mein Liebstes Gericht!" Dustin verzog die Miene und wartete biss alle an uns vorbei waren. Manche starrten mich nur kurz an, andere nickten mir freundlich zu. Als die Masse versiegt war, konnten wir endlich in den Raum treten. Überall standen Stühle und hier und da war eine umgekippt. An den hohen Säulen an der Wand rankte sich Efeu empor. Am Ende des Raumes befand sich eine kleine Tribüne mit 3 Stühlen. Doch diese waren geschmückt mit Blumen und Ranken, nicht so wie die anderen die kahl im Raum standen. Jede Menge Blütenblätter langen vor und auf der Bühne. Jetzt wo alles still war, konnte man denken, dass hier eine Büffelherde gewütet hatte.

Auf dem mittleren Stuhl saß ein etwa 50 Jähriger Mann. In seinen dunkelbraunen Haaren zeichneten sich bereits graue Strähnen. Er hatte einen kurzen Bart und trug Krone, sowie einen langen goldenen Umhang. Seine schwarzen Stiefel blitzten unter dem Saum des Mantels hervor. Seine blauen Augen sahen müde aus und er schaute auf den Boden. Betrachtete das Caos. Er atmete schwer, als hätte er einen Marathonlauf hinter sich. "Vater? Geht es dir gut?" Wes klang besorgt doch er bewegte sich keine Stück zu ihm. Jetzt sah der Mann auf. Ein Lächeln breitete sich auf einem Gesicht aus und winzige Fältchen umspielten seine Augen. Er erhob sich und schritt langsam auf uns zu, aber bereits nach 5 Schritten blieb er stehen und griff sich ans Herz. Seine Miene wurde zu einer schmerzerfüllten Grimasse und er schwankte. Er neigte sich gefährlich zur Seite. Dann fiel er. Ich streckte meine Hand aus und ein blauer Blitz durchzuckte den Raum. Eine weiße Matratze erschien noch bevor er auf dem Boden landete. "Vater?" Wes rannte los, doch er war nicht schnell genug. Ich tauchte noch vor ihm in einer roten Wolke aus Rauch neben dem König auf. "Mexwell? Was ist los? Ist etwas passiert? Tut dir etwas weh?" Mexwell schaute mich an. "Lissa? Bist du das? Du musst es finden! Du musst..." weiter kam er nicht, den er verlor das Bewusst sein. Wes kam rutschend neben mir zu stehen. "Dustin such mir einen Arzt!!!" schrie er nach hinten. Doch dieser war bereits weg und kam kurzerhand wieder, in der Begleitung einer Frau.
 

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