Morgen in Boston

Silvias Handy schlug an. "Ich dich auch nicht, mein Engel! Ich will dich auch nicht mehr loslassen! Ich weiß, du mußt los, aber ich muß nur kurz deine Stimme hörn!" - "Oh, Michael! Ich liebe dich." - "Ich dich auch, mein Schatz! Ich ruf dich heute Abend an, ok?" - " Ja! Ich freu mich!"  - "Bis dann, Silvie!" - "Bis dann, Michael, du fehlst mir so..." Aber da hatte es schon geklickt.

In Boston war es halb zwei Uhr Morgens. Natalie hatte vorhin tatsächlich noch einmal angerufen und behauptet, jemand würde vor ihrer Zimmertür herumschleichen, Michael möge doch nachsehn... Dann hatte es ihm gereicht: "Natalie, es tut mir leid, aber ich bin keins von diesen Arschlöchern, die ihre Beziehung für eine fragwürdige Hotelnacht mit ihnen riskieren! Zugegeben, sie sind ein heißer Feger, und wäre ich nicht vergeben, hätten wir vielleicht heute Nacht eine Menge Spaß. So aber, kann ich ihnen nur empfehlen, ihren Einsatz abzubrechen und ihren Auftraggebern zu sagen, sie mögen sich selbst an mich wenden, wenn sie etwas von mir wollen! Und nun schlafen sie gut! Aber nicht mit mir! Gute Nacht!" Ihm war völlig klar gewesen, sowie er seine Zimmertür geöffnet hätte, wäre Natalie ängstlich wie ein Rehlein zu ihm geflohen, mit dem Vorsatz ihn zu vernaschen.

 Er rief die Rezeption an. Guten Abend! Meine Zimmernachbarin von 603 hat mich eben angerufen, sie höre Geräusche vor der Zimmertür. Haben sie Kameras in diesem Bereich? Ich wünsche, dass der Sicherheitsdienst ihre Tür im Auge behält, denn ich möchte nicht, dass diese Dame morgen seltsame Behauptungen aufstellt. Ich habe kein Interesse an ihrer Bekanntschaft. Ich bitte sie diesen Anruf zu protokollieren, weil ich dieser Person Einiges zutraue und nicht möchte, dass es irgendwann Aussage gegen Aussage steht... Sehr gut! Bitte heben sie den Mitschnitt auf! Danke sehr!"

Am nächsten Morgen verließ Michael sehr bald sein Zimmer. Er achtete sorgfältig darauf, nichts von Wert zu hinterlassen, weil er davon ausging, dass es durchsucht würde. Er hatte schon von zu Hause einen Mietwagen geordert gehabt, so dass er nun "ohne Schatten" zu seinem Kunden fahren konnte. Es war ein Getränkehersteller, der seine Abfüllanlage von ihm modernisieren lassen hatte. Die Flüssigkeit neigte dazu, zu schäumen, weshalb man viel zeit für die Abfüllung brauchte. Zeit ist Geld! Michael hatte ein Verfahren entwickelt, durch das man die Anlage annähernd doppelt so schnell betreiben konnte.

Michael war keine Viertelstunde unterwegs, als Natalie aus ihrer Suite kam und mit einer winzigen Folientastatur zu Michaels Zimmertür ging. Sie hielt die Karte in das Digitalschloss und wartete. Nach knapp zehn Sekunden sprang die Zimmertür auf, Natalie sah sich nocheinmal um und verschwand in Michaels Zimmer...

Kommentare

  • Author Portrait

    Oh, vielen Dank Kathy! Es geht gleich weiter!

  • Author Portrait

    Ebenfalls nun alle fehlenden durch gelesen :) Sehr erfreulich und bin gespannt, wie das weitergeht mit dieser Natalie.

  • Author Portrait

    Endlich habe ich es heute geschafft die mir fehlenden Kapitel aufzuarbeiten und zu lesen, ich bekomme von der Geschichte und deiner Erzählweise nie genug. :D

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media