Der Wind weht durch meine Haare. Mein Blick schweift durch die Landschaft, streift die Wolken, ich schaue über den Abhang in die Tiefe. Der Blick ist atemberaubend, wie das Grün der Wiese in das helle Grau der Wolken übergeht, der frische Wind, der nach Freiheit riecht. Leider kann ich das alles nur unscharf sehen, da ich meine Brille nicht bei mir habe, was aber eine andere Geschichte und damit an dieser Stelle unwichtig ist. Trotzdem nehme ich die Umgebung wahr, ich würde sagen, fast besser als mit Brille, obwohl mein Blick schon nach wenigen Metern unscharf wird.

Ich gehe Richtung Abhang, folge einem schmalen Pfad, der mich durch das steile Gelände führen wird.

Doch schon nach kurzer Zeit verlasse ich den Pfad, fühle mich euphorisch und gehe ein Stück über dem Weg entlang, dort wo das Laufen noch natürlicher und gefährlicher ist.

Mein Weg ist sehr uneben und steil, ein falscher Tritt und ich würde einige hundert Meter tief stürzen oder zumindest hinunterrollen, was trotzdem sehr gefährlich, wenn nicht sogar tödlich wäre. Aber das ist mir egal. Denn ich weiß, dass ich keinen falschen Schritt mache, ich fühle mich sicher. So sicher, wie ich mich noch nie gefühlt habe.

Ich erhöhe das Tempo, springe über die Wiese, da es einige Löcher im Boden gibt, denen ich auszuweichen versuche, obwohl ich sie fast gar nicht sehe. Es ist eher so, dass ich sie spüre und genau weiß, welche Stellen ich meiden sollte. Als wäre ich ein Teil dieser Landschaft, als wäre ich zu Hause. Noch nie zuvor war ich hier, es ist mir aber trotzdem sehr vertraut. Ich bewege mich eher nach Gefühl, bei diesem Tempo kann ich den Weg gar nicht mehr wirklich sehen.

Ein Fehler wäre tödlich, aber ich mache keinen Fehler.
Ich fühle mich so frei, der Duft der Freiheit.

Der Pfad endet und weicht einigen ziemlich großen Stufen. Ich hüpfe diese herunter, ein Tritt für eine Stufe. Jedoch erweist sich das als leichter als gedacht, denn die Stufen sind so riesig, dass selbst Riesen hier keine Probleme hätten, eher im Gegenteil.

Der Wind pfeift in meinen Ohren, so schnell bin ich auf meinem Weg hinab.

Ich fühle mich völlig entspannt, als würde ich das alles nur im Fernsehen sehen und nicht selbst erleben. Es ist besser als jede Jogaübung.

Nach einigen Unendlichkeiten, die ich sehr genossen habe, gelange ich ans Ende der Stufen.

Nun stehe ich mitten im Wald, laufe mit geschlossenen Augen weiter, atme den unberührten Duft des Wald, des Lebens ein und lausche den wundersamen Tönen der Natur. Die Natur spricht zu mir, zeigt mir den Weg.

Ohne die Augen zu öffnen, klettere ich über einen Baumstamm, den die Natur mir gezeigt hat. Ich bin hier daheim, ich bin ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von mir. 

Kommentare

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    Hallo Laurus. Genauso ist es mir auch schon oft ergangen, wenn ich spazieren war. Ich finde mich generell in vielen deiner Texte wieder und als ich deine Beschreibung von dir in deinem Profil gelesen habe, war ich für einen kurzen Moment versucht, sie in mein eigenes Profil zu kopieren. ~.~ Keine Sorge, hab ich nicht gemacht. ;P Ich freue mich auf deine nächsten Texte. Hab dich gleich mal abonniert.

  • Author Portrait

    Gut geschrieben. Die Natur besitzt sowieso eine Kraft, die man nicht erklären kann. Dies kommt gut rüber in deinem Text. Ich hätte mir nur gewünscht, dass du gerade im letzten Teil beschreibst, welche wundersamen Töne der Natur deine Ohren wahrnehmen. Das würde das ganze noch abrunden. Vielleicht wolltest du aber auch den Leser seiner eigenen Phantasie überlassen...

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Feenstaub

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