Eines Tages war der kleine Stern bei der Hexe Neolani zu Besuch. Er sah sich in ihrem Hexenhäuschen um und sagte dann:
"Du, Neolani, bei dir ist es heute aber sehr unordentlich."
Neolanie blickte sich erstaunt um. Der schiefe Bücherstapel in der Ecke, die Klamotten, die kreuz und quer über den Möbeln hingen, der Hexenbesen, der auf dem Küchentisch lag, die einzelne giftgrüne Socke, die aus der Backofentür heraushing - wo sollte es hier denn bitteschön unordentlich sein???
Aber der kleine Stern bestand darauf, dass Neolani aufräumen sollte. Seufzend holte Neolani das große Hexenbuch, aber der kleine Stern rief:
"Nein, bitte, Neolani! Keine Hexerei! Dabei geht immer etwas schief. Außerdem macht es viel mehr Spaß, selbst aufzuräumen."
Das bezweifelte Neolani zwar, aber weil sie den kleinen Stern ja lieb hatte, fügte sie sich.
Sie zog die giftgrüne Socke aus der Backofentür und sah den kleinen Stern fragend an.
"Und was mach ich jetzt damit?"
"Wo sind denn die anderen Socken?"
"Im Sauerkrautfass."
Der kleine Stern schüttelte sich, dann sagte er seufzend:
"Dann leg die Socke auch da rein."
Neolani machte das, dann hob sie einen Rock von der Sofalehne hoch.
"Und das?", fragte sie.
"Wo sind denn deine anderen Röcke?", fragte der kleine Stern. Neolani überlegte kurz.
"Ich glaub, in der Brennholzkiste."
Der kleine Stern verdrehte zwar die Augen, aber dann sagte er:
"Na, dann leg diesen Rock auch in die Brennholzkiste."
Als nächstes nahm Neolani ihren Hexenbesen.
"Wo soll ich den denn hin tun?"
"Wo steht der denn normalerweise?"
"Der steht gar nich, der liegt. Und zwar unter meinem Bett."
"Na, dann leg den Besen unter das Bett."
Gesagt, getan. Und so arbeiteten Neolani und der kleine Stern sich Stück für Stück durch die Unordnung, bis alles schön aufgeräumt war. Alle Socken waren im Sauerkrautfass, alle Röcke in der Brennholzkiste, alle Schuhe auf dem Bücherregal, die Bücher im Wäschekorb, der Besen unter dem Bett und die Hexentrankzutaten im Kleiderschrank.

Der kleine Stern hätte es zwar hübscher gefunden, wenn alle Sachen auch da gewesen wären, wo sie eigentlich hingehörten, aber schließlich dachte er sich, dass Neolani eben eine Hexe war und dass Hexen wohl ihre eigene Ordnung hatten.
Und dann backten er und Neolani Kuchen. Und wie die Küche anschließend ausgesehen hat, brauch ich wohl niemandem zu sagen...

Kommentare

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    Wieder einmal Neolani - wie schön!

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    Oh süß! :) Gibt's bei den Neolani Geschichten eine Reihenfolge, oder einen Teil, den man als erstes lesen sollte?

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    Wiedermal eine tolle Geschichte! Ich freue mich schon auf mehr von den Beiden. : )

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    Konnte mittendrin schon heiteres lachen von Kindern hören... eine schöne kindergeschichte :)

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Feenstaub

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