Ohne Seele

So also sehen Seelen aus. Wie Menschenherzen aus Sternenstaub. Fast möchte ich meine Seele noch einmal berühren, aber ich weiß, dass sie jetzt nicht mehr die meine ist.
Etwas muss in der Tiefe geschehen sein, als ich mich den Lippen der Kreatur anvertraut habe. Ohne es richtig zu begreifen, habe ich ihr meine Seele freiwillig gegeben.
Hat sie mich deshalb fast sterben lassen? Befreit man die menschliche Seele so aus ihrer Hülle? Und was nun, was passiert jetzt mit mir?
Hier schweben so viele dieser Lichter. Manche sind kleiner oder größer als andere, aber alle leuchten und schimmern in den unterschiedlichsten Nuancen... zusammen bilden sie den schönsten aller Sternenhimmel. Ich frage mich, ob sie alle einmal zu Menschen gehört haben.
Trotz der vielen Fragen, die in mir aufkommen, fühle ich mich ohne Seele leicht - ja sogar ruhig und friedlich. Fast so, als hätte man mich von meinen weltlichen Sorgen befreit - als hätte man die Gesetze der Gravitation von meinem Geist genommen.
Ich gehe näher ans Ufer. Die Lichter tanzen auf der Wasseroberfläche und ich fühle mich, als würde ich im Weltall schweben.
Vorsichtig tauche ich eine Zehe ins Wasser. Es ist seltsam warm und scheint sehr seicht zu sein, also gehe ich ein paar Schritte und taste mich langsam vor, während ich das Lichtermeer um mich herum bewundere.
An einer Stelle scheint der Untergrund abrupt steil zu werden, und ich beschließe, mich hinzusetzen und meine Beine in die Tiefe baumeln zu lassen.
Ich verspüre keine Eile oder Angst. Ich fühle mich, als gehöre ich hier her und wäre dazu bestimmt, genau in diesem Moment an genau diesem Ort zu verweilen. Das seichte, angenehm warme Wasser schmiegt sich an mich. Es hat etwas Erregendes, wie die sanften Wellen in meinem Schoß brechen, und ich öffne meine Schenkel, um mehr davon zu spüren.
Mein ganzer Oberkörper ist dank der Kälte hier an der Oberfläche von Gänsehaut übersät, meine Brustwarzen hart. Ich komme nicht umhin, mit der Hand über meine Haut zu streichen.
Ich mag das Gefühl von Gänsehaut unter meinen Fingern. Ich fühle, wie meine langen, nassen Haare mit jeder Bewegung meines Kopfes über meinen Rücken kitzeln. Plötzlich arbeiten meine Sinne auf Hochtouren. Ich werde mir jeder Faser meines Körpers bewusst, und meine Hände gleiten gierig über die feuchte Haut.
Ich lehne mich schließlich langsam zurück, bis ich mit dem Rücken im sandigen Grund des seichten Ufers gebettet bin, und lasse meine Hände abwärts gleiten.
Ich rechne nicht damit, dass sie ihr Ziel erreichen, da es mir nun schon so lang versagt ist, mich anzufassen. Doch dann treffen sie tatsächlich an meinem intimsten Ort an.
Ein erregtes Seufzen entfährt meiner heiseren Kehle. Schon alleine das Wissen, dass ich mich endlich wieder berühren darf, reicht aus, um mich feucht werden zu lassen. Und endlich wieder meine eigene Feuchtigkeit spüren zu dürfen, heizt mich sogar noch mehr an.
Ich lasse meine Finger sanft gleiten und ich erzittere sofort unter den Wellen der Lust, die mich ergreifen.
Ein Windstoß bewegt die Wasseroberfläche und immer stärker werdende Wellen begleiten mein sinnliches Spiel.
Dann, in einer sich unendlich ausdehnenden Sekunde, gleitet etwas aus der Tiefe an meinem Bein entlang.

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Feenstaub

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