Paris Hilton


Kapitel 17

Paris Hilton

 

„Sag mal, erreicht man dich überhaupt noch?“, maulte Sherrys wütende Stimme durch den Hörer, als ich es bei ihrem siebten Anruf zwischen zwei Interviews endlich schaffte, ans Telefon zu gehen.

„Sherry! Ich mache das doch nicht mit Absicht. Ich weiß momentan gar nicht, wo mir der Kopf steht. Alle Leute wollen plötzlich etwas von mir.“

„Hör dich nur einmal einer an.“, lachte sie daraufhin, jetzt wieder fröhlich. „Miss Super-Wichtig. Du klingst wie Paris Hilton zwischen zwei Fototerminen.“

„Erstens wäre mir Jennifer Lawrence lieber und zweitens möchte ich gern wissen, woher du weißt, wie Paris Hilton zwischen zwei Fototerminen klingt.“, erwiderte ich gutgelaunt und reichte dem Taxifahrer dankend einen Zwanzig-Euro-Schein. „Stimmt so.“

„Jetzt sag mir nur noch, du hast gerade deinen Chauffeur bezahlt! Du bist Paris Hilton!“

„Mein Gott, Sherry!“, lachte ich und freute mich über diese mir so unbekannte Frau am anderen Ende der Leitung. „Irgendwie muss ich doch zur Villa zurückkommen. Da ich allein unterwegs war, hatte ich keine Lust, von Fans überrannt zu werden… Gott, das klingt jetzt wieder nach Paris Hilton, oder? Aber es ist unglaublicherweise wirklich so!“

„Ich freue mich für dich, Fay! Du klingst gut. Richtig verwandelt.“

„Das kann ich nur zurückgeben!“, erwiderte ich dankbar und schloss eilig das Tor hinter mir. „Was machst du so?“

„Ich überlege gerade, ein Studium zu beginnen. Psychologie.“

„Du steckst dir aber gleich hohe Ziele.“, sagte ich beeindruckt.

Sie lachte. „Und das sagt mir eine der neun letzten Kandidaten von DerTraum.“

Ich grinste breit und fragte dann neugierig: „Ich habe trotzdem das Gefühl, dass du noch wegen etwas anderem mit mir sprechen wolltest, vor allem da du fast meine Mailbox gesprengt hast.“

Gut gelaunt ging ich zum hinteren Garten der Villa mit dem angrenzenden Park und dem See. Ich genoss die Luft des sich nahenden Herbstes in vollen Zügen. Für den Rest des Tages hatte ich frei, aber ich musste meinen Song für die kommende Show üben.

Dass ich Sherry noch immer am Hörer hatte, wurde mir erst klar, als sie wieder zu sprechen begann. „Ja, das ist ein Kontrollanruf. Fay, es geht um dein Versprechen.“

Ich stöhnte. „Sherry, dräng mich doch nicht so!“

„Jeder von euch beiden könnte jederzeit rausfliegen! Das muss dir doch klar sein!“

„Ich weiß nicht, warum dir das so wichtig ist!“, sagte ich verständnislos.

„Weil es so sinnlos ist, dass du zögerst, merkst du das nicht? Ihr seid beide Single und laut des Interviews, das ich heute gelesen habe, steht er genau auf Frauen wie dich.“

„Das Interview ist schon draußen?“, fragte ich zerstreut. Schockiert wurde mir klar, dass es bereits Mittwoch war. „Was heißt, da steht, er steht auf Frauen wie mich?“

„Du warst dabei, du weißt, was er gesagt hat, oder?“

„Sherry, das war sehr allgemein. Damit hätte er jede gemeint haben können!“, sagte ich genervt, fühlte mich aber ehrlich schuldig wegen meines Versprechens. „Ich weiß momentan einfach nicht, wo mir der Kopf steht.“

„Das sagst du jetzt das zweite mal in weniger als fünfzehn Minuten.“, seufzte sie. „Was ist es noch?“

Ich druckste herum und sagte schließlich: „Ach, irgendwas läuft ganz gewaltig schief zwischen Damien und mir. Ich weiß einfach nicht, wann und wie es genau angefangen hat und was ich dagegen tun soll. Das beschäftigt mich sehr, Sherry.“

„Hast du ihn mal darauf angesprochen?“, fragte sie mitfühlend.

„Das ist nicht so leicht. Er wird dann immer so distanziert und benimmt sich mir gegenüber wie ein Fremder. Er sagt, es wäre alles gut, aber ich merke so genau, dass etwas nicht stimmt, Sherry. Wir können gar nicht mehr locker miteinander umgehen.“

„Vielleicht will er was von dir.“, sagte sie nachdenklich. Wieder entfuhr mir ein genervtes Stöhnen. „Jetzt fang du nicht auch noch damit an! Nici nervt mich schon mit diesen Hirngespinsten.“

„Aber es kann doch sein, dass er…“

„Wir sind nur Freunde!“, fuhr ich sie an und ließ keinen weiteren Widerspruch mehr zu.

„Okay, okay.“, sagte sie versöhnlich und genau wie bei Nici konnte ich fast ihre Gedanken hören, in denen sie klarstellte, dass sie mir kein Wort glaubte. „Darf ich fragen, was du Samstag singst? Das ist doch genau dein Motto, oder?“

Ich nickte erleichtert. „Und ob es das ist. Total Eclipse Of The Heart.“

„Wow.“, hauchte sie. „Bonnie Tyler. Das ist ne Nummer.“

„Ich weiß.“, seufzte ich. „Ich habe auch hin und her überlegt, aber ich will es einfach singen.“

„Du schaffst das. Warum sich mit weniger begnügen! Was hast du heute noch vor?“

„Ich werde noch etwas üben und später wollen wir in einen Club gehen!“, sagte ich und freute mich schon auf die Abwechslung, während ich gleichzeitig das Gefühl hatte, nur noch unterwegs zu sein und das totale Jetset-Leben zu führen.

„Wunderbar! Da hast du eine gute und lockere Umgebung für ein Gespräch mit Sascha. Das mit Damien wird sich auch klären.“

„Sherry, zerbrich dir bitte nicht meinen Kopf. Du bist schlimmer als jede Mutter!“, lachte ich. „Ich muss dann auch langsam los.“

„Geht klar, du kannst dich ruhig ab und zu melden, wenn du mich zwischen deine Termine quetschen kannst.“, grinste sie.

„Wir werden sehen.“, sagte ich hochnäsig, dann verabschiedeten wir uns lachend.

Als das Telefon zurück in meine Tasche geglitten war, strich ich mir das Haar aus dem Gesicht und sah auf den See hinaus, der sich unter dem Wind stark kräuselte, während ich mich fragte, wie mein Leben so chaotisch und normal zugleich sein konnte.

 

Wir fuhren zu sechst zu dem angesagten Club, in den wir vor ein paar Wochen noch sicher nicht reingekommen wären – und bildeten uns mächtig viel auf die Tatsache ein, dass wir es jetzt taten.

Alina hatte Nici und mich unmöglich aufgebrezelt, sodass wir uns problemlos in das schillernde Nachtleben Kölns einfügten und wirkten, als kämen wir nicht von weither aus einem Dorf im Nirgendwo. Meine Haare hatte sie gekonnt nach oben gesteckt, sodass sie aussahen wie nachlässig zusammengebunden, was mir – zusammen mit den schwarzen Lederhosen und dem glitzernden schwarzen Top – den ultimativen Rockstar-Look verlieh.

Um das Bild noch zu krönen, gingen wir über einen roten Teppich, der in den Club herein führte. Links und rechts davon befanden sich Absperrungen, hinter denen frierende Teenies standen, die die Hoffnung nicht aufgeben wollten, doch noch in den Club herein zu kommen.

Die Stadt und all ihre Lichter schienen um uns herum zu wirbeln. Wir befanden uns in einem tranceähnlichen Zustand, während überall Leute unsere Namen riefen. Als wir durch den schweren roten Vorhang traten, befanden wir uns beinahe im Touch Mail Hall. Die Decke war so hoch, dass sie in der Dunkelheit kaum zu sehen war. Obwohl es eine Disco war, roch es nirgendwo nach Alkohol, Zigarettenrauch oder Schweiß. Stattdessen wurde die Luft von einem blumenähnlichen Duft erfüllt, der minütlich aus kleinen weißen Boxen an der Wand gesprüht wurde. Alles in dem großen Raum, von dem noch zwei weitere Türen abgingen, wirkte edel und glamourös.

So wie die Leute, die darin feierten. Es wimmelte von Paradiesvögeln á la Olivia Jones, aber auch von teuer gekleideten Frauen, die in ihren Chanel-Kostümchen wie Puppen wirkten. Ich hatte das untrügliche Gefühl, die Jüngste im ganzen Club zu sein, was mich etwas einschüchterte.

„Lasst uns zur Bar gehen.“, raunte Alina, da wir immer noch wie angewurzelt mitten im Eingang standen und Anderen den Weg versperrten. Damit waren alle einverstanden. Ein Auflockerungsgetränk konnte sicher jetzt jeder von uns vertragen.

Zehn Minuten später leistete mir nur noch Damien Gesellschaft, da die anderen auf der brechend vollen Tanzfläche verschwunden waren. Ich konnte keinen von ihnen mehr sehen und bestellte mir seufzend noch ein Glas Sekt. Was war eigentlich los mit mir? Ich hatte mich auf den Abend gefreut, aber jetzt war mir so gar nicht nach Tanzen und Feiern zumute. Das Schweigen, das wie eine schwarze Wolke über Damien und mir hing, tat sein Übriges zu meiner Laune bei, bis ich es schließlich nicht mehr aushielt. „Damien, du musst nicht hier bei mir bleiben.“

„Willst du mich loswerden?“

Wieso artete jeder Satz in letzter Zeit in einen Streit aus? Ich fühlte mich unendlich müde und erklärte: „Ich meine, du musst dich nicht dazu verpflichtet fühlen. Du kannst tanzen gehen.“

„Das weiß ich, Fay. Ich bin schließlich ein erwachsener Mann. Wieso hast du nicht den Mut, zu sagen, dass du allein sein willst?“

„Weil ich es so nicht gemeint habe!“, sagte ich wütend. Er hob die Hände, murmelte „Schon gut“ und verschwand. Ich atmete tief durch, um nicht in Tränen auszubrechen und leerte mein Glas in einem Zug, während ich murmelte: „Nichts ist gut, gar nichts.“

Mutlos blieb ich, wo ich war und hoffte, dass ich mit der Annahme richtig lag, dass die Bar der Ort war, wo früher oder später jemand auftauchen musste, den ich kannte. Ich hatte mein Handy dabei und könnte Nici schreiben, ob sie sich zu mir gesellen wollte. Doch auch wenn Nicolás nicht bei ihr gewesen wäre, wäre mir das zu erbärmlich erschienen. Außerdem waren wir zum Feiern hergekommen. Es reichte schon, dass ich Damien den Abend verdorben hatte. Wie auch immer ich das wieder angestellt haben mochte.

Als nach einer weiteren halben Stunde immer noch keiner meiner Freunde auftauchte, sank mein Mut noch mehr. Es half auch nichts, dass ich von mehreren Typen mit einfallslosen Sprüchen angegraben wurde, die ich alle mit der Lüge vergraulte, dass ich mit meinem Freund hier war. Irgendwann taten sie sich zusammen und beobachteten mich aus einer hinteren Ecke, wo sie auf einer Couch fläzten und sich darüber lustig machten, dass mein Freund mich den ganzen Abend allein ließe.

Ich fühlte mich entsetzlich, hatte aber nicht den Mut, allein zur Villa zurückzukehren. Die glamouröse Paris Hilton vom Nachmittag hatte sich wieder in das langweilige Mädchen vom Dorf verwandelt. Kurz schöpfte ich Mut, als ich Alina auf der Tanzfläche herumhüpfen sah. Doch als ich mich zu ihr geselle wollte, sah ich, dass sie von unzähligen Männern umringt war, die sie antanzten. Ich machte mich resigniert auf den Weg zu meinem Barhocker zurück und bestellte mir ein weiteres Glas Sekt.

Da sah ich plötzlich Marc am anderen Ende der Bar sitzen. Er wirkte genauso mutlos wie ich. Sei es aus Verzweiflung heraus oder aus Neugier, weil ich wissen wollte, warum er doch nachgekommen war – noch dazu ohne Victoria – eilte ich zu ihm herüber, wobei mir unangenehm bewusst wurde, dass wir noch nie ein vernünftiges Gespräch miteinander geführt hatten. „Hi! Bin ich froh, dich zu sehen. Was machst du denn hier?“

„Fay!“ In seinen Augen blitzte die gleiche erleichterte Freude wie in den meinen auf. „Ach, ganz blöde Geschichte. Ich hatte Streit mit Victoria. Vielleicht hingen wir die letzten Tage einfach zu oft zusammen. Da habe ich für etwas Abstand gesorgt, indem ich euch gefolgt bin. Sie sitzt stocksauer mit Sandro in der Villa und ich habe bisher niemanden von euch gefunden.“

„Ehrlich gesagt, kann ich auch niemanden mehr finden!“, brüllte ich durch die immer lauter werdende Musik. „Und ohne Begleitschutz hat man es hier schwer als Frau.“

Er nickte mitfühlend und sah sich dann suchend um. „Das kann ich mir denken. Wo ist denn Damien?“

Warum fragte mich nur jeder nach ihm? Warum sollte immer gerade ich wissen, wo er war? Die anderen schienen davon auszugehen, dass es normal war, dass wir zusammenklebten wie Pech und Schwefel. „Keine Ahnung.“

„Na ihr beiden? Ihr seht ja verloren aus.“ Das war Sascha, der sich zwischen uns stellte, um ein Bier zu bestellen und ich hätte vor Erleichterung beinahe geweint.

„Ich dachte schon, ich hätte mich im Club geirrt, weil man keinen von euch zu Gesicht bekommt.“, sagte Marc und stieß mit ihm an.

„Ich saß die ganze Zeit schon mit Damien und Alina in der Lounge. Dort ist es nicht so wild und wirklich bequem. Als sie sich auf die Tanzfläche aufgemacht hat, bin ich aufgestanden, um Getränkenachschub zu holen.“ Just in diesem Moment schob der Barkeeper ihm die drei Gläser über den Tresen und Sascha wirkte ehrlich überfordert. „Hätte ich doch nur drei Hände.“

„Ich helfe dir!“, bot ich mich sofort an und schnappte mir Alinas Cocktail.

„Ihr wollt euch jetzt wohl beide vom Acker machen?“, fragte Marc ehrlich entsetzt.

„Komm doch einfach mit.“, erwiderte Sascha und wandte sich dann mir zu. „Du rettest mir das Leben. Sie wird unerträglich, wenn sie sich nicht weiter druckbetanken kann.“

Ich lachte so sehr, dass etwas von Alinas Getränk über meine Hände lief und dort unangenehm klebrige Spuren hinterließ. Dann folgte ich den beiden Männern und achtete penibel darauf, ja keinen weiteren Tropfen zu verschütten, was sich als äußerst schwierig erwies, während wir uns durch die tanzende Menge quetschten.

In der Lounge angekommen, stellte ich angenehm fest, dass wir plötzlich wieder vollzählig waren, denn neben Damien und Alina saßen auch Nicolás und Nici, die sich jetzt zu mir wandte. „Ich dachte schon, du wärst verschollen.“

Mein Blick glitt zu Damien. Ich versuchte abzuschätzen, ob er immer noch wütend war. Doch er warf mir ein versöhnliches Lächeln zu, machte aber keine Geste, dass ich mich zu ihm setzen konnte. So ließ ich mich neben Sascha nieder, bevor ich mich Nici zuwandte: „Jetzt tu doch nicht so, als ob du mich gesucht hättest!“

„Doch, wirklich!“, versicherte sie mir und rammte Nicolás, als dieser kicherte, schmerzhaft ihren Ellbogen in die Rippen. Ich rollte die Augen himmelwärts und begann endlich, mich zu entspannen, obwohl ich Damiens Melancholie immer noch nicht deuten konnte.

 

Das Verhältnis zwischen uns wurde auch nicht entspannter, als einen Tag vor der Show Lovesongs ein riesiger Artikel über uns in der KLATSCH-Zeitung erschien, der folgende Überschrift trug: Fay: „Wir sind nur Freunde!“Wir wissen es besser! (S. 48)

Ich fluchte und blätterte angespannt zu der angegebenen Seite. Dort traf mich der Schlag. Auf einer riesigen Doppelseite war das Foto von Damien und mir abgebildet, das Nicolás in dem Moment geschossen hatte, als Damien mich durchgekitzelt hatte. Nur er hatte dieses Foto gehabt… bedeutete das etwa, das Nicolás es an die Presse weitergegeben hatte? Doch darüber musste ich mir später Gedanken machen.

Zuerst las ich voller Entsetzen unsere zusammengeschnittenen Interviews durch. Es waren Antworten von uns unter Fragen gelegt, zu denen die Antworten nicht gehörten. Alles war schön hübsch zurechtgemacht und stellte uns wie zwei schleimige Lügner hin. Es war wirklich clever gemacht, denn es war nicht so, dass wir die Sätze nie gesagt hatten, aber sie hatten sie in einen Zusammenhang gestellt, den es so nie gegeben hatte.

Und das alles war nur wegen dieses schrecklichen Fotos passiert! Wie sagte man so schön? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das stimmte tatsächlich, wenn ich mir dieses Bild hier ansah. Ich lag auf der Couch und Damien saß auf meinen Beinen, während er meine Arme über meinem Kopf festhielt. Unsere Blicke waren ernst und die Gesichter einander zugeneigt.

Ich ignorierte das rauschende Blut in meinen Ohren und die Frage, ob wir uns geküsst hätten, wäre Nicolás nicht in den Raum gekommen. Ich wusste nicht, wie ich die Aussagekraft dieses Bildes nehmen sollte und kam mir schon wie eine Heuchlerin vor, weil ich etwas leugnen wollte, was vielleicht sogar passiert wäre, wären wir nicht unterbrochen wurden. Es war das erste Mal, dass ich mir derartige Dinge in Bezug auf Damien eingestand.

Trotzdem ging es die Presse nichts an! Es war einfach nicht fair! Jetzt war es nicht mehr die Frage, wann Damien und ich uns würden trennen müssen, sondern nur noch, wer von uns beiden morgen gehen musste.

Entschlossen machte ich mich auf den Weg zu Nicolás, um ihn zur Rede zu stellen. Ich platzte ohne anzuklopfen in das Zimmer, das er sich mit Sandro teilte. Es war mir völlig egal, dass Sandro Zeuge der unschönen Szene wurde, die ich Nicolás dann machte: „Du bist wirklich widerlich, weißt du das?“

Er wusste sofort, worum es ging, was meinen Verdacht nicht gerade entkräftete. Neben ihm entdeckte ich den unschönen Artikel. Ich war einer Explosion nahe. „Fay, ich weiß nicht, wie das Foto an die Reporterin gekommen ist! Denkst du wirklich, ich hätte es der Presse gegeben? Denkst du, ich bin so billig?“ Es war das erste Mal, dass ich ihn völlig außer sich erlebte. Er war aufgesprungen.

„Was soll ich deiner Meinung nach bitte denken? Du warst der einzige, der das Foto hatte.“

„Ich weiß!“, sagte er heftig. „Ich hatte es noch in meiner hinteren Hosentasche, als wir das Interview gemacht haben. Es muss raus gefallen sein!“

Einen Moment starrte ich ihn sprachlos an, ehe ich hysterisch schrie: „UND JETZT?“

„Es tut mir ehrlich leid, aber es war keine Absicht!“ Er war sichtlich verzweifelt, doch es war mir völlig gleich. „Und war es auch keine Absicht, das Foto überhaupt zu machen? Würdest du einmal in deinem Leben nachdenken, wäre das alles gar nicht erst passiert! Morgen ist die zweite Liveshow!“

„Das weiß ich.“ Er raufte sich das Haar. „Vielleicht erreiche ich einen Reporter, dass ich die Sache irgendwie klären kann.“

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    Ach Fay... Das Leben in der Glitzerwelt ist so gemein... Aber DICH spüre ich immer besser...

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