Part 3

Minako lag mit dem Kopf auf dem Tisch und schien zu schlafen.
„Guten morgen Klasse!“
Minako schrak hoch. Der Unterricht hat schon begonnen. Kazuos Platz war leer. Der Tag zog sich sehr lang hin. Zum Glück sind ab morgen Sommerferien.
„Minako kümmerst du dich bitte darum, dass Kazuo den Schulstoff bis nach den Ferien aufgeholt hat?“
„Ja mach ich.“
Damit war der letzte Schultag auch geschafft. Minako beschaffte sich noch Kazuos Adresse und ging. Den anderen Mädchen in der Klasse passte dies überhaupt nicht.
Vorerst ging sie noch nach Hause, um ihr Katana zu holen. Yuki war noch nicht Zuhause, weshalb Minako ihr einen Zettel hinterließ. Minako machte sich auf den Weg. Kazuo wohnte am anderen Ende der Stadt, also musste sie mit der Bahn fahren. Nach einer Stunde kam sie bei ihm an. Er wohnte in einem sehr großen Haus. Minako musste sich überwinden zu klingeln, nahm dann aber allen Mut zusammen. Es dauerte kurz bis jemand ihr die Tür öffnete.
„Hallo...Wer bist du?“
„Ich...ich bin Minako Houno...Ich gehe in Kazuos Klasse und wollte ihm den Lehrstoff bringen...damit er alles bis nach den Ferien nachholen kann.“
„Ich weiß nicht, ob er gerade Besuch empfangen möchte. Ich werde ihn fragen. Warte kurz.“
Die Frau schloss die Tür und öffnete sie nach kurzer Zeit wieder.
„Komm rein. Er hat sich in seinem Zimmer eingesperrt. Ich habe ihn selbst heute den ganzen Tag nicht gesehen.“
„Danke...Dann werde ich mal versuchen, ob er mich rein lässt.“
Minako betrat das auch und zog sich, wie es sich gehört die Schuhe aus.
„Gut...Die Treppe hoch rechts.“
„Danke...“
Eigentlich war diese Frau doch ganz nett. Minako konnte nicht nachvollziehen, wieso er sie hasst. Die Frau schaute Minako missmutig an, als sie das Katana an ihr sah. Minako stand vor Kazuos Zimmer und klopfte zögerlich an.
„Komm rein.“
Sie öffnete die Tür, betrat den Raum und schloss die Tür hinter sich, dann legte sie ihr Katana ab. Kazuo lag auf seinen Bett und beobachtete sie. Als sie ihn an sah erschrak sie.
„Was ist mit dir passiert?“
Kazuo war mit Wunden überseht. Pflaster zierten sein Gesicht und Verbände umhüllten seine Arme und Oberkörper.
„Keine Sorge, dass sind nur Kratzer. Der Töterparasit gestern war ziemlich zäh. Der hatte es in sich.“
Minako setzte sich zu ihm auf das Bett. Er setzte sich auf, um ihr ein wenig Platz zu machen.
„Wieso bist du denn gestern noch los gegangen?“
„Ich musste hier einfach raus...Meine Tante weiß davon auch nichts.“
„Deine Wange...und dein Auge sind blau...Das war doch niemals der Parasit.“
Kazuo wich ihren Blick aus.
„Was ist denn da passiert?“, bohrte sie nach.
„Meine Tante mag es nicht, wenn ich Parasiten töten gehen. Zusätzlich hasst sie mich. Danach bin ich einfach abgehauen.“
„Sie hat dich geschlagen? Hier kannst du doch nicht bleiben!“
„Wo soll ich denn hin?“, nun schaute Kazuo sie wieder an.
Minako dachte nach. „Ich weiß es nicht...“
„Wenn ich hier weg gehe, wird sie dafür sorgen, dass ich in ein Heim komme. Dann habe ich überhaupt kein freies Leben mehr...“
Zum ersten Mal veränderte sich seine ernste Mimik zu einer nachdenklich, bedrückten Mimik.
„Vielleicht hast du recht...“
„Wieso bist du überhaupt hier?“
„Ach ja...“ Sie legte ihm die Bücher hin. „Unser Lehrer hat mich darum gebeten dir zu sagen, was du alles noch aufholen musst bis die Schule beginnt. Immerhin hängst du durch den Schulwechsel ein bisschen mit dem Stoff nach.“
„Hilfst du mir dabei?“
„Ja sehr gerne.“ Minako fing an zu lächeln. Kazuo blieb bei seiner ernsten Miene. Plötzlich krümmte er sich und lehnte sich gegen Minako.
„Hast du schmerzen?“
„Ja...“
Minako begann sich sorgen zu machen.
„Du solltest dich hinlegen.“
Sie stützte ihn, damit er sich mit möglichst wenig Schmerzen hinlegen konnte. Dann räumte sie die Bücher vom Bett.
Kazuo verzog vor Schmerz sein Gesicht. Er drückte seine Hände auf seine Wunden.
„Warst du bei einem Arzt?“
„Nein...“
„Aber du musst! Was ist, wenn die Wunden schlimmer sind, als sie aussehen?“
„Werden sie schon nicht sein.“
Seine Wunden am Oberkörper fingen wieder an unter den Verbänden zu bluten. Das Weiß der Verbände färbten sich innerhalb von Sekunden in ein helles rot.
„Kazuo ich muss einen Arzt rufen!“
„Nein! Meine Tante darf davon nichts erfahren!“
Er rappelte sich auf. Weiterhin drückte er seine Hand auf die blutende Wunde. Er schaute nach unten.
„Ich will keinen Arzt.“
„Warum nicht? Du blutest stark“
„Das hört auch wieder auf.“
Plötzlich sah er wie Blut von auf seine Beine tropfte. Das konnte doch nur von seinem Gesicht kommen, aber dort hatte er keine Wunde. Er schaute hoch zu Minako.
„Du...du blutest aus deinem Mund...und...deine Augen...“
Starr schaute er das Mädchen an. Er hustete ein paar Mal wobei er Blut spuckte.
„Kazuo...Sprich mit mir!“
Sie rüttelte ihn leicht. Doch er schaute sie nur starr und schweigsam an. Bis er letztendlich bewusstlos zur nach vorne kippte.
„Ich muss einen Arzt rufen.“
Sie schaute sich nach ihren Handy um.
„Es liegt auf dem Tisch...Da komm ich nicht ran...“
Minako suchte verzweifelt nach einen Weg nach Hilfe zu rufen. Seine Tante durfte nichts erfahren, aber anders konnte sie nichts tun.
„HILFE!!!“
Kurz nach ihren Rufen kam die Tante ins Zimmer gestürmt.
„Was ist hier los?“
Sie schaute die beiden erschrocken an.
„Woher kommen diese Wunden?“
„Das kann ich ihnen später erklären. Er braucht unbedingt einen Arzt.“
„Ich werde einen rufen.“
Die Tante ging nach unten und rief im Krankenhaus an.
„Du darfst nicht auch noch sterben...“


Im Krankenhaus saß Minako mit seiner Tante im Gang und warteten.
„Jetzt bin ich schon wieder hier...“
„Wieso schon wieder?“, wollte seine Tante wissen.
„Mein Bruder ist gestern gestorben...durch einen Parasiten...“
„Das tut mir leid. Ich halte nicht viel davon die Parasiten zu bekämpfen. Letztendlich werden wir eh alle von diesen Monstern ausgerottet.“
Minako schaute die Frau fragend an.
„Meinen sie wirklich?“
„Ja...Man hört doch wie es im ersten Bezirk ist. Die Organisation kommt doch gegen die Monster gar nicht mehr an. Hier wird es bald auch so aussehen. Was ist jetzt eigentlich mit ihm passiert?“
Minako seufze... „Ich glaube das sollte er ihnen besser selbst erzählen...“
Die Tante schwieg. Auf die Erklärung war sie schon gespannt.
Ein paar Stunden vergingen bis der Arzt endlich bei den beiden auftauchte.
„Kazuo ist nun auf einen Zimmer. Seine Wunde musste genäht werden. Er wird aber wieder vollständig gesund. Sie können nun zu ihn gehen.“
Minako stand auf und wollte auf seine Tante warten. Auch sie stand auf dreht sich aber in die andere Richtung.
„Kommen sie nicht mit?“
„Nein. Ich werde Zuhause auf ihn warten.“
Sie verbeugte sich vor Minako und verließ das Krankenhaus. Minako begleitete den Arzt in Kazuo Zimmer. Er schlief noch. Also setzte sie sich neben ihn ans Bett und wartete.
„Yuki macht sich bestimmt auch schon sorgen...“
Minako schaute auf ihr Handy. Drei Uhr morgens war es schon? Obendrein hatte sie 12 verpasste Anrufe und 26 Nachrichten. Sie schrieb Yuki erst einmal was passiert ist und das sie sich keine Sorgen machen brauche.
Die restliche Nacht blieb Minako neben ihm am Bett sitzen. Am Mittag wachte er dann endlich auf.
„Wo bin ich hier?“
„Du bist ihm Krankenhaus.“
„Ich habe doch gesagt, dass ich keinen Arzt will!“
Ruckartig setzte er sich auf und hielt sich dabei den Kopf, Offensichtlich wurde ihm schwarz vor Augen.
„Du hast wieder stark geblutet, Blut gespuckt und wurdest dazu noch Bewusstlos.“
Der Arzt kam rein, um nach Kazuo zu sehen.
„Ah ja...du bist also wach. Du kannst von Glück sprechen, dass sie einen Arzt gerufen hat. Wenige Momente später und du wärst umgekommen.“
Er schaute mit gesenkten Blick weg und murmelte: „Lieber wäre ich gestorben.“
Der Arzt blendete sein murmeln aus.
„Heute Abend kannst du wieder nach Hause gehen.“
Der Arzt verließ den Raum wieder. Die beiden blieben allein zurück. Schweigend saßen die beiden in dem sonst menschenleeren sterileren Raum. Kazuo legte sich hin und schaute aus dem Fenster. Seine Mimik war die selbe wie immer.
„Minako? Bist du Minako?“
Minako schaute verwundert zur Tür. Dort stand der Arzt und wollte ihr etwas mitteilen.
„Ja.“
„Kommst du kurz raus. Hier ist jemand von der Organisation.“
Minako stand auf und verließ den Raum.
„Taida?“
Sie stand vor einen Mann, der noch größer war als Kazuo, wodurch sie sehr weit nach oben schauen musste.
„Hallo Minako...Mein Beileid...Wir haben beim Kampf nicht gut genug aufgepasst.“
„Schon gut...Was möchtest du von mir?“
„Wir möchten, dass du den Platz deines Bruders einnimmst. Wir sind uns alle einig, dass wir dich als unsere Vorgesetzte haben wollen.“
„Was? Ich bin doch gerade einmal 14 Jahre alt, dass geht doch nicht.“
„Alles wäre geklärt. Du brauchst nur noch zustimmen. Du bist eine 1A Schwertkämpferin so wie dein Bruder. Du wärst eine ebenbürtige Nachfolgerin.“
Minako stand nachdenklich da. Sie als Vorgesetzte, dass konnte sie sich nicht vorstellen.
„Bitte Minako. Es steht uns ein schwerer Kampf bevor.“
„Schwerer Kampf?“
„Ja es werden vermehrt Parasiten hier auftauchen...Obendrein stellt sich noch ein ganz anderes Problem da.“
„Was denn für ein Problem?“
„Nun ja...wir konnten an Patienten hier Parasiten feststellen von denen wir bis lang nichts wussten...“
„Was denn für welche?“
„Das würden wir dir in der Organisation erklären...Das hier ist kein Ort für so was. Überlege es dir bitte zu uns zu kommen. Ach ja...Bring Kazuo mit. Er ist auch ein außerordentlicher Kämpfer.“
„Ich werde es mir überlegen und ihn darauf ansprechen.“
„Danke. Dann melde dich bei mir...“
Minako nickte. Die beiden verabschiedeten sich und Minako ging zurück zu Kazuo, der im Bett lag und zum Fenster raus schaute.
„Wo warst du?“
„Taida von der Organisation wollte mit mir reden. Die Organisation möchte mich als ihre Vorgesetzte einsetzen...und auch dich wollen sie einstellen.“
„Wir sind Kinder. Die sollen mal realistisch denken.“, sein Blick schweifte vom Fenster nicht ab, seine Stimme klang herablassend.
„Ich weiß, aber wir können es versuchen.“
„Zwecklos. Vor allem du als Vorgesetzte? Was denken die sich denn dabei?“
„Was soll das denn heißen?“
„Du bist schwach...“
Minako schaute ihn böse an. Jetzt ist er wieder so gemein. Was hat er denn nur?
„Langsam habe ich das Gefühl, dass du eine Frau bist!“
„Was?“
Sein Blick schweifte zu ihr über. Er setzte sich auf und schaute sie empört an.
„Du hast solche Stimmungsschwankungen. So etwas kenne ich nur von Frauen.“
„Halt die Klappe! Du weißt nichts über mich! Du kennst mich nicht und weißt nicht einmal Ansatzweise wieso ich so bin. Also halt die Klappe!“
„Brauchst ja nicht gleich so austicken. Ich werde gehen. Langsam reicht mir dein Verhalten. Komm erst einmal klar.“
Minako winkte ihm und ging. Sie machte sich auf den Weg nach Hause. Kazuo schaute ihr wütend nach.
„Mieses Gör! Die sollte sich mal nicht all zu viel einbilden.“

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