Part 15

(Mias Sicht)

Wo war Baal? Die ganze Zeit nervte er mich wie ich es fertig bringen wollte, Sam und die anderen von einander zu trennen und jetzt wo es soweit war, fehlte er.

„Hallo!“, sagte Sam grimmig und fixierte mich mit seinen verdunkelten Augen. Ich musste keine Hellseherin sein, um zu wissen, dass er wütend war.

In dem Schein des Flurlichtes, konnte ich seine Narbe und schiefe Nase sehen.

„Schau ruhig genauer hin. Denn du bist an dem Mist Schuld!“

„Wieso? Weil ich nicht gestorben bin?“

Sam nickte. „Ganz genau. Und diesen Fehler werde ich nun beheben!“

Das war der lautlose Startschuss, ich rannte ins Schlafzimmer und sperrte die Tür zu.

Ich wusste, dass es nicht lange hielt, also schaute ich mich nach einer Art Waffe um. Das Einzige, was ich fand, war die kleine Lampe auf der Kommode.

Diese schnappte ich mir sofort und lief ins Badezimmer. Ich versteckte mich direkt neben der Tür und wartete.

Leicht zuckte ich zusammen, als die Tür aus den Angeln flog und Sam ins Zimmer trat. Ich übte mich in Geduld und wartete bis Sam im Bad stand und ich ihm endlich die Lampe über den Kopf zog. Mit einem lauten Splittern zerbrach die Lampe an seinem Schädel und ich rannte zurück Richtung Küche, wissend, da bessere Waffen zu finden.

Allerdings kam ich nicht weit, Sams Hand schloss sich um meinen Fußknöchel und ich krachte schmerzhaft zu Boden. Er zerrte mich zurück, drehte mich auf den Rücken, setzte sich auf meine Hüfte und hielt meine Handgelenke fest.



„Jetzt sag ich dir mal wie alles ablaufen wird, um deine Vorfreude zu steigern!“, sagte er widerlich grinsend.

Er drückte meine Hände links und rechts von meinem Körper zu Boden, näherte sich mir und flüsterte dicht an meinem Ohr: „Als erstes werden wir zwei uns etwas Amüsieren, gut, dass dein Bett so nah steht!“

Er richtete sich wieder auf und fing an zu lachen. Natürlich fand er es komisch, das fand er doch schon immer.

Obwohl ich es mir denken konnte, was er vorhatte, war ich geschockt. Er wollte mich Vergewaltigen, seit der Sache in dem Haus wusste ich auch, das er das, was er sagte, auch wirklich in die Tat umsetzte.

Wieder kam Sam näher und stoppte kurz vor meinen Lippen, er wollte mich doch nicht etwas küssen oder?

Er zog meine Arme über meinen Kopf zusammen und hielt sie mit seiner Linken fest. Bis zu dem Tag wusste ich nicht mal, dass seine Hände so groß waren. Seine rechte, nun freie Hand fuhr meinen Körper nach unten. Er fasste den Saum meines Shirts und schob es etwas nach oben. Schließlich fuhr er über meine Haut und begann meine Brust zu streicheln und zu massieren.

Mir wurde schlecht und mein Mageninhalt suchte den Weg nach oben.

Ich versuchte, mich zu wehren und zu befreien, aber Sam deutete meine Bewegungen, sicher mit Absicht, falsch.

„Nicht so ungeduldig, du bekommst gleich mehr!“; kündigte er an und lächelte dabei.

Ich verabscheute und hasste ihn, genauso wie Baal. Er war es, der mir gesagt hatte, dass mir nichts passiert, dass ich unter seinem Schutz stehe und was war jetzt? Ich lag auf dem Boden meiner Wohnung und wurde von einem Dämon Vergewaltigt. Einer der Dämonen, wovor Baal mich schützen wollte.

Warum tat er es nicht? Doch nicht wirklich wegen dem Handy und der sinnlosen SIM-Karte, oder?



„Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich Sie nicht bestrafe!“

Sam fuhr gerade über meine andere Brust als ich seine Stimme hörte. Ich drehte meinen Kopf zum Flur und Blickte in Baals Augen. Auch Sam hatte von mir abgelassen und sah zum Flur. Sams Augen weiteten sich und er sprang regelrecht von mir runter.

„Ich habe nicht…ich meine ich wollte nicht!“, stotterte Sam.

Nachdem ich mein Shirt wieder zurück geschoben hatte, rutschte ich zurück bis ich gegen das Sofa stieß.

„Was machst du hier?“, fragte Sam mit jetzt fester Stimme.

„Ich werde dich in die Hölle befördern, wo du hingehörst!“, kündigte Baal an.

„Das schaffst du nicht!“, sagte Sam von sich überzeugt.

Baal lächelte kurz und ging auf Sam zu. Seine Augen weiteten sich, als Baal immer näher kam. Erst jetzt bemerkte ich, dass Sam nicht versuchte, seine Fähigkeiten zu nutzen.

„Oh er versucht es, aber es funktioniert nicht!“, antwortete Baal auf meinen Gedankengang.

Baal legte seine Hände links und rechts an Sams Kopf und starrte tief in seine Augen.

Nichts und Niemand bewegte sich, ich verfolgte die Szenerie vor mir und wartete einfach ab.

Plötzlich und ohne irgendeinen Grund, gab Sams Knie nach und er fiel zu Boden.

Ich schlug meine Hand gegen den Mund um den Schrei, der sich meiner Kehle hocharbeitete, zu unterdrücken. Sams Augenhöhlen waren leer, seine Augen waren einfach weg.

„Bitte warten Sie hier!“, bat Baal und verschwand mit Sam.

Auch wenn er mich nicht darum gebeten hätte, wäre ich sitzen geblieben, dass was jetzt mit Sam passiert war, gab mir den Rest für heute.

Ich hatte noch immer das widerliche Gefühl Sams Berührungen auf meiner Haut.



Wie lange es dauerte, bis Baal wiederkam, wusste ich nicht, doch ich saß noch immer an Ort und Stelle.

„Fühlen sie sich gut?“

Ich sah ihn an.

„Ich wurde fast Vergewaltigt und habe einen Mann in meinem Wohnzimmer liegen gehabt, ohne seine Augen, wieso sollte es mir da nicht gut gehen?“

Baal atmete tief durch und setzte sich neben mich.

„Ich weiß, ich war spät dran, das tut mir leid!“

„Nein, warum denn? Das nächste Mal können Sie noch ein Trinken gehen oder so!“, fuhr ich ihn an.

„Sie haben es hinter sich!“, flüsterte er.

Ich nickte. „Aber das nächste Mal, seien Sie bitte pünktlich!“, bat ich fast flüsternd.

Er nickte leicht lächelnd.

„Ich gehe duschen!“, kündigte ich an, stand auf und lief direkt ins Bad.



Die Tür war abgeschlossen, der Vorhang der Duschkabine zugezogen und das Wasser lief bereits, diese Gelegenheit nutze ich aus und holte den Pager aus dem Versteck.

Wieder versuchte ich, an nichts zu denken, während ich schnell die kurze Nachricht an Andrew tippte.




‘Bald sind wir wieder zusammen, halt noch durch.

Ich liebe dich

Mia‘



Nachdem ich es abgeschickt hatte, versteckte ich ihn wieder und widmete mich meiner Dusche.



Mit einem Handtuch um meinen Körper ging ich ins Schlafzimmer zu meinem Bett.

„Ich habe mit was überlegt!“

Ich zuckte zusammen und drehte mich um.

„Machen Sie das nie wieder!“, fuhr ich ihn an.

Er kicherte. „Entschuldigung!“

Ich verschränkte die Arme vor der Brust und fragte: „Was haben sie sich denn überlegt?“

„Sie sollten sich entspannen!“

Ich zog meine Brauen hoch. „Wie meinen Sie das?“

Langsam kam er auf mich zu und sagte: „Ich kann Ihnen dabei helfen!“

„Was?“, fragte ich und wich zurück zur Wand, hielt mein Handtuch fest umklammert.

„Ich kann Ihnen sicher dabei helfen. Sie wissen, dass ich verschiedene Fähigkeiten besitze, eine von ihnen erlaubt es mir, meine Gestallt nach Belieben zu verändern!“, erklärte er mir.

Er kam langsam auf mich zu und blieb nicht mal eine Armlänge von mir entfernt stehen. Hätte ich in dem Moment gezwinkert, hätte ich zu spät mitbekommen wie Baal sich veränderte.

Seine sonst braunen Haare wurden schwarz und seine roten Augen braun. Baals Gesichtszüge änderten sich und sahen vertrauter aus.

„Mein Gott!“, entfuhr es mir.

Er sah aus wie Andrew.

„So wie sie wollen!“, flüsterte er und kam näher.

Seine Hände stützte er rechts und links von mir ab und kam noch etwas näher bis sich unsere Lippen fast berührten.

„So, wie du willst, Mia!“, sagte er nun auch mit Andrews Stimme.

Meine Kehle schnürte sich zu, bis ich das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen. Ich schubste ihn beiseite, rannte ins Bad und schloss ab.

Langsam rutschte ich zu Boden, umschloss meine Beine mit meinen Armen, legte meinen Kopf darauf ab und schloss meine Augen.

„Nur ein Traum!“, flüsterte ich immer wieder bis ich zu müde war und so einschlief.
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(Andres Sicht)

Ein kurzer aber dennoch schriller Ton weckte mich. Mein erster Blick fiel auf die Uhr. Halb drei Morgens.

Ich tastete blind, durch die Dunkelheit, nach meinem Handy. Am liebsten hätte ich es in die nächste Ecke geschmissen, als es mich blendete.

Keine Nachricht?

Schulter zuckend legte ich es bei Seite, drehte mich wieder um und wollte weiter schlafen. Bis mich plötzlich die Erkenntnis traf, was da eigentlich gepiept hatte. Nicht das Handy, der Pager.

Ich schaltete das Licht ein und packte mir das Ding.

Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als ich das las.




‘Bald sind wir wieder zusammen, halt noch durch.

Ich liebe dich

Mia‘



Woher wollte sie das wissen? Nichts würde mehr so sein wie es vorher war, bis auf meine Gefühle für die Frau, die ich so schmerzlich hatte verlassen müssen, würde nie wieder alles so sein, wie zuvor.

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