Part 2


„Aufstehen, junger Mann!“, mit diesen überfröhlich betonten Worten, betrat Daniela Nicos Zimmer. Nico dreht sich auf die andere Seite und zog sich die Decke über die Ohren. „Es ist schon halb sieben“, sagte Daniela streng aber immer noch betont fröhlich. Nico öffnete ein Auge und sah direkt in Danielas lächeln. Er konnte dieses „Gute Laune Getue“ am frühen Morgen echt nicht ab. Welcher normale Mensch hat um solche Uhrzeiten so gute Laune?! Daniela öffnete das große Fenster und die Balkontür. „Ist das dein scheiß Ernst?! Es ist erst halb sieben. Lass mich in Ruhe!“, brummte Nico. „Erstens, so redest du nicht mit mir! Zweitens, hier wird immer um 7:00Uhr gemeinsam gefrühstückt. Und ich will das du immer pünktlich bist“, meinte Daniela. „Ich hoffe stark, dass du nicht immer dabei bist“, murmelte Nico. „Was?“, fragte Daniela. Der Junge schüttelte den Kopf. „Naja auch egal. Jetzt stehst du aber auf!“, bestimmte sie und verließ das Zimmer. Mit halb geöffneten Augen griff Nico nach seinem Handy. Sein Freund hatte ihm ein Bild geschickt. Nico lachte halbherzig, sein Freund hatte die Zunge rausgestreckt und die Bildunterschrift lautete: „Na wie ist es so auf ‘nem Bauernhof?“   Nico machte ein Selfie von sich und schrieb ihm, dass er jetzt schon aufstehen musste. Anschließend schleppte er sich schwerfällig unter die Dusche. Nach der Dusche war er halbwegs wach und ging die Treppen runter.

Im Esszimmer saß tatsächlich die ganze Köstrings Familie um den Tisch. Auch ein paar Leute, die Nico noch nicht kannte. Keiner beachtete ihn, als er sich auf einen leeren Platz setzte und zu essen begann. „Morgen, Nico“, sagte Leo, der Mann von Anna Lena. „Ich hatte gestern nicht die Möglichkeit dir oder deinen Eltern „Hallo“ zu sagen. Ich bin Leo.“ „Super“, gab Nico halbherzig von sich. So viel Gerede so früh am Morgen, war echt nicht aus zu halten. Zudem war es ihm wirklich egal, was mit seinen Eltern war. Ihm fiel auf, das hier echt viele Menschen mit einem „Leo“ im Namen hießen. War das hier so ein Trend? Er zuckte mit den Schultern und biss genüsslich von seinem Brötchen ab. Leo ließ sich dadurch nicht beirren und fuhr fort: „Auf jeden Fall haben wir eine Aufgabe für dich, damit du dich erst mal an die Pferde gewöhnst, bevor du reiten lernst.“ Nico stöhnte, er wollte eigentlich nichts mit den Pferden zu tun haben. „Wir wollen, dass du dich hier wie zu Hause fühlst, deswegen wünschen wir uns, dass du uns Vertrauen entgegenbringst“, meinte Leonie. „Psychologisches Gelabber auch noch“, dachte Nico sich. „Muss ich eigentlich jetzt immer um halb sieben aufstehen?“, fragte Nico. „Nein“, sagte Leonie. Daniela fiel ihr ins Wort: „Doch natürlich.“ „In meinem Haus wird jeder Mensch und jedes Tier so behandelt, wie man sich selbst behandeln würde. Wenn du nicht mit uns Frühstücken möchtest ist das völlig in Ordnung“, erklärte Leonie ihm. Nico nickte. Es erstaunte ihn, dass Leonie ihm nicht mehr Regeln gab. Aber auf der anderen Seite war er froh darüber. „Na gut, dann kommen wir zu deiner Aufgabe“, sagte Daniela streng. „Daniela lass ihn in Ruhe zu Ende Frühstücken. Anschließend wird Laura ihm seine Aufgaben geben“, beschwichtigte Leonie sie. Danielas Gesichtsausdruck verfinsterte sich. Nico grinste schelmisch. Wer hier wohl wen erzieht!

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