Part 4


Es war ein heilloses Durcheinander am Mittagstisch. Nico zählte fast 33 Personen. Was ihn jedoch faszinierte war, dass es erstens, fast alles nur Familienmitglieder waren oder Verwandte und zweitens bemerkte er die Herzlichkeit unter den Menschen. Trotzdem nervte es ihn. Er fühlte sich einfach nicht wohl. Er passte nicht hier rein. Zusätzlich hasste er es, wenn alle durcheinander sprachen, wodurch man keinem Gespräch folgen konnte. Das einzige was hier gut war, war das Leonie-Sue neben ihm saß. Sie legte grade dem Mädchen neben ihr etwas in den Teller und sagte dabei fröhlich: „Das reicht jetzt aber, sonst hast du nach her keinen Platz mehr für den Nachtisch.“ Das viel jüngere Mädchen lachte. „Ich habe immer Platz für Oma Leonies Kuchen.“ Na da, sei dir mal nicht so sicher“, widersprach Leonie. Die kleine nickte. Nico sprach Leonie an: „Wer ist das?“ Leonie sah auf das Mädchen neben sich, die eifrig aß, und lächelte. In dem Lächeln lag irgendwie Liebe. Nico verstand selbst nicht wie das ging. „Das ist Cancele. Sie ist meine jüngste Schwester“, antwortete sie. Cancele drehte sich zu Nico: „Und wer bist du?“ „Ich bin Nico“, antwortete er bereitwillig. „Nico“, wiederholte sie und lachte. Verwirrt runzelte Nico die Stirn: „Was ist denn daran so lustig?“ Die kleine zuckte mit den Schultern. „Naja, mein Kuscheltier heißt Nico.“ Nico lächelte: „Und was ist das für ein Tier?“ „Ein Esel“, antwortete Cancele. Leonie fing an zu lachen: „Na das passt ja ganz genau.“ Nico stimmte mit ein. „Das verstehe ich jetzt nicht“, sagte sie schmollend. „Musst du auch nicht. Sobald du etwas älter bist, erklär ich dir das vielleicht“, meinte Leonie. „Wie viel Geschwister hast du eigentlich?“, fragte Nico. „Der da hinten, neben Jim ist Matthew. Neben ihm sitzt Ben-Luca. Und mir gegenüber sitzt Jilian“, zählte sie auf. „Ihr seid also zu fünft“, stellte Nico sachlich fest. Leonie schüttelte den Kopf: „Nein, Elias gehört noch zu uns, aber er ist heute nicht da. Er trifft sich mit seinen Freunden.“ Nico fiel auf, das sie irgendwie traurig klang. Er wollte sie eigentlich fragen, warum es sie traurig machte, dass Elias nicht da war, stattdessen sagte er: „Ihr seid ja eine echte Großfamilie.“ „Ja das stimmt, aber wir haben auch kleiner Familien. Wie zum Beispiel Sheona und Jim die sind nur zu zweit und die Familie von Viola, sie haben auch nur zwei Kinder. Sie ist übrigens die Zwillingsschwester von Anna Lena“, erzählte Leonie. Nico grinste: „Ein Zwilling bekommt Zwillinge.“ Leonie lachte, das war ihr noch nie in den Sinn gekommen. „Was hast du heute Abend so vor?“, fragte Nico sie. Leonie sah ihn an. Ihr fiel auf, wie gut er aussah. Er hatte etwas längere schwarze Haare, die er hinten zu einem kleinen Zopf zusammengebunden hatte. Seine großen schwarzgrauen Augen passten perfekt zu seinem dunklen Teint. Leonie war begeistert von den zwei farbigen Augen. Sie verliehen ihm etwas Geheimnisvolles. Sie lächelte. Er gefiel ihr fast schon zu gut. In diesem Moment leckte Nico sich über seine vollen und gepflegten Lippen. Leonie sah wieder auf ihren Teller. Stopp Leonie, hör sofort auf damit! „Miss Perfect? Ich habe dich was gefragt“, sagte Nico. Mit einem Ruck saß Leonie kerzengrade: „Wie hast du mich grade genannt?!“ Nico grinste jungenhaft: „Miss Perfect. Du bist schließlich perfekt.“ Leonie sah ihn böse an, was jedoch sein Ziel verfehlte. Nico lächelte, denn selbst wenn sie böse schaute, war sie wunderschön.  „So nennst du mich nie wieder! Ich bin alles andere als perfekt!“, sagte Leonie bestimmt. Nico schwieg. Für ihn war sie perfekt. „Also, hast du heute Abend Zeit?“ Leonie überlegte bevor sie mit einer Gegenfrage antwortete: „Kommt drauf an, für was ich Zeit haben sollte.“ Nico erzählte ihr, von seiner Aufgabe heute Abend und das er ja keine Ahnung hatte, von dem was er da machen sollte. „Ach komm schon, Miss Perfect. Es kann dir doch nicht egal sein, wie ich mit den Pferden umgehe. Nachher mache ich alles falsch und die Tiere werden noch krank.“ Leonie lächelte, da hatte er Recht. Sie wollte tatsächlich nicht, dass den Pferden etwas geschah. „Klar helfe ich dir.“ „Danke“, sagte er froh und lächelte. Leonie zwang sich auf den Teller zu schauen. Sein lächeln, warf sie fast aus der Bahn. Was war nur mit ihr los?!

 

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