Prolog I

Sand.
Stein.
Baum.

Wasser!
Ich brauchte Wasser oder Brot. Ich... brauchte Brot, nur ein kleines Stückchen Brot.

Ich hatte Hunger und Durst.
Stunden, Tage und Wochen war ich schon auf der Flucht und versuchte ein sicheres Plätzchen für mich zu finden.
Ich floh.

Ja, ich war auf der Flucht. Ich floh vor einem Mann, der den Namen ...

Moment was ist das? Ich konnte in einiger Entfernung etwas schimmern.  Mit letzter Kraft rannte ich los mit Hoffnung auf etwas Wasser.  Doch was ich fand, sah aus wie ein Schwert. Etwas enttäuscht ließ ich meinen Kopf hängen und fiel auf die Knie. Ich schrie. Ich schrie in den Himmel. Wie ich es damals getan hatte, als man mich noch gefangen hielt. Meine Wunden taten höllisch weh. Der Regen peitschte mir hart ins Gesicht und vermischte sich mit meinem Blut, das meinen schlanken Körper runter floss. Unter meinen Körper entstand eine kleine Pfütze aus Blut und Regenwasser.

Ich öffnete meine, inzwischen blau angelaufenen, Lippen und versuchte so viele Regentöpfchen, wie möglich, einzufangen – doch vergeblich. Es half nicht. Der Regen konnte meinen Durst nicht stillen. Ich setzte mich unter Schmerzen hin. Wieder ließ die Welt mich im Stich.
Wieder ...

Ich betrachtete das Schwert in meinen Händen. Es war ein Elbenschwert, das wusste ich genau. Woher? Mein Vater war einer. Ich begutachtete es genauer. Dann stand ich auf. Langsam, da starke Schmerzen mich quälten. Mehrmals musste ich vor Schmerz meine Augen schließen und Schmerzensschreie unterdrücken.

Weiter.
Ich musste weiter.
In der Hand hielt ich das Schwert.

Es wurde dunkel.  Der Mond goss sein Licht über die Landschaft und der Wind heulte wie ein Rudel wilder Wölfe über die Bergen hinweg. Ich schlief in einer Höhle. Morgen musste ich weiter ziehen, aber wohin? Ich wusste nicht wohin!

Sand.
Stein.
Baum.
Genau dasselbe, was ich auch gestern gesehen hatte. Nichts Neues war zu sehen.  Ich war schon recht früh losgelaufen, damit ich einen guten Abstand zwischen mich und meine Verfolger bringen konnte. Aber ob das reichen würde? Das wusste ich nicht. Ich lief, ich hatte keine Ahnung wie lange ich das schon tat, aber ich lief immer weiter. Meine Schmerzen waren nicht mehr so schlimm wie gestern.
Das verwunderte mich sehr. Ich lächelte leicht und in mir breitete sich ein Glücksgefühl aus. Doch woher kam es plötzlich? Ich war wie ausgewechselt.

Ja, ich lächelte, ich war glücklich.
Wenn man bedenkt, dass ich auf der Flucht war und nur noch aus Haut und Kochen bestand, war das schon recht sonderbar. Doch es war mir egal - ich lächelte. Ich lief einen langen, schmalen Pfad herab und blieb plötzlich stehen.

Ich sah einen kleinen Vogel, welcher sich zwischen den Büschen herumwälzte.  Dann, als er mich sah, sprang er hoch und flog weg. Ich folgte ihm und sah, dass er auf einen Berg zu flog.

Der einsame Berg!

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