Klein und zerbrechlich wirkt der Körper, der in Tücher gebettet ist. Die Brust hebt und senkt sich bei jedem Atemzug, im Takt der die Beatmungsmaschine vorgibt. Jeder Herschlag wird aufgezeichnet. Kanülen und Schläuche bedecken den Körper. Viola sitzt neben ihrer Tochter Anna, starrt sie nur an, beobachtet jeden Atemzug ihres Kindes. Doch Viola berrührt ihre Tochter nicht. Zu gross ist die Angst, ihrer Tochter weh zu tun, oder das ein kleiner, zerbrechlicher Knochen dabei brechen könnte. 
Angst. Seit der Geburt ihrer Tochter vor 3 Tagen ist sie ein ständiger begleiter von Viola. Angst ihre Tochter zu verlieren, angst von den Auswirkung der viel zu frühen Geburt. Wird Anna ein gesundes Mädchen sein, sich entwickeln wie jedes Kind es sollte? Oder wird sie defizite haben? 
Viola kann wie so oft die Tränen nicht zurück halten wenn sie an die ungewisse Zukunft ihrer Tochter denkt.  Sie betet jeden Tag das alles gut wird, das sie ihre Tochter nach Hause nehmen kann und zu sehen kann wie sie gross wird. Doch Viola kennt die Realität und die bricht ihr das Herz. Ihre Tochter hat einen schweren Herzfehler, trotz Beatmung hat Anna häufig Sauerstoffmangel. Ein normales Leben wird Anna nie leben können.
Aus dem Meer des gleimässigen Piepsen und leise weinen der Babys ertönt ein neues Geräusch. Ein schriller Ton, der nichts gutes erahnen lässt. Schwestern rennen heran und schieben Viola auf die Seite. "Anna."flüstert Viola, tränen laufen über ihr Gesicht. Eine andere Schwester kommt und schiebt Anna aus der Station. "Warten sie bitte hier. "Sagt sie und verschwindet wieder in die Station. Viola wartet und betet. Die Minuten verstreichen nur langsam. Viola kommt es vor wie eine Ewigkeit als endlich eine Ärztin zu ihr kommt. Die Ärztin ist sehr jung, ihr Gesicht ist angespannt, ihr Blick ruht nervös auf Viola. "Frau Imner?"sagt die Ärztin, die nervosität ist nicht zu überhören. Viola weiss was jetzt kommt, sie sieht es der Ärztin an." Ihre Tochter Anna. Wir-wir haben alles getan was in unserer Macht stand doch leider."die Ärztin stockt, holt tief luft und fährt dann weiter."konnten wir nichts mehr tun. Ihre Tochter ist von wenigen Minuten verstorben. Es tut mir sehr leid."
Viola sagt nichts, die Tränen sprechen für sie. Stumm szeht sie auf und geht zu der Tür der Neointensiv. Die Ärztin versteht was Viola möchte und öffnet die Türe. Sie führt Viola in einen anderen Raum wo Anna hingebracht wurde.
Klein und zerbrechlich liegt Anna da, die kleinen Augen geschlossen. Viola streichelt sanft den winzigen Arm ihrer Tochter.
Anna ist gestorben, doch ein neuer Stern wurde geboren. Mit diesem Gedanken verabschiedet sich Viola von ihrer Tochter Anna.

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