Robotopia (2)

Höchste Regierungsvertreter eines jeden Landes der Welt, entschieden einstimmig, dass die Roboter die Organisation übernehmen sollten. Tatsächlich erfüllten Adam und seine Getreuen ihre Arbeit aussergewöhnlich gut. Sie strukturierte alles um, ohne dabei an sich zu denken, denn Roboter besitzen solche Schwächen nicht. Ausserdem waren in ihnen feste Gesetze verankert, die sie nicht zu übertreten im Stande waren. Eines der wichtigsten war, die menschliche Art zu erhalten und keinem lebenden Wesen Gewalt anzutun. Es wurden verschiedenste wichtige Massnahmen ergriffen. Hunderte von Robotern arbeiteten Tag und Nacht, um alles wieder aufzubauen. Geld spielte keine Rolle. Die Rohstoffe die benötigt wurden, wurden zu Verfügung gestellt und verarbeitet, ohne dass jemand dadurch reich wurde. 

Adam schuf eine neue Weltordnung, worin alle Menschen ihren Bedürfnissen entsprechend, Lebensmittel bekamen. Niemand hatte mehr ein Monopol auf gewisse Güter. Die Roboter verwalteten alles, unterstützt durch die Menschen. Neue Energiegewinnungs- Strategien wurden entworfen. Der Co2 Ausstoss wurde durch neu gebaute Fabriken und umweltfreundlichere Motorfahrzeuge, merklich reduziert. Es wurden gewaltige Maschinen gebaut, die die Meere durchkämmten und den Abfall darin einsammelten. Biologieroboter begannen mit der Wiederansiedelung verschiedenster ausgestorbener Lebensformen und dadurch kehrten auch andere Lebensformen wieder in die Gewässer zurück. Es wurden strengere Gesetze zur Chemikalien Entsorgung erlassen. Eine Gruppe aus Polizeirobotern, die mit menschlichen Polizisten zusammenarbeiteten schauten, dass die Gesetze auch eingehalten wurden. Neue Bauweisen wurden von Architekturrobotern entworfen. Es gab keine Börse mehr im herkömmlichen Sinn, Grundnahrungsmittel wurden überall gleich gehandelt. Rohstoffe gerecht und dem Bedarf entsprechend aufgeteilt.

Nicht alle hatten an dieser neuen Ordnung ihre Freude, besonders jene, die sich zuvor auf verschiedenste Weisen bereichert hatten. Doch die meisten erkannten, dass Adam auf dem richtigen Weg war. Jedenfalls macht es mir stets den Eindruck, wenn ich so mit den verschiedenen Leuten darüber spreche.

Das Schöne war, dass wieder ganz neue Handwerke auflebten. Ein jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, etwas zu arbeiten, was seinen Talenten entsprach. Es waren ja nicht mehr viele Menschen, manches wurde von Robotern übernommen. Doch Adam begriff in seiner Weitsicht, dass Menschen Arbeit brauchten, um sich glücklich zu fühlen. Sie hatten nun auch alle genug zu essen. Die Roboter brauchten kaum etwas, ausser vielleicht mal eine Revision, oder ein Update, ihren Aufgaben entsprechend. Sie brauchten weder essen noch trinken noch Kleidung und so wurden von ihnen auch immer wieder neuere, komplexere Modelle gebaut. Die Menschen hatten ihre körperlichen Grenzen, brauchten ihre Freizeit. Die Roboter brauchten das alles nicht. So schaffte es Adam im Laufe von Jahrzehnten, die Welt wieder einigermassen ins Lot zu bringen und noch heute sind wir alle darum bemüht Robotopia, wie wir es nennen, mehr und mehr zu perfektionieren… 

Aber halt! Was geschieht da! Es tut mir leid, ich muss kurz mit schreiben aufhören…

Protokoll Nr. 3 

Der Anschlag

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder weiterschreiben konnte. Es hat sich die letzte Zeit so viel ereignet und ich muss nun nach und nach alles davon aufschreiben. Es ist etwas geschehen, dass wir niemals für möglich gehalten hätten. Wir leben nun schon so lange friedlich zusammen. Menschen und Roboter arbeiteten Hand in Hand. Doch dann geschah es! Es war vor ein paar Tagen. Ich war damals gerade das eins der Protokolle am Schreiben, als ich auf einmal einen lauten Knall hörte. Ich befand mir zu jener Zeit im Büro meines Hauses und schaute nach draussen. Von meinem Fenster aus, hat man einen wunderbaren Blick auf Robotopia. Ich schaue immer gerne hinaus. Es ist seltsam, irgendwie berührt mich der Anblick dieser grossartigen Stadt und manchmal fühle ich eine seltsame Regung in mir. Eine Regung, die mir bisher unbekannt war. Ich bin irgendwie stolz auf das was wir geschafft haben. Obwohl, Stolz ist wie alles was man empfinden kann, ein komplexer Vorgang, ein Vorgang, der nicht so einfach zu erklären ist. Viele Faktoren wirken dabei mit, mechanische und chemische. Eigentlich sind all diese Regungen chemische Vorgänge, die im Hirn stattfinden. Obwohl es viele Menschen gibt, die das nicht gerne nur auf solche Dinge reduziert sehen wollen. So z.B die Liebe oder die Hingabe, sie glauben dahinter verberge sich etwas Höheres, sie nennen es Seele. Für mich etwas fragwürdig und doch eine interessante These, die es sicher mehr zu erforschen gilt. Der Gedanke dieses Seelen- Dings, kann manchmal zu seltsamen Auswüchsen führen, das musste ich gerade feststellen. 

Ich hörte also den lauten Knall und blickte in die Richtung von der er kam. Es kam aus der Richtung, wo Adam seinen Hauptsitz hat. Ein noch höheres Gebäude als dieses hier, aber noch viel reicher verziert. Ich war schon mal dort drin. Alles ist voll mit Kunstschätzen aus allen Epochen und von verschiedensten Künstlern. Die Wände scheinen auf den ersten Blick weiss zu sein, doch sie schillern irgendwie je nach Lichteinfall anders. Adam hat grössten Respekt vor den Errungenschaften und der Kreativität der Menschen und er fördert diese wo immer es geht.

Weil er sich so darum bemüht die Menschen glücklich zu machen, was ja die Aufgabe eines jeden Roboters ist, konnte ich nicht begreifen, was ich damals erlebte. Ich konnte zuerst leider zu wenig gut sehen, was da vor sich ging und begab mich hinauf auf das Dach des Hauses. Wie ich sagte, ist diese blau wie der Himmel, doch es hat dort oben auch viele Pflanzen, vorwiegend Gemüse und Salate. Viele Dächer besitzen diese Gärten. Man nennt diese Art der Anpflanzung Urban Gardening. Sehr platzsparend und nützlich. Die Pflanzen wachsen jedoch nicht in Erde, sondern auf einem besonderen Gel, dass alle Nährstoffe beinhaltet. Es gibt auch in jedem Haus ein paar Urban Gardener, die sich um alles kümmern. So hat eigentlich jedes Gebäude seine eigene, kleine Anpflanzung und es ist immer genug zu Essen da. Natürlich gibt es auch noch Felder, doch die Erde ist an vielen Orten nicht mehr sehr fruchtbar, seit der dunklen Nacht der Welt.

Aber ich will weiter von dem berichten, was sich an jenem Tag an Schlimmem zutrug. Ich ging also hinauf aufs Dach und von dort konnte ich das Regierungsgebäude von Adam sehen. Eine dunkel Rauchsäule stieg von dort auf und ich sah, dass ein Teil des obersten Geschosses, weggesprengt worden war!...

Kommentare

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    Huuui... gleich weiterlesen!

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    Huiiiii das ist spannend!!!!!

  • Author Portrait

    ooh sehr gut muss gleich den nächsten teil lesen :D

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