Sieh die feinen Risse!
Welche sich verästeln
und breiter werden
auf dem einst unberührten Glas
der unaufhaltsamen Sanduhr.

Ist der Sand verronnen,
ist auch das Glas zerbrochen,
an den Narben der Zeit.

Sieh die feinen Risse!
Durch das Tor,
durch welches Salzwasser fließt,
in dem das Licht zerbricht
und zu Gewissheit wird.
Sieh die Scherbenwelt!

Kommentare

  • Author Portrait

    Hätte ich dich noch nicht abboniert, ich würde es jetzt tun. Großartiges Gedicht. :D

  • Author Portrait

    Sehr schönes Gedicht! Mir gefallen deine sprachlichen Bilder. Sie bewegen sich in einem gemeinsamen Rahmen und passen thematisch zusammen, ohne dass ihre Auswahl dabei einseitig erscheint. So werden die Zeit und das Salzwasser durch den Sand in Zusammenhang gestellt, der wiederum zu dem (zerspringenden) Glas führt. Das ist dir sehr gut gelungen! Auch atmosphärisch ist dein Gedicht super. Bedrückend, aber nicht erstickend. Ich deute dein Gedicht dahin, dass die eigene Welt über die Zeit langsam zu bröckeln beginnt, sei es durch psychische Krankheiten oder Probleme im/mit seinem Umfeld, und irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem alles in sich zusammenzubrechen scheint. Das Salzwasser wären dann die Tränen und die beiden folgenden Zeilen beschreiben für mich, wie plötzlich die vernichtende Erkenntnis über einen kommt, dass die Welt, die man kannte, für immer zerstört ist. So sehe ich das zumindest. – Also nochmal, wie schon zu Beginn gesagt: Sehr gute Arbeit!

  • Author Portrait

    Toll. Ich binn ein Fan von deinem Schreibstil :)

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Feenstaub

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