Selinas Personal

Als ich die Augen aufschlug, lag ich allein im Bett. Allerdings zog ein herrlicher Duft nach frischem Kaffee durchs Schlafzimmer, und noch ehe ich nach Selina rufen konnte, kam sie mit einem kleinen Tablett zur Tür herein. "Ah, mein Schatz, du bist super!" - "Ja ,das hättest du wohl gerne!" Lachte sie, "Den Kaffee musst du dir schon verdienen!" Sie stellte das Tablett auf ihrer Seite auf den Nachttisch und kam zurück ins Bett. "Liebling ich kann nicht kämpfen, ich bin schwer verletzt!" Sie setzte sich vorsichtig auf mich und riet mir, mich zu ergeben. Ich gewann dabei die Erfahrung, dass es auch sehr schön sein kann, sich einmal zu ergeben...
Wir verbrachten noch fast eine Stunde im Bett. Beim Aufstehen ging es mir auch ohne Krücken schon ganz gut und ich nahm mir vor, heute mal zu versuchen, ohne sie auszukommen. Im Wohnzimmer begannen wir, wieder ernsthaft an unserem Projekt zu arbeiten. Langsam wurde es Zeit, die Belange der Stiftung, insbesondere der Klink, wahrzunehmen. Selina hing schon zwanzig Minuten am Telefon. Wir würden nun endlich wieder mal vor Ort nach dem Rechten sehen müssen. Ich überlegte, ob es sehr gefährlich wäre, die Klinik aufzusuchen. Das Problem war. dass wir damit auch alle Insassen in Gefahr brachten. Ich hatte es so satt. "Wenn ich nur diesen Viktor loswerden könnte!" Selina sah mich mitleidig an. Nach kurzer Zeit legte sie auf und kam zu mir. "Ich weiß, Liebling! Ich würde ihn auch am Liebsten zum Mond schießen!" - "Aber das Arschloch muss doch zu finden sein. Das gibts doch nicht. Er ist verletzt, er hat keine Unterkunft, der Funkwagen ist gefunden worden, der kann doch keine Kraft mehr haben. Wo ist der Teufel?" Mein Handy vibrierte. "Ja?" - "Hallo Michael! Wann soll ich anfangen? Ich habe gerade meinem Chef gesagt, er sei das größte Arschloch, dass je von Gottes Sonne beschienen wurde..." - "Willkommen an Bord, Max! Du bist schon im Dienst!" - "Bin unterwegs!" Selina sah mich fragend an. "Was war das denn?" - "Einstellungsgespräch." - "Du bist unmöglich, Michael Montar!" Nun gut. Einen Pluspunkt hatte der junge Tag schon ausgespuckt. Es würde sich zeigen, was er noch auf Lager hatte. "Selina, hast du eigentlich zu Hause auch Personal?" - "Hab gerade mit Papas Köchin telefoniert. Sie und ihr Mann sind eigentlich Papas Personal. Während ich studiert hab und dann während meiner Zeit am Krankenhaus brauchte er Personal und ich war dann auch ganz froh darüber, dass sie das Palais in Schuss halten. Die Beiden sind absolut vertrauenswürdig." - "Selina, sind die Beiden nicht in Gefahr?" - "Ich habe auch schon daran gedacht, aber wenn wir nicht zu mir nach Hause fahren, denke ich, sind sie auch so sicher wie die Leute in der Klinik." - "Normalerweise! Aber Viktor ist krank. Was wenn er auf die Idee kommt, bei dir zu Hause unter zu kriechen. Mit zwei normalen Angestellten wird auch ein einäugiger Viktor fertig." - "Oh Gott, Michael, mir wird ganz schlecht. Ich bin so dumm! Wir müssen was tun. Ich würde mir nie verzeihen, wenn Maria etwas passiert. Und ihrem Mann!" - "Beruhige dich, Liebes. Gib mir ein paar Minuten. Ich ging zu Haustür und rief einen der Beamten zu mir. "Guten Morgen, Herr Schmied. Unerfreulicher Weise, werden wir heut einmal das Haus verlassen müssen. Sprechen sie sich bitte mit ihren Leuten ab, wie wir dabei vorgehen!" Ich konnte keine bessere Lösung finden, als entweder mit Selina ins Palais Bücker zu ziehen, oder aber ihr Personal zu beurlauben oder zu uns zu holen. "Selina, hör mir zu!" Ich erklärte ihr meine Gedankengänge und stellte ihr frei, nach einem Gespräch mit Maria selbst zu entscheiden. "Entscheide du, Michael! Bitte!" Diese Frau hatte sich in höchster Gefahr als so stark erwiesen, mir in auswegloser Situation beigestanden, um mein Überleben gekämpft, wie eine Löwin! Aber wann immer es irgend möglich war vertraute sie mir die Entscheidung an. "Kleines, Maria kennt mich nicht. Sie wird mir nicht einfach  vertrauen. Sprich mit ihr, und gib mir dann das Telefon. Ich werde mit ihr reden. Ich wage es nicht, die Beiden alleine dort zu lassen. Sobald Max da ist, werden wir handeln..."





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