Sie ist nicht allein ?!

Gar nicht weit von Corey und Shane entfernt...



„Drei! Sie hat schon drei erwischt! Und Dary war nicht mal allein, sondern mit Jiri zusammen. Mit Jiri! Das ist doch nicht... Ich meine, wie konnte sie...?"

„Beruhig dich, Alex!" Gerrits tiefe Stimme war scharf und voller unverhohlener Wut. Er konnte die Bestürzung seiner Kameraden verstehen, doch das war noch lange kein Grund derart die Fassung zu verlieren. Corey hatte bereits mit Noëls Tod zweifelsfrei bewiesen, dass Ares Recht hatte und aus dem Verkehr gezogen werden musste. Sie war unkontrollierbar und musste aufgehalten werden. Ares würde nicht erfreut sein, wenn erfuhr, dass sie bereits drei Leute an eine verrückt gewordene Rekrutin verloren hatten. Und wer weiß, vielleicht noch zwei weitere.

„Sie muss sie überrascht haben. Feige aus einem Hinterhalt oder so", flüsterte Filipa geschockt.

Alex, Filipa, Yasha und Gerrit starrten ungläubig auf die Szene vor ihnen. Einer ihrer Besten lag gefällt im Wald.

„Sie hat das Messer von weiten geworfen, weil sie wusste, ihm Nahkampf würde sie ihn nicht besiegen", schätzte Gerrit. Die anderen nickten stumm. Gerrit nährte sich dem toten Mädchen, das auf dem Bauch lag. Die aufgewühlte Erde unter ihrem Kopf war dunkel und er erkannte dunkle Würgemale. Am Puls einer ihrer Handgelenke klaffte eine tiefe Wunde. Er musste ihren langen blonden, blutverklebten Zopf nicht vom Hals heben, um den noch weiteren Schnitt in ihrer Kehle zu sehen. Die Todesursache war eindeutig und spielte letztlich keine Rolle, doch irgendetwas daran, wie sie lag kam ihm komisch vor.

Anderthalb Tage waren vergangen und den anderen beiden, Caro und Theo, hatten sie auch noch keine Spur. Er hoffte inständig, dass sie nicht die nächsten beiden Leichen auf ihrem Weg zu Corey waren. Und dann war da natürlich noch dieser Fremde. Shane Ó Shea.

„Wieso hat sie Jiris Weste mitgenommen?", fragte Yasha, „sie hat doch schon Noëls."

Ratlos sahen die vier sich einen Moment an und ließen ihre Augen suchend durch die Gegend schweifen.

„Er! Er muss sie haben", schlussfolgerte Gerrit und kalte Wut ließ seine Stimme zittern.

„Er?", fragte Filipa unsicher.

„Dieser Shane Ó Shea", erwiderte Yasha, der Gerrits Gedanken sofort folgen konnte.

„Meint ihr, er war nach ihr hier... oder... Doch nicht etwa...?"

„Mit ihr?", beendete Yasha ihre Frage. „Keine Ahnung."

Gerrit umrundete vorsichtig die beiden Leichen, der Blick auf den Boden gerichtet. Eine steile Falte grub sich immer tiefer zwischen seine dichten Augenbrauen.

„Alles ist zertrampelt. Unmöglich zu sagen, ob hier gleichzeitig drei oder vier Leute waren." Er ging neben ihren Knöcheln in die Knie und betrachte den Boden. Sie hatte keine Stiefel mehr an, doch das was es nicht, was Gerrit störte. Er schob die Hosenbeine hoch. Blessuren, die durch den bleichen Tod noch dunkler wirkten, zogen sich bis zu Darynas Waden. „Jemand hat ihre Beine festgehalten."

Alex Augen weiteten sich sofort wieder und Yasha trat alarmiert neben Gerrit, um selbst einen Blick auf das Mädchen zu werfen.

„Das sind eindeutig Männerhände!", diagnostizierte er.

„Warum sollte die zusammen sein? Sie würde ihn doch sicher auch auf der Stelle ein Messer in den Hals rammen."

„Jaah", sagte Gerrit gedehnt. „Wieso sollte sie ihn nicht auch sofort umbringen?" Die Frage hing schwer in der Luft. Keiner konnte sie beantworten. Keiner von ihnen wollte glauben, was sie sahen.

„Aber es muss so sein", beschloss Gerrit für das Kollektiv. „Er hat Dary festgehalten, während Corey sie gefoltert und getötet hat."

„Gefoltert?", krächzte Alex. Tränen standen in ihren Augen. Gerrit stöhnte genervt. Alex war hübsch, richtig scharf sogar und was sie mit ihrer Zunge anzustellen vermochte... Aber diese weinerliche Art und Schwäche, die sie an den Tag legte, seit sie Noël gefunden hatten, widerten ihn nur noch an. Er war kurz davor ihr eine runter zu hauen, doch er riss sich zusammen. Mühsam beherrscht sah er ihr fest in die Augen.

„Ja, gefoltert. Oder warum sollte sie Dary erst würgen, um ihr dann eine Klinge durch den Hals zu ziehen?!"

Alex schluckte und biss sich auf die Lippen. Er wandte sich von ihr ab.

„Wir werden sie finden und egal, ob sie zu zweit sind – wir sind zu viert! Wir bringen diese kleine Schlampe zur Strecke. Heute noch!"





Heute und auch noch verspätet, nur ein kurzes Kapitel. Bin fies im Lernstress. Donnerstag erste Prüfung für dieses Semester. Die zweite am Dienstag, die dritte am Mittwoch. Wenn die durch sind, hab ich wieder mehr Kapazität :D

Ich freu mich, wenn ihr dran bleibt!




Kommentare

  • Author Portrait

    Wie kannst du uns nur so zurücklassen? Mit solch einem fiesen Cliffhanger??? Nach 13 Kapiteln bin ich einfach nur begeistert! Und ich kann es gar nicht mehr abwarten, wie es endlich weitergeht! Wie ich schon vorher geschrieben habe - die Spannung hast du perfekt im Griff! Man kann gar nicht aufhören, mit dem Lesen. 5 von 5 Sterne :-)

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Feenstaub

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