Slytherins Oberhäupter

Slytherins Oberhäupter

Am Sonntag in der Früh sah ich Draco, wie erwartet, in der großen Halle und er nickte mir versteckt freundlich zu, was wohl bedeutete, dass die Twins es ihm hatten sagen können, dass er gestern nicht auf mich zu warten brauchte. Ich trank rasch den Kaffee und erhob mich wieder und zeigte mit einem auffordernden Blick zu ihm hin, dass ich jetzt mit ihm sprechen wollte und versuchte ihm auch klar zu machen, dass ich auf ihn warten würde. Ein minimales, kaum wahrnehmbares Neigen des hellen Kopfes sagte mir, dass er verstanden hatte. So wartete ich in der Nähe des Säulengangs, von dem aus man die großen Flügeltüren der Großen Halle im Blick hatte und nur Minuten nach mir, kam auch schon ein rasch daher schreitender Draco auf mich zu.

„Was tust du hier, Mudblood? Aus dem Weg!“, kam es zischend von ihm und deutete mir beim vorbei gehen auf das Ende des Ganges. Er schritt zielstrebig auf eines der heute am schulfreien Sonntag unbenutzten Klassenzimmer zu. Ich folgte in einigem Abstand. Heute trug ich ein grünes, schlichtes Collegekleid mit hohem Kragen und langen Ärmeln, ein Winterkleid, aus einem warmen, wollenen Stoff, weil wir uns heute, am Sonntag, mal nicht in unsere Schulroben zwängen mussten. Als ich die geöffnete Tür hinter mir schloss, fand ich mich so schnell von Armen umschlungen, wie ich gar nicht gucken konnte. Diese zogen mich fest an eine männliche Brust, die in einem engen, schwarzen Rolli vom feinsten Material steckte, das Ganze wurde von einem länger geschnittenen Sakko gekrönt. Es stand ihm sehr gut und brachte seine edle Erscheinung gut zur Geltung.

So standen wir im Klassenraum und hielten uns eng umschlungen, bis er mich etwas wegdrückte und losließ, um mein Gesicht mit seinen beiden blassen, gepflegten Händen zu umfassen und zu halten, worauf er sich zu mir neigte und begann seine Lippen unendlich sanft und zärtlich auf meine zu legen. Das bescherte mir ein unglaubliches Kribbeln im Bauch, als würden abertausende von Bienen in ihm summen. Der Kuss begann langsam, so dass zuerst nur keusch unsere sich berührenden Lippen aufeinander lagen und sich dann immer stärker, immer verlangender aufeinander pressten, was ein unbeschreibliches Glücksgefühl in mir auslöste! Als dann auch noch seine Zunge begann, gefühlvoll über meine Lippen zu streicheln, vergaß ich wo ich war und öffnete mich mit einem wohligen, kehligen Laut. Ich hieß in willkommen, was, wie ich spürte, ein kleines Lächeln auf seine Lippen zauberte. Er lächelte in unseren Zungenkuss. Unsere Zungen begannen einander zu umtanzen. Wir fingen langsam an und steigerten uns schnell zu einem stürmisch aufbrausenden Finale, in dem sich unsere Zungen ein heißes, leidenschaftliches Spiel lieferten. Als wir uns überwältig von diesem Kuss lösten, waren meine Beine so weich wie Pudding, so dass mich Draco nun mit einem Arm um meine Taille umschlungen halten musste, da ich sonst meinen sicheren Stand eingebüßt hätte. Also zog ich mich auch nah an seinen Körper.

„Draco, so stürmisch heute?“, versuchte ich mein Gleichgewicht wieder zu finden.

„Du hast mich gestern versetzt, das verkraften Malfoys nicht wirklich!“, flüsterte er in mein Haar und kraulte mit seiner Hand meinen Nacken.

„Wie haben sie dich informiert?“, fragte ich wirklich neugierig und gespannt.

„Sie haben uns vor der Kerkertreppe aufgehalten und uns ihre Produkte angeboten und gemeint, dass sie so großzügig seien, auch Slytherins an ihrer Genialität teilhaben zu lassen, da Geld, Geld sei, egal von wem und bekanntlich nicht stinken würde! Dann begannen sie von sich in der dritten Person zu reden, sehr verwirrend! Aber als nächstes erzählten sie und legten richtig los, dass sie so müde seien und man sie erst morgen wieder in der Früh sehen könnte und dass man deshalb schnell zugreifen solle, da man sich keine Hoffnungen machen sollte, sie heute nochmal zu sehen und haben mich dabei intensiv niedergestarrt. Ich müsste hirntot sein, um bei dieser Betonung nicht zu verstehen, dass du gestern Abend nicht kommen würdest!“, erklärte Draco ausschweifend und brachte mich mit der Darstellung dazu zu kichern. Er stellte es auch zu komisch da.

„Draco, du solltest Komiker werden, ernsthaft! Es tut mir leid, aber ich war zu kaputt! Zuerst das Kampfsporttraining in London, bei meinem Sensei…“

„Ich hab doch gesagt, ich will wissen, wenn du das Schloss verlässt…!“, fauchte er da regelrecht böse und hielt mich auf Abstand, um mich finster anzuschauen.

„Du weißt doch, dass ich Freitags immer Kampfsport habe!“, meinte ich perplex.

„Ich meinte damit, ich will, dass du mir mit der Münze schreibst, dass du jetzt gerade Hogwarts verlässt und wenn du wieder gut ankommst, mich auch informierst, ist das zu viel verlangt?“, knurrte er und hatte dabei seine Finger nun in meinen Schultern vergraben und schüttelte mich leicht ärgerlich.

„Oh, klar kann ich das so machen, wenn du es willst“, versuchte ich ihn mit meiner Kooperation zu beruhigen, hob meine Hand an seine glatte Wange und sah ihn entschuldigend an. „Wird nicht mehr vorkommen, versprochen“, versprach ich ernsthaft und wand mich aus seinem Klammergriff und ging auf ein Pult zu, dort setzte ich mich auf die Tischplatte. „Wo war ich mhhh, er hat mich eine neue Sportart gelehrt. Ich spür heute noch den Muskelkater und dann haben wir mit einigen Schülern hier eine geheime Verteidigungstruppe gebildet, in der Harry uns offensive Zauber beibringt. Wir hatten gestern ein wirklich hartes Duell! Ich glaube, die meisten unserer Klassenkameraden haben jetzt schreckliche Angst vor mir!“, erzählte ich ihm dann mit einer gewissen boshaften Befriedigung, vergessen war die kurzzeitige, leichte Enttäuschung von gestern.

„Gut!“, kam es gleichgültig von ihm.

„Ähm, was meinst du?“, ich war verwirrt.

„Dass sie Angst vor dir haben ist gut! Man muss auch vor dir Angst haben, die meisten haben auch Angst vor mir, man hat einfach Angst vor Malfoys!“, meinte er ziemlich arrogant und überheblich, wie eh und je und stand stolz vor mir.

„Draco, es tut mir leid dir das zu sagen, aber die Gryffindors haben vor dir nicht solche Angst wie deine Slytherins!“, meinte ich zynisch und versuchte seinen Höhenflug zu bremsen.

„Oh, da täuschst du dich, mein Mudblood! Sie haben Angst! Alle in eurem Turm! Nur du, das Wiesel und Potter nicht! Aber alle anderen schon, selbst die Twins haben den Anstand, um mich mit ihren Scherzen einen Bogen zu machen, frag sie!“, bot er nonchalant an und ich runzelte nachdenklich die Stirn, während ich meinen Beine hin und herschwingen ließ. Er hatte glaube ich recht. Draco war nie ein Opfer ihrer zum Teil sehr derben Scherze geworden, obwohl sonst die Slytherins ganz gewiss zu ihren Lieblingszielscheiben gehörten. Hatten wirklich auch die Löwen Angst und Respekt vor Draco? Ich kam ins Grübeln, ich wusste, dass alle Mädchen, aus allen Häusern, ihn gutaussehend fanden und die Jungs, ihn als konstante Bedrohung und Konkurrenz sahen! Aber Angst, direkt vor ihm, mhmh, wohl schon? Oder lag es an seiner ihm ständig folgenden Anhängerschaft, fragte ich mich. Das würde ich beobachten müssen, um mir ein Urteil bilden zu können!

„Aber ihr wisst schon, dass solche Gruppen von Umbridge verboten worden sind?“, unterbrach er meine Überlegungen.

„Ach, die Bitch…!“, holte ich verachtend aus, wurde aber von ihm mit einer ausholenden Geste harsch unterbrochen.

„Hermione, … sag so was nicht…!“, kam es scharf von ihm und er fasste mich tadelnd ins Auge und eine gewisse Unwilligkeit über meine Aussage zeigte sich in seinen edlen Zügen.

„Was meinst du Draco?“, runzelte ich über diese Ansage perplex die Stirn.

„Dieses Wort, sag das nicht, das ist unter deiner Würde. Hast du die Bücher gelesen?“, fragte er dann indigniert und ging nur ausweichend auf meine Frage ein.

„Das wollte ich dir gerade erzählen. Wir haben einen Raum entdeckt, etwas ganz tolles, aber das muss ich dir zeigen. Wann hast du Zeit? Er liegt im siebten Stock! Ach, in dem gibt es so viele Bücher, das kannst du dir nicht vorstellen und dein erstes Buch hab ich schon gelesen, nur das Zweite fehlt noch, warum?“, stoppte mein begeisterter Mitteilungsstrom verwirrt.

„Brav, dann verinnerliche was du gelesen hast, wenn ich an Weihnachten bei dir bin, musst du die Bücher verinnerlicht haben!“, befahl er recht harsch und ich nickte ihm zu.

„Wegen deinem Raum, die nächste Zeit ist schwierig. Ich würde sagen, das machen wir nach Weihnachten, ist ja nicht mehr lang bis wir hier raus können“, meinte er recht genervt und grinste nun schelmisch, was mich veranlasste die Hand nach ihm auszustrecken. Ich befand mich immer noch auf dem Tisch, so dass mein Gesicht auf seiner Brusthöhe war und er kam mir ganz nah! Mit einem zärtlichen Ausdruck blickte er auf mich nieder und so fielen seine Haare in sein Gesicht. Ich streckte mich, um von unten in sein herrliches Haar zu fahren, was ihn grinsen ließ.

„So machen wir es, morgen hab ich das erste Nachsitzen bei Snape… abends nach dem Abendessen…“, stöhnte ich leidend, denn auf die Aussicht war ich ganz scharf.

„Angst vor Severus?“, fragte er böse schmunzelnd.

„Oh ja, seine Launen können vernichtend sein!“, erwiderte ich realistisch, aber auch mir selbst leid tuend.

„Da muss ich dir leider zu stimmen, seit Bella draußen ist, ist er noch schlechter gelaunt als davor schon!“, tat sich nun Draco selbst ziemlich leid.

„Warum, was macht sie denn?“, fragte ich neugierig.

„Ihn mit ihrer schrillen Stimme und ihrem irren Auftreten nerven, wie er sagt und wörtlich… dieses Weib hat nur „verquirlte Dementorenluft“ im Hirn!“, ätzte er gerade und fuhr dabei meine Seiten leicht streichelnd auf und ab, was mich wohlig schnurren ließ.

„Armer, Snape!“, hauchte ich mitleidig und ließ mir gerne Dracos Streicheleinheit gefallen.

„Nicht nur Snape, es geht noch schlimmer! Vater hat geschrieben, dass er ihnen Lestrange Manor wieder zur Verfügung gestellt hat. Er ist der Geheimniswahrer und das hat er ganz schnell gemacht, da er sie keine Sekunde länger bei uns daheim ertragen hätte, ohne einen Avada zu sprechen, meinte er, nur sei er sich nicht sicher, ob er den Stab besser auf sich oder Bella richten sollte!“, schüttelte er betrübt den Kopf über seine Verwandtschaft, für die man bekanntlich ja nichts konnte.

„Die Frau scheint die beiden ganz schön fertig zu machen!“, verbiss ich mir heldenhaft meine hämische Freude über diese Erkenntnis.

„Ja, und meine Angst wird deswegen vor daheim nicht weniger!“, murrte er betrübt.

„Wenn ich das so höre, kann ich es verstehen“, meinte ich noch mitleidig, bevor er nun in mein Haar fuhr und mir den Kopf daran bestimmt in den Nacken zog, so dass meine Kehle frei lag und ich an die Decke starrte

„Draco, was…?“, fragte ich irritiert und schluckte gut sichtbar für ihn, da ich durch die Streckung spüren konnte, wie sich meine Kehle bewegte. Meine Hände hatte ich sofort auf die Tischplatte gelegt, da ich mich stützen musste, damit ich das Gleichgewicht halten konnte, in dieser sehr ungemütlichen Haltung. Er dominierte mich und wollte mich ihm unterwerfen, aber warum? Ich konnte ihn tief Luft holen hören und ich war leicht verunsichert darüber was seinen abrupten Stimmungsumschwung herbeigeführt hatte.

„Was sollte das mit Potter, dass er dich so berührt…?“, klang nun seine Stimme ernst und bedrohlich. Ich sah ihn ja nicht mehr in meiner unguten Position, konnte mich kaum bewegen.

„Draco hör auf, was meinst du? Harry hat mich berührt, das tut er oft!“, wehrte ich ab. Er zog ein bisschen mehr an meinem Haar, dass ich das Ziehen auf meiner Kopfhaut fühlen konnte und der Schmerz mich leise zischen ließ.

„Auwa, Draco, das ist unangenehm…“, beschwerte ich mich über seine grobe Behandlung.

„So hab ich es noch nicht gesehen, dass er dich berührt, will er dich? Entwickelt sich da was?“, zischte er nun gefährlich leise.

„Draco, Harry will nichts von mir, das kann ich dir versprechen“, erklärte ich eindringlich, denn das hier war lächerlich und seine Drohungen waren unnötig.

„Du magst dir bei dir sicher sein, kannst du für ihn auch die Hand ins Feuer legen?“, grollte er nun böse. Das ließ mich stocken, nein, Harry wollte nichts von mir, da war ich mir sehr sicher.

„Lässt du jetzt mein Haar los, sonst werde ich echt sauer!“, meinte ich mal als erstes provozierend, aber er ließ nicht von mir ab, was mich ärgerlich stöhnen ließ. „Auch wenn es dir nicht schmeckt, aber Harry ist mein Bruder und ich weiß zu neunzig Prozent, dass Harry das auch so sieht!“, informierte ich ihn über meine Beziehung zu Harry recht unwirsch und brüsk. Ich konnte ein tiefes Knurren hören.

„Vergiss nie, dass er dein Bruder ist, verstanden Mudblood!“, und legte nun den Mund plötzlich an meine entblößte Kehle. Ich konnte seine Lippen an meiner Haut fühlen und wie er nun begann sich daran herauf zu küssen. Er setzte auch seine Zähne ein und knabberte und biss an meiner entblößten, freigelegten Kehle, was mich selbst in dieser unbequemen Haltung aufstöhnen ließ. Seine Liebkosungen an dieser so empfindlichen und nun ungeschützten Stelle, verursachten bei mir eine Gänsehaut auf dem ganzen Körper! Schließlich hauchte er sanfte Küsse auf meinen Kiefer und hob meinen Kopf leicht an. Endlich gab er ihn so aus der ungemütlichen Stellung frei und küsste mich aber sogleich stürmisch auf meinen Mund. Ich schlang meine Arme um ihn und wir begannen uns wieder leidenschaftlich zu küssen. Meine und seine Erregung wuchsen enorm an. Ich sah kurz Sterne, wir waren wie enthemmt.

Als ich mich zurück riss und seine rot geschwollenen Lippen sehen konnte, konnte ich seinem Blick entnehmen, dass ich genauso aussah! Dann strich sein Daumen über meine leicht geschändeten Lippen. Sein Blick war lustverhangen.

„Du siehst geküsst aus, Mudblood“, bescheinigte er mir auch da schon sehr zufrieden.

„Du auch, Pureblood, leider muss ich los, bevor die Jungs eine Suchaktion starten!“, erwiderte ich und zuckte bedauernd mit den Schultern, auch er atmete schwer auf.

„Ich, wie?“, quiekte ich auf, als er mich an meiner Hand packte und mich ohne Rücksicht von dem Tisch zog und erst an der Tür hielt, um mich wie immer auf meine Stirn zum Abschied zu küssen, was mir einen wohligen Schauer über den Rücken sandte.

„Du musst nicht auf Harry eifersüchtig sein, ehrlich“, erklärte ich jetzt noch mal versöhnlich.

„Malfoys sind nie eifersüchtig. Ich mag es nur nicht, wenn dich ein Fremder so berührt!“, erwiderte er jedoch wenig versöhnlich.

„Ich versteh schon… pass auf dich auf!“, meinte ich zynisch und öffnete die Tür, dabei spähte ich in die Gegend. Was würde es für einen Aufschrei der Empörung geben, sollte man uns zusammen erwischen, nicht auszudenken!

„Ich denke eher, du solltest aufpassen, wer ständig verletzt ist bin nicht ich!“, erklärte er und ich konnte nicht wirklich erkennen, ob er mich aufzog oder sich sorgte. Ich sah ihn abschätzend an und verschwand. Für den Rest des Tages hing ich mit Harry und Ron zusammen, da Ron sich nicht mehr wegen des Duells einkriegte, aber wir beide taten unser bestes, um ihn klar zu machen, dass nur er etwas dafür tun konnte im Kampf besser zu werden und nicht wir Schuld waren, dass wir darin so gut waren und er halt nicht. Die Blicke der DA-Mitglieder, wenn sie unser Trio beim Essen beobachteten, konnte ich unangenehm spüren und auch wahrnehmen, wie sie mir beklommene Blicke zuwarfen und ich konnte Draco sehen, der dies alles mal wieder aufmerksam aufnahm. Ich denke, er hätte jetzt nur dank der Blicke alle unsere Mitstreiter enttarnen können. Er warf mir zum Ende des Abendessens einen kecken, aufmunternden Blick zu und zog danach sofort eine gleichgültige Eismaske auf, die wie er mir damit sagen wollte, ich auch tragen sollte. Das brachte mich doch glatt zum Schmunzeln, denn es war seine Art mir zu sagen, dass mir die Meinung der anderen doch egal sein konnte.

Nun stand ich am Montagabend vor Snapes Tür zu seinem Privatbüro, da er im Tränke Klassenzimmer nicht gewesen war. Fühlte ich mich unwohl? Wohl eher nicht, schließlich hatte ich das Intimste mit ihm geteilt was ging, aber wirklich wohl fühlte ich mich auch nicht, da ich wusste, er dachte wir hätten noch eine Rechnung offen. Dabei trug ich ihm seinen Auftritt bei uns im Turm nicht mehr wirklich nach, mal gewann man, mal verlor man! Sollte man an sich alles nicht so ernst sehen. Sonst würde man immer mit einer sauertöpfischen Miene herumlaufen. Ich vergaß, sah man ihn jemals mit einem anderen Ausdruck? Aber so nahm ich mir ein Herz und klopfte, da ich ihm nicht die Möglichkeit geben wollte zu sagen, ich käme zu spät. Und so hallte mein Klopfen von der Tür und ein sehr freundliches „Herein“ ertönte im gewohnt liebenswürdigen Ton. Ja, den hatte er drauf, da wusste man doch gleich, dass man sehr „willkommen“ war und er sich darauf freute einen zu sehen. Ich riss sie auf und trat forsch ein.

„Professor, Sir!“, meinte ich respektvoll, nickte ihm höflich zu und ging zu seinem Schreibtisch, hinter dem er wie ein selbstherrlicher Richter thronte und mir maskenhaft entgegensah.

„Miss Granger, pünktlich!“, schnarrte er kalt.

„Sir?“, so kurze Sätze wie möglich, dann könnte er mir keinen Strick drehen. Er aber starrte mich nur, mit vor der schwarz eingepackten Brust verkreuzten Armen, verachtend an. Dass diese Slytherins keine Farben kannten. Wie Draco trug auch er immer schwarz. Da tat man sich glatt schwer mit der Beschreibung Schwarz, Nachtschwarz, Tiefschwarz, Finsterschwarz, Tiefdunkelschwarz. Tja, mehr fiel mir gar nicht ein, was für nette Umschreibungen es für die farbenprächtige Erscheinung der Schlangen gab.

„Soll ich beginnen, Sir?“, wagte ich die vorwitzige Frage.

„Hab ich was gesagt, Miss Granger?“, hisste er gewohnt sarkastisch auf.

„Nein, Sir!“, meinte ich betreten, da konnte man doch nur verlieren, seine Laune schien grottig zu sein.

„Wie kommen Sie dann darauf, dass Sie beginnen sollen, Miss Granger?“, erwiderte er zynisch. Ach nee, musste er jetzt mit mir seine Psycho-Spielchen spielen, das war ja nicht auszuhalten.

„Entschuldigen Sie, Sir?“, meinte ich neutral, denken tat ich mir jedoch, wofür ich denn dann schließlich hier war?

„Sind wir heute kurz angebunden und zugeknöpft, Miss Granger?“, schnarrte er sarkastisch, dabei ging eine seiner schwarzen Brauen kalkulierend nach oben.

„Nie, Sir!“, versuchte ich mich nicht aus der Reserve locken zu lassen, denn ich stand über seiner Art. Nur nicht auf seine beleidigende, verachtende Art reagieren, damit reizt du ihn viel mehr, hielt ich mir vor.

„Gut, dass Sie mir zustimmen, dass Sie nicht zugeknöpft sind, denn wenn Sie so zugeknöpft wären wie Sie gerade tun, wie konnte es sein, dass ich Sie erst vor ein paar Tagen um kurz vor sechs Uhr in der Früh aus dem Gemeinschaftsraum der Slytherins habe kommen sehen?“, sprach er offen und zog mich mit seiner Ironie durch den Kakao, seinen dunkle Augenbraue bewegte sich dabei kein Stück. „Was hatten Sie dort zu suchen?“, frage er lauernd.

„Ich hatte ein Buch verloren und habe es gesucht, ist ja nicht verboten um kurz vor sechs, Sir!“ kam es liebenswürdig, genervt von mir. Warum musste er auch genau, wenn ich, einsames Mädel, allein herum schlich, ebenfalls durch die Gegend schleichen? Ich glaub, da kam die Sache mit dem Glück wieder daher!

„Sind Sie sich sicher, dass Sie sich nicht verirrt hatten und die Schlangengrube mit der Löwenhöhle verwechselt haben?“, fragte er ganz trocken und da fragte ich mich, ob er nicht doch so etwas wie Humor besaß. Argh, warum trieb mich dieser Mann immer so auf die Palme? Hör nicht auf das was er sagt, stell auf Durchzug, riet ich mir selbst und schenkte ihm ein mildes Lächeln.

„Wenn Sie das sagen, Sir, werden Sie recht haben“, da durfte ich beobachten, wie sein Kinn in die Höhe schoss und seine Nase dadurch besondere Betonung fand. Ich meine, er hatte eine Hakennase, Adlernase oder wie vornehme Menschen sagten, eine römisch, aristokratische Nase, die Büsten der alten Römer hatten alle so einen Zinken, genau lenk dich mit seinen körperlichen Attributen ab, halt eindeutig falsche Richtung, wenn ich über sein Riechorgan nachdachte! … Nur nicht daran denken, ich war hier, um meine gestohlenen Tränke nachzubrauen und für sonst nichts.

„Miss Granger, wie kommen Sie darauf so mit mir reden zu können?“, immer noch kühl und beherrscht.

„Gar nicht, Sir, natürlich nie, Sir!“, und da wurde mir bewusst, dass ich noch immer vor ihm stand, Mann, hatte er es bald.

„Haben Sie mit Draco? Sind Sie zu weit gegangen?“, fragte er nun erstaunlich sachte nach. Ich konnte gerade verhindern, dass mir der Mund vor Empörung aufklappte. Professor Snape stellte mir, seiner Schülerin, eine derart persönliche Frage, ob ich mit Draco im Bett gelandet war, was ging denn hier ab? Ich war kurz sprachlos und musterte ihn erstaunt, bevor ich meine Stimme wiederfand.

„Sir, also ich denke mal, dass Sie das gar nichts angeht!“, kam es harsch von mir.

„Das sehe ich anders, Miss Granger“, haute er nun seine Hand schwungvoll auf seinen Schreibtisch, dass die Gegenstände darauf nur so wackelten, mhm… ganz schöner Schlag, dachte ich bei mir. Brannte jetzt seine Hand? Ich hoffte es für ihn, ging meine Gehässigkeit mit mir durch. Aber was er konnte, konnte ich auch, ich ließ mir doch nicht solche Fragen gefallen.

„Ach, hören Sie mit diesem ewigen, Miss Granger auf, das nervt!“ rief ich ihm nun mitten ins blasse Antlitz, mein Temperament ging ein bisschen mit mir durch, aber dieses ewige, missbilligende Miss Granger ging mir auf den Keks.

„Miss Granger, was erlauben Sie sich…?“, fauchte er nun erbost und funkelte mich in den Boden.

„Das ist doch ein bescheuertes Spiel, soll ich jetzt brauen oder nicht, Sir!“, rief ich aufgebracht, wich kein Stück zurück, denn er jagte mir keine Angst ein, ich würde meinen Mann… äh, meine Frau stehen.

„Wenn Sie unbedingt darauf Wert legen, bitte!“, nahm er jedwede Erregtheit aus seinem Ton und meinte dies nun ganz lässig und sehr ruhig, der wollte mich echt nerven. Er wedelte mich, wie eine lästige Fliege, zu dem einzigen Arbeitsplatz, den der Raum bot. Der Mann litt unter Stimmungsschwankungen, von 180 auf 0 in einer Sekunde.

„Ich denke, Sie wissen am besten was Sie entwendet haben“, hauchte er seidig. Giftzahn, wie er das so von oben herab sagte, ganz der Meister!

„Natürlich, Sir!“, drückte ich liebenswürdig durch meine zusammengepressten Zähne, was er an Selbstbeherrschung aufbringen konnte, konnte ich schon lange und so blieb ich betont freundlich und stellte mich noch etwas gerader hin und machte mich nun daran, geschäftig, aber auch gekonnt und routiniert, einen Heiltrank anzusetzen.

„Ach, ich wollte Sie noch zwecks Potter informieren, ich konnte es an geeigneter Stelle fallen lassen und Professor Dumbledore will, dass Potter nach den Ferien Okklumentik-Unterricht erhält“, meinte er plötzlich aus heiterem Himmel mitteilsam und ich riss meinen Kopf hoch.

„Aber….“, ich blickte von dem zäh blubbernden Gebräu im inneren des Kessels auf, denn das fand ich viel zu spät, warum wollte sich der Alte so viel Zeit lassen, es Harry beizubringen?

„Unterbrechen Sie mich nicht, Miss Granger!“, hisste er böse auf und ich antwortete mit einem ergebenen Augenrollen.

„Haben Sie gerade mit den Augen gerollt?“, fragte er auch da schon lauernd nach und sah mich wie eine gefährliche Raubkatze auf dem Sprung an, wie er da hinter seinem Schreibtisch saß und mich verfolgte.

„Nein, natürlich nicht, Sir!“, das war herrlich, dieser Schlagabtausch, wenn ich es nicht durchleben müsste, könnte ich darüber lachen, aber so tat ich mir nur leid.

„Miss Granger, Sie vergessen mit wem Sie sprechen. Ich bin weder der Köter, wie ich dachte Ihnen schon verdeutlicht zu haben, noch mein kleiner, nicht erwachsener Patensohn!“, meinte er leise mit einem bedrohlichen Unterton.

„Ich vergesse natürlich nie wer Sie sind, Sir. Aber Sie unterschätzen Ihren Patensohn, Sie sollten ihn ernst nehmen, Sir“, riet ich ihm leise, dabei rührte ich im Kessel wie wahnsinnig, da ich relativ wütend war.

„Ich denke nicht, dass Sie in der Position sind mir zu raten!“, meinte er nun recht versnobt.

„Natürlich nicht, Sir!“, ging mein Spott mit mir durch.

„Hören Sie mit diesem „Natürlich“ auf!“, blaffte er mich nun laut an, anscheinend hatte ich seine Geduld kurzzeitig wieder erschöpft oder arg strapaziert.

„Dann hören Sie mit Ihrem ewigen „Miss Granger“ auf, Sir!“, traute ich ihm tatsächlich wacker zu sagen. Manchmal war ich selten dämlich, aber ich konnte nicht anders, er reizte mich unglaublich, so dass ich ihm Widerworte gab, das war wie ein Zwang, ein gefährlicher, idiotischer Zwang, aber trotzdem war er da!

„Sie sind ein unerträgliches Weib, was Draco an Ihnen findet ist mir schleierhaft!“, bescheinigte er mir wenig schmeichelhaft und warf in einer hilflosen, unwirschen Geste die Hände in die Luft, was mich meine Stirn kräuseln ließ. Ungewöhnlich für Snape. Er war in seinen Bewegungen sonst sehr sparsam.

„Ähm, fragen Sie ihn?“, erwiderte ich nur und sah in böse an. „So fertig, die Basis steht. Sie muss ziehen“, danach schmiss ich die Kelle missgestimmt auf die Ablage. Er hob kalkulierend den Kopf und maß mich sehr abschätzend.

„Und was wollen Sie mir damit sagen, Miss Granger?“, fragte er konsterniert.

„Ich bin fertig!“, meinte ich kurz und knapp.

„Na, das bestimme immer noch ich, denken Sie nicht, Miss Granger?, kam es doch sehr hämisch von ihm und mir entwich ein verzweifeltes…
„Ahhrrr“, dabei rammte ich die Hände in die Arbeitsplatte und ich durfte sein bösartiges heben der Mundwinkel sehen, als er meine frustrierte Reaktion sah, auf seine Sturheit, anscheinend gefiel es ihm mich zu nerven und dass ich darüber hilflos war.

„Was versuchen Sie derart unglücklich zu artikulieren, Miss Granger?“, triefte seine Stimme vor Süffisanz. Ich würde ihm gleich an die Gurgel gehen. Moment, hegte er vielleicht seit unserem Gespräch ähnliche Gedanken, höchstwahrscheinlich! Beruhigte mich diese Einsicht? Keineswegs, sie heizte mein Temperament wenn nur noch mehr an.

„Das war ein fast orgastischer Ausruf, aufgrund der Freunde, dass mir die Basis gelungen ist!“, kam es ironisch von mir und ich verzog den Mund zu einem grimassenhaften Lächeln. Seine Stirn runzelte sich aufgrund meiner frechen und leider unangebrachten Antwort, denn er war mein Lehrer.

„Was soll das heißen, wo ist Ihr Respekt, Miss Granger?“, zischte er leise, drohend.

„Ich habe vor Ihnen den größten Respekt, Professor!“, betonte ich besonders und ernst.

„Dann zeigen Sie das auch und lassen Sie Ihren Zynismus stecken, der steht Ihnen nicht zu!“, informierte er mich brüsk.

„Aber Ihnen natürlich, Sir! Ihnen steht er ja auch viel besser!“, konnte ich nicht einmal meinen Mund halten?

„Da sehen Sie, schon wieder, Miss Granger, das ist inakzeptabel. Wenn Sie so weiter machen, kommen Sie hier nicht mehr raus!“, giftete er ölig und grinste mich gemein an.

„Oh, Professor, ist das ein Versprechen, oder eine Drohung?“, meinte ich provokant, aber auch noch mit laszivem Ton. Ich kannte selten jemanden, der sich sein eigenes Grab so selbst schaufelte, wie ich es gerade im Begriff war zu tun.

„Miss Granger, ist das der berühmte Gryffindormut, oder Ihre eigene abgrundtiefe Dummheit, mich reizen zu wollen?“, flüsterte er so leise durch seine zusammengekniffenen Lippen, dass ich ihn kaum verstehen konnte. Sein Gesicht war eine Spur weiß und sah noch ungesünder aus als sonst schon. Ich glaube, ich forderte gerade seine ganze Selbstbeherrschung, die er aufbieten konnte, um mich nicht so anzugehen wie damals Sirius. Warum musste ich die Männer meiner Umgebung aber auch immer bis zur Weißglut reizen? Dumm, einfach nur sehr dumm, er war ein Gegner, dem ich immer noch unterlegen sein würde.

„Keine Ahnung Sir, aber Ihre Aussagen schreien mich geradezu an Ihnen so zu antworten, Entschuldigung, Sir!“, zog ich nun den Schwanz ein, da mir sein innerer Kampf, die Contenance zu wahren, sehr wohl aufgefallen war. Ich konnte mir aber ein belustigtes Schmunzeln echt nicht verkneifen. Meine Aussage und mein Amüsement schienen bei ihm keine Reaktion auszulösen, außer die, dass er sich nicht rührte. Er hockte da, als hätte er einen Besenstiel verschluckt. Auch ich wagte mich hinter meiner Arbeitsplatte nicht zu rühren. Aber dann erhob er sich mit einem Ruck und schritt mit sich aufbauschenden Roben zu seiner Regaltür.

„Mitkommen, Miss Granger!“, befahl er plötzlich schroff und öffnete den Durchgang und ließ mich jetzt sprachlos zurück. Okay, ich würde wieder in die privat Räume gehen. Warum? Was wollte er jetzt noch? Aber gut, den Mut hatte ich, also auf … Er saß schon in seinem Sessel und hatte seinen Rotwein vor sich stehen und vor meinem Platz, auf dem kleinen Tischchen, stand auch eines, wie ich verwundert feststellte. Ich setzte mich und hob es vorsichtig an, um ihm sachte zuzuprosten, was er abwägend erwiderte und so tranken wir schweigend und ließen uns nicht aus den Augen. Er hatte schöne Augen, an ihm, in dem blassen Gesicht, waren sie wie schwarze Edelsteine und mit das Attraktivste an diesem Mann. Die Stimmung war entspannt und gespannt zugleich.

„Wie soll ich Sie bestrafen? Wenn ich weiß, dass Ihnen nichts etwas bedeutet, was ich Ihnen antun könnte?“, erhob er auf einmal die Stimme und ich konnte leichte Resignation über diesen Umstand heraushören, in der ansonsten neutral getroffenen Aussage.

„Ich könnte Sie züchtigen und schlagen, und ich denke, nein, ich weiß sie würden es über sich ergehen lassen und hinnehmen! Sie würden sich nicht mal bei den anderen Professoren beschweren, damit ist es keine Strafe. Ich kann Sie alle Tränke dieser Welt brauen lassen, das tun Sie aber ohnehin schon. Das ist für Sie eine Übung, Fleißaufgabe, keine Strafe. Ich könnte Ihnen Hauspunkte abziehen, dass Sie schwarz werden. Ich weiß, dass die Ihnen schon lange egal sind, ebenso wie die Meinung Ihres Hauses, sollten Ihre Hausgenossen auf Sie wütend werden. Somit ist auch dies keine Strafe“, holte er tief Luft und sprach schon fast ergeben weiter.

„Ich könnte Potter und Wiesel für Sie bestrafen, aber höchstwahrscheinlich würden sie Ihnen nicht mal sonderlich leidtun, da Sie denken, die zwei Idioten sollen eh mehr lernen. Also würden Sie das eher gutheißen, als es denn als Strafe zu sehen. Sie aufzuhalten zu verschwinden fällt schwer, dank Ihres Zaubers und Sie von Draco fernhalten kann ich nicht, da er es nicht zulässt. Also sagen Sie mir, Miss Granger, wie kann ich Sie bestrafen?“, fragte er nun pragmatisch, dabei nahm er nun äußerlich seelenruhig einen Schluck Wein. Wow, ich saß wie geplättet da und nahm auf diese seine Ausführung hin auch erst mal ein Schlückchen Wein, das musste erst mal sacken. Er hatte recht, mit allem was er sagte, der Mann war echt gut. Er konnte mir mit keiner dieser Maßnahmen wehtun, noch mich irgendwie treffen. Er hatte mich in dieser Beziehung vollkommen durchschaut, erkannte ich erstaunt.

„Sie haben recht, Sir!“, kam es geschockt von mir über diese plötzliche Offenbarung und Erkenntnis. Er blickte mich nur mit schiefem Kopf überlegend an.

„Ich weiß!“, seufzte er untypisch schwer. Ach, jetzt bekam ich ein schlechtes Gewissen, weil er nicht die Möglichkeit hatte mich zu bestrafen. Hallo, Hermione, freu dich. Ja schon, aber ich hatte ihn ja wirklich geärgert im Gemeinschaftsraum der Schlangen. Und er war mein Lebensretter, der mir schon oft geholfen hatte. Ich war ihm verpflichtet und es tat mir leid, ihn da so verstockt sitzen zu sehen und auch wenn er es nicht zeigte, dass er unglücklich darüber war, dass ich ihm immer entschlüpfte.

„Soll ich Ihnen noch einen Zauber zeigen?“, bot ich auf einmal versöhnlich an und zuckte die Schultern, denn ich hatte echt Gewissensbisse. Da riss es ihn und überrascht gingen seine Augen auf, diese drohten mich zu durchbohren.

„Wie meinen, Miss Granger?“, fragte er indigniert, während ich mich langsam erhob, um zu ihm zu gehen, dabei ließ ich mich vor ihm auf den Teppich sinken und kniete nun zu seinen Füßen, am Fuß seines Sessels gelehnt. Er beugte sich leicht erstaunt vor, so dass seine kinnlangen, glatten und so dunklen Haare in sein Gesicht hingen, als er auf mich nieder schaute.

„Miss Granger?“, fragte er da perplex und wollte mich mit seiner Hand berühren, hielt aber auf halber Stecke inne.

„Hören Sie bitte zu, Professor und unterbrechen Sie mich bitte nicht, es ist eines meiner gut gehüteten Geheimnisse, dass ich Ihnen hier offenbaren will! Dagegen ist der Zauber, den ich Ihnen gegeben habe, ein Kinderwitz! Ich hab seit zwei Jahren an diesem Zauber gearbeitet, der seit den Sommerferien fertig gestellt ist. Er funktioniert und ist voll einsatzfähig. Ich hatte ein Versuchskaninchen. Stopp, das stimmt so nicht, eher einen Versuchskäfer“, kicherte ich kurz fies auf und er schenkte mir einen undeutbaren Blick, verharrte aber abwartend.

„Hierfür braucht man anders als beim Credere Tacientiae, den Sie kennen, also man braucht bei diesem überhaupt keine Zustimmung, um ihn jemandem anzuhexen, das Einzige was man braucht ist… Blut!“, gestand ich flüsternd ein, etwas was ihn zischend Luft einatmen ließ, da damit klar war, dass ich die schwarze Magie aktiv praktizierte, was er bisher vielleicht vermutet hatte, aber nicht wirklich hatte belegen können, nun gab ich es offen zu.

„Beiderseitiges Blut und nein, es muss nicht freiwillig gegeben werden…“, ich leckte mir hierbei nervös über die Lippen, da ich mir des intensiven Blicks aus diesen tiefen Seen nur zu bewusst war.

„Sie ritzen sich und Ihr Gegenüber z.B. in die Hand und halten diese dann verschlungen, damit sich das Blut verbindet und richten währenddessen Ihren Zauberstab auf die Hände und rezitieren Impetus Impedive, was so viel heißt, wie 'den Angriff verhindern und Loyalität sichern'! Das ist die richtige Bewegung dazu“, meinte ich geschäftig und führte die Handbewegung aus.

„Ich habe den Fluch dafür erfunden, dass mir die verhexte Person in keiner Art und Weise Schaden zufügen kann, noch mich direkt angreifen könnte. Der Zauber würde sofort reagieren und den Verfluchten in ein Koma schicken, aus dem er nicht mehr zu erwecken ist. Außer, Sie würden das Koma von der Person nehmen“, erklärte ich weiter, dabei biss ich mir unsicher auf meine Lippe, weil ich mich fragte, wie ihm dies zusagte, machte aber weiter, malte mit meinen Fingern kleine Kreise auf die Sessellehne, um ihn nicht anschauen zu müssen. „Verstehen Sie, Sir, dies ist ein untrennbares Band, ähnlich einem Unbrechbaren Schwur! Nur halt etwas abgewandelt, man sieht, dass es funktioniert hat, daran, dass sich ein weißer Rauch um die verbundenen Hände legt und besiegelt, somit wird das Ritual vollendet!“, endetet ich mit meinem Vortrag.

Ich war fertig und hielt den Kopf gesenkt, wagte nicht ihn zu heben, da ich seine Reaktion nicht sehen wollte. Es war totenstill, dass zwei menschliche, lebende Wesen in diesem Raum waren, hätte man nicht vermuten können, bei dieser absoluten Lautlosigkeit. Auf einmal konnte ich ein leises Rascheln vernehmen und schon fühlte ich einen Finger, der mein Kinn sachte berührte und dieses sanft aber bestimmt in die Höhe hob, so musste ich meinen Blick heben und ihn wohl oder übel ansehen und ich sah seinen gewohnt nichtssagenden Gesichtsausdruck, diese Maske der Empfindungslosigkeit, aber ein eindeutiges Funkeln in den Obsidianen, die stark hervortraten.

„Miss Granger, das ist eine beeindruckende Leistung, zwei Jahre sagen Sie? Dann haben Sie in der Dritten mit solchen Studien begonnen?“, kam es abwägend von ihm. Er schüttelte seinen Kopf leicht. „Ungewöhnlich für ein kleines Mädchen, da dies die schwarze, die dunkle, die verbotene und die gefährliche Art der Magie ist, das muss ich Ihnen nicht sagen?“, wisperte er leise, aber sehr samtig, dabei hielt er immer noch mein Kinn fast sanft fest, so dass ich ihn unverwandt anstarrte und keinen Muskel rührte. Ich konnte sehen, wie er tief Luft holte und sich sein Brustkorb unter dem Gehrock hob. „Sie sind ein komisches, ungewöhnliches Kind…“, was dazu führte, dass meine Lippen sich zu einem schmalen Strich verzogen, dieser Bezeichnung war ich so was von entwachsen, mein lieber, werter Herr Professor, als er sich selbst wohl eingestand, dass dies so nicht stimmte, denn er setzte erneut an.

„Nein, das stimmt nicht, eine merkwürdige und faszinierende junge Frau! Das passt eher! Dieser Zauber ist genial, aber was hat Sie veranlasst schon im dritten Jahr so etwas entwickeln zu wollen, aufgrund von welcher Intention?“, fragte er intuitiv richtig und legte überlegend sein Haupt auf die rechte Seite und betrachtete meine Gestalt, die so vor ihm kniete, intensiv. Trotz seines langen, schmalen Fingers, der noch immer unter meinem Kinn lag, fing ich beherzt zu reden an. „Ich habe mich schon immer für das Entwickeln und Erforschen interessiert, da ist es zum Erschaffen von eigenen Zauber nur ein kleiner Weg!“, erklärt ich kühl.

„Wahrlich, Miss Granger, an wem haben Sie diesen bösartigen, kleinen Zauber ausprobiert?“, fragte er nun leicht lauernd, aber auch mit wirklichem, böse funkelndem Interesse in den Augen.

„Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, Sir. Aber ich kann Sie beruhigen, die Person befindet sich nicht in Hogwarts und ist erwachsen, ist sich somit vollkommen im Klaren, wie er agieren muss, um nicht dem Fluch zum Opfer zu fallen“, räumte ich ein und konnte sehen, wie ein fast amüsiertes Glänzen in seine Augen trat.

„Sie sind nicht zu unterschätzen, Miss Granger! Womit habe ich dieses Vertrauen verdient, da sie mir dieses geniale Material zur Verfügung stellen?“, forschte er weiter sehr nüchtern nach. Ich entwand mich dem Finger, indem ich den Kopf nach rechts riss, was dazu führte, dass sein Finger in meinem offenen Haar landete und er nun dieses zu meiner Überraschung auch nahm und zwischen Daumen und Zeigefinger rieb. Eine Geste, die mich schlucken ließ!

„Sir, ich schulde Ihnen viel und Sie tun viel für mich, ich bin Ihnen dankbar, ich bin kein undankbares Miststück, nein, wahrlich nicht. Ihre Worte vorhin, die stimmen, alle! Ich fühlte mich verpflichtet Ihnen etwas in die Hand zu geben, was mir nicht leicht fällt, und unangenehm ist…“, ich lachte rau auf.

„Das ist wohl meine Art Sie um Entschuldigung zu bitten, für das was im Gemeinschaftsraum beider Häuser vorgefallen ist und dass es zu spät war, um mich von Draco fernzuhalten!“, bekannte ich nun entschuldigend und sah ihn wieder nicht an.

„Verstehe!“, kam es kalt von ihm.

„Nein, Sie verstehen nicht, es tut mir leid!“, rief ich nun etwas aufgebracht, dass der Typ aber auch immer so halsstarrig sein musste.

„Doch ich verstehe schon, Sie denken, Sie stehen in meiner Schuld! Aber das tun Sie nicht, Miss Granger“, meinte er abweisend, also bei dem Mann war doch Hopfen und Malz verloren, da wollte man ihm mal einen Gefallen tun und was tat er, er pflückte es auseinander, bis jedes Blütenblatt ab war und es so ganz anders aussah als es sollte. Ich war kurz davor zu schreien, so sehr schaffte er es, mich auf die Palme zu bringen. Ich wusste mir nicht zu helfen, um diesen Eispanzer zu durchdringen und dann ging es so schnell, dass ich danach gar nicht mehr wusste, wie ich mich so rasant hatte bewegen können. Ich richtete meinen Oberkörper auf und kniete noch immer vor ihm, riss meine Hände nach vorne, packte sein Gesicht und zog es bestimmt zu mir und näherte mich ihm gleichzeitig und legte meine Lippen auf seine. Ich verschloss diesen giftigen, sarkastischen Mund entschlossen mit meinem. Ich konnte seine weit aufgerissenen, erschrockenen Augen sehen, diese Gefühlsregung hatte ich noch nie bei Snape erleben dürfen, aber es gefiel mir, etwas zu tun, was ihn schockierte und aus der Bahn warf, etwas zu tun, was es schaffte diesen Eispanzer zu durchbrechen.

Ich begann diese harten, unnachgiebigen Mund zu liebkosen, sah ihm dabei aber unverwandt aufreizend in die Augen, in denen ich es unstet Flackern sehen konnte und als meine Zungenspitze spielerisch über seine unerwartet weichen Lippen strich, tat er wie mir schien dies unbewusst und öffnete den Mund, was für mich Einladung genug war, um seinen Mund zu erobern und hineinzugleiten. Meine Augenlider glitten langsam aber sicher zu, da ich es genoss ihn zu fühlen und ich mich dem Kuss vollkommen hingab. Ich gab auch sein Gesicht nicht frei, durfte aber nun spüren, wie sich seine Hände ihren Platz suchten. Eine legte er bestimmt an meinen Rücken und zog meinen ganzen Körper näher zu sich und seine andere Hand legte er bestimmend in meinen Nacken und hielt mich ganz fest, worauf er mir auch schon die Führung aus der Hand riss und nun der Chef in unserem heißen Kussduell wurde. Nun plünderte er meinen Mund rücksichtslos, was mir heisere, kleine Laute des Genusses entlockte. Meine Hände glitten von seinem Gesicht und ich krallte mich in seinem Gehrock fest. Er war fordernd und unnachgiebig. Ich stöhnte wohlig auf, was ihn mich noch näher an sich ziehen ließ, so dass nun wirklich nicht mal mehr ein Blatt zwischen uns passen würde. Ich gab mich ihm hin und schaltete meinen ach so wachen Verstand aus, nur das Bedauern blieb, dass er Minna nie derart verführerisch küssen würde.

Warum küsste ich ihn, nach dem sinnlichen Kuss mit Draco? Ich wusste es nicht, wirklich! Das Einzige was ich wusste war, dass es ganz anders war als mit Draco, nicht zu vergleichen und dass es mir zu meinem Erkennen nicht leidtat, dies hier gerade zu tun. Als ich seine Zähne fühlen konnte, die mich unsanft in meine Unterlippe bissen, riss mich dies aus meiner Trance und ich schlug meine Augen auf und stöhnte auf, vor unerwartetem Schmerz! Er hatte richtig zugebissen und so stieß ich mich von ihm los und landete durch den Schwung unsanft auf meinen vier Buchstaben auf seinem Teppich. Ich kam dort zum Liegen. Ich blickte so ausgestreckt liegend und schwer atmend, zu ihm auf. Wie es schien war er zur Vernunft gekommen. Also richtete ich mich auf meinen Unterarmen auf, auch mein Schulrock war bei dieser Aktion gefährlich weit über meinen Schenkel nach oben gerutscht. Ich musste ein sehr einladendes Bild abgeben, wie ich so vor ihm lag und er in seinem Sessel saß und mich niederstarrte. Er sah mit einer eindeutig beschleunigten Atmung auf mich hinab, denn das Geschehen war auch nicht an ihm spurlos vorbeigegangen.

Auch ich atmete schwer. Was tat ich hier? Ich hatte zum ersten Mal aus eigenem Antrieb Snape geküsst bzw. mich ihm zum ersten Mal selbst aus eigenem Willen genährt, warum? Ich meine, ich hatte Draco, aber wie sagte er so schön, das war Familie! Und in diesem Moment hatte es sich richtig und verdammt noch mal auch verteufelt gut angefühlt. Ich leckte mir mit meiner Zungenspitze langsam über den leicht blutenden Biss in der Unterlippe und leckte mir das Blut lasziv von der Lippe, das er hinterlassen hatte. Ich konnte sehen, wie seine Augen dieser Bewegung fast zwanghaft folgten und in ihnen stand eindeutig Lust, Begierde und Erregung. Aber mal ehrlich, wollte ich das durchziehen? Hier war ich seine Schülerin, seine Schutzbefohlene, nicht eine Hure und mit meinem Lehrer als Hermione intim werden, konnte ich das, durfte ich das? Was würde Draco tun?

Bei ihm schienen dieselben Gedanken durch den Geist zu wandern, auch wenn sein lüsterner Blick immer wieder gierig über meine Gestalt wanderte und auch ich ihn nicht aus den Augen ließ. Ich konnte sehen wie auch er kämpfte. Er bot seine Selbstbeherrschung und Disziplin auf, um stark zu sein.

„Ich denke ich sollte gehen, Sir?“, hauchte ich fragend. Ich hatte es wie eine Frage klingen lassen und schluckte meine eigenen Gefühle schwer hinunter und sah ihn an. Er gab sich einen Ruck und überschlug lässig seine Beine und lehnte sich betont lapidar zurück.

„Das denke ich auch, Miss Granger!“, kam es kühl von ihm, aus diesem doch so heißen Mund. Sollte ich sauer sein, dass er mich gebissen hatte, nein, das war nötig gewesen, um mich wieder zur Besinnung zu rufen und wohl auch ihn, aber der Professor war nie sanft, ganz anders als Draco. Ich zog mich hoch und strich meinen Rock glatt, griff zum Glas und trank es auf ex leer, das brauchte ich jetzt und schon kam mir wieder ein fieser Gedanke, wie ich ihn reizen konnte und ich lächelte böse in mein Glas. Denn lasst uns ehrlich sein, das Spiel war noch lange nicht vorbei.

„Ach, Professor, nicht dass Sie denken, ich hätte das aus Mitleid getan, Sie küssen zu gut, das war reine Selbstsucht!“, meinte ich sehr frech, was mir ein rasches wenden seines Kopfs einbrachte und er abwägend die Braue hob.

„Vergessen Sie nächste Woche Montag nicht Ihre Strafarbeit, Miss Granger!“, kam es nur süffisant von ihm, aber er hatte es unerwartet gleichmütig aufgenommen was ich zweideutig gesagt hatte.
„Natürlich, Sir!“, schenkte ich ihm einen verruchten Augenaufschlag und ging nun langsam und gemächlich durch die Räume, bis ich auf dem Gang der Kerker stand und mein Kichern nicht mehr unterdrücken konnte, in mir summte es. Danke des Weins? Dank Snape? Dank seiner Küsse? Wer wusste das schon?

Kommentare

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media