Glühende Strahlen der untergehenden Sonne werden von den Fenstern der Stadt reflektiert. In den Straßen hat sich die Wärme des Tages gesammelt und erdrückt dort alles Lebende. Auf den Gesichtern der vorbei hastenden Menschen glitzern Schweißperlen. Niemand ist gerne bei dieser lähmenden Hitze draußen.


Ich sitze auf meinem Balkon und betrachte all das. Die vorbei hastenden und schwitzenden Menschen, das Wärmeflimmern auf dem Asphalt und die brennenden Fassaden der Hochhäuser. Neben mir auf einem kleinen Tisch steht ein Glas Rotwein. In ihm brechen sich einige Sonnenstrahlen, wodurch das Rot des Weins zu funkeln beginnt und dem eines Rubins ähnelt. Gleich neben dem Wein steht ein kleines Schälchen mit Erdbeeren. Die habe ich erst am Nachmittag im Garten gepflückt. Ich greife nach einer süßen Frucht und stecke sie mir in den Mund. Sommer hat auch etwas Gutes, denke ich.


Nachdem ich die Erdbeeren innerhalb von kurzer Zeit aufgegessen habe, wird mir langweilig. Ich beschließe, weiter die sommerliche Stadt zu beobachten.

Unter den hastenden Menschen fallen mir einige besonders auf. Zum Beispiel der Herr in Hemd und Anzug. Mit ihm bekommt man sofort Mitleid. Er schwitzt sicherlich schon so sehr, dass seine Kleidung am Körper klebt. Doch es hilft alles nichts, wenn er durch den Beruf bedingt so formell gekleidet sein muss. Etwas weiter entdecke ich eine Mutter mit Kinderwagen. Die Frau trägt ein luftiges Sommerkleid. Das lässt sich bei der Wärme bestimmt angenehm tragen. Gerade ist sie dabei, das Sonnenschild am Kinderwagen so zu bewegen, dass ihr Kind vor der Sonne geschützt ist. Eine andere Frau, die mir auffällt, hat sich in so wenig Stoff wie möglich gekleidet. Sie trägt eine Hotpants und ein Bikini-Top. Meine Blicke fallen auf viel gebräunte, nackte Haut. Ich kann mich nicht davon losreißen und so beobachte ich die Frau, bis sie aus meinem Blickfeld verschwindet.


Doch auch vom Anschauen der Passanten wird mir schnell langweilig. Ich beschließe, nur noch das Glas Wein auszutrinken und mich dann nach drinnen zu setzen, wo es hoffentlich etwas kühler ist. Und so greife ich nach dem Glas und nehme einen Schluck. Während sich die Aromen des Weines noch in meinem Mund entfalten, schaue ich ein wenig herum. Ich sehe noch andere Menschen, die auf ihren Balkonen sitzen – nichts wirklich Interessantes.

Nach einem weiteren Schluck Rotwein höre ich plötzlich ein Donnergrollen. Kurz darauf beginnt es in Strömen zu regnen. Doch noch während ich mich über die Abkühlung freue, muss ich feststellen, dass meine Kleidung durch den Regen schon ziemlich nass geworden ist. Also schlüpfe ich schnell durch die Balkontüre ins Innere.

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