Tete a Tete mit dem Staatsanwalt

Noch während wir uns mit Schmeisser unterhielten, kam eine schwarze Limousine mit einem Filmteam im Schlepptau angefahren. Niemand geringerer als Staatsanwalt Fischer entstieg ihr, sammelte das Filmteam um sich und hatte wohl vor, mich in einem Überraschungsbesuch vor der Kamera zu überrumpeln. Jetzt war höchste Vorsicht geboten, denn dieser Mann war nicht nur mächtig, er hatte sich auch sicher gut vorbereitet um vor der Öffentlichkeit sein Gesicht zu wahren. Selina ließ die Gruppe ein, ich empfing sie in der Bibliothek.
Fischer hatte nicht einmal den Anstand, mich persönlich zu grüssen. Er gab dem Filmteam ein paar Anweisungen, wir setzten uns gegenüber und ich bedeutete Herrn Schmeisser, zu bleiben. Schließlich wurde es ernst. 
"Herr Montar, sie haben gegen die Polizei, die Justiz und nicht zuletzt gegen mich schwere Vorwürfe erhoben und ich verlange von ihnen, dass sie sich öffentlich dafür entschuldigen!" "Sonst auch noch was!" entfuhr es Selina, die wieder an meiner Seite auf der Armlehne meines Lesesessels saß und deren Zorn sich deutlich auf ihrem Gesicht abzeichnete. Während ich Selina mit leichtem Drücken ihrer Hand bedeutete, sie solle sich beruhigen, brüllte Fischer sie an, sie solle gefälligst nur dann reden, wenn sie gefragt würde. "Herr Fischer" sagte ich betont ruhig: "Wir befinden uns hier nicht vor Gericht und wenn sie es wagen sollten, in diesem, meinem Hause, ihre Stimme meiner Partnerin gegenüber noch einmal über Zimmerlautstärke zu erheben, werde ich sie persönlich zur Tür geleiten!" Einen Moment lang herrschte absolute Stille! "Kamera aus, sofort!" brüllte Fischer. "Die Kamera bleibt an!" sagte ich ebenfalls etwas lauter. "Wenn sie noch einmal versuchen, die Aufnahmen zu unterbinden oder zu ihren Gunsten ein- und ausschalten zu lassen, verlassen sie sofort mein Haus!" "Es ist unglaublich was sie sich erlauben. Sie zeigen nicht den geringsten Respekt!" - "Respekt Herr Fischer, den muss man sich verdienen! Und mit Untätigkeit, Unfähigkeit und Kontraproduktivität, wie sie sie in meinem Fall seit sechs Jahren nachweislich gezeigt haben, verdient man ihn nicht!" -  "Sind sie wahnsinnig?" - "Nein, durchaus nicht! Wenn sie ihrer Aufgabe damals nachgekommen wären, hätte ich heute drei Schussverletzungen weniger, zumindest zehn Morde in dieser Woche hätten nicht stattgefunden und auch mein Porsche wäre nicht verschrottet worden!" Fischer, der Puterrot geworden war, brüllte den Kameramann an: "Machen sie sofort die Kamera aus. Dieses Material wird nicht gesendet!" Fischer schickte sich an, zu gehen doch ich ließ keinen Zweifel daran, dass ich noch etwas zu sagen hatte. "Ich verlange von der Staatsanwaltschaft, dass sie beurlaubt werden und ihr skandalöses Verhalten, meinen Fall betreffend umgehend untersucht wird! Mein Fall muss endlich in kompetente Hände kommen! Ich als mündiger steuerzahlender Staatsbürger habe ein Recht darauf, Recht zu erfahren! Und ich fordere dieses Recht hiermit ein!" - " Sie können, fordern was sie wollen! Die Kamera ist aus!" Ich lehnte mich zurück und lächelte süffisant. "Mein Haus, Herr Fischer, hört und sieht alles, was sich in ihm abspielt. Da SIE die hervorragende Idee hatten, öffentlich mit mir zu zu diskutieren, können sie unser kleines tete a tete ab sofort im Internet abrufen...."

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