- Tod meinen Feinden -

Tod meinen Feinden
Tod all umher
Traut euch nur näher
Ich bitte euch sehr

Eure Köpfe sollen platzen
Eure Kehlen zerdrückt
Böser Geist euch befallen
Bis ganz ihr verrückt

Eure Knochen sollen brechen
Von Fuß bis Genick
Zu Boden ihr fallen
Mit seelenleerem Blick

Tod meinen Feinden
Tod all umher
Treibt mich nur weiter
Mit Schwert und mit Speer

Eure Münder sollen schreien
Vor Qual und vor Schmerz
In der Brust soll zerspringen
Euer jagendes Herz

Eure Haut soll zerfallen
Wie Asche auf Stein
Doch niemals verrotten
Euer mahnend Gebein

Tod meinen Feinden
Tod all umher
Kommt nur, ihr Jäger
Es dürstet mich sehr

Eure Leiber sollen brennen
Im Feuer so heiß
Euer Blut, das soll fließen
Wie beim Rennen der Schweiß

Die Luft, sie soll zittern
Die Erde soll beben
Vergossenes Blut soll
Mir schenken neues Leben

Tod meinen Feinden
Tod all umher
Eilt euch, ihr Jäger
Mein Schritt, er wird schwer

Sollt ich unterliegen
Heut Scheiden aus dem Jetzt
Soll gehen noch vor mir
Ein Jeder, der mich verletzt

Fluch dem, der mich schlaget
Fluch dem, der mich sticht
Fluch dem, der mich tötet
Euer Stammbaum erlischt

Tod meinen Feinden
Tod all umher
Traut euch, ihr Ratten
Denn ich kann nicht mehr!

© Noia, 18.02.2015

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Hallo liebe Leser und Leserinnen!

Meine Frage an euch: Welche Situation kommt euch da in den Sinn? Was weckt dieses Gedicht für Bilder? Wer sind die Jäger, wer oder was der Gejagte? Das würde mich echt wahnsinnig interessieren!!!

Achtung Spoiler!
Folgendes Szenario stelle ich mir dazu vor: Ein dunkles, nichtmenschliches Wesen wird von einer Meute bewaffneter Menschen gejagt. Es wird in einem dunklen, verfallenen Gemäuer in die Enge getrieben, in heftige Kämpfe verwickelt und verletzt. Um zu überleben oder zumindest all seine Jäger mit in den Tod zu ziehen, wirkt es einen Fluch. Es schlägt sich wild und scheinbar planlos durch seine Angreifer, folgt dabei aber einem bestimmten Muster und steckt eine Art „Wirkungsgebiet“ ab. Sein Blut tropft in Abständen auf den Boden, es zeichnet so ein Symbol auf diesen und murmelt dabei diesen Fluchspruch. Im Mittelpunkt des Symbols kommt das Wesen zum Stehen, umringt von der Schar seiner Feinde. Mittlerweile ist es schwer verletzt und nicht mehr sicher, ob es überleben oder an seinen Wunden sterben wird. Es schließt die Augen, geht sich scheinbar ergebend in die Knie und murmelt die letzte Zeile des Spruches, während die Angreifer sich mit gezückten Schwertern auf es stürzen. Das letzte Wort und … Tod seinen Feinden, Tod all umher!

Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich sehr über Kommentare oder Antworten.

Auf baldiges Wiederlesen!

Noia

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Kommentare

  • Author Portrait

    sehr gut geschrieben. respekt. Ernste und dennoch gut rübergebracht. nicht kitschig. ich finde du hast das Thema gut verarbeitet.

beta
Feenstaub

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