Ungerecht

»Denkst du, das Leben ist ungerecht?« Die Frage kam wie aus dem Nichts.
Verblüfft musterte er die vermummte Gestalt mit einem Seitenblick. Der Schnee lag auf dem Mann wie ein zweiter Mantel. »Wieso fragen Sie mich das?«
»Weil ich es denke«, kam es zurück. »Ein Gedanke, der Vergangenheit entstammend. Ich habe ihn aus einem Gefühl heraus erschaffen, das ich für Einsamkeit gehalten habe. Fälschlicherweise, wie sich herausgestellt hat.«
»Und was wollen Sie mir damit sagen?«
Ein kaum wahrnehmbares Schulterzucken. »Nichts, was du nicht wollen würdest, dessen bin ich mir sicher.

Nur, dass es vielleicht noch nicht zu spät ist, umzudenken.«

Kommentare

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    Ist es Erinnerung, Verwirrung, Einbildung oder Vorhersehung oder alles zusammen das ihn belastet und dass er so reagiert?

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    o.O Der Alte spricht in Rätseln. Das mit der falsch angenommenen Einsamkeit könnte ich mir ja noch halbwegs zusammenspinnen, aber mit dem "Nichts, was du nicht wollen würdest", kann ich irgendwie gar nichts anfangen. Die Antwort hat für mich keinen Sinn. Hm ...

  • Author Portrait

    Ein Drabble das zum Denken anregt, ob es nicht für jeden Zeit wäre umzudenken.

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Feenstaub

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