Untiefen

Still fiel der Schnee. Still saßen die beiden Menschen auf der Parkbank. Still schlief der frühe Morgen unter dem nach und nach verschleiernden Blick des Mondes.
Ein unbeteiligter Beobachter hätte dieses Gemälde für eine friedliche, nuancierte Darstellung eines in sich ruhenden Herzens halten können. Einer Geschichte, die vielleicht auf die fernen Winkel einer tieferen Vorhersehung zusteuerte. Ein innegehaltener Moment.
Doch dies wäre ein Gemälde, das von einem Künstler mit reinem Herzen erschaffen worden wäre, weiß wie der Schnee.

In diesem Bildnis hingegen lauerte etwas. Der Schnee war ein Mantel. Und die trügerische Ruhe war das Flüstern vor dem drohenden Schrei.

Kommentare

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    Man kann nie in einen Menschen hineinsehen. Das Äüßere mag noch so friedlich erscheinen, doch innen brodelt es. Wenn ein Ausbruch kommen sollte, dann hast du ihn gut beschrieben.

  • Author Portrait

    Gibt es einen innegehaltenen Moment? Das klingt sehr komisch. Meinst du einen verewigten, eingefrorenen oder festgehaltenen Moment oder einen innehaltenden bzw. einhaltenden Moment? Jetzt bin ich aber auf das Monster unter der Schneedecke gespannt. ;)

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Feenstaub

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