V.2 - In seinen Fängen

Unbehaglich starrte Hermine in ihren Becher mit heißem Tee. Sie fühlte sich schuldig, dass sie Dumbledore gleich anlügen würde, doch wenn sie auch nur ansatzweise enthüllen würde, was zwischen ihnen geschehen war, wären die darauffolgenden Fragen mehr als unangenehm. Dumbledore durfte einfach nichts über die zukünftigen Geschehnisse wissen, und je weniger über Toms wahres Wesen ahnte, umso sicherer war es, dass die Zeit so ablaufen würde, wie sie als Hermines eigentliche Vergangenheit abgelaufen war. Ihr Kopf dröhnte.

„Ich würde wirklich gerne erneut über die Zeitreise sprechen“, fing sie ohne Umschweife an, kaum dass Dumbledore sich auf seinem großen Stuhl am Schreibtisch ihr gegenüber niedergelassen hatte. Der alte Zauberer nickte. Für Hermine als muggelstämmige Hexe war es immer noch schwer zu fassen, dass auch der Dumbledore der vierziger Jahre bereits ein älterer Mann war. Zauberer waren schon eine merkwürdige Gruppe.

„Natürlich, das können wir gerne tun. Ich habe auch einige interessante Entdeckungen gemacht“, stimmte Dumbledore ihr zu, doch sein Blick ruhte mit einer Ernsthaftigkeit auf ihr, dass Hermine wusste, er würde ihr trotzdem Fragen zu Tom stellen, noch ehe er weitergesprochen hatte: „Doch zunächst kann ich nicht anders, als Sie nach Ihrem Verhältnis zu Tom Riddle zu fragen. Sie sind jetzt seine offizielle Freundin?“

Hermine stellte den Becher ab und faltete die Hände im Schoß zusammen. Wenn sie überzeugend lügen wollte, war die erste Sache, die sie schaffen musste, ihm unverwandt in die Augen zu schauen, nicht rot werden, nicht stottern. Voller Gewissensbisse erklärte sie: „Ja. Denken Sie nicht, dass sich an meinen Gefühlen für ihn irgendetwas geändert hätte, doch er zeigte Interesse an mir und hat mich gestern Morgen ganz förmlich gefragt. Auch, wenn ich mir nicht gänzlich sicher bin, wie es um seine Gefühle steht, so sah ich darin doch eine einmalige Chance, ihm noch näher zu kommen. Und darum geht es bei meiner Mission hier doch, oder?“

Mit angehaltenem Atem wartete sie darauf, dass Dumbledore etwas erwiderte. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht, nach wie vor lag eine besorgte Ernsthaftigkeit auf seinen Zügen, dass Hermine nicht anders konnte, als nervös zu werden. Schließlich war er es, der den Blick abwandte. Seine Schultern sanken nach unten, als er antwortete: „Sie spielen ein gefährliches Spiel, Miss Granger, aber wir beide wissen zu wenig, um beurteilen zu können, ob es zu gefährlich ist. Also werde ich mich auf ihre Einschätzung der Situation verlassen müssen. Gibt es sonst noch etwas, was Sie mir sagen wollen?“

Spätestens jetzt war es offensichtlich, dass Dumbledore wusste, dass sie ihm etwas verschwieg. Vor diesem Mann konnte man offensichtlich schon zu dieser Zeit nichts geheim halten. Doch sie hielt an ihrem Entschluss, ihm keine Details über ihre Beziehung zu Riddle zu verraten, fest: „Nein, Sir.“

Kurz huschte ein Lächeln über seine Lippen: „Dieselbe Antwort, die mir auch Tom auf exakt diese Frage gegeben hatte. Aber natürlich in einem ganz anderen Zusammenhang.“

Hermine schluckte. Sie ahnte, worauf Dumbledore anspielte: Harry hatte ihnen erzählt, dass er in Tom Riddles Tagebuch gesehen hatte, wie Professor Dumbledore ihn gefragt hatte, ob er bezüglich des Vorfalls mit Myrte noch irgendetwas anderes erzählen wollte. Im Gegensatz zu den anderen Professoren hatte er offensichtlich – und korrekterweise – Tom verdächtigt, dass er hinter den Angriffen stand. Anscheinend war es eine Angewohnheit von Dumbledore, seinen Schülern die Möglichkeit zu geben, von sich aus die Dinge, die sie verschweigen, zu erzählen, selbst wenn er die Wahrheit schon kennt oder zumindest ahnt. Sie fühlte sich schlecht.

„Nehmen Sie sich meine Worte nicht zu sehr zu Herzen, Miss Granger“; unterbrach eben jener ihre Gedanken: „Ich meine es gut mit Ihnen, aber ich verstehe auch, wenn Sie mir nicht alles erzählen wollen. Ich hoffe nur, dass Sie wissen, dass ich immer für Sie da bin, wenn Sie es sich anders überlegen.“

Stumm nickte Hermine. Was sollte sie darauf auch anderes sagen? Betreten nahm sie einen weiteren Schluck Tee, während Dumbledore das Thema wechselte: „Ich habe übrigens gute Neuigkeiten. Ich denke, ich habe eine Idee, welcher Zauber auf dem Gemälde von Ihnen gelegen haben könnte.“

Augenblicklich war ihre trübe Stimmung verflogen. Jeder Fortschritt in dieser Sache war ihr mehr als willkommen, denn schließlich hing ihre Rückkehr in ihre Zeit und damit ihr Leben davon ab: „Erzählen Sie!“

Lächelnd faltete Dumbledore die Hände über seinem Bauch: „Ich habe mich mit einem alten Freund beraten, einem sehr mächtigen Kollegen. Und er erzählte mir von einem Zauber, der in den Anfängen der Zeit wohl recht geläufig war, aber heute beinahe in Vergessenheit geraten ist, weil nur noch wenige Zauberer stark genug sind, ihn überhaupt zu wirken. Vereinfacht gesagt, geht dieser Zauber davon aus, dass jeder Mensch eine einzigartige Signatur hat, die man mittels eines Spruches einwandfrei identifizieren kann.“

Hermine nickte zustimmend. Sie wusste nicht, wie weit die Muggelforschung in den vierziger Jahren war, aber wovon er sprach, klang sehr deutlich nach der DNS, die für jeden Menschen auf ganz eigene Weise zusammengebaut war. Offensichtlich konnten Zauberer das nutzen, ohne genauer über die Funktionsweise Bescheid zu wissen, so, wie beispielsweise auch das Brauen von Zaubertränken auf Chemie beruhte, ohne dass man chemische Detailkenntnisse brauchte, um einen Trank zu brauen. Interessiert lauschte sie Dumbledores weiteren Ausführungen: „Der Zauberspruch, den mein Kollege erwähnte, macht sich diese Signatur zu nutzen. Er sorgt dafür, dass Gegenstände sich die Signatur merken und auf Berührung des einzigen Menschen, der diese Signatur hat, reagieren. Mehr noch, es ist möglich, dass ein ganz bestimmtes Körperteil diese Signatur übermitteln muss. Klingt das nicht genau nach dem, was bei der Berührung des Gemäldes durch Sie geschehen ist?“

Mit offenem Mund starrte Hermine ihren Professor an. Es war nicht einmal so, dass dieser Zauberspruch abwegig klang, im Gegenteil. Es war exakt dieser Spruch, der auf dem Schnatz gelegen hatte, den Dumbledore nach seinem Tod Harry hinterlassen hatte. Auch der Schnatz hatte sich erst geöffnet, als Harry endlich auf die Idee gekommen war, ihn mit seinen Lippen zu berühren. Nachdenklich sagte sie: „Ist das nicht genau der Spruch, der auch auf jedem Schnatz liegt?“

Das Lächeln von Dumbledore wurde breiter: „Ich sehe, Sie kennen sich aus. Es ist diesem Spruch tatsächlich sehr ähnlich, aber mit dem bedeutenden Unterschied, dass das Signaturgedächtnis nicht nur passiv ist, sich also einfach eine bestimmte Signatur merkt, sondern aktiv. Wenn es die Signatur erkennt, reagiert der verzauberte Gegenstand.“

Hermine fragte sich plötzlich, ob Dumbledore die Idee mit dem Schnatz als Versteck für den Stein der Auferstehung nur gehabt hatte, weil sie jetzt als Zeitreisende dieses Gespräch mit ihm führte. Eigentlich war das ja nicht möglich, schließlich führte sie das Gespräch, nachdem er die Idee schon gehabt hatte. Aber für ihn war das ja vor dem Schnatz. Unwillig schüttelte sie den Kopf. Sie wollte nicht genauer über die Zeitreise und ihre Auswirkungen nachdenken, da lief sie über kurz oder lang eh nur im Kreis in einem unlösbaren Labyrinth.

Sie holte tief Luft: „Also bedeutet das, sobald das Gemälde existiert, würden wir es so verzaubern, dass es auf meine Berührung reagiert und dann in der Kammer des Schreckens auf mich wartet.“

Dumbledore nickte, doch sein Blick wurde ernst, als er erwiderte: „Ich habe das Thema bis jetzt nicht angesprochen, weil andere Dinge dringlicher waren, doch nun, wo Sie es erneut erwähnen, muss ich doch fragen: Sie waren in der Kammer des Schreckens?“

Entsetzt sog Hermine die Luft ein. Wie hatte sie nur so leichtfertig davon reden können? Wusste Dumbledore von der Existenz? Waren die Anschläge des Basilisken damals schon mit der Kammer in Zusammenhang gebracht worden oder hatte man erst danach davon erfahren? Verzweifelt versuchte sie sich daran zu erinnern, was Harry ihr über die Vergangenheit erzählt hatte.

„Miss Granger“, stoppte Dumbledore sofort ihre Panik: „Seien Sie unbesorgt, ich wusste auch schon vor Ihrer Ankunft von der Existenz der Kammer. Es gibt wenig in diesem Schloss, von dem ich nicht weiß. Und, ohne sie beunruhigen zu wollen, die Kammer war vor kurzem von irgendjemandem geöffnet worden.“

Erleichtert atmete Hermine aus. Sie hatte also keine zeitverändernde Information verraten. Gegen ihren Willen musste sie lachen: „Es ist schon verrückt, wie ich ständig Angst habe, dass ich die Zeit verändern könnte. Ein falscher Satz … ich bin inzwischen so paranoid deswegen.“

„Ich verstehe Sie vollkommen“, nickte Dumbledore, während er ihren Becher wieder mit Tee auffüllte: „Ihre Achtsamkeit ist mehr als angebracht. Dennoch würde ich Sie bitten, mit alles, was Sie verraten können, zu erzählen.“

Wo sollte sie anfangen? Wenn Dumbledore nicht wusste, wie die Kammer zu öffnen war, konnte sie ihm kaum erklären, wie sie hinein gekommen war. Vorsichtig fragte sie: „Wissen Sie, wie man die Kammer öffnet?“

Er schüttelte den Kopf: „Nein, wenn ich es wüsste, hätte ich es vermutlich schon längst getan und das Monster der Kammer aus der Welt geschafft. Die Legende besagt, dass nur der wahre Erbe Slytherins dazu in der Lage sein würde.“

Mit zusammengezogenen Augenbrauen starrte Hermine in ihren Tee, während sie ihre Worte sorgfältig überdachte: „Das ist richtig, allerdings … man kann das System austricksen. Wenn man den Erben Slytherins dabei beobachtet hat, wie er die Kammer öffnet, und sich … perfekt daran erinnern kann, dann kann man es … nachahmen. Ich bin natürlich kein Erbe von Slytherin und auch keiner meiner Freunde ist es, aber … die Nachahmung hat gut geklappt.“

Dass man in Wirklichkeit einfach nur ein Parselmund sein musste, und dass es reichte, die Laute von „Öffne dich“ auf Parsel nachzuahmen, verschwieg Hermine, doch ihre Erklärung kam der Wahrheit nahe genug. Dumbledore schien mehr als interessiert an den Details, doch zu ihrer Erleichterung zwang er sie nicht, noch mehr zu erzählen. Er nickte nur abwesend, während der die Information verarbeitete: „Also können Sie die Kammer öffnen?“

Hermine errötete: „Nein. Ich … ich war mit einem Freund zusammen dort, er hat die Nachahmung geschafft. Um das Gemälde in der Kammer aufhängen zu können, müsste ich vermutlich …“

Abrupt brach sie ab. Sie würde irgendwie Tom dazu bringen müssen, dass er sie mit in die Kammer nahm. Erschlagen sackte sie in sich zusammen.

„Müssten Sie … was?“, hakte Dumbledore nach, doch Hermine schüttelte den Kopf: „Ich kann Ihnen nicht mehr erzählen, ohne dass ich Informationen verrate, die Sie nicht haben sollten. Ich weiß, was ich tun muss, auch wenn ich nicht weiß, wie ich es anstellen soll, doch das ist meine Sorge.“

Sie wünschte, sie könnte Dumbledore erzählen, dass Tom Riddle der Erbe Slytherins war und dass sie auf seine Hilfe angewiesen sein würde, wenn sie in die Kammer wollte. Jetzt machte es mehr denn je Sinn, dass sie Tom näher kommen musste. Es reichte nicht aus, dass er sie als potentielle Freundin betrachtete, sie musste ihn dazu bringen, dass er ihr soweit vertraute, dass er sie mit in die Kammer nahm. Würde sie zum Todesser werden müssen, um sein Vertrauen zu gewinnen? Und wenn ja, wie sollte sie das anstellen?

„Es scheint, als sähen Sie ein Problem mit der Kammer“, sagte Dumbledore leise.

„In der Tat kann ich im Moment nicht sehen, wie ich das Problem lösen soll, aber … das Bild war ja da, also hat mein anderes Ich in dieser Zeit auch einen Weg gefunden. Ich werde das schaffen, ganz sicher.“

Ihre selbstsicheren Worte spiegelten in keiner Weise wider, wie sie sich gerade fühlte, doch sie wollte Dumbledore dazu bringen, das Thema fallen zu lassen. Und sowieso, es brachte ihr gar nichts, wenn er sich ihren Kopf zerbrach.

„Wie Sie meinen“, murmelte Dumbledore. Hermine sah, wie schwer es ihm fiel, nicht weiter nachzufragen, doch sie rechnete es ihm umso höher an, dass er sie in Ruhe ließ. Stattdessen kam er wieder auf den Zauber zu sprechen: „Wir wissen jetzt also, welcher Zauber auf dem Bild lag. Ich kann Ihnen nicht sagen, ob ich in der Lage bin, den Zauber auszuführen, doch im Zweifel werde ich meinen Kollegen um Hilfe bitten. Der nächste Schritt wird es sein, den Zeitumkehrer genauer zu untersuchen. Zeitumkehrer sind nicht darauf ausgelegt, so lange Reisen zu ermöglichen, es muss also irgendeine Art Stärkungszauber auf ihm gelegen haben. Und dann müssen wir klären, wie genau die Reaktion des Zeitumkehrers mit dem Bild zusammengebracht werden kann.“

Hermine nickte langsam. Eine Umdrehung der kleinen Sanduhr entsprach einer Stunde. Um fünfzig Jahre in die Vergangenheit zu reisen, müsste man die Uhr schon ziemlich oft drehen. Schweigen breitete sich aus, während beide über das Problem nachdachten. Jeder normale Zeitumkehrer würde bereits im Prozess des Drehens zerstört werden, ohne die Zeitreise überhaupt auszuführen. Es musste einen Weg geben, die Jahre zu überbrücken, ohne dass man die kleine Sanduhr tausende Male drehen müsste.

„Aber natürlich“, hauchte Hermine plötzlich, das Bild eine flammenden Pokals vor Augen, und setzte ihren Teebecher hart auf dem großen Schreibtisch ab: „Wir lernen doch immer, dass die simpelsten Zaubersprüche meistens die besten sind! Ein Verwechslungszauber!“

Verwirrt blinzelte Dumbledore: „Ein Verwechslungszauber?“

„Ja, gewiss!“, erklärte Hermine eifrig, darum bemüht, in ihrer Aufregung trotzdem verständlich zu bleiben: „Der Zeitumkehrer rechnet für jede Umdrehung eine Stunde. Aber was, wenn man ihn dazu bringen könnte, eine Umdrehung für ein Jahr zu halten? Dann bräuchte es 42 und eine dreiviertel Umdrehung, damit ich aus dem Mai 1997 im September 1944 landen kann!“

Sie erinnerte sich noch sehr genau daran, wie während des Trimagischen Turniers schließlich herausgekommen war, dass der Feuerkelch, ein ebenfalls mächtiges magisches Artefakt, mit einem mächtigen Verwechslungszauber belegt worden war, damit er dachte, dass er vier statt drei Kandidaten auswählen musste. Wenn der Feuerkelch verzaubert werden konnte, dann doch gewiss auch ein Zeitumkehrer.

Langsam fuhr Dumbledore sich durch den Bart, den Blick unbestimmt in die Ferne gerichtet. Schließlich jedoch nickte er: „Sie haben Recht. Je simpler, umso wahrscheinlicher, dass es funktioniert. Jedes magische Objekt lässt sich austricksen, wenn man nur stark genug ist. Dennoch müssten wir den Zeitumkehrer zusätzlich mit einem Zauber belegen, damit er mindestens die Zeitreise übersteht und erst nach ihrer Ankunft kaputt geht. Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn sie auf halber Strecke stecken blieben.“

Hermine schauderte. Bilder von Zauberern, die sich beim Apparieren zersplintert hatten, tauchten vor ihrem Auge auf. Der Gedanke, dass bei einer Teleportation durch die Zeit genauso etwas schief gehen konnte, dass vielleicht die eine Hälfte von ihr in der Gegenwart blieb und die andere in die Vergangenheit reiste, bereitete ihr Übelkeit. Mit trockenem Mund sagte sie: „Aber ein Stärkungszauber ist doch sicher noch leichter zu sprechen als ein Verwechslungszauber, meinen Sie nicht?“

„Gewiss“, stimmte Dumbledore ihr zu: „Aber bedenken Sie: Wenn der Verwechslungszauber fehlschlägt, reisen Sie im Zweifelsfall nur Stunden oder Monate in die Vergangenheit, statt wie geplant Jahre. Schlägt der Stärkungszauber fehl, wer weiß, was dann geschieht. Und wie Ihnen sicher bewusst ist, haben wir keine Möglichkeit, das zu testen.“

Unbehaglich rollte Hermine ihren Kopf von einer Schulter zur anderen. Sie hatte plötzlich das Gefühl, als säße ein riesiger Elefant in ihrem Nacken und hindere sie daran, sich frei zu bewegen. Ängstlich flüsterte sie: „Aber es hat doch schon mal geklappt, oder? Ich bin doch wohlbehalten hier. Wir haben doch genau das hier schon mal gemacht.“

„Nein“, widersprach Dumbledore: „Wir haben das noch nie gemacht. Ihr anderes Ich hat es mit einem anderen Ich von mir getan, doch für mich und für Sie wird es das erste Mal sein. Es kann trotzdem scheitern.“

Hermine klammerte sich noch fester an ihren Becher, darum bemüht, die Kälte, die sich plötzlich in ihr ausbreitete, zu vertreiben: „Wir können uns von der Gefahr des Scheiterns nicht aufhalten lassen. Wir müssen es trotzdem probieren.“

„Kein Wunder, dass Sie in Ihrer Zeit in Gryffindor waren“, meinte Dumbledore lächelnd: „Sie haben wahrlich den Mut einer Löwin.“

Hilflos zuckte Hermine mit den Schultern. Es hatte gar nicht so sehr etwas mit Mut zu tun. Sie fühlte einfach, dass sie gar keine andere Wahl hatte. Ihr Aufenthalt hier hatte einen bestimmten Zweck, den sie zwar nicht kannte, den sie aber erfüllen musste. Und dass sie Vorbereitungen treffen musste, damit die Zeitreise überhaupt stattfinden konnte, war für sie ebenso selbstverständlich. Es war alles determiniert, vorherbestimmt. Zumindest, wenn sie Erfolg haben wollte. Und eine Niederlage war einfach keine Option. Sie konnte Voldemort nicht gewinnen lassen. Tom Riddle mochte ja manchmal sogar noch menschlich wirken und sein gutes Aussehen verführte einen dazu, ihn als etwas anderes zu sehen, als er wirklich war. Doch für sie gab es einfach keine Alternativ.

Sie würde alles daran setzen, dass das Monster, das sich jetzt noch Tom Riddle nannte, sterben würde.

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