Verbotene Gelüste

Magnus und Ivana waren aus San Francisco zurückgekehrt, wo sie noch ihre dortigen Habseligkeiten zusammen gepackt und mitgebracht hatten. Die Dachwohnung in Rom hatten sie inzwischen nach ihren Wünschen eingerichtet.

Tiberius beobachtete von Weitem wie sein hellblondes Objekt der Begierde am Geländer seiner großen Dachterrasse lehnte. um auf die Straße hinunterzublicken. Dabei gingen dem Kelten Gedanken an seine letzte Jagd und an die Kommende durch den Kopf.
Das letzte Mal war es diese römische Unsterbliche Priscilla gewesen, die Magnus fast ausgesaugt hatte und dieser erinnerte sich an die Erregung, an den Reiz, wie sie sich gesträubt und gewehrt hatte. Ganz anders, als eine Sterbliche und er brauchte keine Rücksicht zu nehmen sie zu schnell zu erdrücken.
Wie gut der Römer diese Gelüste nachempfinden und verstehen konnte. Erging es ihm doch selbst manchmal so, dass er diesen rücksichtslosen Akt des Trinkens brauchte.
Mit Sterblichen musste er inzwischen zu vorsichtig, mit zu viel Beherrschung, umgehen, so dass es die Lust beim Jagen stark schmälerte.

Nun erschien Ivana ebenfalls am Geländer und ihre Worte drangen deutlich an Tiberius feine Ohren: „Ein wenig Zeit habe ich noch, bevor ich zum Flughafen muss."
Magnus drehte sich um: „Bis wann musst du los?"
„So in einer Stunde. Und du? Was hast du vor die nächsten Nächte, so als Strohwitwer?" Dabei lachte sie.
Er lächelte und zog sie eng an sich: „Ich werde wohl Tiberius besuchen und morgen muss ich jagen. Treib es in Moskau nicht zu wild."
Sie grinste: „Das sagt der Richtige. Oder willst du mir ernsthaft weismachen, du treibst es nicht mit Tiberius?"
Magnus grinste zurück: „Er ist scharf auf mich. Was kann ich machen? Ich meinte ja nur, dass du nicht halb Moskau durchmachen sollst."
Er konnte sich schon ausmalen wie dieses Freundschaften auffrischen bei ihr aussah.
„Du armes Opfer, du", und drückte dann ihre Lippen auf seine.
Magnus lachte kurz auf und widmete sich wieder ihren Küssen. Er umarmte Ivana und drückte sich eng an sie, genoss es, ihr so noch eine Weile nahe zu sein: „Wann landest du in Moskau?"
„Um halb 4 morgens bin ich dort. Dreieinhalb Stunden Flugzeit. Die Zeitverschiebung ist ja zum Glück nicht so groß."
„Ich werde an dich denken. Es wird langsam Zeit."
Ivana sah auf die Uhr: „Dann mach‘s gut, Liebling."
Magnus gab ihr einen Abschiedskuss: „Du auch und bis bald. Du kannst ruhig anrufen, wenn du angekommen bist."
„Klar, ich ruf dich dann an", versprach Ivana.

Tiberius musste über Magnus Aussage schmunzeln. Das hatte der Kelte richtig erkannt, dass er scharf auf ihn war und er würde diese Gelegenheit ausgiebig nutzen, solange seine Rivalin aus dem Weg war, um den Blonden endlich für sich zu gewinnen. Er wusste dass der Barbar es genoss, von ihm hofiert zu werden und den Sex natürlich auch.
Magnus war einfach zu sehr von sich eingenommen und die Zuwendung des Herrschers schmeichelte seinem Ego ungemein.
Nun, Tiberius würde ihn umschmeicheln, verwöhnen und ihm vor Augen führen, was er von ihm alles haben konnte.


Am nächsten Abend zog sich Magnus gerade an, als ihn Tiberius stummer Ruf erreichte: 'Mein schöner Kelte. Komm jetzt gleich zu mir. Ich habe eine Überraschung für dich.'
Der Jüngere folgte dem Ruf des Älteren nur zu gern, versprach es doch eine sehr lustvolle Nacht zu werden. Vielleicht hatte er ihm ein Opfer besorgt.

Als Magnus den Palazzo kurz darauf betrat, hörte er abermals die Stimme des Römers in seinem Kopf: 'Komm ins Bad hinunter.'
Je näher er dem Eingang des römischen Bades kam, desto deutlicher spürte er zwei andere Unsterbliche, die noch sehr jung waren.
Nachdem er die Tür zur Badehalle geöffnet hatte, erblickte er Tiberius im großen Becken zusammen mit zwei jungen Frauen, die ihn gerade liebkosten.
Am Rand des Beckens lagen zwei leergesaugte männliche Leichen.
Hatte der Römer den Frauen je einen Sterblichen serviert?
Der Schwarzhaarige winkte seinen Gast herbei: „Komm ins Wasser, Magnus. Die zwei sind schon ganz ungeduldig."
Dieser grinste nur und entkleidete sich. Das würde eine vielversprechende Nacht werden. Tiberius hatte nicht getrunken, stellte er fest, da dessen Haut noch blass war. Dafür waren die Frauen rosig und sehr lüstern. Dann waren die toten Opfer nur für sie gewesen.
Magnus dachte schlagartig an sein Erlebnis neulich mit Priscilla und als er Tiberius wissenden Blick einfing, nickte dieser nur schwach: 'Hab keine Scheu. Du bist nicht der Einzige.'
Dem Jüngeren wurde klar, dass der Herrscher wohl ähnliche Triebe hatte wie er neulich, als er die Unsterbliche angefallen hatte.

Die Braunhaarige der Frauen fand, dass der Blonde unverschämt gut aussah, mit diesen tollen blauen Augen und dem hellen Haar. Magnus zögerte nicht, schwamm auf sie zu, nachdem er ins Becken gestiegen war und zog sie an sich: „Du bist so schön heiß."
„Und du schön kühl", erwiderte sie lächelnd.
Der Unsterbliche drängte sie erregt an die Beckenwand und küsste ihre Lippen.
Als sie den Kuss aufstöhnend erwiderte, biss er leicht in ihre Zunge und trank ein wenig daraus, woraufhin ihr Verlangen geweckt wurde und sie versuchte ihn enger an sich zu ziehen, was ihr jedoch nicht gelang. Er war steif, wie eine Statue.
Die junge Unsterbliche war durch das frische Blut in ihr, rasend vor Leidenschaft. Magnus gab sich ihren warmen Händen hin, die seinen Körper erforschten.
Sie war zwar nicht so heiß, wie ein menschlicher Leib, aber doch warm genug.
Ungeduldig zog er sie an ihren Oberschenkeln an seine Lenden und drängte sich knurrend zwischen ihre Schenkel.
Als er eindrang, seufzte sie laut auf: „Wow, ist der riesig", und als er zuzustoßen begann: „Ja, fick mich du geiler Hengst."
Magnus dachte, und wie er das tun würde.
Er gab sich völlig seiner Lust hin, packte in seiner Leidenschaft mit den Kiefern ihre Kehle, fühlte das Vibrieren ihrer Hauptader an seinen Lippen und da erwachte die Gier in ihm. Die Unsterbliche knurrte und stöhnte vor Ekstase, während er von ihr trank.
Seine Umklammerung wurde allmählich fester und sein Sog stärker.
Tiberius beobachtete ihn dabei, während seine Gespielin untergetaucht war und ihn mit dem Mund verwöhnte.
'Nein, zögere es noch hinaus', sandte er an den Jüngeren.
Der Hellblonde beobachtete seinerseits den anderen, rammte sich bei seiner Neugeborenen heftiger hinein, was sie noch lauter vor Lust knurren ließ.
Dann biss Magnus abermals in ihren Hals, grub seine Zähne diesmal tiefer in ihre Ader und begann zu trinken.
Die junge Frau begriff schnell, dass das kein Liebesspiel mehr war, sondern bitterer Ernst, was er an ihrer Anspannung bemerkte und nun wusste, dass sie es durchschaut hatte.
Sie begann sich sofort zu wehren, ihre Hände schlugen auf seinen Rücken ein, zerkratzten seine Haut, während er sie fest mit den Armen umklammerte.
„Lass sofort los. Hör auf, du Scheißkerl."
Sie wand sich vergeblich in seiner Umklammerung und ihre strampelnden Beine spritzten das Wasser auf.
Bei ihr zerrissen die Arterien nicht, wie bei seinen menschlichen Opfern, wenn er zu stark saugte. Der warme Strom füllte seine Glieder, begann leicht zu pulsieren, während er mit ihr rang, ihre Handgelenke mit den Händen umklammerte, damit sie ihn nicht kratzen konnte. Für ihn war es unvorstellbar lustvoll ihren windenden Körper unter sich zu spüren, unbeherrscht zu trinken und sich in ihren warmen, nassen Schoß zu stoßen.
Sie flehte ihn an: „Hör auf. Bitte verschone mich."

Nun konnte Tiberius ebenfalls nicht mehr warten. Er zog die andere ruckartig an sich und schlug ihr fauchend die Zähne in die Halsseite. Bis sie recht begriff was geschah, war sie schon umklammert und alles Winden und Treten half nichts. Tiberius war noch viel stärker als Magnus und drückte dabei ihre Rippen ein.

Schließlich sog Magnus den letzten Tropfen aus seinem Opfer heraus und erlebte nach einigen weiteren Stößen einen gewaltigen Höhepunkt.
Er erfuhr aus ihren Gedanken, dass sie „Ratten" aus Tiberius Revier waren.
Nun hing sie stöhnend und geschwächt am Beckenrand, als er sich endlich von ihr löste. Sie versuchte nach Magnus zu greifen, aber durch ihre Blutleere war sie sehr schwach.
Tiberius nahm ein Kurzschwert, das am Beckenrand lag und schlug den Opfern kurzerhand den Kopf ab.
Achtlos warf er die Körper aus dem Wasser und wandte sich nun seinem Gast zu: „Wir müssen sie danach vernichten, sonst verraten sie uns."
Magnus blickte auf die geköpften Leiber aus denen sich die Adern herauswanden: „Was ist mit mir geschehen? Warum sauge ich Artgenossen aus?"
Der Römer erwiderte: „Dein göttliches Verlangen ist erwacht. Normalerweise geschieht es schon viel früher. Du bist ja bereits 1200 Jahre alt. Bei den meisten passiert es noch vor 1000."
Magnus entgegnete: „Vermutlich, weil ich einige Jahrhunderte im Koma lag."
Tiberius nickte: „Ja, das ist sicher der Grund."
„Wie lange tust du es schon?"
"Schon sehr lange. Nicht immer, weil ich den Herzschlag dabei vermisse. Dann nehme ich zwischendurch Sterbliche, aber irgendwann gelüstet es mich wieder nach mehr Gegenwehr. Ich brauche nicht mehr oft zu trinken. Alle acht Wochen zirka."
Magnus stützte den Kopf auf einen Arm: „Bei mir sind es zweieinhalb Wochen. Allerdings erst seit Kurzem. Meine Kräfte haben in letzter Zeit wohl zugenommen."
„Ja, das geschieht oft in Schüben."
Der Jüngere wies auf sein heutiges Opfer: „Das war erst mein zweites Mal. Nein, eigentlich mein erstes Mal. Da hatte ich sie nicht ganz ausgesaugt."
„Ich weiß. Du dachtest vorhin daran und wie gut es gewesen war."
Magnus grinste „In deiner Gegenwart muss ich aufpassen, an was ich denke."
Tiberius lächelte nur vielsagend.
Dann begann er Magnus schlanken Hals zu küssen, über seine Haut zu lecken, mit den Lippen tiefer über seine Brust bis zum Bauch zu wandern.
Der Jüngere lehnte sich an den Beckenrand, während Tiberius begann mit der Zunge an seiner Eichel zu spielen, die sich aus dem Wasser reckte und schließlich seinen Schaft in den Mund nahm. Dabei entfuhr Magnus ein erregtes Fauchen.

Nachdem sich die beiden Männer einige Male miteinander vergnügt hatten,
streckte sich Magnus befriedigt auf den Mosaikfliesen neben dem Becken aus und betrachtete, die geköpften Frauen.
Der Hausherr stand auf und wickelte sich ein Handtuch um die Hüfte: „Tragen wir sie rauf auf die Dachterrasse."
Magnus tat es ihm gleich und hob mit einem Arm den Körper seines Opfers hoch und mit der anderen Hand ergriff er den Kopf an den langen Haaren. Da er den Weg nicht genau kannte, folgte er Tiberius, der die andere Frau trug.
Ihr Körper sah mitgenommener aus, als der von seinem Opfer. Der Brustkorb war deutlich gequetscht. Mit diesem Unsterblichen wollte er sich lieber nie anlegen.

Oben auf der Terrasse angekommen, legten sie die nackten Körper ab und setzten sich auf die Steinplatten.
Der Tag brach langsam an und die beiden Männer beobachteten, wie das Morgenlicht bereits die Haut der Neugeborenen ansengte, die bleiche Haut zuerst rot wurde, dann schrumpelig und schließlich verschmorte.
Magnus selbst spürte erst ein leichtes Unbehagen und dem Römer schien das Licht noch gar nichts auszumachen.
„Wenn du es nicht mehr aushältst, dann geh ins Haus."
Magnus schüttelte den Kopf: „Bis jetzt ist es noch okay."

Sie betrachteten weiterhin den wolkenlosen Himmel, der sich langsam von Schwarz ins Blaue verfärbte und Magnus fühlte bereits die Hitze hinter dem Horizont aufsteigen. Bald würde die Sonne aufgehen.
Die Frauenkörper waren inzwischen vollkommen schwarz, während er selbst bis jetzt nur Wärme auf der Haut fühlte. Wie lange konnte dann Tiberius hierbleiben, wenn er fast doppelt so alt war, wie er?
Der Ältere bog den Kopf zur Seite und präsentierte ihm seine Halsseite: „Finde es heraus. Bibe, Trink!"
Magnus wusste, dass er für kurze Zeit einen Teil von Tiberius Kräften bekam, wenn er von seinem Blut nahm und wenn es nur für den Moment des Morgens war.
Die Haut am Hals des Älteren wirkte im Morgenlicht so hell, glatt und verführerisch, dass Magnus fast nicht anders konnte als seine Zähne in dessen zartes Fleisch zu versenken.
Tiberius Atmung setzte vor Erregung ein, während Magnus an ihm saugte.
Für den Jüngeren war es sehr berauschend von so einem Alten zu trinken. Er konnte regelrecht fühlen, wie ihn eine stärkere Macht durchdrang.
Etiam magis , ja mehr", spornte der Römer ihn an. „Ich will dich noch einmal."
Der Angelsachse ließ verwundert von ihm ab: „Jetzt?"
In Tiberius Blick lag unverhohlene Begierde und er antwortete rau: „Ja, jetzt."
Der blonde Unsterbliche zögerte zuerst, legte sich dann auf den Rücken, sah den Schwarzhaarigen herausfordernd an: „Gut, dann komm."

In Tiberius hellgrauen Augen flackerte das Verlangen auf, wie sich dieser anbetungswürdige Körper sich ihm anbot. Magnus Anblick im anbrechenden Morgen war noch viel besser als bei Nacht. Die seidenglatte, helle Haut, die glänzenden Haare und die Augen wirkten noch viel blauer, wenn der Himmel sich in ihnen spiegelte.
Seine Finger strichen versonnen über den athletischen Oberkörper des Kelten, zu dessen Scham, umfassten kurz seine stattliche Erektion, wanderten über den Damm zu seinem Gesäß und hoben es schließlich an.

Magnus fauchte vor Lust auf, als der andere eindrang. Fasziniert blickte er in den heller werdenden Himmel über sich und betrachtete das Lichterspiel auf Tiberius Haut.
Schwache Sonnenstrahlen erreichten die Schultern des Älteren, während Magnus noch im Schatten lag, aber der Römer schien keinen Schmerz dabei zu spüren. Nur die Lust spiegelte sich in dessen Gesicht.
Tiberius Haut sah in diesem gelblichen Licht so samtig aus. Magnus strich darüber und war vollkommen eingenommen von seinen Eindrücken.
Er fühlte die Wärme der Sonne an seinen Armen, die bis jetzt noch angenehm war und er wusste, dass der andere es selbst so empfand.
Die ganze Situation lenkte ihn fast völlig von seinen lustvollen Empfindungen ab und so bekam er nur nebenbei mit, wie Tiberius kurz darauf erzitterte. Es war schließlich sein erster Sonnenaufgang nach über tausend Jahren.

Der Römer küsste ihn danach zärtlich und bemerkte den staunenden Blick: „Gefällt dir, was du siehst?"
„Ja, es ist wunderbar. Unvergesslich."
Dann verzog er ein wenig das Gesicht, da sich ein leichtes Brennen auf seinen Armen ausbreitete und er rieb über die Stellen.
Tiberius stand auf und half ihm auf die Beine: „Komm. Gehen wir rein. Allmählich wird es auch für mich zu heiß."
Magnus spürte noch kaum die Schwere in die Glieder kriechen, als er vom Dach ging. Sein Blick schweifte noch kurz über Roms Dächer, die bereits in der Sonne schimmerten, bevor er Tiberius hinein folgte.
Da war es deutlich kühler und der andere zeigte ihm im Keller eines seiner Gästezimmer. Es bestand nur aus einem einfachen Bett in einem fensterlosen Raum.
Der Hausherr presste sich noch einmal an seinen Gast und küsste ihn innig. Die langen blonden Haare waren warm und dufteten von der Sonne. Auch sein Körper fühlte sich immer noch aufgeheizt an.
Magnus Schoß reagierte nur noch verhalten auf die Küsse: „Die Wirkung deines Blutes lässt nach. Ich werde schläfrig."
Tiberius löste sich bedauernd von ihm: „Nun gut, mein Kelte. Dann sehen wir uns am Abend."

Nicht lange danach hörte Tiberius jemanden die Haustüre aufschließen.
Es war seine Haushälterin Victoria, die zielstrebig in den ersten Stock hinaufging, wo er gerade im Morgenmantel in seinem Empfangszimmer saß.
Sie begann immer schon sehr früh mit ihrer Arbeit, da die Sonne um diese Zeit noch schwach war, weil sie als Halbvampir allergisch auf starke Sonnenstrahlen reagierte.
"Buongiorno, Victoria" , begrüßte e sie.
„Buongiorno, Signor Volcato. Ihre Zeitung, per favore", erwiderte sie und legte sie vor ihn auf den Tisch. Victoria brachte ihm morgens immer eine Tageszeitung mit.
Er schlug sie gleich auf und der Duft von den frischen Blumen, die Victoria mitgebracht hatte, stieg ihm in die Nase.
„Etwas Besonderes heute, Signor?"
Tiberius überflog die erste Seite: "Nein, nur das Übliche."
Sie begann damit, die welken Blumen aus den Vasen zu nehmen und durch die Frischen zu ersetzen.

Nachdem der Hausherr mit Zeitunglesen fertig war, verschwand er lautlos.
Victoria ging davon aus, dass er sich nun zur Ruhe legte. Sie wusste, dass er für einen echten Vampir sehr alt war und lange wach bleiben konnte. Die Signora sah sie normalerweise nie.
Eigentlich war sie ganz froh, zwischen beiden Welten leben zu können. So war sie weniger eingeschränkt. Manchmal ging sie ins Black Swan, diesen Donoren-Club, um mehr unter den wahren Unsterblichen zu sein. Sie würde leider altern, zwar sehr viel langsamer als ein Mensch, aber irgendwann musste sie sterben.
Als Halbvampir galt sie bei den Unsterblichen, als minderwertig, als Bastard und durfte nicht in deren Clubs.
Ansonsten hatte sie bessere Sinne als ein Mensch, war stärker und konnte sich nur von tierischen Produkten ernähren. Blut könnte sie ebenfalls trinken. Im Gegensatz zu Vampiren besaß sie einen Herzschlag und warme Haut, aber sie war ebenfalls blass.
Seit einigen Jahren arbeitete sie bereits für die Volcatos und war froh eine Arbeit bei einem Unsterblichen gefunden zu haben, da es tagsüber unter Menschen schwieriger war.

Tiberius stand vor den tonnenschweren steinernen Flügeltüren, die zu seiner Schlafkammer führten und betätigte mit seinem Willen einige Steine daneben, auf denen lateinische Verse eingraviert waren. Daraufhin wichen die Türen knirschend zurück und gaben den Blick auf einen Gang frei, an dessen Ende sich eine mit Gold beschichtete Metalltür befand.
Dies war die Tür zur Schlafkammer, in der ein großes Bett mit einem Rahmen aus Granit stand.
Helena, seine Gefährtin lag bereits in die Leintücher gehüllt und wartete darauf, dass die zunehmende Kraftlosigkeit sie wegdämmern ließ.
Tiberius ließ den Mantel zu Boden gleiten, schmiegte sich an ihren kühlen Körper und löschte durch seine Gedanken die Öllampen im Raum.

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beta
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