Verloren in den Schatten

"Aahhh!!" Ihre entsetzte Stimme riss mich aus meinen tiefen Gedanken.

"Cenishenta!", schrie ich und lief, aufgeschreckt, von meinem Versteck aus - einem Baum in ihrer Nähe - zu der großen Lichtung wo sie sich befand. Doch ich war nicht auf das vorbereitet was ich sah: Ein riesiger Dämon in der Gestalt eines schwarzen, blattlosen Baumes erhob sich gewaltig vor uns! Er schien zwar eine feste Form zu haben, aber dennoch floss überall an ihm etwas Harzähnliches herunter. Der Geruch fauler Eier und verrotteter Essensreste stieg mir in die Nase. Mich ergriff plötzlich ein  tiefer Ekel und das Gefühl, ich müsste mich übergeben, überkam mich.

Trotzdem stellte ich mich schon beinahe instinktiv schützend vor Cenishenta und zog mutig und kampfbereit mein Schwert Émalon zum Angriff. Mit einer über die Jahre angesammelten Wut im Bauch, verursacht durch die unterdrückten Gefühle, stürzte ich nach vorne und brachte Émalon in die richtige Position, um das Monster an der Stelle zu treffen, wo ich seine Schwachstelle vermutete. Doch plötzlich traf mich ein Schlag in die Seite und ich fiel hart auf den Boden. Benommen und keuchend erhob ich mich und griff erneut an, doch die Bestie grinste mit einer kalten Bosheit, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ und sog mit einer unbegreiflichen Macht mein Schwert zu sich.

Hilflos musste ich zu sehen, wie sie Émalon mit gemeiner Freude zerbröselte und die Fürstin in ihre ekelhaften, langen Finger nahm.

Sie wehrte sich nicht, sie war ohnmächtig geworden. Totengleich hing sie zwischen den Pranken des Ungeheuers und es, hämisch grinsend, starrte sie begierig an. Als es jedoch meinen wachsenden Hass gegen ihn spürte, sah es mich an, sah mir direkt in die Augen...die Seinen jedoch waren leer und wieder nicht. Erst meinte ich das unendliche Nichts darin zu erkennen und im nächsten Moment schien sich das gesamte Universum darin zu befinden. Ich war unfähig auch nur einen Schritt zu tun, geradezu erstarrt...

Plötzlich öffnete sich ein riesiges schwarzes Loch, gerade so groß wie der Dämon selbst, um die 30 Fuß hoch.

Vor Entsetzen erstarrt sah ich zu wie das Monster samt Cenishenta in eine andere Welt zu gleiten schien. Als sie weg waren, fand ich wieder zu mir.

Verzweifelt rief ich nach ihr, erhielt aber keine Antwort mehr. Sie waren weg...

Erst jetzt bemerkte ich die zitternden Soldaten, die nicht weit entfernt hinter ein paar Bäumen hervorlugten, war aber zu erschöpft, um mir um irgendetwas anderes als die Fürstin Sorgen zu machen. Mein Blick verschwamm plötzlich und ich kippte um.

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