"Verpiss dich!" (M)

Grace' Sicht:

"Grace! Warte!" Ich drehte mich um. "Was?" Thomas blieb stehen und sah mich an. "Es... ich weiß... auch nicht... Alice... ach keine Ahnung!" Er wirkte verärgert. "Tom... ich glaube..." Wir standen mitten auf dem Parkplatz, aber alles war so leise. "Ich glaube, du gehörst in mein Herz... nicht Frederico." Ich wurde rot und ich spürte es so deutlich, dass ich mein Gesicht zu verbergen versuchte. Thomas kam auf mich zu und streichte mir über die rot angelaufene Wange. "Ich weiß, Grace. Ich weiß" Mehr nicht. Ich starrte zu ihm hoch und suchte einen Ausdruck in seinem Gesicht. Nichts. Nur... Sehnsucht. Mir zerbrach das Herz. "Tom" Plötzlich flogen Bilder durch meinen Kopf. Ich sah so vieles und gleichzeitig gar nichts. Meist war es Thomas in diesen Bildern. Alles geschah so schnell. Tom und ich auf meinem Sofa. Tom und ich vor dem Theater. Tom und ich... ich weinte. Ich merkte, dass erst jetzt. "Grace... nicht weinen. Bitte" Er sah besorgt aus. Ich strich mir die Tränen weg und versuchte zu lächeln. "Okay." Er nahm mich in den Arm und wir blieben so stehen. Ich versuchte alles zu vergessen und es gab dann nur mehr Thomas und mich.

"Grace! Was machst du denn?!" Frederico. Ich verdrehte die Augen. Ich löste mich aus der Umarmung und wartete auf Frederico. Er kam auf mich zu. "Frederico..." Ich wollte mich beruhigen aber... "Verpiss dich!" Erschrocken trat er einen Schritt zurück. Alice stand neben Frederico und sie war kurz davor zu weinen. Thomas nahm meine Hand, schüttelte nur den Kopf und zog mich weg. "W- wo gehen wir hin?" Thomas sah nur gerade aus und ich sah die Wut in ihm. "Tom!" "Grace. Komm einfach mit, okay?" Ich nickte und ging ihm hinterher. Er legte ein ziemlich großes Tempo ein und ich hatte Mühe, Schritt zu halten. Nach zehn Minuten bekam ich Seitenstechen. "Thomas. Ich kann nich' mehr. Wann sind wir da." Wir waren nicht mal mehr am Stadtrand. In der ganzen  Gegend zirpten Insekten. Ich blickte nach vorne. Eine Wiese. Fragend sah ich zu Thomas. Er lächelte leicht und blickte in die Weite. In der Sommerhitze war das Gras schon ausgetrocknet. Alles kam mir bekannt vor. Der Geruch, die Geräusche. Einfach alles. "Erinnerst du dich?" Thomas zog mich in die Wiese hinein. Das trockenen, knöchellange Gras kratze aber ich ließ mich davon nicht ablenken. "Wir sind hier im Sommer ständig gewesen. Damals." Thomas blieb stehen und ich krachte gegen seinen Rücken. "Ich glaube, ich erinnere mich... Thomas?" "Hm?" Ich nahm sein Hand und drückte sie. "Wieso hast du mir verziehen?" "Aus dem selben Grund, warum du MIR verziehen hast." Ich sah ihn an. "Ich liebe dich, Grace!" Ich wusste nicht was ich sagen soll. Ich blieb wie angewurzelt stehen und musste alles berarbeiten. Plötzlich zog mich Thomas an sich heran. Ich rührte mich nicht. Die Sonne wurde von Wolken verdeckt und es wurde dunkler. Thomas kam immer näher und küsste mich. Ich erwiderte den Kuss. Er zog mich noch mehr zu sich. "Thomas - bitte verlass mich nicht. Nie." Er drückte seine Stirn gegen meine und sah mir in die Augen. "I promise."

Ich weiß nicht wie wir den Donner überhört hatten, aber nun standen wir klatschnass auf dieser Wiese. Der Wind war so stark, dass ich mich an Thomas festhalten musste. Wir rannten so schnell mich meine Ballerinas tragen konnten. Thomas lachte sich kaputt als ich jammerte, dass ich nicht laufen kann. "Zieh sie aus!" Er war schon einige Meter vor mir. Ich sah auf den Boden. Dieser war schon weich geworden und das Gras stach nicht mehr so sehr. Ich zog sie tatsächlich aus und rannte. Als ich über das Nass rannte, spürte ich sie. Die Freiheit. Ich lachte laut und wurde immer schneller. In einem weiten Bogen warf ich die Schuhe weg und stürzte mich in Thomas Arme. Er fiel hin und wir landeten im Gras. Ich musste immer noch lachen. "Grace... ich bin so froh, dich wieder zu haben. Wirklich." Ich setzte mich auf. Mein Rücken war feucht und mein Shirt klebte an meiner Haut. "Thomas. Bitte. Sei einfach leise." Ich bückte mich zu ihm und küsste ihn.

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