VII.3 - Licht und Schatten

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Es machte sich langsam bemerkbar, dass Hermine ihr eigenes siebtes Jahr verpasst hatte, denn sie musste stetig mehr Zeit in Hausaufgaben und Lernen investieren. Auf eine gewisse Weise war es beruhigend zu wissen, dass sie am Ende des Jahres als Jahrgangsbeste ausgezeichnet werden musste, um die Zeitreise wiederholen zu können, denn sie war sich sicher, auch ohne diese Motivation hätte sie sich angestrengt – aber im Gegensatz zu jetzt hätte sie sich dafür schuldig gefühlt. So jedoch konnte sie ihre eigene Begeisterung fürs Lernen immer damit entschuldigen, dass es ihrer Mission diente.

Tom seinerseits hatte sie zu keiner weiteren gemeinsamen Lernstunde gezwungen, auch wenn Hermine sich sicher war, dass er das noch nicht fallen gelassen hatte. Für den Moment saß er in aller Ruhe mit Abraxas zusammen und versuchte offensichtlich, den aktuellen Artikel für Geschichte der Zauberei zu schreiben. Sie selbst hatte das schon hinter sich gebracht und konzentrierte sich auf ihre Arithmantik-Aufgabe. Am anderen Ende des langen Tisches im Gemeinschaftsraum saß Beatrix, die ebenfalls so tat, als wäre sie mit Hausaufgaben beschäftigt, doch die finsteren Blicke, die Hermine immer wieder von ihr auffing, vermittelt eher den Eindruck, dass sie nur hier war, um Tom und Hermine beobachten zu können.

Gleichzeitig war sich Hermine nur zu bewusst, dass auch Abraxas sie immer mal wieder intensiv musterte. Sie hatten kaum miteinander gesprochen, seit sie ihn so demütigend von sich gewiesen hatte. Seine Blicke jedoch waren eindeutig: Er hatte sie noch immer nicht aus seinem Herzen verbannen können. Noch immer litt er unter der Verletzung, noch immer schien er in ihren Regungen, Handlungen und Aussagen nach irgendetwas zu suchen, was ihm sagte, dass sie ihn in Wirklichkeit ebenfalls noch schätzte.

Sie seufzte. Was sollte sie nur mit ihm anstellen? Sie hatte ihn tatsächlich und ehrlich gerne und genau darum konnte sie nicht riskieren, dass Tom sich weiterhin zu sehr für ihre Beziehung interessierte. Sie sollte ihre egoistischen Neigungen zur Seite schieben und sich damit abfinden, dass sie keine Freundschaft zu Abraxas haben konnte, so sehr sie seine Aufmerksamkeit zu Beginn auch genossen hatte. Darüber hinaus war sie sich bewusst, dass es Toms Absicht war, sie von allen zu isolieren. Je weniger zwischenmenschliche Kontakte sie hatte, umso anfälliger wurden ihre Emotionen für seine Manipulationen.

Doch Tom sollte sie nicht unterschätzen. Sie hatte ihn bereits dazu bekommen, dass er ihr erzählt hatte, dass er Slytherins Erbe war. Das kommende Wochenende würde sie darauf verwenden, noch mehr Informationen von ihm zu erhalten. Vielleicht gelang es ihr, in einer weiteren Diskussion über Slytherins Ansichten über Muggel und Muggelgeborene das Gespräch auf die Kammer des Schreckens zu lenken. Sie konnte das schlecht selbst anfangen, immerhin war sie angeblich Amerikanerin und selbst hier in England wusste wohl kaum jemand von der Existenz.

Nachdenklich kaute Hermine auf ihrer Lippe, während sie abwesend auf die Zahlen vor sich starrte. Sie war Tom inzwischen näher gekommen, als sie jemals für möglich gehalten hatte, und sie merkte, es fiel ihr immer schwerer, ihn als Lord Voldemort zu sehen. Es war nicht einmal so, dass sie ihn für weniger grausam als zuvor hielt. Aber Voldemort war irgendwie immer nur ein abstraktes Konzept für sie gewesen, sie hatte ihn nie von Angesicht zu Angesicht gesehen. Tom Riddle hingegen war definitiv aus Fleisch und Blut. Tom Riddle war ein echter, existierender Mensch, von dem deutliche Gefahr ausging, der aber greifbar war. Sie konnte ihn kennenlernen, studieren, analysieren und vielleicht irgendetwas erfahren, was in der fernen Zukunft hilfreich war. Sie war sich noch immer nicht sicher, was das sein sollte, doch es war noch genug Zeit.

Entschlossen klappte sie das Buch zu. Ihre Gedanken hatten offensichtlich beschlossen, in alle möglichen Richtungen zu wandern, so dass sie kaum mehr in der Lage war, sich auf ihre Hausaufgaben zu konzentrieren. Arithmantik hatte sie sowieso erst am Montag wieder, das konnte sie in Ruhe am Wochenende erledigen. Für diesen Abend hatte sie definitiv nicht mehr genug Ruhe, über komplizierte Zahlen und Formeln nachzudenken.

Sie nickte ihren Hauskameraden zu, schenkte Tom ein entschuldigendes Lächeln, und verließ die lange Tafel. Sie würde zur Eulerei hinaufsteigen, um sich den kalten Abendwind um die Nase wehen zu lassen. Im Gegensatz zum Astronomieturm traf man in der Eulerei selten Schüler, die etwas anderes als Briefe verschicken tun wollten. Man war deutlich ungestörter.

In ihren warmen Mantel gekuschelt stieg Hermine die Treppenstufen hinauf. Noch immer kreisten ihre Gedanken um Tom. Sie hatte in den letzten Tagen eine neue Seite an ihm entdeckt. Noch konnte sie nicht sicher sein, dass seine sanfte Aufmerksamkeit, die er ihr nun entgegenbrachte, nicht auch gespielt war, doch sie vermutete andere Gründe dahinter. Seine narzisstische Ader war befriedigt, dass sie zugegeben hatte, ihm zu gehören. Natürlich hatte sie es so nicht gemeint, aber er hatte es so verstanden und das war es, was zählte. Er schien sich sicher zu sein, sie gebrochen und unterworfen zu haben. Jetzt, da er weder eine höfliche Maske tragen musste, wie er es bei anderen Menschen tat, noch ständig mit ihrer störrischen Ablehnung zu kämpfen hatte, schien er sich zu entspannen.

Nachdenklich spielte Hermine mit einer Strähne, die sich durch den scharfen Wind aus ihrem Zopf gelöst hatte. War da möglicherweise noch irgendwo tief in Tom eine normale Seele vergraben, die ganz einfach nach Zuneigung lechzte, so sehr er auch versuchte, diese Seele zu unterdrücken? Konnte es ihr möglicherweise gelingen, zu dieser Seele vorzudringen und sie zu stärken?

Unwirsch steckte Hermine sich die Locke hinter ihr Ohr. Das war Blödsinn. So funktionierte die Realität nicht. Tom hatte zu grauenhafte Taten vollbracht, als dass er noch zu retten wäre. Sie durfte ihm keine Sympathien oder gar Mitleid entgegenbringen, sonst würde sie nur ein leichtes Opfer seiner Manipulation.

„Miss Dumbledore, was für ein Zufall!“

Überrascht schaute Hermine hoch. Am oberen Ende der Treppe stand Markus Longbottom, einen Brief in der Hand, den er offensichtlich gerade losschicken wollte. Lächelnd beeilte sie sich, den Abstand zu ihm zu überbrücken.

„Mr. Longbottom“, sagte sie schließlich, als sie bei ihm angekommen war: „Was machen Sie an einem späten Donnerstagabend hier?“

„Um ehrlich zu sein …“, setzte er an, doch er brach ab und kratzte sich errötend am Kopf. Überrascht legte Hermine den Kopf schräg.

„Ich schreibe einen Brief an Augustas Eltern“, brachte er dann gepresst heraus. Erstaunt riss Hermine die Augen auf. Sie verstand augenblicklich die Implikationen dieser Aussage: „Ist das nicht … eigentlich ein freudiger Anlass?“

„Sie haben vermutlich Recht, ich sollte mich wohl freuen“, nickte Markus langsam: „Aber ich musste wirklich, wirklich lange mit Augusta sprechen, ehe sie eingewilligt hat. Sie war so … überzeugt, dass sie schlecht für mich ist. Wertlos.“

Niedergeschlagen ließ Hermine den Kopf hängen. Die Augusta Longbottom, die sie aus den Erzählungen von Neville kannte, war eine sture, selbstsichere, lebenslustige Frau. Genauso wie Augusta vor ihrer Vergewaltigung gewesen war. Sie fragte sich, ob sie bereits Unheil angestellt hatte, dass sie Tom hatte gewähren lassen anstatt ihn aufzuhalten. Hatte sie schon jetzt das Leben einer Person nachhaltig von dem verändert, wie es ursprünglich gewesen war?

„Sie ist einverstanden, machen Sie sich da keine Sorgen, Miss Dumbledore“, riss Markus sie aus ihren Selbstvorwürfen: „Tatsächlich war sie munterer und fröhlicher als die letzte Zeit, nachdem sie endlich begriffen hat, dass ich sie … bedingungslos liebe. Das tue ich wirklich. Sie kann nichts dafür, was mit ihr geschehen ist, warum sollte ich ihr das also vorhalten?“

Mit einem gequälten Lächeln ergriff Hermine seine freie Hand mit ihren und drückte sie: „Sie sind einer der wenigen Männer in dieser Zeit, die so denken. Ich kann Ihnen gar nicht genug danken für Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis.“

„Und wie steht es um Sie? Ich sehe, dass Riddle Ihnen kaum mehr von der Seite weicht, aber glücklich wirken Sie nicht.“

Ein Lachen entfuhr ihr unwillkürlich: „Ich bin die letzte, um die Sie sich Gedanken machen sollten. Tom stellt für mich keine Gefahr mehr dar, glauben Sie mir. Aber für andere … Ich kann Ihnen gegenüber nur wiederholen, worum ich bereits Augusta und Ignatius gebeten habe. Halten Sie sich von Tom fern – und damit auch von mir. Zumindest in der Öffentlichkeit. Eines Tages werden Sie verstehen, warum.“

Mit einem Schulternzucken, das sein Unwohlsein mehr als deutlich zum Ausdruck brachte, blickte Markus sie an: „Es gibt viele Dinge in dieser Welt, die ich nicht verstehe. Ich habe das schon lange akzeptiert. Aber ich weiß, wenn ich einen guten Menschen sehe. Sie sind so ein Mensch, auch wenn es Ihnen wohl gelungen ist, Iggi und Augusta das Gegenteil weiß zu machen.“

„Sie sind zu gut, um wahr zu sein.“

Hermine konnte deutlich sehen, woher Neville eines Tages seine loyalen, mutigen Charakterzüge haben würde. Kaum ein Mensch war bereit, einem Mitmenschen so bedingungslos zu vertrauen, wie es Markus gerade tat. Es war vermutlich ein bei Hufflepuffs verbreiteter Charakterzug, aber bei diesem jungen Gentleman lag das in einer reinen Form vor, dass Hermine sich beinahe schuldig fühlte. Mindestens Augusta hatte alles Recht, sie zu hassen, auch wenn sie das inzwischen wohl nicht mehr wusste.

„Schicken Sie Ihren Brief“, sagte sie schließlich, als ihr auffiel, dass Markus noch immer peinlich berührt vor ihr stand, ohne ihr zu antworten: „Ich will Sie nicht aufhalten. Ich genieße jetzt noch einen Moment die kühle Luft hier, dann gehe ich wieder zurück ins Schloss.“

oOoOoOo


Zurück im Gemeinschaftsraum fiel Hermine augenblicklich auf, dass Tom nicht mehr da war. Da sie mit ihrem ausführlichen Spaziergang zur Eulerei das Abendessen verpasst hatte, war sie davon ausgegangen, ihn und seine Freunde wieder hier anzutreffen oder zumindest im kleinen Studierzimmer nebenan, doch dort saß nur Beatrix, die ihr demonstrativ keinerlei Beachtung schenkte.

Mit einem mulmigen Gefühl im Magen steuerte Hermine ihr Zimmer an. Als sie die Hand auf die Klinke legte, ahnte sie bereits, dass Tom auf sie warten würde. Entschlossen öffnete sie die Tür.

„Da bist du ja wieder“, kam es erfreut von ihrem Bett. Stirnrunzelnd ging Hermine zu ihrem Kleiderschrank, um ihren warmen Mantel darin zu verstauen.

„Du nutzt deine Privilegien aus, um jederzeit in meinen Privaträumen zu schnüffeln, Tom“, sagte sie anklagend, während sie ihre Schuhe auszog: „Das gefällt mir nicht. Ich brauche meine Privatsphäre.“

Amüsiert hob er eine Augenbraue: „So? Welche Geheimnisse willst du vor mir, deinem Freund, schützen?“

Schnaubend schob sie ihre Schuhe beiseite und zog sich bequemere Pantoffeln an: „Mach dich nicht lächerlich. Wir wissen beide, dass ich nicht aus Liebe zu dir in dieser Beziehung stecke. Natürlich habe ich Geheimnisse vor dir.“

Zu ihrem Erstaunen gab Tom einen höchst unpassenden Laut als Antwort von sich: Er kicherte. Mit einer einladenden Handbewegung deutete er auf das Fußende des Bettes und trotz all ihrer Provokation kam sie dem Befehl gehorsam nach. Sie setzte sich im Schneidersitz ihm gegenüber auf ihr eigenes Bett.

„Glaub bloß nicht, dass du mich damit verletzen könntest, dass du mir deine Liebe entsagst“, sagte er leise, während er ihr durch die Locken fuhr: „Nichts könnte mir gleichgültiger sein. Du gehörst mir, das ist alles, was zählt.“

Hermine erwiderte seine Geste und streichelte ihm ihrerseits sanft durch sein volles Haar: „Ja, ich gehöre in der Tat dir. Aber umgekehrt ist es genauso.“

Mitten in der Bewegung erstarrte Tom. Sie konnte fühlen, wie sich seine Hand in ihrem Haar zu einer Faust ballte, doch noch bevor er ihr irgendwie wehtun konnte, beugte Hermine sich vor und zog ihn in einen langen Kuss. Tom mochte sich einbilden, was er wollte, aber ein Mensch, der seine Dominanz ausleben wollte, ausleben musste, brauchte immer einen anderen Menschen, der sich bereitwillig unterordnete. Wenn sie ihm ihre Unterordnung versagte, würde er leiden. Mehr leiden als sie unter seiner Folter. Sie fügte sich seinem Willen, weil sie ein ganz bestimmtes Ziel erreichen musste. Er hingegen wollte sie unterwerfen, weil er sie, Hermine Dumbledore, eine starke, intelligente Hexe, unterwerfen wollte. Er wollte sie um ihrer selbst Willen. Sie ließ es zu als Mittel zum Zweck. Und damit war sie ihm in diesem Machtkampf voraus.

Langsam, Stück für Stück, rückte Hermine näher an Tom heran, ohne den Kuss zu unterbrechen, bis sie schließlich auf seinem Schoß saß, die Beine links und rechts von ihm platziert, beide Hände inzwischen in seinen Haaren vergraben. Tom selbst hatte inzwischen von ihren Locken abgelassen, und stattdessen nach ihrem Hintern gegriffen, um sie noch näher an sich zu zwingen. Ein Grinsen stahl sich auf Hermines Gesicht, während sie ihn weiterhin küsste. Sie konnte deutlich spüren, welche Wirkung sie auf ihn hatte, und obwohl ihr innerlich immer noch davor graute, wohin diese Leidenschaft früher oder später führen würde, so war ihr doch auch bewusst, wie viel Macht sie gerade über ihn hatte. Sie zeigte ihm, was er haben konnte. Und sie konnte es ihm jederzeit wieder nehmen.

„Hermine“, Tom knurrte beinahe, als er sich schließlich von ihren Lippen löste, um ihr in die Augen sehen zu können: „Du scheinst noch immer nicht zu begreifen, wie das läuft zwischen uns beiden. Soll ich es dir zeigen? Muss ich es dir zeigen?“

Ihr eigener Atem ging hektisch und sie konnte nicht leugnen, dass der Körperkontakt und das Gefühl der Macht, die sie über diesen gutaussehenden Mann hatte, nicht erregend waren. Sie wusste genau, worauf Tom hinauswollte. Früher oder später würde sie sich dem sowieso stellen müssen, warum also nicht jetzt, wo sie die Kontrolle hatte und mehr als bereit war, sich zum ersten Mal einem Mann zu öffnen?

„Vielleicht will ich ja, dass du es mir zeigst?“, hauchte sie ihm zu in einem Versuch, so verführerisch zu klingen wie möglich. Sie hatte keine Ahnung, was eine echte Frau mit viel Erfahrung in so einem Moment sagen oder tun würde, doch sie hoffte einfach, dass er ihre Nervosität nicht bemerken würde, wenn er von seiner eigenen Erregung abgelenkt war. Sie hatte eine ungefähre Vorstellung von dem, was jetzt folgen würde. Er würde sie entkleiden, sich selbst ausziehen, dann machte sie ihre Beine breit für ihn und er würde sich in ihr vergnügen, bis er kam. Sie würde es ertragen, ein paar ermutigende Laute von sich geben, und dann hatte sie ihn in der Hand.

Intensiv starrte Tom ihr in die Augen, als suche er nach einem Haken an der Geschichte, doch schließlich stahl sich ein unheilvolles Grinsen auf seine Lippen: „Gut. Wir werden sehen, ob du danach immer noch so selbstbewusst bist.“

Tief atmete Hermine durch. Das war es also. Heute Nacht würde sie mit ihrem schlimmsten Feind schlafen – und egal, wie abscheulich die Vorstellung vor einigen Wochen noch gewesen war, ihr Körper kribbelte vor Anspannung und freudiger Erregung. Heute Nacht würde sie dafür sorgen, dass Tom Riddle ihr verfiel.

Langsam löste sie sich aus seinem Schoß und begann, ihre Bluse aufzuknöpfen, doch sofort wurde sie von Tom aufgehalten: „Was glaubst du, was du da tust?“

Unwillkürlich errötete Hermine – hatte sie so wenig Ahnung von Sex, dass sie schon direkt zu Beginn etwas falsch gemacht hatte? In all den Büchern, die sie in ihrer Zeit zu dem Thema gelesen hatte, hatte stets gestanden, dass beide Partner ganz oder mindestens teilweise nackt waren, und dass es einen erotischen Reiz haben konnte, wenn die Frau sich für den Mann betont langsam auszog. War sie zu schnell gewesen?

Zu ihrer maßlosen Verwirrung stand Tom vom Bett auf und streckte ihr die Hand hin: „Komm!“

Mit gerunzelter Stirn ergriff sie seine Hand, um sich von ihm hochziehen zu lassen. Rückwärtsgehend zog er sie mit, bis sie vor ihrem Spiegel standen. Dort stellte er sich hinter sie, beide Hände um ihren zierlichen Körper geschlungen, und grinste ihr Spiegelbild herausfordernd an: „Mein Spiel, meine Regeln, mein Herz.“

Sie spürte, wie er einen Arm von ihr löste, wie eine Hand über ihren Schenkel fuhr, sinnliche Kreise auf ihrer Haut zog, bis sie schließlich auf ihren Slip stießen. Ehe sie begriff, was er vorhatte, zog Tom daran, zog ihn runter bis er zwischen ihren Knien hängen blieb. Mit der einen Hand hielt er ihren Rock hoch, während die andere zurück glitt, zwischen ihre Beine.

„Man sagt, eine Frau sei wunderschön im Moment ihres Höhepunktes“, raunte er ihr ins Ohr, während zwei seiner Finger vorsichtig über ihre Mitte glitten: „Wir wollen doch nicht, dass dir dein eigener Anblick in so einem Moment entgeht, oder?“

Noch bevor sie darauf etwas erwidern konnte, drang er mit beiden Fingern in sie ein. Ein überraschtes Keuchen entfuhr ihr. Wenn sie gedacht hatte, dass der angekleidete Zustand ihr irgendwie mit ihrem Schamgefühl helfen würde, so hatte sie sich getäuscht. Ganz das Gegenteil war der Fall. Es war etwas Verruchtes, beinahe Billiges an der Art, wie ihre blütenweiße Unterwäsche zwischen ihren Beinen hing, wie sie in voller Schuluniform vor diesem Spiegel stand, in den Armen eines Mitschülers, der sie mit seinen Fingern befriedigte. Heiß schoss ihr die Scham in die Wangen und unwillkürlich wandte sie den Kopf ab, schloss die Augen.

„Oh nein, mein Herz“, herrschte Tom sie an und packte mit seiner freien Hand ihr Kinn: „Du wirst schön die Augen offen halten und hinsehen.“

Mit keuchendem Atem öffnete Hermine ihre Augen wieder, starrte entsetzt auf das Bild, das sich ihr im Spiegel bot: Da stand sie, in den Armen von Tom Riddle, dessen Gesicht vor lauter Überlegenheit und Herablassung förmlich strahlte. Ihr eigenes Gesicht war gekennzeichnet von Lust, die Wangen rot, der Mund geöffnet, der Blick gläsern, von Lust verschleiert. Schweiß trat ihr auf die Stirn, während die Finger von Tom immer schneller und schneller wurden. Ein heiseres Stöhnen entfuhr ihr.

So hatte sie das nicht geplant.

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