Vorwort

»Du bist verrückt« sagten meine Eltern, als ich ihnen von meinem Plan erzählte. »Weiter weg von uns geht es ja gar nicht.«
Und recht hatten sie. Zumindest mit dem letzteren Satz. Neuseeland gehört zu den entferntesten Ländern, in die man vom Herzen Europas fliegen kann. Mein Plan war es, mit einem Rucksack und einem Rad Neuseelands atemberaubende Natur zu erkunden. Dass ich die Reise auch noch alleine antreten würde, machte es meinen Eltern nicht leichter, mein Vorhaben zu akzeptieren.
Meine Mutter wusste, dass ich die Sache durchziehen würde. Ich sei nämlich stur und nicht von meiner Idee abzubringen. Mein Vater hielt es jedoch für einen Scherz, selbst nachdem ich den Flug gebucht hatte. Dementsprechend groß war die Überraschung, als ich dann tatsächlich im Flieger saß.
Meine Eltern machten sich große Sorgen um mein Wohlbefinden. Sie hatten Angst, mir könnte etwas Schlimmes zustoßen und ich hätte dort niemanden, der mir helfen könnte. Man könnte meinen, Eltern übertreiben es manchmal, doch in meinem Fall waren ihre Bedenken stets begründet. Ich würde am Ende der Welt in einem fremden Land ganz alleine unterwegs sein und die Nächte in meinem Zelt verbringen. Für ganze drei Monate.
Sie taten mir ein wenig leid, doch ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl, das ich mir nicht nehmen ließ. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass mir am schönsten Ende der Welt etwas zustoßen würde, war kleiner als daheim. In Neuseeland war ich sicherer als in Mitteleuropa. Mit dieser Überzeugung begann ich das Abenteuer meines Lebens.

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