Warum hab ich nie Nein gesagt

Ich dagegen stand dieser Situation mit gemischten Gefühlen gegenüber, einerseits freute ich mich auf ein Baby, andererseits wurde mir täglich mehr bewußt, wie sehr ich Werner und seine Art mich von allem zu überzeugen verabscheute. Der Funke Hoffnung, das ich mein Kind alleine bei meinen Eltern großziehen könnte, wurde zerstört, als ich ungewollt ein Gespräch meiner Eltern mitbekam das sie unbedingt mit einer Heirat rechnen, keinesfalls bereit wären mich und ein uneheliches Kind bei sich haben wollen. Was sollen denn die Leute denken! Ich fügte mich meinem Schicksal, und wurde Werners Frau. Werner fand schnell eine kleine zwei Zimmer Wohnung, die sich in einem rießigem Hochhaus 30km von meinem Elternhaus entfernt befand. Wenn ich auf dem Balkon stand, kam ich mir vor wie eine Taube im Taubenschlag. Außer seinen Sportwagen hatte Werner noch 10.000DM Schulden mit in die Ehe gebracht, somit war mein ganzes Erspartes für Möbel und Aussteuer draufgegangen. Als ich wegen der bevorstehenden Geburt aufhören mußte zu arbeiten, reichte das Geld vorne und hinten nicht mehr. Oftmals kam es vor, das wir am Ende des Monats kaum Geld mehr hatten um etwas zu essen zu kaufen. Werner löste das Problem indem er einen weiteren Kredit aufnahm. Da ich mit solchen Dingen noch nie etwas zu tun hatte, unterschrieb ich arglos mit. Eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin kam unsere Tochter zur Welt. Ich war überglücklich und stolz als ich nach einer unkomplizierten Geburt endlich mein hübsches Töchterchen im Arm halten konnte. Meine Mutter und meine Schwester beschlossen, das die Kleine Daniela heißen sollte. In dieser Zeit, gab man mir das Gefühl etwas besonderes geleistet zu haben, jeder war glücklich wenn er das süße Baby sah. Die ersten Wochen mit Daniela waren für mich sehr anstrengend, weil sie es vorzog am Tag zu schlafen und Nachts zu schreien. Werner brachte zudem noch sehr viel Unruhe mit in dieser für mich neuen Situation, ständig machte er irgendwelche Erziehungsvorschläge die so argumentierte ich an einem so kleinem Kind nicht durchführbar wären. Wir stritten uns fast täglich, die Hautursache war Werners Unzufriedenheit, weil das Geld nie reichte und er sich nichts mehr leisten konnte. Werner gab mir die Schuld, er warf mir vor, nicht richtig zu wirtschaften mit dem Haushaltsgeld. Das das meiste Geld in die Haltung seines Sportwagens verbraucht wurde, gestand er sich nicht ein. Als Daniela sieben Monate alt war entschloß ich mich notgedrungen wieder zu arbeiten. Mein Tag fing nun morgens um 6 Uhr an, um Werner Brote und Kaffee zu machen für seine Arbeit, tagsüber erledigte ich die anfallende Hausarbeit ging mit Daniela einkaufen und bereitete das Abendessen. Wenn Werner gegen 17:00 nach Hause kam, aßen wir noch gemeinsam danach fuhr er mich in ein Restaurant wo ich als Küchenhilfe arbeitete. Meine Arbeitszeit endete gegen 0:01 Uhr nachts. Werner holte mich dann schlaftrunken ab. Erschöpft fiel ich dann ins Bett, immer mit der Angst morgens um 6:00 Uhr den Wecker nicht zu hören. Durch diese Belastung fühlte ich mich ausgelaugt und erschöpft. Wenn Werner mit mir schlafen wollte wies ich ihn immer häufiger ab, bis schließlich überhaupt nichts mehr zwischen uns lief. Seine Drohung, sich eine andere Frau für seine sexuellen Bedürfnisse zu suchen, weckten auch kein Intresse in mir. Es dauerte dann auch gar nicht lange, bis mir die ersten Anzeichen für seine Untreue auffielen. Mal waren es Lippenstiftflecke an seinem Hemd, dann die ständigen Telefonanrufe die Werner flüsternd und nervös schnell beendete, und an den Wochenenden fuhr er immer öfter alleine weg. Als ich ihn einmal zur Rede stellte, setzte er all seine Überredungskunst ein, um mich vom Gegenteil zu überzeugen. Dies gelang ihm auch! Bis mich bald darauf eine Wohnungsnachbarin beiseite nahm um mir zu berichten, was sich während meiner Abwesenheit in unserer Wohnung abspielt. Mehrmals schon, hätte sie beobachtet das Werner Damenbesuch empfing. Die Aussage der Nachbarin schockierte mich kaum, bestätigte sie doch nur, was ich schon seit längerem ahnte. Von da an distanzierte ich mich von Werner, für mich gabs nur noch Daniela mein Haushalt und die Arbeit im Restaurant. Werner spielte keine Rolle mehr in meinem Leben. Wenn ich darüber nachdachte, das alles so weiter gehen soll, machte mich der Gedanke traurig. Mein Spiegelbild zeigte mir deutlich, wie ich mich fühlte alles Lebendige war aus meinem Anlitz verschwunden, außerdem legte ich keinen Wert mehr auf Äußerlichkeiten, meine Haare hingen ohne Schnitt farblos herunter und meine Kleidung war längst aus der Mode. Nach dieser Erkenntnis entschloß ich mich, wenigstens daran etwas zu ändern. Als erstes ging ich zum Friseur und ließ mir eine Dauerwelle machen, mit dem Ergebnis war ich so zufrieden, das ich im Anschluß spontan in ein Kaufhaus ging, und mich neu einkleidete. Zu Hause probierte ich alles was ich mir gekauft hatte noch einmal an, und fragte mich was Werner wohl dazu sagen wird. Voller Erwartung hörte ich das er die Wohnungstür aufschloß, um eine noch effektvollere Wirkung auf ihn zu haben stellte ich mich regelrecht in Pose auf. Nachdem er mich von oben bis unten angesehen hatte, kniff er bösartig die Augen zusammen und schrie mich an: Wie ich denn dazu käme, ohne ihn um Erlaubnis zu fragen einfach so sinnlos Geld auszugeben außerdem wären die Sachen sowieso viel zu Schade für mich. Es wurde noch viel schlimmer, als Werner nach seinem Essen verlangte, und ich ihm gestehen mußte, das ich durch meine Abwesenheit nicht zum kochen gekommen bin. Schluchzend bat ich ihm um Verzeihung, wozu er nicht bereit war. Schweigend fuhr er mich zur Arbeit.

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