Wir trafen uns und ich brach

Hey, erst mal Danke dass du dir meine Fantasie hier antust. :3 
Ich hoffe dass du vor Kitsch und so nicht kotzen musst und vielleicht einen Kommentar da lässt...Viel Spaß beim Lesen und bis dann.
1.

Ich wusste nur noch dass es irgendwann zwischen Freitagnacht und Samstagmorgen war als ich orientierungslos aus dem Club stolperte. Ich hatte mich komplett zugedröhnt und wahrscheinlich Alkohol und Tabletten kombiniert die dafür nicht gedacht waren, es war mir egal. Ich brauchte das, dass man einfach alles vergessen konnte, wenn auch nur für ein paar Stunden und mit erheblichen Nebenwirkungen. Ich verbrachte den restlichen Tag gern mit einem Kater, wenn ich davor wenigstens ein bisschen Spaß hatte. Und gerade eben fühlte sich auch noch alles gut an solange ich mich an einer Wand festhielt. Eine Begleitung nahm ich nie mit, die würde nur stören und ich konnte schon auf mich selbst aufpassen. Gerade als ich über die Straße zu dem Taxistand gegenüber laufen wollte, blinkten hinter der nächsten Ecke zwei grelle gelbe Scheinwerfer auf und rasten, ohne auch nur im Geringsten abzubremsen auf mich zu. Ich war zu perplex um alles schnell genug zu realisieren, geschweige denn von auszuweichen und so hatte blieb ich einfach wie zur Statue erstarrt stehen. Mein letzter Gedanke war nur noch wie ironisch es doch war, dass ich von allen meinen Problemen ausgerechnet wegen so etwas banalem wie einem Auto starb, da packte mich plötzlich jemand von hinten und riss mich von der Straße auf den Gehweg, wobei ich unsanft auf dem Asphalt aufschlug. Meine Strumpfhose hatte riesige Löcher, Hände und Knie hatte ich mir aufgerissen, aber der Alkohol auf meiner Zunge brannte immer noch mehr als meine Wunden. Mein Blick fiel nach rechts wo ein Typ schnell atmend neben mir lag. Er drehte seinen Kopf zu mir und sah mich direkt an:"Sag mal geht´s dir noch gut? Dir hätte sonst was passieren können!" Sofort rappelte ich mich auf, wobei mir augenblicklich schwindelig und kotz übel wurde:"Ja und? Niemand hat dich um deine Meinung gebeten, geschweige denn darum mich zu schubsen. Verpiss dich einfach." Er sprang ebenfalls mit Schwung und trotz seiner leichten Fahne wieder sicher auch die Beine und schrie mich schon fast an:"Ich habe dir verdammt nochmal das Leben gerettet! Du wärst überfahren worden, hätte ich dich nicht von der Straße gezogen!" "Schön für dich. Erzähl das jemand anderem und lass mich in Ruhe!" brüllte ich zurück. Dann lief ich mehr schlecht als recht zu der Haltestelle hinüber und lehnte mich an die Wand. Doch der Mann kam mir hinterher und blieb neben mir stehen. "Was willst du jetzt tun? Du bist komplett zugedröhnt, so darfst du allein nicht nachhause, du kannst ja noch nicht mal geradeaus laufen!" "Was ich darf und was nicht entscheide ich immer noch allein, geh einfach!" antwortete ich und drückte ihn weg. Ich wollte noch etwas hinzufügen aber bevor ich auch nur ein weiteres Wort sagen konnte, wurde mir plötzlich schwarz vor Augen und meine Beine knickten unter mir zusammen. Das letzte was ich sah, war, dass der Typ natürlich sofort wieder aufsprang und sich über mich beugte.

Als ich wieder zu mir kam beschloss ich erst weiter so zu tun als würde ich schlafen, denn ich hörte ganz nah Stimmen. Es dauerte eine Weile bis ich soweit wieder da war, dass ich sie verstehen konnte, aber dann drangen die Worte klar in mein Gehirn vor. Es war wieder der junge Mann und ein anderer in seinem Alter. Erst redeten sie über irgendwelche Videos, dann kamen sie ganz klar auf mich zu sprechen. :"Nein ich kenne sie nicht…sie ist einfach zusammen gebrochen…wahrscheinlich hat sie außer Alkohol noch was genommen, was weiß ich. Was hätte ich sonst tun sollen, sie liegenlassen?...ich hab sie schlafen lassen, wenn sie in ein paar Stunden nicht aufgewacht ist, fahr ich ins Krankenhaus." Langsam öffnete ich die Augen. Zum Glück war der Raum abgedunkelt, sodass ich mich Stück für Stück daran gewöhnen konnte. Als es soweit war kam mir das Zimmer irgendwie bekannt vor. Ich wusste ganz genau, dass ich es schon mal gesehen hatte, es kam mir furchtbar bekannt vor. Das breite Bett auf dem ich lag stand auf einer Seite gegenüber von einem Schreibtisch mit Computern und Regalen und auf der Anderen von einem Flachbildfernseher und einer Konsole. Dahinter sah man die Tür. Erst als ich die Kamera hinter dem Receiver sah, wusste ich wo ich war. In Ju´s Wohnung! Julien Bam! Im Heim, indem es zumindest Internet gegeben hatte, war ich auf seine Videos gestoßen und mir jedes wahrscheinlich 5mal angesehen. Er zog mich damals sofort in seinen Bann und erst jetzt fiel mir wirklich auf, wie sehr mir sein Gesicht auf dem Bildschirm danach gefehlt hatte. Und jetzt gerade war ich in seinem Bett! Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass mich ausgerechnet Ju irgendwo aufgabelte? Ich stand auf und sah an mir herunter, zum Glück hatte ich noch meine Klamotten an und die Schwarze Handtasche lag neben mir auf dem Boden. Als ich sie aufheben wollte, sprang plötzlich die Tür auf und Ju höchstpersönlich kam herein. Er trug nur ein weißes Shirt, dunkle Jogginghosen und wirkte überrascht, dass ich schon wieder fit war, zumindest umspielte seine Mundwinkel ein Lächeln. Ich musste auch Schmunzeln als ich ihn so sah, in echt wirkte er ein bisschen älter als auf Youtube, aber er war genauso hübsch und durchtrainiert. :"Schon ausgeschlafen?" "Ja danke für alles ich muss los." erwiderte ich kurz angebunden. "Du weißt schon, dass du aussiehst wie ne tote Nutte? Empört fuhr ich ihn an :"Haloo? Tut mir leid, das ich mich nicht hübsch machen konnte, aber jemand hat mich in seine Wohnung geschleppt." "Ja gut mein Fehler, hast du Hunger?" "Nein, ich nahm meine Tasche und tat einen Schritt zur Tür:"Ich sollte jetzt wirklich los." "Ach willst du nicht bleiben, du kannst wenigstens duschen und etwas essen?" Ich rang einen Moment mit mir ob ich das Angebot annehmen sollte, aber schließlich sagte ich ja. "Hast du ein Handtuch da? Ich will nicht aus Versehen einem deiner Mitbewohner so in die Arme laufen." Es huschte kurz ein bisschen Enttäuschung über sein Gesicht aber dann fing er sich sofort wieder. :"Du weißt also bescheid, wie auch nicht.."Ach nur so am Rande, wenn man Internet besitzt, bekommt man zwangsläufig was von dir mit." "Da hast du wohl recht, hier." Er warf mir ein frisches Handtuch zu und verschwand durch den Flur. In 10 Minuten hatte ich geduscht und mich in das große Tuch gewickelt. In der Küche fand ich Ju wieder, er machte gerade Pfannkuchen und zeigte auf einen schwarzen Pulli mit Drachenmotiv der über einer Stuhlkante hing. "Wirklich jetzt? Merch?" "Tut mir leid, aber das sind die einzigen Klamottten, die ich immer sauber da habe."grinste er. "Schon klar." Ju sah, ganz Getlemen, drehte sich weg damit ich ungesehen in das Sweatshirt schlüpfen konnte. Da es in XXL war, reichte es mir sogar bis weit über den Hintern. :"Wieso tust du das? Du kennst mich überhaupt nicht, ich bin nur ein besoffenes Mädchen von der Straße. Und noch dazu zugegeben ein Fangirl, warum hast du mich einfach mitgenommen?" "Ach weißt du," er stellte einen köstlich dampfenden Teller vor mir auf den Tisch. "Du hast Hilfe gebraucht und Joon und Vince sind sowieso nicht da, also war Platz." "Ach ja? Das ist der einzige Grund? Genug Raum und Nächstenliebe? Tust du das öfter?" "Also," wieder legte er dieses Blitzen in seinen Blick, "Für gewöhnlich liegt sie dann nicht allein in meinem Bett" Wir brachen gleichzeitig in Gelächter aus. "Ok dann hast du halt jetzt ein nerviges Fangirl an der Backe." "Ich liebe meine Fans!" Wir setzten uns und aßen und es schmeckte köstlich, denn Ju hatte extra Schokolade in den Teig gemischt. Nach ein paar stillen Minuten fragte er ganz leise:"Machst du das öfter, dich so zuzuchütten? Ich mein ich geh auch öfter feiern aber;" "Manchmal, ich wusste nicht wie viel ich ihm erzählen sollte, ich meine er war mein Idol, aber ich war ziemlich kaputt. "Ich habe Angst, dass du mich dann rausschmeißt." lachte ich. Da wurde Ju sehr ernst und sagte:"Egal was es ist, du kannst einem Fremden den du erst seit gestern kennst wirklich alles erzählen." "Wenn nicht dir, wem sonst?" Nach kurzem Zögern fuhr ich fort:"Ich hatte ein paar Probleme, aber das Schlimmste hab ich hinter mir, nur manchmal…ist es schwieriger als sonst." "Verstehe schon, ich hatte auch ein paar Schwierigkeiten." "Wie ist es so du zu sein?" Lachend antwortete er:"Sehr cool zumindest jetzt, wo ich die meine vorläufigen Ziele erreicht habe, mir fehlt nichts, abgesehen vom Schlaf natürlich." "Uund sorry wenn das zu persönlich ist, aber hast du wirklich keine Freundin? Denk ich nicht." "Nein zur Zeit nicht, man kann es sich nur schwer vorstellen, aber die meisten nervt Youtube nach und nach." "Hey Ju und ohh Hi!" Vince streckte den Kopf durch die Küchentür. Er schnappte sich einen Apfel und verschwand mit den Worten:"Muss wieder los." "Und was tust du heute noch so?" fragte ich Julien. "Ach es stehen noch ein paar HeyJu Szenen an aber das kann warten." "Warten auf was? Ich will dich wirklich nicht aufhalten, du hast schon genug getan!" "Und wo gehst du hin? Wo wohnst du?" "Ach ich find immer was. Mein Zeug liegt noch bei mir zuhause, da ist nur mein Vater, der ist aber immer unterwegs. Glaub mir, ich komm klar." Ich zwang mir ein Lächeln aufs Gesicht. "Na gut, aber wenn was ist kommst du zurück!" Ich nickte, schlüpfte wieder in meine Hosen und ging. Zuhause, oder besser bei dem Gebäude, das ich mal so genannt hatte, sah ich meinen Dad nirgendswo, also suchte ich in meinem kleinen Zimmer das Nötigste wie ein paar Klamotten, Handy und Geld zusammen und stopfte es in eine einfarbige Tasche. Dann verließ ich das Reihenhaus ohne mich nochmal umzudrehen. Mein Dad tat mir vielleicht ganz tief drin ein bisschen leid, aber nicht weil er jetzt ganz allein war, sondern weil er nicht die Fähigkeiten besaß anzuerkennen, das er durch seinen Alkohol und gewaltsame Wutausbrüche nie mehr im Leben weiter kommen würde. Aber je weiter ich mich von ihm entfernte, desto kälter ließen mich seine Probleme und ich war fast froh darüber.

 

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