Wo ist Mel?

Das Feeling einen leichtgewichtigen Porsche mit extrem starkem Antrieb ralleymäßig zu betreiben bereitet meinem kindlichen Gemüt noch heute größtes Vergnügen. Wenn man mal Ralleys gefahren hat und einen Porsche beherrscht, verwendet man das Lenkrad nur noch, um die Richtung anzudeuten, die Kurve selbst, beendet man in zentimetergenauem Drift mit dem Gaspedal, was man auf öffentlichen Straßen tunlichst vermeiden sollte. Als das Palais hinter mir kleiner wurde, und ich der Hauptstraße näher kam, nahm ich bereits den Fuß vom Gas um mich wieder völlig normal in den Straßenverkehr einzugliedern. Ich weiß, es klingt für für den Otto Normalverbraucher unreif bis kindisch, aber die paar Meter vom Palais bis zur Hauptstraße mal richtig abzufliegen, hatte mich wieder ein wenig heruntergeholt. Was war nur in Selina gefahren? Wir hatten bisher so gut wie nie Streit gehabt. Ich hatte schon gemerkt, dass meine Sorge um sie und Mel sie nervte, aber die Art, wie sie vorhin mit mit mir verfahren war, war für mich nicht in Ordnung! Ich fuhr in die Klinik zu Melina. Ich nahm an, Selina hatte Ines damit beauftragt, auf sie aufzupassen, als sie mit Max losgefahren war. Ich stellte mein Auto ab und ging zu Selinas Büro. In der Erwartung, Ines und Mel dort anzutreffen, trat ich ein. Kein Mensch war da. Seltsam. Ich ging zum Schwesternzimmer, wo ich Ines fand. "Hallo Ines, Wo ist Mel?" - "Hi Michael, ich weiß nicht!" - "Hat Sel sie nicht bei dir gelassen?" - "Nein!"- "Entschuldige!" Ich ging beunruhigt zu meinem Büro, dessen Vorraum unversperrt war. Da saß meine Tochter und weinte! "Aber Schatz, was ist denn los mit dir?" - "Papi!"rief sie und lief in meine Arme. Ich hob sie hoch! "Was hast du denn da, Prinzessin?" - "Das hat der Mann gebracht! Das darf ich nur Mami geben hat er gesagt. Dir nicht, sonst nimmt er mich mit!" - "Welcher Mann, Mel?" - "Der, mit dem Mami immer telefoniert!" - "Aha! Ist das ein Brief? Zeig mal!" - "Nein! Den darf ich nur Mami geben! Sonst nimmt er mich mit, hat er gesagt!" - "Wann?" - "Mami hat gesagt, ich soll in ihrem Büro auf sie warten, sie geht kurz zu dir. Aber sie ist nicht mehr gekommen und dann ist der Mann gekommen! Ich habe mich gefürchtet! Dann hat er mich gefragt wo Mami ist und ich hab gesagt ich weiß es nicht. Und dann hat er mir das gegeben und hat gesagt, ich muss es Mami geben und ja nicht dir! Sonst holt er mich! Und dann bin ich zu dir gelaufen und du warst auch nicht da!" - "Jetzt bin ich ja da, Schatz!" sagte ich und gab ihr einen Kuss. Ich hab Durst. "Magst du auch eine Limo?" - "Ja Papi!" Ich sperrte mein Büro auf und setzte Mel auf meinen Schreibtisch. Ich hatte einen Kühlschrank mit kalten Getränken im Büro. Ich stellte Melina eine Orangenlimo hin und nahm mir ein Cola. Dann setzte ich mich vor sie auf den Sessel hin und fragte: "Kannst du mir das nochmal genau erzählen, Melina?"                           

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