Wo ist Ricarda

Peter fuhr die Vogelweiderstraße runter, querte die Sterneckstraße und schon fuhr er Richtung Linzergasse. Gleich würde er zur Garage abbiegen. "Du kennst dich gut aus in Salzburg." Stellte Ricarda fest. "Kunststück. Ich habe ganz in der Nähe gelernt, Schatz. Jetzt fahren wir in der Garage ganz runter, dann kommen wir direkt in der Linzergasse raus." Sie fanden einen Parkplatz im unteren Drittel der Garage. Dort gab es einen Ausgang, der direkt in die Linzergasse führte und dann waren es nur mehr ein paar Schritte zum Gablerbräu. Es war erst halb Eins, sie waren ein Wenig zu früh. Das war nicht weiter tragisch. Dann waren sie eben als Erste da. Doch als sie das Gastzimmer betraten, sahen sie eine Frau mittleren Alters alleine an einem Tisch sitzen. "Entschuldigung! Frau Weinberger?" Sie nickte. Peter stellte sich und Ricarda vor und wurde sogleich aufgefordert, Platz zu nehmen. Die Bedienung kam mit den Speisekarten und nahm die Getränkebestellung auf. Frau Weinberger ließ sich von Ricarda schildern, was sich bei ihr zugetragen hatte. Sie nickte machmal, hakte ein paar Mal nach und schilderte schließlich ihr Erlebnis, welches sich sehr ähnlich abgespielt hatte. "Eine Frage, Frau Weinberger: Sind sie, als das begann, oder kurz vorher, an einem orangen Baucontainer vorbeigekommen?" Seltsam! Die Frau war deutlich wahrnehmbar zusammengezuckt! "Ein Baucontainer? Nicht dass ich wüßte. Nein, ich glaube nicht! Ich habe auch nicht darauf geachtet!"

Die Frau lügt, dachte Peter. Warum? Warum zuckt die zusammen und tut dann so, als hätte sie keine Ahnung. Auch Ricarda war aufgefallen, dass Frau Weinberger auf die Frage nervös geworden war. Peter sah sich in der Gaststube um. Bis auf ein paar Touristen auf zwei anderen Tischen waren sie allein. Er entschuldigte sich kurz und ging zur Toilette. Auf dem Weg achtete er auf Auffälligkeiten aber was hieß das schon. Falls sie tatsächlich observiert wurden, würden die Agenten sicher kein Schild mit der Aufschrift "feindlicher Spion" tragen. Als er von der Toilette zurückkam, blieb ihm das Herz stehen. Der Tisch an dem er gerade noch mit den beiden Frauen gesessen hatte, war leer. Peter ging zur Kellnerin. "Es ist bereits bezahlt!" - "Wer hat bezahlt?" - "Die beiden Herren, von denen die Damen abgeholt worden sind." - "Abgeholt? Wohin?" - "Das kann ich ihnen nicht sagen, sie haben nichts gesagt. Wollen sie nun etwas bestellen?" - "Äh, Nein Danke. Ich muß Ricarda finden!" Da stand er nun mit seinen Krücken wie bestellt und nicht abgeholt. Die beiden Frauen waren verschwunden und niemand hatte davon Notiz genommen. Als Peter bei den beiden Tischen nachfragte, erfuhr er nur, dass niemandem etwas aufgefallen war. Ihm war zum Weinen zumute. Die hatten Ricarda! Er rief Rupert an. "Holzer?" - "Bertie, die...die haben Ricarda! Scheisse, die haben eiskalt Ricarda entführt! 

      

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