Zeit

Kaum etwas hat so viele Gesichter, wie die Zeit! Sie kann rasen, sie kann tröpfeln, ja selbst stehenbleiben kann sie! Und doch wissen wir alle, dass sie gar nichts kann, außer zu vergehen! Der Rest ist subjektiv! In unserem Fall sogar kollektiv subjektiv, weil wir zusammen das Gefühl hatten, das sie einfach nicht vergehen mag. Zugegeben, wenn man auf etwas wartet, mag das immer so sein, doch je größer die Bedeutung der Erwartung ist, desto kleiner sind die Tropfen, mit denen sie verrinnt!

Der Entführer konnte nicht wissen, dass das Geld bei uns schon bereit lag. Er war davon ausgegangen, das wir es mühsam besorgen mussten und hatte uns deshalb bis zehn Uhr Zeit gegeben, was an sich ja eher knapp bemessen war. Ohne Berties Klienten, hätten wir das auch kaum in dieser Zeit geschafft. Max und seine Leute waren immer noch unmittelbar in der Nähe des Hauses, in dem Tommy festgehalten wurde. Der arme Junge hatte mittlerweile heftige Schmerzen auf Grund der unnatürlichen Haltung, zu der ihn die Fesselung zwang. Glücklicherweise, musste er nicht urinieren, aber ein furchtbarer Durst schnürte ihm langsam die Kehle zu. sein Rachen war völlig ausgetrocknet. Er war zwar erschöpft, hatte aber nicht einschlafen können, weil die Schmerzen und sein Zustand das nicht erlaubten.

Danter hatte sich in ein paar Metern Entfernung auf die Couch gelegt und war eingeschlafen, allerdings mit der Waffe in der Hand. Max' Leute hätten am Liebsten gestürmt, aber ihm war das Risiko zu hoch. Eine Sondereinheit der Polizei war vor Ort. Der Einsatzleiter war ein ehemaliger Untergebener von Max, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verband. Die beiden arbeiteten perfekt zusammen, fast so, als hätten sie beide den gleichen Arbeitgeber. So etwas ist nicht selbstverständlich und war ein großer Vorteil für uns!

Gegen acht rief Max uns an. Er gab uns einen kurzen Lagebericht und meinte, dass Danter sich bald melden würde. Er nehme an, dass er sich nach dem Aufwachen bald nach dem Geld erkundigen würde.

 "Ich hab Durst! Geben sie mir doch endlich mal einen Schluck Wasser, bitte!" Meldete sich Tommy. "Ach halt die Fresse, du Arschloch! Was weckst du mich auf? Willst du ein paar aufs Maul?" - "Nein, Mann! Aber ich hab Schmerzen, verdammt und ich bin völlig ausgetrocknet!" - "Ist mir doch Wurscht! Sobald ich das Geld hab, sag ich denen wo du bist Dann kommst du frei und kriegst was zu trinken. Wenn kein Geld kommt, hast du Pech gehabt. Wir können das Spiel spielen bis du verdurstet bist! Mir egal!"

Für Thomas wurde es langsam eng. Es gab vereinzelte Phasen, in denen er das Bewusstsein verlor... Den Schmerz hätte er ertragen. Doch über Minuten nicht zu wissen, was läuft... das ging gar nicht!

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